Kreis Höxter

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Höxter, wie er seit der Zusammenlegung mit dem Kreis Warburg zum 1. Januar 1975 besteht. Zum Altkreis Höxter siehe Kreis Höxter (1816–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Höxter Deutschlandkarte, Position des Kreises Höxter hervorgehoben51.689.18Koordinaten: 51° 41′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Höxter
Fläche: 1.201,42 km²
Einwohner: 142.788 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HX
Kreisschlüssel: 05 7 62
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Moltkestraße 12
37671 Höxter
Webpräsenz: www.kreis-hoexter.de
Landrat: Friedhelm Spieker (CDU)
Lage des Kreises Höxter in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
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Der Kreis Höxter ist ein Kreis im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe) im äußersten Osten Nordrhein-Westfalens. Kreisstadt ist Höxter. Mit nur 121,6 Einwohner je km² weist der Kreis die niedrigste Bevölkerungsdichte aller Kreise in Nordrhein-Westfalen auf.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Kreis Höxter grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Holzminden und Northeim (beide in Niedersachsen), an die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg (beide in Hessen) sowie an die Kreise Hochsauerlandkreis, Paderborn und Lippe (alle in Nordrhein-Westfalen).

Bevölkerung und Kreisgliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Höxter gliedert sich in zehn Kommunen, von denen alle Städte sind. Die Kreisstadt Höxter gilt als Mittlere kreisangehörige Stadt. Die folgende Tabelle zeigt die Städte und Gemeinden des Kreises in alphabetischer Reihenfolge mit den Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2013[2], der Fläche[3] und der Bevölkerungsdichte:

Gemeinde Einwohner km² Einw./km²
Bad Driburg, Stadt 000000000018338.000000000018.338 115,07 000000000000159.0000000000159
Hessen Niedersachsen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Lippe Bad Driburg Beverungen Borgentreich Brakel Höxter Marienmünster Nieheim Steinheim (Westfalen) Warburg WillebadessenMunicipalities in HX.svg
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Beverungen, Stadt 000000000013396.000000000013.396 97,84 000000000000137.0000000000137
Borgentreich, Stadt 000000000008997.00000000008.997 138,76 000000000000065.000000000065
Brakel, Stadt 000000000016535.000000000016.535 173,74 000000000000095.000000000095
Höxter, Stadt 000000000029523.000000000029.523 157,89 000000000000187.0000000000187
Marienmünster, Stadt 000000000005181.00000000005.181 64,35 000000000000081.000000000081
Nieheim, Stadt 000000000006483.00000000006.483 79,79 000000000000081.000000000081
Steinheim, Stadt 000000000012790.000000000012.790 75,68 000000000000169.0000000000169
Warburg, Stadt 000000000023302.000000000023.302 168,71 000000000000138.0000000000138
Willebadessen, Stadt 000000000008243.00000000008.243 128,14 000000000000064.000000000064

Laut einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2011 wird der Kreis Höxter im Jahr 2030 die älteste Bevölkerung aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben. Rund 50 Prozent der Bevölkerung werden dann älter als 52 Jahre sein.[4]

Laut eines Berichts des Spiegels vom 29. Mai 2014 ist die Bevölkerung des Kreises Höxter im Jahr 2012 um 4,83 % gesunken.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis entstand auf Grund einer Gebietsreform am 1. Januar 1975 durch die Zusammenlegung des bisherigen Altkreises Höxter mit dem ehemaligen Kreis Warburg.[5] Er deckt sich weitgehend mit dem Oberwaldischen Distrikt des historischen Hochstifts Paderborn und dem ehemaligen Hochstiftes Corvey.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag Höxter nach der Kommunalwahl 2009

Bei den Kommunalwahlen 2009 wurde der Landrat Friedhelm Spieker von der Christlich Demokratischen Union Deutschlands mit 59,2 Prozent der Stimmen gewählt. Er übernahm das Amt von Hubertus Backhaus am 20. Oktober 2009. Kreisdirektor ist seit 2013 Klaus Schumacher.

Frühere Landräte

Frühere Oberkreisdirektoren

Wappen[Bearbeiten]

Wappen des ehemaligen Landkreises Höxter vor 1975

Wie viele neugebildete Kreise, hat auch der Kreis Höxter ein altes und ein neues Wappen, mit dem hier dem alten Kreis Warburg Tribut gezollt werden soll. Die Blasonierung des heutigen Wappens lautet: „In Silber (weiß) eine blaue Lilie; darüber in einem durch einen blauen Wellenbalken begrenzten, goldenen (gelben) Schildhaupt ein rotes durchgehendes Kreuz.“[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Der Landkreis Höxter wird von den Bundesstraßen B 7, B 64, B 83, B 239, B 241 und B 252 und der Bundesautobahn A 44 erschlossen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die staatliche Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft schloss 1851 die heutige Bahnstrecke Hamm–Warburg bei Warburg an die von Kassel kommende Friedrich-Wilhelms-Nordbahn an und führte ihre Strecke nach Altenbeken weiter. Hier zweigte 1864/65 die Eggebahn nach Höxter ab, die bei Holzminden mit der Braunschweigischen Eisenbahn verbunden wurde. In Ottbergen nahm ab 1878 die Sollingbahn nach Göttingen und Northeim ihren Anfang.

Den Westrand des Kreises durchfährt seit 1872 die Hannover-Altenbekener Eisenbahn. Im Süden dehnte sich das Netz der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft aus: In die 1873 von Warburg in Richtung Brilon Wald–Hagen eröffnete Obere Ruhrtalbahn mündete 1876 in Scherfede eine Querverbindung von Holzminden über Wehrden ein.

Der Preußischen Staatsbahn blieb es dann überlassen, noch zwei Ergänzungen in Betrieb zu nehmen:

  • 1890 von Warburg nach Volkmarsen in der Provinz Hessen-Nassau und
  • 1895 von Himmighausen bei Altenbeken nach Detmold im Fürstentum Lippe.

Von 172 km Strecken wurden 54 km im Personenverkehr stillgelegt und später abgebaut:

  • 1967: Warburg–Welda–Volkmarsen (12 km) und
  • 1984: Holzminden–Lüchtringen-Steinkrug–Fürstenberg–Wehrden–Beverungen–Dalhausen–Scherfede (42 km)

Flughäfen und Flugplätze[Bearbeiten]

Der Flugplatz Höxter-Holzminden ist der einzige Verkehrslandeplatz im Kreis Höxter. Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der Flughafen Kassel-Calden und der Flughafen Hannover-Langenhagen.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Aufgestellte Krankenhausbetten im Kreis Höxter
Krankenhaus Sitz Betten
St. Ansgar- und St. Rochus-Kliniken Höxter-Steinheim,
gehört zur Kath. Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE)
Höxter, Steinheim (Westfalen) 480,
davon 374 in Höxter und 106 in Steinheim
St. Josef- und St. Vincenz-Kliniken Bad Driburg-Brakel,
gehört zur Kath. Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE)
Bad Driburg, Brakel 345,
davon 219 in Bad Driburg und 126 in Brakel
St. Petri-Hospital Warburg,
gehört seit 2008 zur Rhön-Klinikum AG und zuvor zum Krankenhauszweckverband Warburg
Warburg 153
Gesamt 978

Das St. Petri-Hospital Warburg wird im Herbst 2013 in einen Klinikneubau an der Hüffertstraße umziehen. Investiert werden dabei im ersten Bauabschnitt rund 33 Millionen Euro.

Beteiligungen des Kreises Höxter[Bearbeiten]

  • 73,91 % Sparkassenzweckverband Höxter
  • 60,00 % Krankenhauszweckverband Warburg, siehe auch St.-Petri-Hospital Warburg, das im Mai 2008 an die Rhön-Klinikum verkauft wurde
  • 51,00 % Abfallwirtschaftsgesellschaft Höxter mbH (AWG), u.a. auch Betreiber der Deponie Wehrden in Beverungen-Wehrden, 49,0 % hält E.ON Westfalen Weser
  • 44,56 % Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH (GfW)
  • 36,84 % Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (NPH) (Zweckverband), Dachverband ist der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
  • 33,33 % Kulturkreis Höxter-Corvey GmbH, Träger der „Corveyer Musikwochen“ und anderer musikalischer Veranstaltungen, sowie des „Museums Höxter-Corvey“
  • 29,27 % Diemelwasserverband Warburg, gegründet 1951
  • 22,73 % Zweckverband Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge
  • 14,29 % Studieninstitut für kommunale Verwaltung Hellweg-Sauerland (Zweckverband) mit Sitz in Soest
  • 12,50 % Radio Paderborn Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, siehe Radio Hochstift
  • 7,14 % OstWestfalenLippe Marketing GmbH
  • 7,14 % Wege durch das Land gGmbH mit Sitz in Detmold, Träger des Literatur- und Musikfestes in Ostwestfalen-Lippe
  • 7,14 % Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL)
  • 3,92 % Flughafen Paderborn/Lippstadt
  • 1,37 % E.ON Westfalen Weser mit Sitz in Paderborn
  • 1,00 % Kommunale Aktionärsvereinigung RWE Westfalen Weser Ems GmbH (KAV)
  • 0,40 % E.ON Mitte mit Sitz in Kassel
  • 0,21 % Interargem GmbH mit Sitz in Bielefeld, gegründet 1996 und Tochtergesellschaft der E.ON Energy from Waste AG (EEW)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Höxter bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HX zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Warburg Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren WA bis ZZ, dann auch VA bis VZ und den Zahlen von 1 bis 99, anschließend mit den Buchstabenpaaren AA bis AZ und WA bis WD und den Zahlen von 100 bis 999.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alois Mayr, Adolf Schüttler, Klaus Temlitz: Der Kreis Höxter. Städte und Gemeinden in Westfalen, Bd. 3. Geographische Kommission für Westfalen/LWL. Ardey-Verlag, Münster, 1996. ISBN 3-87023-077-0.
  • Burkhard Beinlich, Frank Grawe: Verborgene Schätze zwischen Egge und Weser. Die Vielfalt der Natur im Kulturland Kreis Höxter. Landschaftsstation im Kreis Höxter (Hrsg.), Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2008. ISBN 978-3-940-751-07-2.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Höxter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3. Statistisches Bundesamt: Onlinerecherche Gemeindeverzeichnis
  4. http://www.nw-news.de/owl/5203362_Studie_2030_hat_Hoexter_die_aelteste_Bevoelkerung_von_NRW.html
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 323f.
  6. Informationsseite zum Kreiswappen auf der Internetpräsenz des Kreises