Kreis Oletzko

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Das ehemalige Kreishaus in Treuburg

Der Kreis Oletzko (ab 1939 Landkreis Treuburg) war ein preußischer Landkreis in Ostpreußen, der zwischen 1818 und 1945 bestand. Er umfasste am 1. Januar 1945:

  • die Stadt Treuburg (bis 1928 Marggrabowa),
  • 99 weitere Gemeinden sowie
  • einen Gutsbezirk (Forst).

Dem ehemaligen Landkreis entspricht heute ungefähr das Powiat Olecki in Polen.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. September 1818 der Kreis Oletzko im Regierungsbezirk Gumbinnen in der Provinz Ostpreußen.

Dieser umfasste die Kirchspiele:

  • Czychen (Bolken seit 16. Juli 1938),
  • Gonsken (Herzogskirchen seit 16. Juli 1938),
  • Mierunsken (Merunen seit 16. Juli 1938),
  • Marggrabowa (Treuburg seit 21. Dezember 1928),
  • Schareiken,
  • Schwentainen,
  • Wielitzken (Wallenrode seit 16. Juli 1938).

Das Landratsamt war in der Kreisstadt Treuburg (bis 1928: Marggrabowa).

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Oletzko am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Am 1. Juli 1909 wurden die Landgemeinde Groß Czymochen und der Gutsbezirk Czymochen aus dem Kreis Lyck in den Kreis Oletzko eingegliedert.

Am 18. Februar 1920 trat für die Zeit der Volksabstimmung der Kreis Oletzko vorübergehend vom Regierungsbezirk Gumbinnen zum Regierungsbezirk Allenstein.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Oletzko entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf einen aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Seit dem 27. Juni 1933 trug der Kreis Oletzko den neuen Namen Treuburg nach der bereits am 21. Dezember 1928 in „Treuburg“ umbenannten Kreisstadt Marggrabowa.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Treuburg entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und wurde danach Teil Polens.

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Landkreis Oletzko gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinde Marggrabowa, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle Gemeinden. Die bisherige Stadtgemeinde Treuburg führte jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

Kreis Oletzko[Bearbeiten]

  • 1818–1833: von Morstein
  • 1833–1844: Gustav von Saltzwedel (1808–1897)
  • 1841–1850: von Lenski
  • 1850–1852: Wahl (vertretungsweise)
  • 1852–1889: von Küster
  • 1859–9999: von Wedel-Schwerin (vertretungsweise)
  • 1859–9999: Steinberg (kommissarisch)
  • 1860–1874: Julius Frenzel (1830–1880)
  • 1874–1877: Bruno Fornet
  • 1877–9999: Albrecht Oberg (kommissarisch)
  • 1877–1879: Rudolf Moehrs
  • 1879–1888: Karl Volprecht
  • 1888–1894: Wilhelm Meister
  • 1894–1910: Hugo Braemer
  • 1910–1919: N.N.
  • 1919–1921: Paul Walzer (1879–1936) [1]
  • 1921–1933: Bruno Wachsmann

Landkreis Treuburg[Bearbeiten]

Ortsnamen[Bearbeiten]

Bereits am 21. Dezember 1928 wurde die Kreisstadt Marggrabowa in „Treuburg“ umbenannt.

1938 wurden im Kreis Treuburg zahlreiche Ortsnamen eingedeutscht. Das waren meist lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen, zum Beispiel:

  • Babken: Babeck,
  • Czychen: Bolken,
  • Duneyken: Duneiken,
  • Gonsken: Herzogskirchen,
  • Gollubien: Friedberg,
  • Kowahlen: Reimannswalde,
  • Kukowen: Reinkental,
  • Lakellen: Schönhofen (Ostpr.),
  • Markowsken: Markau (Ostpr.),
  • Mierunsken: Merunen,
  • Schareyken: Schareiken,
  • Suleyken: Suleiken,
  • Wielitzken: Wallenrode,
  • Wronken: Fronicken.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Personenlexikon zum deutschen Protestantismus: 1919–1939, S. 268; (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).

Weblinks[Bearbeiten]