Kreis Eisenach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Kreis Eisenach zwischen 1952 und 1994. Für den gleichnamigen Landkreis, der zwischen 1922 und 1952 existierte, siehe: Landkreis Eisenach.
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Bezirk (DDR): Erfurt
Verwaltungssitz: Eisenach
Fläche: 708 km²
Einwohner: 107616 (30. Juni 1993)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: L und F (1953–1990)
LD, LE, LF (1974–1990)
ESA (1991–1995)
Kreisgliederung: 135 Gemeinden (1990)
Postleitzahlen: 590x (alt)
Bestandzeit: 1952 bis 1994
Eisenach in German Democratic Republic.svg
Der Kreis Eisenach im Bezirk Erfurt

Der Kreis Eisenach war ein Landkreis im Bezirk Erfurt der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Eisenach im Land Thüringen fort. Sein Gebiet liegt heute im Wartburgkreis und in der kreisfreien Stadt Eisenach in Thüringen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Eisenach.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Kreis Eisenach grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die (Land-)Kreise Mühlhausen, Langensalza, Gotha, Schmalkalden, Bad Salzungen sowie bis 1972 Hersfeld, Rotenburg (Fulda) und bis 1973 Eschwege bzw. ab 1972 Hersfeld-Rotenburg und ab 1974 Werra-Meißner-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis wurde im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR am 25. Juli 1952 gebildet. Zu ihm gehörten der nördliche Teil des zuvor bestehenden Landkreises Eisenach, die Stadt Treffurt und ihre heutigen Stadtteile Falken, Großburschla und Schnellmannshausen sowie die Gemeinde Hallungen – zuvor im Landkreis Mühlhausen.[2]

Der Kreis Eisenach war ein relativ waldreicher, industriell und landwirtschaftlich geprägter Kreis. Er umfasste die fünf Städte Eisenach, Ruhla, Creuzburg, Treffurt und Berka/Werra und erstreckte sich von Treffurt an der Nordgrenze bis zum Frauenseer Forst und Rennsteig an der Südgrenze. Die DDR-Postleitzahl für den Kreis war die 59.

In der DDR war der Kreis ein Schwerpunkt der Fahrzeug- und Uhrenindustrie. Neben der Stadt Eisenach wurden vor allem die Gemeinden Ruhla und Seebach massiv zu Industriestandorten ausgebaut. Wichtigste Industriebetriebe des Kreises waren neben dem Automobilwerk Eisenach die Uhrenwerke Ruhla sowie Fahrzeugelektrik Ruhla. Der westliche Teil des Kreises war durch seine Lage an der Innerdeutschen Grenze geprägt. Bei Eisenach befand sich die Grenzübergangsstelle Wartha; der Bahnhof Gerstungen war ein bedeutender Grenzbahnhof der DDR.

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Eisenach umbenannt.[3] Bis zum 2. Oktober 1990 gehörte der Landkreis zum Bezirk Erfurt, anschließend zum neu gebildeten Land Thüringen. Am 1. Juli 1994 wurden die Landkreise Eisenach und Bad Salzungen mit den Gemeinden Behringen, Craula, Tüngeda, Reichenbach und Wolfsbehringen des ehemaligen Landkreises Langensalza zum neuen Wartburgkreis vereinigt.[4]

Landrat von 1990 bis 1994 war Martin Kaspari.[5]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren LD, LE und LF begannen, zugewiesen.[6] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war LR 70-01 bis LR 90-00.[7]

Das ab 1991 vergebene Kfz-Unterscheidungszeichen für den Landkreis lautete ESA. Es wurde bis zum 31. Januar 1995 ausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch Thüringen Ausg. 1994 S. 36
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  4. § 4 Gesetz zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen
  5. Artikel in der TLZ
  6.  Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4 Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3935131-11-7, S. 302.
  7.  Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4 Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3935131-11-7, S. 504.