Kreis Olpe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Olpe Deutschlandkarte, Position des Kreises Olpe hervorgehoben51.0858333333337.9761111111111Koordinaten: 51° 5′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Olpe
Fläche: 712,14 km²
Einwohner: 135.523 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OE
Kreisschlüssel: 05 9 66
Kreisgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Westfälische Straße 75
57462 Olpe
Webpräsenz: www.kreis-olpe.de
Landrat: Frank Beckehoff (CDU)
Lage des Kreises Olpe in Nordrhein-Westfalen
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Der Kreis Olpe liegt im Süden von Nordrhein-Westfalen im Sauerland. Er gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg, ist Teil des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und gehört zur Region Südwestfalen. Sitz des Kreises ist die Stadt Olpe.

Geographie[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe hat eine Fläche von ca. 710 km². Der Durchmesser in Nord-Süd-Ausrichtung beträgt ca. 36 km, in Ost-West-Ausrichtung ca. 38 km. Der niedrigste Punkt des Kreises Olpe liegt in der Gemeinde Finnentrop nordwestlich von Rönkhausen mit 224 m über NN.

Die höchsten Punkte über NN des Kreises Olpe sind die Berge:

  • Härdler (Stadt Lennestadt) 756 m
  • Hohe Hessel (Gemeinde Kirchhundem) 743 m
  • Wildhöfer (Gemeinde Kirchhundem) 725 m
  • Riesenberg (Gemeinde Kirchhundem) 720 m

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe entstand nach dem Übergang des ehemaligen Herzogtums Westfalens an Preußen im Jahr 1819, nachdem der Kreis Bilstein aufgelöst und sein Territorium zum Großteil auf den Kreis Olpe, andere Teile (wie Schönholthausen) an den Kreis Eslohe kamen.

Erster Landrat war Caspar Ferdinand Freusberg. In den 1820er Jahren wurde der Kreis in die sieben Bürgermeistereien Attendorn, Bilstein, Drolshagen, Kirchhundem, Olpe, Valberg und Wenden unterteilt, von denen die Bürgermeisterei Valbert 1832 in den Kreis Altena umgegliedert wurde.[2][3]

Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien in den 1840er Jahren in Ämter überführt.[4] Die Stadt Attendorn war seit 1843 und die Stadt Olpe seit 1858 amtsfrei. Im Kreis Olpe bestanden seitdem sechs Ämter und insgesamt 21 Gemeinden:[5][6]

Amt Gemeinden
Attendorn Landgemeinde Attendorn und Helden
Bilstein Elspe, Förde, Kirchveischede und Rahrbach
Drolshagen Stadt Drolshagen und Landgemeinde Drolshagen
Kirchhundem Heinsberg, Kirchhundem, Kohlhagen, Lenne, Oberhundem und Saalhausen
Olpe Kleusheim, Landgemeinde Olpe und Rhode
Wenden Römershagen und Wenden

Wirtschaftlich waren Teile des Kreises Olpe in vorindustrieller Zeit wirtschaftliches Zentrum des Herzogtums Westfalens. Vor allem die Blechherstellung rund um Olpe war von überregionaler Bedeutung. Auch andere eisenindustrielle Betriebe waren von erheblicher Bedeutung. Gegen die industrielle Konkurrenz konnten diese Produkte freilich nicht bestehen. Daher kam es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Prozess der Deindustrialisierung und Agrarisierung. Damit verbunden waren überdurchschnittlich hohe Aus- und Abwandererzahlen. Im Wesentlichen ohne personelle Kontinuität entwickelte sich, nicht zuletzt dank einer Eisenbahnverbindung in den 1860er-Jahren, eine industrielle Blechherstellung. Außerdem waren der Bergbau und andere gewerbliche Bereiche von großer Bedeutung. Es gab bis ins 20. Jahrhundert eine bedeutende Lederindustrie .

Am 24. Dezember 1930 wurde die Gemeinde Förde in Grevenbrück umbenannt.[7]

Im Gegensatz zu verschiedenen Nachbarkreisen blieb der Umfang des Kreises Olpe bei der kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen weitgehend unverändert. Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Olpe wurden 1969 zwanzig Gemeinden des Kreises mit drei Gemeinden des Kreises Meschede zu sieben neuen amtsfreien Gemeinden zusammengeschlossen. Die sechs Ämter des Kreises wurden aufgelöst. Gleichzeitig wurde die Kreisgrenze zwischen dem Kreis Olpe und dem Oberbergischen Kreis durch Gebietsaustausch im Bereich Drolshagen/Lieberhausen verändert. Die Gemeinde Lenne wurde durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz zum 1. Januar 1975 in die Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis eingegliedert.

Kreisgliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe gliedert sich in sieben kreisangehörige Gemeinden, von denen drei den Status Mittlere kreisangehörige Stadt tragen.

Städte

  1. Attendorn, Mittlere kreisangehörige Stadt (24.399)
  2. Drolshagen (11.787)
  3. Lennestadt, Mittlere kreisangehörige Stadt (26.139)
  4. Olpe, Mittlere kreisangehörige Stadt (24.663)

Gemeinden

  1. Finnentrop (17.025)
  2. Kirchhundem (11.938)
  3. Wenden (19.572)
Rheinland-Pfalz Hochsauerlandkreis Kreis Siegen-Wittgenstein Märkischer Kreis Oberbergischer Kreis Attendorn Drolshagen Finnentrop Kirchhundem Lennestadt Olpe Wenden (Sauerland)Municipalities in OE.svg
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(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2012[8])

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe grenzt im Nordwesten an den Märkischen Kreis, im Nordosten an den Hochsauerlandkreis, im Südosten an den Kreis Siegen-Wittgenstein, im Süden an den rheinland-pfälzischen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) und im Westen an den Oberbergischen Kreis.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 52,4 % (2009: 57,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,3 %
23,3 %
9,2 %
3,7 %
7,0 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,7 %p
+3,6 %p
+1,4 %p
-3,5 %p
+0,1 %p
+0,3 %p

Landrat[Bearbeiten]

Kreishaus Olpe
Landrat (seit 1945) Amtszeit
Heinrich Otto Spies 11. April 1945–20. Juli 1945
Richard Klewer 21. Juli 1945–21. Februar 1946
Josef Schrage (CDU) 19. Juni 1946–22. Okt. 1953
Josef Metten (CDU) 1. Nov. 1953–30. Juli 1966
Helmut Kumpf (CDU) 4. Okt. 1966–27. Jan. 1971
Horst Limper (CDU) 28. Apr. 1971–15. Juli 1984
Hanspeter Klein (CDU) 30. Sept. 1984–30. Sept. 1999

Mit der Amtszeit von Hanspeter Klein ging im Kreis Olpe die kommunale Doppelspitze zu Ende. Sein Nachfolger, Frank Beckehoff von der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), war bis dahin Oberkreisdirektor und ist erster hauptamtlicher Landrat nach dem Zweiten Weltkrieg und damit Vorsitzender des Kreistags und Chef der Kreisverwaltung.

Wappen[Bearbeiten]

Das Kreiswappen ist von Silber und Gold gespalten; vorne in Silber ein schwarzes Kreuz, hinten in Gold zwei rote Balken. Mit dem Kreuz wird an die historische Zugehörigkeit des Kreisgebietes zu Kurköln erinnert, mit dem hinteren Teil des Wappens wird auf die jahrhundertealte Verbindung mit dem Haus von Fürstenberg hingewiesen.

Parlaments-Abgeordnete[Bearbeiten]

Europaparlament[Bearbeiten]

Der aus Olsberg stammende Peter Liese (EVP) ist seit 1994 der für Olpe gewählte Vertreter im Europäischen Parlament. Zum Wahlkreis gehören alle Städte und Gemeinden der Kreise Olpe, Soest, Siegen-Wittgenstein sowie des Märkischen Kreises und des Hochsauerlandkreises.

Bundestag[Bearbeiten]

Matthias Heider (CDU) vertritt den Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I im Deutschen Bundestag. Er gewann 2009 das Direktmandat. Von 1994 bis 2009 war Hartmut Schauerte (CDU) der Volksvertreter für den Wahlkreis 150, zu dem alle Kommunen des Kreises Olpe und der südliche Teil des Märkischen Kreises (Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle) gehören.

Landtag[Bearbeiten]

Theodor Kruse (CDU) ist seit 1995 der Vertreter im Landtag Nordrhein-Westfalen für den Kreis Olpe. Bei der Landtagswahl 2005 bekam er 64 % der Stimmen. Über die Reserveliste zog auch Reinhard Jung (SPD) 2004 in den Landtag ein. Er gehört dem Präsidium des Landtags an.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe wird von zwei Eisenbahnstrecken erschlossen:

der Ruhr-Sieg-Express (RE 16) von Hagen nach Siegen über Werdohl und Finnentrop sowie
die Ruhr-Sieg-Bahn (RB 91) von Hagen nach Siegen über Werdohl und Finnentrop verkehren und
der Biggesee-Express (RB 92) von Finnentrop nach Olpe verkehrt, der von der DreiLänderBahn betrieben wird. Es kommen Dieseltriebfahrzeuge vom Typ LINT27 zum Einsatz.

Straßen[Bearbeiten]

Der Kreis Olpe wird von zwei Bundesautobahnen durchquert:

Flugplätze[Bearbeiten]

Im Kreis Olpe befinden sich zwei Sonderlandeplätze:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Westfalenlexikon 1832–1835. In: Nachdrucke zur westfälischen Archivpflege. 3, Münster 1978, S. 97 (Nachdruck des Originals von 1834).
  3. U. Kuemmel: Geschichte des Kreises Altena. 1911, abgerufen am 2. Februar 2014 (Digitalisat).
  4. Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB)
  5. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg 1843. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  6. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg 1844. Abgerufen am 2. Februar 2014.
  7.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 238.
  8. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013.
  9. www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2014/aktuell/a966000kw1400.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Olpe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien