Kreis Kolonja

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Über dieses Bild
Kreis: Kolonja
Hauptort: Erseka
Qark: Qark Korça
Fläche: 805 km²
Einwohner: 11.070  Stand: 2011
Bevölkerungs-
dichte:
13,75 Einwohner/km²
ISO-3166-2-Code AL-ER
Kfz-Kennzeichen: ER
Hügellandschaft an der Nordgrenze des Kreises

Der Kreis Kolonja (albanisch: Rrethi i Kolonjës) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens. Hauptort ist Erseka. Der Kreis mit einer Fläche von 805 km² gehört zum Qark Korça.

In Kolonja leben 11.070 Einwohner (2011).[1] Ethnische Minderheiten – insbesondere Aromunen und Griechen – stellen rund 10 Prozent davon. Rund 50 Prozent der Bevölkerung sind bekennende Bektaschi; ein Drittel ist orthodox.

Geographie[Bearbeiten]

Luftaufnahme mit Blick nach Westen, Pindus links

Kolonja liegt sehr abgelegen im Südosten des Landes an der griechischen Grenze in einem Dreieck zwischen dem Fluss Osum, dem Berg Gramoz (griechisch: Grammos) und dem Tal der Vjosa im Süden. Als Teil des Pindosgebirges ist die Landschaft hoch gelegen und gebirgig. Im kaum zugänglichen Osum-Tal liegt der tiefste Punkt bei 550 m. Von dort steigt die Landschaft rasch in die Höhe bis zum 2.520  hohen Gramoz. Einzig in den äußersten Grenzgebieten des Kreises im Süden fällt die Landschaft in einigen tief eingeschnittenen Tälern unter 500 m. Erseka gilt mit einer Höhe von 1.020 m als höchste Kreis-Hauptstadt des Landes und Leskovik liegt ebenfalls auf über 900 m. Die Winter sind in Kolonja entsprechend hart und kalt mit eisigen Nordwinden.

Der Name Kolonja bezeichnet insbesondere den nördlicheren Teil des Gebiets, das Tal am Oberlauf des Osum. Beim teilweise auch als Hochebene bezeichnete Gebiet mit tief eingeschnittenen Flusstälern handelt es sich um den Grund eines urzeitlichen Sees. Der südliche Teil des Kreises umfasst diverse Täler von Nebenflüssen der Vjosa. Die Übergänge von Tal zu Tal liegen meist über 1.000 .

Im Kreis Kolonja gibt es noch viele Wälder, in denen auch noch wilde Raubtiere wie Wölfe verbreitet sind.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bergland Kolonjas

Die Bevölkerung, die Mehrheit lebt auf dem Land, ist stark von der Land- und der Forstwirtschaft abhängig. Es gibt auch Fischzuchten. In Zukunft könnte auch der Tourismus eine bedeutendere Rolle einnehmen, wenn eine bescheidene Infrastruktur für Wanderer und andere Abenteuerurlauber errichtet würde, die die unberührte Natur erkunden wollen.

Die Verkehrswege innerhalb und nach Kolonja sind sehr rudimentär. Da im Osum-Tal von Berat nach Kolonja keine Straße existiert, ist der Kreis nur über Korça (ab Erseka 45 km) oder über Tepelena (ab Erseka 130 km) zu erreichen. Von Leskovik bis zum neuen Grenzübergang nach Griechenland im Vjosa-Tal sind es keine 30 km.

Geschichte[Bearbeiten]

In Kolonja wurden mehrere Hügelgräber gefunden. Wichtigster Ort im Gebiet war zur osmanischen Zeit Leskovik. Durch die Grenzziehung verloren aber viele Bewohner ihre Ländereien. Während des Zweiten Weltkriegs war Kolonja erst Kampfgebiet von griechischen und italienischen Truppen, später ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands. Als Vergeltungsmaßnahmen hat die deutsche Wehrmacht mehrere Dörfer zerstört: Um die Bevölkerung vor der Unterstützung der Partisanen abzuschrecken, führte die Wehrmacht eine so genannte Sühnequote ein: Für jeden getöteten Deutschen sollten 100 Albaner getötet werden. In Anwendung dieser Regel wurde das Dorf Borova – das „albanische Lidice“ – zerstört und zahlreiche Bewohner ermordet.

Seit dem Ende des kommunistischen Regimes in Albanien sind viele Einwohner des Kreises – vor allem junge Männer – nach Griechenland ausgewandert.

Gemeinden[Bearbeiten]

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Erseka 000000000003746.00000000003.746 Bashkia
Leskovik 000000000001525.00000000001.525 Bashkia
Barmash 000000000000480.0000000000480 Komuna
Çlirim 000000000000355.0000000000355 Komuna
Mollas 000000000001520.00000000001.520 Komuna
Novosela 000000000000355.0000000000355 Komuna
Qendër-Erseka 000000000002673.00000000002.673 Komuna
Qendër-Leskovik 000000000000416.0000000000416 Komuna

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).