Kreis Devoll

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Über dieses Bild
Kreis: Devoll
Hauptort: Billisht
Qark: Qark Korça
Fläche: 429 km²
Einwohner: 26.716  Stand: 2011
Bevölkerungs-
dichte:
62,28 Einwohner/km²
ISO-3166-2-Code AL-DV
Kfz-Kennzeichen: DV

Der Kreis Devoll (albanisch: Rrethi i Devollit) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens im Osten des Landes. Der Kreis mit einer Fläche von 429 km² gehört zum Qark Korça. Er hat laut Volkszählung 26.716 Einwohner (2011).[1] Hauptort ist die Kleinstadt Bilisht.

Geographie[Bearbeiten]

Devoll liegt ganz im Südosten des Landes. Unweit des Grenzübergangs Kapshtica liegt der östlichste Punkt Albaniens. Die ganze östliche und südliche Kreisgrenze ist zugleich Landesgrenze zu Griechenland. Auf der albanischen Seite liegt der Kreis Korça.

Der im albanischen Teil stark verlandete Kleine Prespasee beim Dorf Zagradec an dessen Südwestende

Der Kreis liegt im Hochtal des Flusses Devoll, der im Südwesten seine Quelle hat. Bilisht liegt auf einer Höhe von rund 900 m. In fast allen Richtungen ist die Ebene von Bilisht von Bergen umgeben. Der Grenzübergang nach Griechenland liegt auf einem 1.048 m hohen Pass. Die westliche Kreisgrenze wird vom Bergzug der Malet i Moravës mit der Spitze Maja e Lartë (1.806 m) gebildet, auf dessen anderen Seite die Stadt Korça liegt. Lediglich an drei Stellen öffnen sich Durchgänge zwischen den Bergen. Im Nordwesten fließt der Devoll durch einen schmalen Engpass in die Ebene von Korça. Im Nordosten zieht sich der lange Arm des Kleinen Prespasees bis fast in die Ebene von Bilisht. Im Südosten fällt die Ebene stellenweise fast übergangslos in die Schlucht des Kore ab, die sich hier zwischen den Bergen durchschlängelt. Dieser Fluss, der in den Aliakmon mündet, macht eine etwa 5 Kilometer lange Schlaufe durch albanisches Territorium. Die wenigen von ihm entwässerten Quadratkilometer sind das einzige Gebiet Albaniens, das nicht zum Einzugsgebiet von Adria oder Ionischem Meer, sondern zum Einzugsgebiet der Ägäis gehört.

Die Ebene von Bilisht wurde dank zahlreicher Entwässerungskanälen nutzbar gemacht. Bei starken Niederschlägen und im Frühling während der Schneeschmelze floss Wasser durch einen natürlichen Ablauf aus dem Kleinen Prespasee in den Devoll und so in die Adria. Der Ablauf wurde ebenfalls kanalisiert und zur Bewässerung der Ebene von Korça abgezweigt.

In den Bergen östlich von Billisht entlang der Grenze werden umfangreiche Nickel-Vorkommen vermutet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Kreises wurden Höhlenmalereien aus der Eisenzeit (bei Tren) sowie Gräber mit Schmuck der Illyrer (bei Kuç) gefunden. Die Kapelle in der Höhle von Blashtonja am Kleinen Prespasee stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Höhlenmalerei sind die ältesten Kunstwerke, die in Albanien gefunden wurden, und einige der Ikonen aus der Kapelle zählen zu den ältesten ihrer Art des Landes.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Devoll-Hochtal ein eigenständiger Verwaltungsbezirk. In der sozialistischen Zeit gehörte die Region zum Kreis Korça, von dem es bei der Gebietsreform von 1990 wieder abgetrennt wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Willkommensschild an der Grenze des Kreises

Der Grenzübergang von Kapshtica zählt zu den wichtigsten Straßenverbindungen nach Griechenland. Entsprechend ist die ganze vom restlichen Albanien abgeschiedene Region auch nach Griechenland und den Grenzverkehr ausgerichtet. So entwickelten sich im ansonsten stark von der Landwirtschaft geprägten Gebiet zahlreiche Dienstleistungen für die Durchreisenden. Vor allem viele junge Männer aus der Region haben in den 1990ern zumeist illegal in Griechenland gearbeitet, um der Armut zu Hause zu entfliehen. Zwischenzeitlich ist es vielen gelungen, ihre Familie nachzuholen.

Gemeinden[Bearbeiten]

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Bilisht 000000000006250.00000000006.250 Bashkia
Hoçisht 000000000004461.00000000004.461 Komuna
Miras 000000000006577.00000000006.577 Komuna
Progër 000000000003988.00000000003.988 Komuna
Qënder Bilisht 000000000005440.00000000005.440 Komuna

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gilles de Rapper: Grenzen überschreiten. Migration in der albanischen Grenzregion Devoll. In: Karl Kaser, Robert Pichler, Stephanie Schwander-Sievers (Hrsg.): Die weite Welt und das Dorf. Albanische Emigration am Ende des 20. Jahrhunderts = Zur Kunde Südosteuropas: Albanologische Studien. Bd. 3, Böhlau-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-205-99413-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. Hemscott: European Nickel says Devolli site in Albania resource estimate 426,775 tonnes