Kreiensen
51.8572222222229.9633333333333104Koordinaten: 51° 51′ 26″ N, 9° 57′ 48″ O
| Kreiensen
Stadt Einbeck
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|---|---|
| Höhe: | 104 m ü. NHN |
| Einwohner: | 2480 (2011) |
| Eingemeindung: | 1. Januar 2013 |
| Postleitzahl: | 37574 |
| Vorwahl: | 05563 |
Kreiensen ist die größte Ortschaft der Stadt Einbeck im Landkreis Northeim in Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Kreiensen liegt in Südniedersachsen im Leinebergland und gehört zum Harz- und Sollingvorland. Es befindet sich zwischen den Höhenzügen Helleberg im Norden, Hube im Westsüdwesten und Selter im Nordwesten. Durch den Ortskern von Kreiensen fließt die Gande, einem nordöstlichen Zufluss der Leine mit den Leineauen bei Kreiensen.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Ersterwähnung war 1318, als Otto der Milde die Herren von Oldershausen belehnte. Eine mittelalterliche Kapelle gehörte zum Archidiakonat Nörten. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort wesentlich weiter. Zu westphälischer Zeit lag Kreiensen im Kanton Gandersheim.
Am 1. Januar 1826 wurde die in Kreiensen bestehende Postanstalt geschlossen. Wann sie eingerichtet wurde, ist nicht bekannt. Zu weiteren Details bezüglich der Entwicklung des Postwesens in Kreiensen siehe: Postroute Braunschweig-Göttingen.
Besondere Bedeutung erlangte der Ort als Eisenbahn-Knotenpunkt. In Kreiensen kreuzen sich die in den 1860er Jahren erbauten Ost-West-Verbindungen Braunschweigische Südbahn und die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen mit der Nord-Süd-Linie Hannöversche Südbahn. Kreiensen lag auf Braunschweiger Territorium – direkt nördlich und südlich befand sich das Land Hannover. Hier wurde auch die Bahnstrecke Osterode–Kreiensen angeschlossen. Durch den Neubau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in beiden Richtungen, die sich in Hannover und Kassel kreuzen, verlor der Bahnknotenpunkt in den 1990er Jahren jedoch an Bedeutung.
Durch die Gemeindegebietsreform, die am 1. März 1974 in Kraft trat[1], löste Kreiensen den historischen Zentralort Greene als Verwaltungssitz ab. Die Gemeinde gehörte bis 1977 zum Landkreis Gandersheim und anschließend zum Landkreis Northeim.
Die Gemeinde Kreiensen hatte eine Fläche von 65,32 km², auf der 6846 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2011) lebten. Sie gliederte sich in 15 Ortschaften:
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Der letzte Gemeinderat bestand aus 18 Mitgliedern (7 Sitze für die SPD, 6 für die CDU, 4 für die BL-UWG und 1 für Bündnis 90/Die Grünen) und dem Bürgermeister Ronny Rode (SPD). Am 17. Oktober 2011 beschloss der Gemeinderat die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen mit der Nachbarstadt Einbeck[2], die zum 1. Januar 2013 in Kraft trat.[3]
Wappen [Bearbeiten]
Ein roter Schild, diagonal von links unten nach rechts oben durchzogen von einem silbernen Wellenband. Der linke obere Schildteil zeigt einen schreitenden, bewehrten und gekrönten Löwen; der rechte untere Schildteil zeigt drei diagonal geordnete goldene Rosen mit rotem Fruchtstand. Mit dem Löwen wird das Motiv der Edelherren von Homburg aufgegriffen, die die Burg Greene zeitweise in Besitz hatten. Die Rosen sind dem Wappen der Herren von Oldershausen entnommen, und das Wellenband symbolisiert die Leine.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Schienenverkehr [Bearbeiten]
Der Bahnhof Kreiensen ist InterCity-Halt für die Nord-Süd-Verbindung von Hamburg nach Frankfurt (Main). Im Personennahverkehr wird er im Stundentakt
- vom Metronom Uelzen – Hannover – Göttingen und
- von der Regionalbahn Bad Harzburg – Goslar – Kreiensen – Holzminden (Richtung Holzminden teilweise alle zwei Stunden) bedient.
- Zusätzlich gibt es täglich je ein Zugpaar nach Braunschweig über Seesen und Salzgitter sowie täglich ein Zugpaar von Braunschweig
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 ist die Zahl der InterCity-Züge, die Kreiensen anfahren, stark ausgedünnt. Die meisten ICs verkehren nun statt über die Hannöversche Südbahn über die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Lediglich drei InterCity-Verbindungen verbleiben im Leinetal und führen, wie bis 2009 üblich, über Alfeld, Northeim und Kreiensen.[4]
Das Stellwerk des Bahnhofs Kreiensen wurde ab 2001 grundlegend modernisiert.
Weiterer Verkehr [Bearbeiten]
Kreiensen liegt an der Bundesstraße 64 und am Leine-Heide-Radweg.
Bildung [Bearbeiten]
Grundschule Kreiensen, Schulzentrum Kreiensen mit Haupt- und Realschule, Kindergärten
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Das 1886 von Hubert Stier entworfene Bahnhofsgebäude nach Art der Neorenaissance wurde an der Stelle von Fachwerk-Abfertigungsgebäuden erbaut und 1971 renoviert.[5] Die Ostseite ziert oben ein Braunschweiger Löwe als Relief, die Westseite ein Preußischer Adler als Relief.
- Bürgerhaus Kreiensen für Marinekameradschaft und Heimatverein Kreiensen
- Katholische Kirche St. Josef von 1967, Innenraumgestaltung Claus Kilians, heute Filialkirche der Pfarrgemeinde Bad Gandersheim
- Friedenskirche; Gemeinde zur Propstei Bad Gandersheim gehörend
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Tanzvergnügen der Vereine im Herbst
- Tanz in den Mai
- Burgfest des Gemeindejugendrings
- Meisterschaften im Halbmarathon
- Kreienser Weihnachtsmarkt am 2. Advent
Vereine [Bearbeiten]
- SV Kreiensen 06
- Schützengesellschaft 1886
Persönlichkeiten, die hier lebten [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
- ↑ HNA online: Historische Sitzung: Kreienser Rat sagt Ja zur Fusion mit Einbeck, abgerufen am 20. Oktober 2011
- ↑ Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck, Landkreis Northeim. In: Nds. GVBl. Nr. 16/2012, ausgegeben am 26. Juli 2012, S. 268
- ↑ Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums auf suedharzstrecke.de, Bericht von Christian Haegele, Kommentare von Michael Reinboth, abgerufen am 19. Dezember 2009
- ↑ Jochen Prochnow: 100 Jahre Bahnhof Kreiensen: das Eisenbahnerdorf; Norddeutschlands traditioneller Eisenbahnknotenpunkt, 2004, S. 6
Literatur [Bearbeiten]
- Albrecht Lehmann: Ortsbewußtsein in einem Arbeiterdorf. Einflüsse der Gemeindereform. In: Günter Wiegelmann: Gemeinde im Wandel. Volkskundliche Gemeindestudien in Europa. 1979, S. 173–186 (Volltext als PDF)
Weblinks [Bearbeiten]
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