Kreis Dresden-Land
| Basisdaten[1] | |
|---|---|
| Bezirk der DDR | Dresden |
| Kreisstadt | Dresden |
| Fläche | 357 km² (1989) |
| Einwohner | 103.821 (1989) |
| Bevölkerungsdichte | 291 Einwohner/km² (1989) |
| Kfz-Kennzeichen | R und Y (1952–1990) DD (1991–1995) |
| Der Kreis Dresden-Land im Bezirk Dresden | |
Der Kreis Dresden-Land war ein bis Ende 1995 im Freistaat Sachsen existierender Landkreis, der seit den 1930er Jahren innerhalb des Regierungsbezirkes Dresden und später des Bezirkes Dresden bestand.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Ein Vorläufer dieses Kreises war die Anfang des 19. Jahrhunderts gebildete Amtshauptmannschaft Dresden, aus der die Stadt Dresden 1874 ausgegliedert wurde und fortan als exemte (kreisfreie) Stadt bestand. 1939 erfolgte mit Inkrafttreten der Deutschen Gemeindeordnung die Umbenennung von Amtshauptmannschaft in Landkreis und die reichsweite Angleichung der inneren Verwaltungsstrukturen.
Von 1945 bis 1950 wurde das Dresdner Stadtgebiet auf Kosten des alten Landkreisgebietes erheblich vergrößert. Mit der Kreisreform entstanden am 25. Juli 1952 auf dem Gebiet des Altkreises die neuen Kreise Freital und Dresden-Land, wobei das Gebiet um Radeburg aus dem Kreis Großenhain zugunsten von Dresden-Land herausgelöst wurde.[2] Ab diesem Zeitpunkt bildete der Kreis Dresden-Land einen Kragenkreis um die Stadt Dresden, grenzte an Dresdens Westen, Norden und Osten. Der Kreis Dresden-Land umfasste damit 357 km² und hatte 112.900 Einwohner.
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis Dresden-Land in Landkreis Dresden umbenannt.[3] Im Zuge der sächsischen Landkreisreform 1994 klagte der Landkreis gegen die vorgesehene Neugliederung des Kreisgebiets. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht lehnte jedoch 1995 die Klage ab. Am 1. Januar 1996 wurde der Kreis aufgelöst und in Teilen (von West nach Ost) dem Landkreis Meißen (bis zum 28. Februar 1997 mit der Bezeichnung Landkreis Meißen-Radebeul), dem Landkreis Kamenz (bis zum 31. März 1996 mit der Bezeichnung Landkreis Westlausitz-Dresdner Land), und dem Landkreis Sächsische Schweiz zugeordnet. Der letztgenannte Teil, die damalige Gemeinde Schönfeld-Weißig, wurde am 1. Januar 1999 in die Stadt Dresden eingemeindet.[4]
[Bearbeiten] Landräte
- Reinhard Geistlinger (CDU) (Mai 1990–März 1991)
- Johannes Schramm (CDU) (Mai 1991–September 1991)
- Heiner Janik (CSU, Mandatsträger der DSU) (Oktober 1991–Dezember 1995)
[Bearbeiten] Regionale Identität und Geografie
Für den untergegangenen Landkreis hat sich in den letzten Jahren die Landschaftsbezeichnung Dresdner Land eingebürgert. Das Dresdner Land beherbergt die Städte Radebeul, Radeberg und Radeburg. Naturräumlich erstreckt sich das Dresdner Land nördlich der Lausitzer Verwerfung. Auf dem Hochland liegt der Naturraum Westlausitzer Hügel- u. Bergland,doch ein kleiner Teil der Dresdner Elbtalweitung (um Radebeul) gehört auch zum Dresdner Land. Die Radebeuler Gegend ist bekannt für die markanten Lößnitzhänge, an denen seit langer Zeit Wein kultiviert wird. Bemerkenswert ist auch die in Mitteleuropa einzigartige Moritzburger Kleinkuppenlandschaft. Das Dresdner Land liegt in einer Höhenlage von 200 bis 350 m ü. NN. Die Region wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt,es wird durch offenes,weites Hochland mit einzelnen feuchten Tälern sowie Feldgehölz geprägt. Doch ab dem Gebiet um Pulsnitz-Großröhrsdorf-Arnsdorf nehmen die Waldflächen zu, und man bemerkt den Übergang in das Lausitzer Bergland. Das größte Fließgewässer ist die Große Röder. Es stellt das westliche Vorland des Lausitzer Berglandes dar.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
Die bekanntesten Marken sind das Radeberger Bier, Sekt aus dem Staatlichen Weingut Schloss Wackerbarth und der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer Planeta Bogenoffset in Radebeul.
Aus dem VEB RAFENA Radeberg ging 1969 das Kombinat Robotron hervor - die wichtigste Ressource, die nach der Wende zusammen mit dem Zentrum Mikroelektronik Dresden zur Ansiedlung von Infineon an der Stadtgrenze von Dresden führte und weitere Unternehmen wie AMD, jetzt Globalfoundries, und Qimonda anzog.
Durch das Autobahndreieck Dresden-Nord, wo die Bundesautobahn A 13 auf die A 4 trifft, sowie den Flughafen Dresden-Klotzsche an der nördlichen Stadtgrenze ist das Dresdner Land zu einem Zentrum der Logistik für den europäischen Binnenmarkt und den Handel mit Osteuropa und Russland geworden. Führende Unternehmen sind hier die in Radeburg tätigen Unternehmen Dachser und Schenker.
Darüber hinaus ist das Dresdner Land mit der Bahnstrecke Berlin–Dresden und der Bahnstrecke Leipzig–Dresden an das Hochleistungsbahnnetz angeschlossen.
[Bearbeiten] Tourismus
Ein Touristenmagnet ist das Schloss Moritzburg. Weitere touristische Attraktionen sind die Schmalspurbahn Radebeul Ost–Radeburg, das auf Karl May zurückgehende Indianermuseum in Radebeul und die Hengstparade in Moritzburg. Radeburg ist Sachsens Karnevalshochburg und der Geburtsort des Berliner Millieumalers Heinrich Zille. Bedeutende touristische Wege durch das Dresdner Land sind der Elberadweg, die Sächsische Weinstraße und der Fernwanderweg Ostsee-Saaletalsperren.
[Bearbeiten] Autokennzeichen
1991–1996: DD–X (nur ein Buchstabe nach dem Trennstrich)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
- ↑ Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996, 1997 und 1999
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