Krankenpflegediplom

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Beim Allgemeinen Diplom für Gesundheits- und Krankenpflege handelt es sich in Österreich um ein staatlich verliehenes Diplom.

Dreijährige Ausbildung[Bearbeiten]

Die theoretische Ausbildung wird in einer Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege und die praktische Ausbildung in verschiedenen Pflegeeinrichtungen (Krankenanstalten, Pflegeheime, Hauskrankenpflege etc.) absolviert (siehe auch: Liste der Krankenpflegeschulen in Österreich). Es wird nach einer dreijährigen Ausbildung nach erfolgreicher Absolvierung von 36 Einzelprüfungen, sechs theoretischen Einzeldiplomprüfungen und einer praktischen Diplomprüfung verliehen; außerdem ist eine Fachbereichsarbeit zu einem pflegerelevanten Thema zu verfassen. Die Abkürzung DGKP (Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger) bzw. DGKS (Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester) darf nicht als Titel vor oder nach dem Namen geführt werden, eine Eintragung in ein Dokument als Titel ist nicht möglich.

Für weibliche Pflegekräfte gilt der Beruf als Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung und der dazu ergangenen Berufsliste.[1][2]

Berechtigungen[Bearbeiten]

Der Abschluss berechtigt nicht zum Studium an Universitäten oder Fachhochschulen. Wird ein solches angestrebt, bedarf es einer Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder der Allgemeinen Hochschulreife (AHS, BHS). Mit entsprechender Berufserfahrung ist der Besuch von facheinschlägigen Universitätslehrgängen und postgradualen Studiengängen möglich. Diese enden oft mit dem akademischen Grad MAS, der nach dem Namen geführt wird. Eine Unterscheidung zwischen Lehrgängen universitären Charakters und Regelstudien ist aufgrund der Bologna-Prozesses und der gleichnamigen verliehenen Titel für einen nicht Geübten nicht mehr möglich.

Ausbildungsveränderungen[Bearbeiten]

Die Pflege und deren Ausbildung befindet sich in Österreich in einer Umbruchphase. Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit eines individuellen Studiums an der Universität Wien sowie Bachelor-Studiengänge in Graz und an den Privatuniversitäten Krems, Salzburg und in Hall in Tirol (Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik UMIT).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schwerarbeitsverordnung, BGBl. II Nr. 104/2006. RIS, abgerufen am 12. November 2010.
  2. Gesamtliste der Berufsgruppen mit körperlicher Schwerarbeit. Österreichische Sozialversicherung, abgerufen am 12. November 2010 (PDF; 54 kB).