Krauschwitz (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krauschwitz
Krauschwitz (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krauschwitz hervorgehoben
51.51583333333314.718055555556119Koordinaten: 51° 31′ N, 14° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 106,63 km²
Einwohner: 3582 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02957
Vorwahlen: 035771, 035775 (Klein Priebus, Pechern, Podrosche, Skerbersdorf, Werdeck)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 250
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Geschwister-Scholl-Straße 100
02957 Krauschwitz
Webpräsenz: www.krauschwitz.de
Bürgermeister: Rüdiger Mönch
Lage der Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Krauschwitz, obersorbisch Krušwica, ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie befindet sich im sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz und liegt im Nordosten Sachsens an der deutsch-polnischen Grenze.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Krauschwitz liegt in der Muskauer Heide im nordöstlichen Teil des Landkreises, etwa fünf Kilometer nordöstlich von Weißwasser. Im Osten des Ortes Krauschwitz fließt die Lausitzer Neiße, entlang der die Ortsteile stromaufwärts gen Südosten liegen:

Geschichte[Bearbeiten]

Krauschwitz wird als Kruswica erstmals im Jahr 1400 in den Bautzener Ratsakten urkundlich erwähnt,[2] der Nachbarort Keula ist bereits 1268 urkundlich nachweisbar. Der Name Krauschwitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Birnendorf“. Im Jahr 1771 wurde die erste Schule gegründet. Ein Waldbrand im Jahr 1775 zerstörte den Ort fast vollständig. Mit dem Bau der preußischen Staatsstraße (heutige Bundesstraße 115) von Görlitz nach Cottbus 1830 erfolgte der Anschluss der Gemeinde an das überregionale Verkehrsnetz. Im Jahr 1938 wurden die damaligen Orte Krauschwitz und Keula zur Gemeinde Krauschwitz vereinigt. Keula war zu diesem Zeitpunkt größer, Krauschwitz war durch keramische Produkte der bekanntere Ort.

Am 1. Januar 1994[3] schlossen sich die Gemeinden Klein Priebus (mit den Ortsteilen Podrosche und Werdeck), Pechern, Sagar und Skerbersdorf mit Krauschwitz zusammen. Am 17. Juni 2005 wurde in der Mittelschule von Krauschwitz der Weltrekord im Rückwärtslaufen als Massenstaffel über 1.000 × 100 m und 100 × 200 m bei den Männern und 100 × 200 m bei den Frauen aufgestellt.[4]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Gerd Slabke
  • Frank Stupka (bis 2005)
  • Rüdiger Mönch (ab 2005)[5]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,9 % (+3,7)
 %
50
40
30
20
10
0
40,6 %
38,6 %
15,7 %
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n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
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+5,0 %p
-16,2 %p

Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern, die sich wie folgt verteilen:

Daneben gibt es einen sechsköpfigen Ortschaftsrat für die Orte Sagar, Skerbersdorf, Pechern, Werdeck, Podrosche und Klein Priebus.

Wappen[Bearbeiten]

Dem Wappen liegen mit Blau und Gelb die Farben der Oberlausitz zugrunde. Darin sind im oberen Teil drei Birnen, die sich auf den sorbischen Namen Krušwica ‘Birnendorf’ beziehen. Amboss und Hammer im unteren Teil symbolisieren die Eisenverhüttung, die den Grundstein für die Gründung Keulas legte.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Krauschwitz unterhält zwei Partnerschaften, zum einen mit dem am gegenüber liegenden Neißeufer befindlichen Przewóz (deutsch Priebus), zum anderen mit der Schwarzwaldgemeinde Ottersweier.

Die Partnerschaft mit Ottersweier ergab sich 1989, als in der Wendezeit der Krauschwitzer Gemeindewehrleiter einen Brief an die westdeutsche Gemeinde mit der gleichen Postleitzahl, 7583, schrieb. Diesem folgten bald gegenseitige Besuche und im Jahr 2003 die Gründung eines Freundeskreises. „Nach 18 Jahren wilder Ehe“ wurde am 4. Oktober 2007 ein Partnerschaftsvertrag unterschrieben.[6]

Die Partnerschaft mit Przewóz besteht seit dem 30. April 2004, nachdem die Gemeinden bereits seit 1995 am 30. April einen Tag der deutsch-polnischen Begegnung feiern. Vertieft wird die Partnerschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren und seit 2007 bei den Kindertagesstätten. Für letztere wurde unter anderem vereinbart, dass die jeweils andere Sprache als Begegnungssprache unterrichtet wird.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die vorindustrielle Entwicklung begann 1440 in Krauschwitz mit der Installation des Eisenhammers zu Keula, eine der ältesten Eisengießereien Deutschlands und Grundstein der späteren Keulahütte. In Krauschwitz kaufte der Unternehmer und Erfinder 1878 eine Geschirrtöpferei auf und erweiterte diese zu einem großen Keramikhersteller, der nach zwei Fusionen 1902 und 1904 ein Standort der Deutschen Ton- und Steinzeugwerke AG war.

Vor der Wende war Krauschwitz eine stark von Industrie geprägte Gemeinde. Die größten Arbeitgeber in der Gemeinde sind derzeit die Keulahütte Krauschwitz GmbH (zur VEM-Gruppe gehörend), Kreisel Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Tischlerei Drogoin GmbH, Tief- und Landeskulturbau GmbH Nadebor und die Ostsächsische Dienstleistungs- und Service GmbH (ODS).

Verkehr[Bearbeiten]

In der Gemeinde kreuzen sich die B 115 und die B 156. Weiterhin verlaufen die Staatsstraßen 123, 126, 127 und 127b durch Krauschwitz. Über den 2011 eröffneten Grenzübergang nach Polen besteht eine Anbindung zu Łęknica und die polnische Landesstraße 12. Nördlich der Gemeinde befindet sich der Grenzübergang Bad Muskau–Łęknica sowie im südlichen Gemeindegebiet der 1994 eröffnete Grenzübergang Podrosche–Przewóz.

Durch Krauschwitz führt die Waldeisenbahn Muskau (600 mm Spurweite) auf ihrem Weg zwischen Weißwasser und Bad Muskau. Die ehemals durch Krauschwitz führende Bahnstrecke Weißwasser–Bad Muskau wurde zwischenzeitlich teilweise rückgebaut.

Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Ein Ganzjahresbad, die Erlebniswelt Krauschwitz, bietet für Kinder und Erwachsene Erholung. Über die Geschichte der Region informiert das Museum Sagar. Darüber hinaus gibt es diverse Schrotholzhäuser.

Am 1. September wird zum Weltfriedenstag die in der Keulahütte gegossene Friedensglocke geläutet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger

Der Unternehmer Adolf Merckle (1934–2009) wurde 2006 in Würdigung seiner Leistungen für den Erhalt der Keulahütte und der damit verbundenen Arbeitsplätze zum ersten Ehrenbürger von Krauschwitz ernannt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weitere Persönlichkeiten mit Verbindung zur Gemeinde

  • Ludwig Rohrmann (1848–1909), Unternehmer und Erfinder
  • Klaus König (* 1934), Opernsänger, hatte vor seiner Gesangskarriere eine Lackiererei in Krauschwitz eröffnet

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Krauschwitz in Vergangenheit und Gegenwart. Herausgeber: Gruppe Ortsgeschichte. Lessingdruckerei, Kamenz 1994.
  •  Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006.
  •  Robert Pohl: Heimatbuch des Kreises Rothenburg O.-L. für Schule und Haus. Buchdruckerei Emil Hampel, Weißwasser O.-L. 1924.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Krauschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 17, abgerufen am 25. Dezember 2012 (PDF; 64 kB).
  4. Recordholders.org
  5. Die Geschichte der Kommunalpolitik in Sachsen Seite 478
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartina Hanold: Am Anfang war die 7583. In: Lausitzer Rundschau. 6. Oktober 2007, abgerufen am 18. Oktober 2012.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartina Hanold: Die Partnerschaft soll zum gegenseitigen Nutzen sein. In: Lausitzer Rundschau. 11. Oktober 2007, abgerufen am 17. Juli 2008 (Interview mit Rüdiger Mönch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krauschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien