Kreis Lezha

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Über dieses Bild
Kreis: Lezha
Hauptort: Lezha
Qark: Qark Lezha
Fläche: 473 km²
Einwohner: 99.843  Stand: 2011
Bevölkerungs-
dichte:
211,08 Einwohner/km²
ISO-3166-2-Code AL-LE
Kfz-Kennzeichen: LE

Der Kreis Lezha (albanisch: Rrethi i Lezhës) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens. Benannt ist er nach dem Hauptort Lezha und gehört zum Qark Lezha. Der Kreis hat eine Fläche von 473 km² und 65.633 Einwohner (Volkszählung 2011).[1] Die Lokalbehörden geben eine Zahl von 99.843 Einwohnern (2007) an.[2] Rund drei Viertel der Bewohner bekennen sich zum Katholizismus.

Geographie[Bearbeiten]

Blick von der Burg von Lezha in die Zadrima-Ebene

Der Kreis Lezha liegt im Nordwesten Albaniens an der Küste der Adria und in den östlichen Ausläufern der Berge der Mirdita. Im Süden bildet der Fluss Mat die Grenze, im Norden bestimmt der Drin die Landschaft. Der Osten des Kreises ist stark hügelig und zum Teil sehr abgeschieden. Östlich von Lezha und ganz im Nordosten erreichen die Hügel eine Höhe von 1.170 Meter (Maja e Velës) resp. 1.171 Meter.

Bei Lezha dringen die Hügel fast bis ans Meer vor. Ansonsten ist die Küstenebene mehrere Kilometer tief. Von Lezha nach Nordwesten verlaufen entlang der Adriaküste parallel zwei lange, schmale Hügelketten, die jeweils fast 400 Meter aus der Ebene steigen. Nördlich von Lezha liegt der südliche Teil der fruchtbaren Zadrima-Ebene, die sich bis zum heutigen Hauptflussarm des Drin und somit fast bis nach Shkodra erstreckt.

Quer durch die Zadrima fließt von Norden nach Süden der kleine Nebenarm des Flusses Drin (Drini i Lezhës), der sich bei Lezha einen Durchgang zwischen den nordalbanischen Bergen und dem zuvor erwähnten Hügelzug am Meer geschaffen hat. Westlich von Lezha liegt das Feuchtgebiet Kune-Vain mit der Drin-Mündung, zahlreichen Lagunen und Sümpfen. Dieses Ökosystem wird vom Menschen stark gefährdet, was seine Ursachen insbesondere in der Landflucht, fehlender Staatsmacht respektive korrupten Behörden und den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen der Bevölkerung hat.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie ähnliche Regionen leidet auch die Umgebung von Lezha unter dem Niedergang des Kommunismus, der zum Verlust vieler Arbeitsplätze geführt hat. Bei Lezha finden sich noch große Industriebrachen, und auch der Militärflugplatz Gjadër in der Zadrima ist weitestgehend stillgelegt. Gerade im hügeligen Hinterland fehlt noch fast jegliche Infrastruktur – viele Dörfer sind nicht ans Straßennetz angeschlossen, viele Schulen sind in desolatem Zustand. Anders in der Ebene, wo sich viele Menschen niedergelassen haben. Die Gemeinde Shënkoll am Südwestrand des Kreises hat mit 12.289 Personen (Volkszählung 2011) fast so viele Einwohner wie der Hauptort.[3]

Als kleines regionales Zentrum stellt Lezha die Versorgung der Region sicher – zum Beispiel mit regelmäßigen Bauernmärkten. Die Küstenebene um Lezha ist auch verhältnismäßig gut erschlossen: Die weitgehend fertiggestellte Autobahn nach Nordalbanien endet, von Fushë-Kruja (Tirana) kommend, am westlichen Ortseingang des Hauptortes. Seit 2005 führt sie vom nördlichen Ortsausgang weiter bis Shkodra. Daneben verfügt der Kreis mit Shëngjin auch über einen kleinen Hafen, den einzigen Nordalbaniens. Im Jahr 2004 wurden dort Güter im Umfang von 293.300 Tonnen umgeschlagen. Außerdem verläuft die internationale Strecke der albanischen Eisenbahn nach Montenegro durch Lezha.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung im Kreis ist insbesondere der Tourismus. Der Strand von Shëngjin lockt im Sommer viele Albaner aus Kosovo und den umliegenden Gebieten, seitdem hier zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten entstanden sind. Ruhiger ist es am Strand von Tale. Aus den historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten von Lezha (Grab von Skanderbeg, Burg) können hingegen noch keine wesentlichen Einnahmen gewonnen werden.

Gemeinden[Bearbeiten]

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Lezha 000000000015510.000000000015.510 Bashkia
Balldren 000000000006142.00000000006.142 Komuna
Blinisht 000000000003361.00000000003.361 Komuna
Dajç 000000000003834.00000000003.834 Komuna
Kallmet 000000000004118.00000000004.118 Komuna
Kolç 000000000004228.00000000004.228 Komuna
Shëngjin 000000000008091.00000000008.091 Komuna
Shënkoll 000000000013102.000000000013.102 Komuna
Ungrej 000000000001587.00000000001.587 Komuna
Zejmen 000000000005660.00000000005.660 Komuna

Literatur[Bearbeiten]

  • Gjin Biba: Transition de la collectivisation à la mini-exploitation paysanne en Albanie: analyse de la structure, du fonctionnement et des comportements des agriculteurs dans le district de Lezha. Montpellier 1998.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Lezhë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKëshilli i Qarku Lezhë. Abgerufen am 13. Januar 2009.
  3.  Instituti i Statistikës (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Preliminary Results. Tirana Dezember 2011 (Online-Version (PDF; 5,76 MB)).