Kreis Coesfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Coesfeld Deutschlandkarte, Position des Kreises Coesfeld hervorgehoben51.94427.1744Koordinaten: 51° 57′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Coesfeld
Fläche: 1.112,03 km²
Einwohner:

218.870 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: COE
Kreisschlüssel: 05 5 58
Kreisgliederung: 11 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedrich-Ebert-Straße 7
48651 Coesfeld
Webpräsenz: www.kreis-coesfeld.de
Landrat: Konrad Püning (CDU)
Lage des Kreises Coesfeld in Nordrhein-Westfalen
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Über dieses Bild

Der Kreis Coesfeld liegt im Münsterland im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Münster und ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Sitz des Kreises ist die Stadt Coesfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld liegt vollständig innerhalb des Münsterlands. Der höchste Punkt des Kreisgebiets und des Münsterlands liegt mit 187 Metern über Normalnull am Longinusturm in den Baumbergen.

Nachbarkreise bzw. -städte [Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld grenzt im Norden an den Kreis Steinfurt, im Osten an die kreisfreie Stadt Münster (Westfalen) und den Kreis Warendorf, im Süden an die kreisfreie Stadt Hamm und den Kreis Unna sowie im Westen an die Kreise Recklinghausen und Borken.

Geschichte [Bearbeiten]

Nach dem Abzug der französischen Truppen 1813 und dem Wiener Kongress 1815 wurde das heutige Kreisgebiet Teil der preußischen Provinz Westfalen. 1816 erfolgte die Verwaltungsgliederung in die Landkreise Coesfeld und Lüdinghausen im Regierungsbezirk Münster. Erster Landrat des Kreises Coesfeld wurde Dr. Clemens Maria Franz von Bönninghausen, Sitz der Kreisverwaltung wurde dessen Privathaus, das Haus Darup zu Darup.

Das erste Kreisverfassungsrecht war die Kreisordnung aus dem Jahr 1827. Sie gab den Landkreisen jedoch keine echte Selbstverwaltung. Die ständischen Kreistage hatten nur beratende Funktion. Mit der Kreisordnung des Jahres 1886 kam dann die Selbstverwaltung, das Verwaltungsorgan wurde der Kreisausschuss. 1933 wurde unter nationalsozialistischer Diktatur die staatliche Beschlusszuständigkeit des Kreisausschusses den Landräten zugesprochen. Der Kreisausschuss hielt nur noch beratende Funktion, wobei allerdings die Kreisordnung von 1886 noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs galt.

Ab 1945 oblag der britischen Militärregierung die Entwicklung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts bis am 1. April 1946 eine neue Regelung mit teilweise grundsätzlichen Änderungen in Kraft trat. Statt des Landrats leitete der Oberkreisdirektor als kommunaler Beamter die Verwaltung. Der Landrat als Vorsitzender des Kreistags stand ihm ehrenamtlich bei.

Die nach Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen eingeführte Gliederung der Landkreise in Ämter und amtsangehörige Gemeinden sowie amtsfreie Gemeinden wurde bis zur kommunalen Neugliederung beibehalten. Auch die 1816 gebildeten Landkreise Coesfeld und Lüdinghausen hatten bis zur kommunalen Neugliederung von 1975 weitgehend Bestand. Nur die Gemeinde Havixbeck wurde bereits 1832 an den Landkreis Münster und die Stadt und das Amt Haltern 1929 an den Landkreis Recklinghausen abgegeben.

Die kommunale Neugliederung selbst wurde von 1967 bis 1975 in zwei Schritten durchgeführt. Zuerst wurden die Gemeindegebiete und deren Grenzen neu festgelegt, danach wurden mit Wirkung zum 1. Januar 1975 die Kreise neu gebildet. Der Kreis Lüdinghausen wurde dabei zum 31. Dezember 1974 aufgelöst und im Wesentlichen dem Kreis Coesfeld zugeschlagen. Zusätzlich wurden die Gemeinden Nottuln mit Appelhülsen und Schapdetten und Havixbeck mit Hohenholte und Bösensell (früher Amt Roxel) aus dem ehemaligen Kreis Münster dem Kreis Coesfeld zugeschlagen. Gleichzeitig gab der Kreis Coesfeld die Stadt Gescher an den neuen Kreis Borken ab.

Mit der Änderung der Kreisordnung im Mai 1994 traten weitere wesentliche Änderungen für die Kreise in Kraft. Die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eingeführte „Doppelspitze“ wurde abgeschafft. Seitdem leitet der Landrat oder die Landrätin die Sitzungen von Kreistag und Kreisausschuss, repräsentieren den Kreis und sind Leiter der Kreisverwaltung. Gewählt wird er/sie unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgers des Kreises. Zusätzlich gibt es einen vom Kreistag bestellten allgemeinen Vertreter.

Politik [Bearbeiten]

Landrat [Bearbeiten]

Landrat ist seit dem 1. Oktober 2004 Konrad Püning (CDU). Er wurde am 30. August 2009 im ersten Wahlgang mit 63,3 % der Stimmen wiedergewählt.

Kreistag [Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 61,7 % (2004: 62,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,1 %
21,8 %
10,9 %
9,5 %
4,9 %
2,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,5 %p
-2,6 %p
-0,1 %p
+0,8 %p
+4,9 %p
+2,8 %p
-2,3 %p

Der Kreistag des Kreises Coesfeld setzt sich seit der Kommunalwahl am 30. August 2009 folgendermaßen zusammen:

CDU SPD GRÜNE FDP VWG LINKE ödp Gesamt
2009 28 12 6 5 2 1 54
2004 29 13 6 5 1 54

Abgeordnete [Bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 errang Karl Schiewerling (CDU) mit 50,8 % (2005: 51,6 %) der Erststimmen erneut das Direktmandat im Wahlkreis 128 (Coesfeld/Steinfurt II), zu dem der gesamte Kreis Coesfeld und drei Gemeinden aus dem Kreis Steinfurt gehören (Altenberge, Laer und Nordwalde). Für die SPD ist Angelica Schwall-Düren aus Metelen über die Landesliste wieder in den Bundestag eingezogen. Am 15. Juli 2010 schied sie aus dem Bundestag aus, da sie zur Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt wurde.

Bei der Landtagswahl am 9. Mai 2010 errang Bernhard Schemmer (CDU) (53,9 %; 2005: 61,0 %) im Wahlkreis 79 (Coesfeld I/Borken III) das Direktmandat. Im Wahlkreis 80 (Coesfeld II) wurde Werner Jostmeier (CDU) (51,6 %; 2005: 56,9 %) direkt gewählt. André Stinka (SPD) zog als Nachrücker erneut in den Landtag ein.

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen entstand etwa fünf Jahre nach der kommunalen Neugliederung. Es wurde am 15. Oktober 1979 durch den Regierungspräsidenten in Münster mit Unterzeichnung der Urkunde genehmigt.

Blasonierung: "Gespalten von Gold und Rot; vorn im oberen Drittel ein roter Balken, darunter eine rote Glocke, hinten ein stehender, gold gekleideter segnender Bischof, zu seinen Füßen eine goldene Gans."

Das Wappen führt seitdem die Symbole der alten Kreise Coesfeld und Lüdinghausen im Wappen.

Die Farben und der rote Balken entstammen dem Wappen des Stifts Münster, dem das Kreisgebiet abgehört. Der Bischof mit der Gans stammt aus dem alten Wappen des Kreises: den heiligen Liudger, den ersten Bischof von Münster. Er gilt als Gründer von St. Lamberti in Coesfeld. Die Gans taucht seit dem 17. Jahrhundert als sein Attribut auf. Aus dem Wappen des ehemaligen Kreises Lüdinghausen stammt die Glocke, deren Ursprung wiederum eine Liudgerus-Legende ist.

Flagge [Bearbeiten]

Die Flagge ist Gold (Gelb)-Rot gestreift mit dem Wappen des Kreises Coesfeld belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Coesfeld

Wirtschaft [Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld ist eine der besonders wachstumsstarken Regionen in Nordrhein-Westfalen. Nicht ohne Grund wird der Kreis häufig auch "Kleiner Tiger Nordrhein-Westfalens" genannt. Dies belegen zahlreiche Struktur- und Entwicklungsdaten wie das Bevölkerungswachstum oder der Anstieg der Beschäftigung.

Die Wirtschaft profitiert neben der guten Lage zu den Wirtschaftszentren Münster, Ruhrgebiet und Enschede und der guten Infrastruktur vor allem von der heterogenen, mittelständisch geprägten Unternehmensstruktur.

Die Unternehmenslandschaft im Kreis Coesfeld ist dabei vor allem von klein- und mittelständischen, inhabergeführten Betrieben geprägt. Die Selbständigenquote von 13 % ist eine der höchsten in Deutschland. Vor allem der gestiegenen Zahl der Arbeitsplätze, die im Zeitraum der letzten 20 Jahre ein Plus von 43 % aufweist, ist es aber zu verdanken, dass der Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld immer wieder als ein Paradebeispiel für einen gelungenen Strukturwandel nordrhein-westfälischer Regionen genannt wird.

Von den aktuell über 50.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind 34 % dem sekundären Sektor zuzurechnen, 64 % aller Beschäftigten arbeiten im tertiären Sektor. Auch wenn sich die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich seit 1980 knapp verdoppelt hat, bilden die Industrie und das Handwerk nach wie vor einen wichtigen Kern der Wirtschaftskraft in der Region. Herausgehobene Positionen haben sowohl bei der Anzahl der Beschäftigten wie auch bei den Umsätzen die Konsumgüterindustrie (Ernährungswirtschaft; Möbelherstellung), die chemische Industrie und der Maschinen- und Anlagenbau inne.

Heute stehen die Agrarmarktforschung, medizinische Produkte, handgefertigte Sportwagen, Sondersignalanlagen für Spezialfahrzeuge, Zulieferungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie, Spezialmaschinen für die Textilindustrie sowie Design der Spitzenklasse bei Handwerk und industrieller Produktion beispielhaft für Innovationen ‚made in COE’.

Arbeitsmarkt [Bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote im Kreis Coesfeld lag im Dezember 2007 bei 4,0 Prozent. Das ist die niedrigste Arbeitslosenquote aller Kreise in Nordrhein-Westfalen. Der Kreis Coesfeld gehört zu den sog. Optionskommunen. D.h. die Kreisverwaltung hat zusammen mit den Städten und Gemeinden die Betreuung und die Vermittlung der Empfänger von Arbeitslosengeld II übernommen.

Infrastruktur [Bearbeiten]

Der Kreis gehört der Verkehrsgemeinschaft Münsterland und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland an.

Eisenbahn [Bearbeiten]

Der Landkreis wird von verschiedenen Eisenbahnstrecken erschlossen:

Auf dem Kreisgebiet haben sich mit Dülmen und Coesfeld zwei Bahnhöfe als wichtige Umsteigepunkte herausgebildet.

Bundesautobahnen [Bearbeiten]

  • Bundesautobahn 1 Puttgarden − Lübeck − Hamburg − Bremen − Osnabrück - Münster − Dortmund − Wuppertal − Köln − Euskirchen − Saarbrücken
  • Bundesautobahn 43 Münster − Recklinghausen - Herne − Bochum − Wuppertal
  • Bundesautobahn 31 Bottrop − Gronau − Meppen − Leer − Emden

Flughafen [Bearbeiten]

Medien [Bearbeiten]

Zeitungen [Bearbeiten]

  • Westfälische Nachrichten (zwei Lokalausgaben: Baumberge [Nottuln, Havixbeck, Bösensell] und Lüdinghauser Zeitung [Lüdinghausen, Senden, Ascheberg])
  • Allgemeine Zeitung Coesfeld (Tageszeitung für den Wirtschaftsraum Coesfeld)
  • Billerbecker Anzeiger (Tageszeitung für Billerbeck und Darup)
  • Dülmener Zeitung (Tageszeitung in Dülmen)
  • Ruhr Nachrichten. (Eigentlich aus Dortmund stammend, aber mit einem Lokalteil für Olfen und Nordkirchen. Einzige Zeitung mit einem Olfener und Nordkirchener Lokaltleil)
  • Westfälischer Anzeiger (Tageszeitung aus Hamm, in der Ausgabe Werne mit einem Lokalteil für den Süden des Kreises Coesfeld: Schwerpunkt Ascheberg-Herbern und Nordkirchen)

Ferner gibt es mehrere wöchentlich erscheinende Anzeigenblätter wie die Streiflichter, den Stadtanzeiger, Hallo Münsterland und den Kreis-Kurier.

Radio [Bearbeiten]

Städte und Gemeinden [Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld gliedert sich in elf kreisangehörige Gemeinden, von denen zwei Mittlere kreisangehörige Städte sind.

(Einwohner am 31. Dezember 2011[3])

Städte

  1. Billerbeck (11.491)
  2. Coesfeld (36.198)
  3. Dülmen (46.445)
  4. Lüdinghausen (24.144)
  5. Olfen (12.156)

Gemeinden

  1. Ascheberg (14.861)
  2. Havixbeck (11.842)
  3. Nordkirchen (10.413)
  4. Nottuln (19.848)
  5. Rosendahl (10.815)
  6. Senden (20.657)
Nordrhein-Westfalen Kreis Recklinghausen Kreis Unna Hamm Kreis Borken Kreis Steinfurt Münster Kreis Warendorf Olfen Rosendahl Senden Billerbeck Dülmen Ascheberg Havixbeck Coesfeld Nottuln Lüdinghausen NordkirchenMunicipalities in COE.svg
Über dieses Bild

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kreis Coesfeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a558000kw0900.html
  3. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012.