Krebeck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krebeck
Krebeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krebeck hervorgehoben
51.58777777777810.120277777778172Koordinaten: 51° 35′ N, 10° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Gieboldehausen
Höhe: 172 m ü. NHN
Fläche: 12,27 km²
Einwohner: 1074 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37434
Vorwahl: 05507
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchring 17
37434 Krebeck
Webpräsenz: www.gemeinde-krebeck.de
Bürgermeister: Josef Rudolph (CDU)
Lage der Gemeinde Krebeck im Landkreis Göttingen
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Krebeck ist eine Gemeinde in Südniedersachsen (Deutschland). Sie befindet sich im Landkreis Göttingen am westlichen Rand des Untereichsfelds und gehört zur Samtgemeinde Gieboldehausen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Krebeck liegt ungefähr 13 Kilometer östlich von Göttingen und 11 Kilometer nordwestlich von Duderstadt am Rande der fruchtbaren Goldenen Mark, in der westlichen Gemarkung befinden sich bewaldete Anhöhen (Westerberg: 275 m). Durch den Ort fließt der Ellerbeck, ein Nebenarm der Suhle. In unmittelbarer Nähe der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 27 die von Göttingen nach Herzberg am Harz führt.

Der etwa zwei Kilometer nordwestlich entfernt liegende Nachbarort Renshausen ist ein Ortsteil von Krebeck. Weitere Nachbarorte sind Ebergötzen im Südwesten, Bodensee im Norden und Wollbrandshausen im Osten.

In Krebeck befindet sich der geodätische Mittelpunkt Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1256 als Crebecke erwähnt, eine spätere Schreibweise lautete Kreybecke (1340), eine frühere Crebike (1183).[2]. Der Name soll Krähen- oder Kranichbach bedeuten. Während der Jahre bis 1649 wird der Ort unter den Namen Crebecke (1256), Krebecke (1266), Kreybecke (1340) und Grebicke (1649) aufgelistet. Eine Urkunde, in welcher Krebeck erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1256. Damals wies Widekind von Bösekendorp dem Kloster Weende Einkünfte aus seinem Allod in Krebeck zu. Fünf Jahre später wird 1261 ein Leutpfarrer, der plebanus Hermannus, für den Ort genannt. Im Jahre 1340 wurden die Gebrüder Arnold und Heinrich von Rorungen (Roringen) von Herzog Heinrich von Braunschweig mit Gütern in Krebeck belehnt[3]. Während des Jahres 1496 geriet der Ort in den Kirchenbann. Auslöser für diesen Streit war ein Konflikt zwischen Krebeck, das hoheitlich dem Amt Gieboldehausen unterstellt war, und dem Kloster St. Michael in Hildesheim, wobei es um eine Hutweide im Sautal ging. Erst nach Jahren, und auf Bemühen des Amtmannes von Lindau, konnte der Kirchenbann wieder aufgehoben werden. Während der Reformationszeit zählte ein Franciscus Symon als Pfarrer in Krebeck, es wird erwähnt, dass die "räudigen Schafe", wohl Protestanten aus dem Amt Gieboldehausen, zu ihm gelaufen kamen. Erst um 1605 bekannten sich wieder die meisten Familien zur katholischen Kirche.

Ende des 15. Jahrhunderts, nachdem Dietrich von Hardenberg 1492 die Hälfte des Ortes Lindau für 4300 Rheinische Gulden erwarb, entstand im folgenden Jahr ein Streit zwischen den Einwohnern Renshausens und den Untersassen in Krebeck wegen der Hutweide auf der Wiese Sudal, diese befand sich in der Feldmark Renshausens, wurde jedoch widerrechtlich von den Krebeckern genutzt[4]. Das Kloster St. Michael in Hildesheim erwirkte einen Schiedsspruch, der darauf hinauslief, dass die Krebecker von der Nutzung der Hutweide absehen, und die Klagekosten bezahlen sollten. Diese kehrten sich allerdings nicht daran, übersendeten dem Klosterabt einen Fehdebrief und raubten, mordeten in Renshausen, bevor sie den Ort in Brand steckten, woraufhin sie gebannt wurden. Der Versuch einer gütlichen Einigung durch das Eingreifen Dietrich von Hardenberg scheiterte, Bischof Berthold von Hildesheim ermahnte Dietrich vielmehr, zusätzlich die Klostergüter vor dem wilden Treiben der Krebecker zu schützen. Der Streit zwischen den beiden Ortschaften fand erst 1499 eine friedliche Beilegung, am Mittwoch nach Reminiscere traten Ludolf von Bortfeld für die Seite des Abtes, Dietrich von Hardenberg für die Krebecker ein und einigten sich darauf, dass die Gemeinden die Weide weiterhin nutzen durften, die Krebecker sollten jedoch 2 Gulden zur Loslösung des Bannes nach Hildesheim senden.

Ähnlich wie die anderen Dörfer des Untereichsfeldes, hatte auch Krebeck unter dem Dreißigjährigen Krieg und dem Siebenjährigen Krieg erheblich zu leiden. Dazu ereilte dem Ort, die im Jahre 1850 im Untereichsfeld ausgebrochene, Choleraepidemie. In beiden Weltkriegen fielen 49 Einwohner des Ortes, während neun vermisst blieben. Auch Brände hatte der Ort in der Neuzeit häufiger zu beklagen, so vernichtete ein Großfeuer im Mai 1917 zehn Wohnhäuser und 14 Scheunen, im August 1934 wiederum fielen vier Gehöfte den Bränden zum Opfer. Ab 1973 wurde Krebeck ein Mitglied der Samtgemeinde Gieboldehausen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Renshausen eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wahlbeteiligung: 70.37 %[6]
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
77,98 %
22,02 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Krebeck setzt sich aus elf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

SPD CDU Grüne Gesamt
2006 1 9 0 10 Sitze
2011 0 9 2 11 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau ein aufsteigender, goldbewehrter silberner Kranich über erniedrigtem, schrägen, silbernem Wellenbalken.

Es wurde gewählt, weil von Einwohnern auch in der Neuzeit beobachtet wurde, wie ganz in der Nähe des Ortes in einem Bruch oftmals eine große Anzahl Vögel zur kurzen Rast niedergingen. 1951 wurde es vom Innenministerium Niedersachsens genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Alexander und Brüder[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Alexander und Brüder

Die katholische Pfarrkirche St. Alexander wurde 1716 im Eichsfelder Barock erbaut. Sie stellt einen Buntsandsteinquaderbau mit leicht eingezogenem Chor dar. Bei der Errichtung der Kirche waren mitunter auch Bauleute aus Tirol beteiligt. An der Südmauer lässt sich durch eine Inschrift der Baumeister ermitteln, sie lautet JOAN GEORG KULMAN MAUR MEISTER VON GERRENROT. Ähnlich wie andere Kirchen im Untereichsfeld hatte auch diejenige aus Krebeck einen Vorgängerbau an ihrer Stelle, so lässt sich der Kirchturm auf das 16. Jahrhundert datieren. Der spitze Helm, welcher als Dach des Turmes fungiert, stammt dagegen aus dem 19. Jahrhundert. Die Außenwände tragen eine schlichte Gestaltung ohne Profilierung, deutlich erkennbar sind jedoch die zugemauerten Okuli, die sich oberhalb der Rundbogenfenster befinden. Die Figur des Kirchenpatrons St. Alexander wurde in einer Nische über dem Turmportal, welches aus Pilaster und Gebälk besteht, untergebracht. Am Nordportal der Kirche setzte man den Schlussstein ein. Er trägt die Datierung der Fertigstellung 1716 nebst einem achtspeichigen Mainzer Rad. Im Kirchensaal, überspannt von einem Spiegelgewölbe, findet man lisenengegliederte Seitenwände und die ungewöhnliche Konstruktion des Kreuzrippengewölbes. Seine Besonderheit liegt darin, dass im Bereich des Chores kein Endpunkt der Rippen zu erkennen ist. Das Inventar ist in einer Beige-Gold-Fassung erhalten und stammt aus dem Barock beziehungsweise der spätbarocken-klassizistischen Zeit, während der zweistöckige Hochaltar mit seinen gedrehten Säulen, Putten, Blütengehänge, Muscheln und Vasen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt. Das Altarbild stellt die Kreuzigung Jesu dar. Einzelformen des Seitenaltars reichen vom Stil bis ins Rokoko hinein und besitzt einen kompakten Wandcharakter. Damit steht er im Kontrast zu der zierlichen, farbig gefassten Barockmadonna, der Hauptfigur des Seitenaltars.

Vereinsleben[Bearbeiten]

Die Renshäuser Blasmusik und die Lauseberger Big Band, sowie die Bands Lauschgift, Jack & the Daniels, Blue Velvet und Radio Active sind in der Gemeinde ansässig. Als musikalisches Highlight ist das alljährliche „Open Air Krebeck“ zu erwähnen, welches vom KSC neV organisiert wird und auf dem Krebecker Sportplatz stattfindet.

Zahlreiche Vereine wie z. B. die DJK Krebeck, Jugendgruppe, Kolpingsfamilie, Katholische Frauen, MGV „St. Joseph“ Krebeck, Freiwillige Feuerwehr, Karnevalsgesellschaft, Schützenkameradschaft, Theatergruppe und ein Skatclub sorgen für ein vielfältiges Gemeindeleben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur Krebecks trägt seit jeher eine bäuerlich-handwerkliche Prägung. Dabei kam der ehemaligen Ziegelei, über die Jahrzehnte bis zu ihrer Schließung im Jahre 1972, eine enorme Bedeutung bei der Einnahmequelle vieler Krebecker zu. Die Gründung der Ziegelei fällt in das Jahr 1860. Heute ist an die Stelle des einstigen Gewerbebetriebes die örtliche Reithalle getreten.

Bilder[Bearbeiten]

Ortsansicht von Südosten

Literatur[Bearbeiten]

Bettina Bommer; Sigrid Dahmen: Die Geschichte der Orte Renshausen und Krebeck, Duderstadt, Mecke, 2007

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Bernd Hermann: Beiträge zum Göttinger Umwelthistorischen Kolloquium 2010 - 2011, 2011, S. 220
  3.  Hans Friedrich Georg Julius Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Erster Theil bis zum Jahre 1341. Nr. 680, Carl Rümpler, Hannover 1859.
  4.  Johann Wolf: Geschichte des Geschlechts von Hardenberg. I. Theil mit 132 Urkunden. Baier, Göttingen 1823, S. 100.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  6. http://wahlen.kds.de/2011kw/indexgie.htm Kommunalwahlergebnisse Südniedersachsen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krebeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien