Krauschwitz (Sachsen)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Görlitz | |
| Höhe: | 119 m ü. NN | |
| Fläche: | 106,63 km² | |
| Einwohner: |
3.660 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 34 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02957 | |
| Vorwahlen: | 035771, 035775 (Klein Priebus, Pechern, Podrosche, Skerbersdorf, Werdeck) | |
| Kfz-Kennzeichen: | GR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 26 250 | |
| Gemeindegliederung: | 7 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Geschwister-Scholl-Straße 100 02957 Krauschwitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rüdiger Mönch | |
| Lage der Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz | ||
Krauschwitz, obersorbisch Krušwica, ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie liegt im Nordosten Sachsens an der deutsch-polnischen Grenze.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Gemeinde Krauschwitz liegt in der Muskauer Heide im nordöstlichen Teil des Landkreises, etwa fünf Kilometer nordöstlich von Weißwasser. Im Osten des Ortes Krauschwitz fließt die Lausitzer Neiße, entlang der die Ortsteile stromaufwärts gen Südosten liegen:
- Sagar (Zagor)
- Skerbersdorf (Skarbišecy)
- Pechern (Pěchč)
- Werdeck (Wjertko)
- Podrosche (Podroždź)
- Klein Priebus (Přibuzk)
[Bearbeiten] Geschichte
Krauschwitz wird als Kruswica erstmals im Jahr 1400 in den Bautzener Ratsakten urkundlich erwähnt. Der Nachbarort Keula wird bereits 1268 erwähnt. Der Name Krauschwitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Birnendorf“. Im Jahr 1771 wird die erste Schule gegründet. Bei einem Waldbrand im Jahr 1775 wird der Ort fast vollständig zerstört. Mit dem Bau der sächsisch-preußischen Staatsstraße (heutige Bundesstraße 115) von Görlitz nach Cottbus 1830 wird die Gemeinde an das überregionale Verkehrsnetz angeschlossen. Im Jahr 1938 werden die damaligen Orte Krauschwitz und Keula zur Gemeinde Krauschwitz vereinigt. Am 1. Januar 1994[2] schließen sich die Gemeinden Klein Priebus (mit den Ortsteilen Podrosche und Werdeck), Pechern, Sagar und Skerbersdorf mit Krauschwitz zusammen. Am 17. Juni 2005 wurde in der Mittelschule von Krauschwitz der Weltrekord im Rückwärtslaufen als Massenstaffel über 1.000 × 100 m und 100 × 200 m bei den Männern und 100 × 200 m bei den Frauen aufgestellt.[3]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Bürgermeister
- Gerd Slabke
- Frank Stupka (bis 2005)
- Rüdiger Mönch (ab 2005)[4]
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern, die sich wie folgt verteilen:
- 7 Sitze – CDU
- 7 Sitze – Freie Wählervereinigung Krauschwitz (FWK)
- 2 Sitze – Die Linke
Daneben gibt es einen sechsköpfigen Ortschaftsrat für die Orte Sagar, Skerbersdorf, Pechern, Werdeck, Podrosche und Klein Priebus.
[Bearbeiten] Wappen
Dem Wappen liegen mit Blau und Gelb die Farben der Oberlausitz zugrunde. Darin sind im oberen Teil drei Birnen, die sich auf den sorbischen Namen Krušwica ‘Birnendorf’ beziehen. Amboss und Hammer im unteren Teil symbolisieren die Eisenverhüttung, die den Grundstein für die Gründung Keulas legte.
[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaften
Krauschwitz unterhält zwei Partnerschaften, zum einen mit dem am gegenüber liegenden Neißeufer befindlichen Przewóz (deutsch Priebus), zum anderen mit der Schwarzwaldgemeinde Ottersweier.
Die Partnerschaft mit Ottersweier ergab sich 1989, als in der Wendezeit der Krauschwitzer Gemeindewehrleiter einen Brief an die westdeutsche Gemeinde mit der gleichen Postleitzahl, 7583, schrieb. Diesem folgten bald gegenseitige Besuche und im Jahr 2003 die Gründung eines Freundeskreises. „Nach 18 Jahren wilder Ehe“ wurde am 4. Oktober 2007 ein Partnerschaftsvertrag unterschrieben.[5]
Die Partnerschaft mit Przewóz besteht seit dem 30. April 2004, nachdem die Gemeinden bereits seit 1995 am 30. April einen Tag der deutsch-polnischen Begegnung feiern. Vertieft wird die Partnerschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren und seit 2007 bei den Kindertagesstätten. Für letztere wurde unter anderem vereinbart, dass die jeweils andere Sprache als Begegnungssprache unterrichtet wird.[6]
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die vorindustrielle Entwicklung begann 1440 in Krauschwitz mit der Installation des Eisenhammers zu Keula, eine der ältesten Eisengießereien Deutschlands und Grundstein der späteren Keulahütte. Vor der Wende war Krauschwitz eine stark von Industrie geprägte Gemeinde. Die größten Arbeitgeber in der Gemeinde sind derzeit die Keulahütte Krauschwitz GmbH (zur VEM-Gruppe gehörend), Kreisel Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Tischlerei Drogoin GmbH, Tief- und Landeskulturbau GmbH Nadebor und die Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH (ODS).
[Bearbeiten] Verkehr
In der Gemeinde kreuzen sich die B 115 und die B 156. Neben dem Grenzübergang Bad Muskau–Łęknica bildet der Grenzübergang Podrosche–Przewóz einen wichtigen Anschluss an die polnische Neißeseite. Ein weiterer Grenzübergang zwischen Sagar und Łęknica wurde 2011 eröffnet.
Durch Krauschwitz führt die Waldeisenbahn Muskau (600 mm Spurweite) auf ihrem Weg zwischen Weißwasser und Bad Muskau. Die ehemals durch Krauschwitz führende Bahnstrecke Weißwasser–Bad Muskau wurde zwischenzeitlich teilweise rückgebaut.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen
Ein Ganzjahresbad, die Erlebniswelt Krauschwitz, bietet für Kinder und Erwachsene Erholung. Über die Geschichte der Region informiert das Museum Sagar. Darüber hinaus gibt es diverse Schrotholzhäuser.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
Der Unternehmer Adolf Merckle (1934–2009) wurde 2006 in Würdigung seiner Leistungen für den Erhalt der Keulahütte und der damit verbundenen Arbeitsplätze zum ersten Ehrenbürger von Krauschwitz ernannt.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Theodor Ickler (* 1944), Germanist
[Bearbeiten] Quellen und weiterführende Literatur
[Bearbeiten] Literatur
- Krauschwitz in Vergangenheit und Gegenwart. Herausgeber: Gruppe Ortsgeschichte. Lessingdruckerei, Kamenz 1994.
- Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia, Bautzen 2006.
- Robert Pohl: Heimatbuch des Kreises Rothenburg O.-L. für Schule und Haus. Buchdruckerei Emil Hampel, Weißwasser O.-L. 1924.
[Bearbeiten] Weblinks
- Gemeinde Krauschwitz
- Krauschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. Abgerufen am 18. April 2008.
- ↑ Recordholders.org
- ↑ Die Geschichte der Kommunalpolitik in Sachsen Seite 478
- ↑ Am Anfang war die 7583. In: Lausitzer Rundschau. 6. Oktober 2007, abgerufen am 17. Juli 2008.
- ↑ Die Partnerschaft soll zum gegenseitigen Nutzen sein. In: Lausitzer Rundschau. 11. Oktober 2007, abgerufen am 17. Juli 2008.
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