Kreis Coesfeld

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Dieser Artikel behandelt den Kreis Coesfeld von 1975 bis heute; zum gleichnamigen Vorgängerkreis siehe Kreis Coesfeld (1816–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Coesfeld Deutschlandkarte, Position des Kreises Coesfeld hervorgehoben51.94427.1744Koordinaten: 51° 57′ N, 7° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Coesfeld
Fläche: 1.112,04 km²
Einwohner: 215.282 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: COE, LH
Kreisschlüssel: 05 5 58
Kreisgliederung: 11 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedrich-Ebert-Straße 7
48651 Coesfeld
Webpräsenz: www.kreis-coesfeld.de
Landrat: Konrad Püning (CDU)
Lage des Kreises Coesfeld in Nordrhein-Westfalen
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Der Kreis Coesfeld liegt im Münsterland im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz. Er gehört zum Regierungsbezirk Münster und ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Sitz des Kreises ist die Stadt Coesfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld liegt vollständig innerhalb des Münsterlands. Der höchste Punkt des Kreisgebiets und des Münsterlands liegt mit 187 Metern über Normalnull am Longinusturm in den Baumbergen.

Nachbarkreise bzw. -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Steinfurt, an die kreisfreie Stadt Münster (Westfalen), an den Kreis Warendorf, an die kreisfreie Stadt Hamm sowie an die Kreise Unna, Recklinghausen und Borken.

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Kreis Coesfeld entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975. Die Neugliederung selbst wurde von 1967 bis 1975 in zwei Schritten durchgeführt. Zuerst wurden die Gemeindegebiete und deren Grenzen neu festgelegt, danach wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1975 die Kreise neu gebildet. Der Kreis Lüdinghausen und der Kreis Coesfeld wurden zum 31. Dezember 1974 aufgelöst und im Wesentlichen im neuen Kreis Coesfeld vereint. Hinzu kamen die Gemeinden Nottuln mit Appelhülsen und Schapdetten und Havixbeck mit Hohenholte und Bösensell (früher Amt Roxel) aus dem ehemaligen Kreis Münster.[2]

Mit der Änderung der Kreisordnung im Mai 1994 traten weitere wesentliche Änderungen für die Kreise in Kraft. Die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eingeführte „Doppelspitze“ wurde abgeschafft. Seitdem leitet der Landrat oder die Landrätin die Sitzungen von Kreistag und Kreisausschuss, repräsentieren den Kreis und sind Leiter der Kreisverwaltung. Gewählt wird er/sie unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgers des Kreises. Zusätzlich gibt es einen vom Kreistag bestellten allgemeinen Vertreter.

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

2004–9999: Konrad Püning (CDU)

Landrat ist seit dem 1. Oktober 2004 Konrad Püning (CDU). Er wurde am 30. August 2009 im ersten Wahlgang mit 63,3 % der Stimmen wiedergewählt.

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 58,7 % (2009: 61,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,2 %
23,8 %
12,0 %
5,2 %
5,1 %
2,6 %
1,4 %
0,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
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+1,1 %p
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+0,2 %p
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+0,8 %p

Der Kreistag des Kreises Coesfeld setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen zusammen:

CDU SPD GRÜNE FDP VWG LINKE FAMILIE Gesamt
2014 27 13 6 3 3 1 1 54
2009 28 12 6 5 2 1 - 54

Abgeordnete[Bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 errang Karl Schiewerling (CDU) mit 50,8 % (2005: 51,6 %) der Erststimmen erneut das Direktmandat im Wahlkreis 128 (Coesfeld/Steinfurt II), zu dem der gesamte Kreis Coesfeld und drei Gemeinden aus dem Kreis Steinfurt gehören (Altenberge, Laer und Nordwalde). Für die SPD ist Angelica Schwall-Düren aus Metelen über die Landesliste wieder in den Bundestag eingezogen. Am 15. Juli 2010 schied sie aus dem Bundestag aus, da sie zur Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt wurde.

Bei der Landtagswahl am 9. Mai 2010 errang Bernhard Schemmer (CDU) (53,9 %; 2005: 61,0 %) im Wahlkreis 79 (Coesfeld I/Borken III) das Direktmandat. Im Wahlkreis 80 (Coesfeld II) wurde Werner Jostmeier (CDU) (51,6 %; 2005: 56,9 %) direkt gewählt. André Stinka (SPD) zog als Nachrücker erneut in den Landtag ein.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen entstand etwa fünf Jahre nach der kommunalen Neugliederung. Es wurde am 15. Oktober 1979 durch den Regierungspräsidenten in Münster mit Unterzeichnung der Urkunde genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot; vorn im oberen Drittel ein roter Balken, darunter eine rote Glocke, hinten ein stehender, gold gekleideter segnender Bischof, zu seinen Füßen eine goldene Gans.“

Das Wappen führt seitdem die Symbole der alten Kreise Coesfeld und Lüdinghausen im Wappen.

Die Farben und der rote Balken entstammen dem Wappen des Stifts Münster, dem das Kreisgebiet abgehört. Der Bischof mit der Gans stammt aus dem Wappen des Altkreises Coesfeld und stellt den heiligen Liudger dar, den ersten Bischof von Münster. Er gilt als Gründer von St. Lamberti in Coesfeld. Die Gans taucht seit dem 17. Jahrhundert als sein Attribut auf. Aus dem Wappen des ehemaligen Kreises Lüdinghausen stammt die Glocke, deren Ursprung wiederum eine Liudgerus-Legende ist.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Gold (Gelb)-Rot gestreift mit dem Wappen des Kreises Coesfeld belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Coesfeld

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld ist eine der besonders wachstumsstarken Regionen in Nordrhein-Westfalen. Nicht ohne Grund wird der Kreis häufig auch „Kleiner Tiger Nordrhein-Westfalens“ genannt. Dies belegen zahlreiche Struktur- und Entwicklungsdaten wie das Bevölkerungswachstum oder der Anstieg der Beschäftigung.

Die Wirtschaft profitiert neben der guten Lage zu den Wirtschaftszentren Münster, Ruhrgebiet und Enschede und der guten Infrastruktur vor allem von der heterogenen, mittelständisch geprägten Unternehmensstruktur.

Die Unternehmenslandschaft im Kreis Coesfeld ist dabei vor allem von klein- und mittelständischen, inhabergeführten Betrieben geprägt. Die Selbständigenquote von 13 % ist eine der höchsten in Deutschland. Vor allem der gestiegenen Zahl der Arbeitsplätze, die im Zeitraum der letzten 20 Jahre ein Plus von 43 % aufweist, ist es aber zu verdanken, dass der Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld immer wieder als ein Paradebeispiel für einen gelungenen Strukturwandel nordrhein-westfälischer Regionen genannt wird.

Von den aktuell über 50.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind 34 % dem sekundären Sektor zuzurechnen, 64 % aller Beschäftigten arbeiten im tertiären Sektor. Auch wenn sich die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich seit 1980 knapp verdoppelt hat, bilden die Industrie und das Handwerk nach wie vor einen wichtigen Kern der Wirtschaftskraft in der Region. Herausgehobene Positionen haben sowohl bei der Anzahl der Beschäftigten wie auch bei den Umsätzen die Konsumgüterindustrie (Ernährungswirtschaft; Möbelherstellung), die chemische Industrie und der Maschinen- und Anlagenbau inne.

Heute stehen die Agrarmarktforschung, medizinische Produkte, handgefertigte Sportwagen, Sondersignalanlagen für Spezialfahrzeuge, Zulieferungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie, Spezialmaschinen für die Textilindustrie sowie Design der Spitzenklasse bei Handwerk und industrieller Produktion beispielhaft für Innovationen ‚made in COE’.

Arbeitsmarkt[Bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote im Kreis Coesfeld lag zum Juni 2013 bei 3,3 Prozent. Das ist die niedrigste Arbeitslosenquote aller Kreise in Nordrhein-Westfalen. Der Kreis Coesfeld gehört zu den sog. Optionskommunen. D. h. die Kreisverwaltung hat zusammen mit den Städten und Gemeinden die Betreuung und die Vermittlung der Empfänger von Arbeitslosengeld II übernommen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Kreis gehört der Verkehrsgemeinschaft Münsterland und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland an.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Landkreis wird von verschiedenen Eisenbahnstrecken erschlossen:

Auf dem Kreisgebiet haben sich mit Dülmen und Coesfeld zwei Bahnhöfe als wichtige Umsteigepunkte herausgebildet.

Bundesautobahnen[Bearbeiten]

  • Bundesautobahn 1 Puttgarden − Lübeck − Hamburg − Bremen − Osnabrück - Münster − Dortmund − Wuppertal − Köln − Euskirchen − Saarbrücken
  • Bundesautobahn 43 Münster − Recklinghausen - Herne − Bochum − Wuppertal
  • Bundesautobahn 31 Bottrop − Gronau − Meppen − Leer − Emden

Flugplatz[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten]

  • Westfälische Nachrichten (zwei Lokalausgaben: Baumberge [Nottuln, Havixbeck, Bösensell] und Lüdinghauser Zeitung [Lüdinghausen, Senden, Ascheberg])
  • Allgemeine Zeitung Coesfeld (Tageszeitung für den Wirtschaftsraum Coesfeld)
  • Billerbecker Anzeiger (Tageszeitung für Billerbeck und Darup)
  • Dülmener Zeitung (Tageszeitung in Dülmen)
  • Ruhr Nachrichten. (Eigentlich aus Dortmund stammend, aber mit einem Lokalteil für Olfen und Nordkirchen. Einzige Zeitung mit einem Olfener und Nordkirchener Lokalteil)
  • Westfälischer Anzeiger (Tageszeitung aus Hamm, in der Ausgabe Werne mit einem Lokalteil für den Süden des Kreises Coesfeld: Schwerpunkt Ascheberg-Herbern und Nordkirchen)

Ferner gibt es mehrere wöchentlich erscheinende Anzeigenblätter wie die Streiflichter, den Stadtanzeiger, Hallo Münsterland und den Kreis-Kurier.

Radio[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Der Kreis Coesfeld gliedert sich in elf kreisangehörige Gemeinden, von denen zwei Mittlere kreisangehörige Städte sind.

(Einwohner am 31. Dezember 2013[4])

Städte

  1. Billerbeck (11.416)
  2. Coesfeld (35.813)
  3. Dülmen (45.870)
  4. Lüdinghausen (23.672)
  5. Olfen (12.182)

Gemeinden

  1. Ascheberg (15.070)
  2. Havixbeck (11.588)
  3. Nordkirchen (9.618)
  4. Nottuln (19.297)
  5. Rosendahl (10.614)
  6. Senden (20.142)
Nordrhein-Westfalen Kreis Recklinghausen Kreis Unna Hamm Kreis Borken Kreis Steinfurt Münster Kreis Warendorf Olfen Rosendahl Senden Billerbeck Dülmen Ascheberg (Westfalen) Havixbeck Coesfeld Nottuln Lüdinghausen NordkirchenMunicipalities in COE.svg
Über dieses Bild

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis Coesfeld bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen COE zugewiesen. Nach dessen Auflösung führte der neugegründete Kreis Coesfeld ab dem 1. Januar 1975 das Kennzeichen weiter. Seit dem 16. Mai 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen LH (Lüdinghausen) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

Liste der Museen im Kreis Coesfeld[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Coesfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 313.
  3. http://www.kreis-coesfeld.de/anwendungen/wahlen/kreistag2014/kreistag2014bf.html
  4. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.