Siegkreis

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Basisdaten (Stand 1969)
Bestandszeitraum: 1825–1969
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Verwaltungssitz: Siegburg
Einwohner:  ? (1969)
Kfz-Kennzeichen: SU
Kreisschlüssel: 05 3 37 (1969)Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Fehler in Gemeindeschlüssel
Kreisgliederung: Gemeinden
Landrat: Willi Lindlar (CDU)
Der Siegkreis als Teil des Rhein-Sieg-Kreises
Zuerst war der Verwaltungssitz des Kreises Siegburg in der ehemaligen Abtei Michaelsberg untergebracht.
Der Heymershof war erster Sitz des Landratsamtes im vergrößerten Kreis Siegburg
Das abgerissene Landratsamt Siegburg stand an der Stelle des jetzigen Kreishauses

Der Kreis Siegburg (ab 1825 Siegkreis) war ein Landkreis im Regierungsbezirk Köln in der preußischen Rheinprovinz, der 1816 entstanden ist.[1] Er bildete den Kern des heutigen Rhein-Sieg-Kreises.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Siegkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis (beide in Nordrhein-Westfalen), an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald) und Neuwied (beide in Rheinland-Pfalz) sowie an den Landkreis Bonn, an die kreisfreie Stadt Bonn und an den Landkreis Köln (alle wiederum in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte[Bearbeiten]

Durch eine königliche Verordnung vom 20. April 1816 mit Wirkung zum 22. April 1816 wurden Kreise gebildet, die von einem Landrat geführt wurden. Diese Stelle musste anfangs von einem einheimischen Rittergutbesitzer besetzt werden.

Zum Kreis gehörten die damaligen Bürgermeistereien:[2]

Der erste Landratssitz war in der Abtei Michaelsberg.

1820 wurde der Kreis Uckerath aufgelöst und das Gebiet dem Kreis Siegburg zugefügt. Hinzu kamen die Bürgermeistereien:[2][3]

Landrat wurde der bisherige Landrat des Kreises Uckerath, Franz Joseph Scheven.

1825 wurde der Kreis durch Namensänderung zum Siegkreis.[3] Durch die Kreisordnung vom 13. Juli 1827 wurde neben den Landräten Kreistage bestellt, denen der Landadel und Vertreter der Kommunen angehörten. Die Beschlüsse dieser Kreistage mussten bis 1873, im Siegkreis sogar bis 1887, von der Regierung genehmigt werden, hatten also nur beratende Funktion.

Verwaltungssitz des vergrößerten Siegkreises war von der Zusammenlegung bis 1838 der des Landkreises Uckerath, der Heymershof in Hennef. Von 1842 bis 1848 war Schloss Allner Verwaltungssitz.

1932 wurde dem Siegkreis das Amt Dattenfeld aufgrund der Auflösung des Kreises Waldbröl zugeordnet.[3]

1945 wurde das Gebiet von Alliierten Streitkräften besetzt und der britischen Besatzungszone zugeordnet. Zum 1. August 1969 wurde der Siegkreis um Teile des Landkreises Bonn erweitert und in Rhein-Sieg-Kreis umbenannt. Die Kreisstadt blieb Siegburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1900 hatte der Siegkreis eine Fläche von 166,13 km². 1932 wurde die Gemeinde Dattenfeld aus dem aufgelösten Kreis Waldbröl dem Siegkreis zugeschlagen. 1969 hatte der Kreis eine Fläche von 826,94 km³ und 45 Gemeinden.[3]

Jahr Einwohner Katholiken Evangelische and. Christ. Juden
1852 72.340 ? ? ? ?
1890 91.850 80.490 10.602 ? 697
1900 107.343 93.577 12.981 ? ?
1910 119.802 103.967 14.993 ? ?
1925 137.080 117.414 18.361 33 641
1933 148.696 124.285 23.138 27 568
1939 153.141 126.723 23.678 249 342
1950 201.839 ? ? ? ?
1960 230.100 ? ? ? ?
1969 293.260[3] ? ? ? ?

Bis 1955 waren etwa 40.000 Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten im Siegkreis sesshaft geworden. Ihr Anteil an der Bevölkerung im Kreisgebiet betrug damals 19 %.[4]

Politik[Bearbeiten]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

1933 bis 1945 gehörte der Siegkreis zum Gau Köln-Aachen. Bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 beteiligten sich 88,2 Prozent der Wahlberechtigten.

Partei Stimmen
gesamt 87.448
Zentrum 40.170
NSDAP 25.908
SPD 8.276
KPD 7.468
DNVP 4.521
DVP 610
andere 495

Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946[Bearbeiten]

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.[5]

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr CDU SPD FDP DZP BHE
119461 42,8 17,0 8,2 27,5
1948
1952 32,8 23,5 13,8 21,2 6,8
1956 41,6 30,1 09,99 12,1 6,2
1961 53,5 28,6 9,9 3,6 4,4
1964 51,4 34,4 010,04 3,6

Fußnote

1 1946: zusätzlich: KPD: 4,3 %

Landräte[Bearbeiten]

Im Siegkreis amtierten folgende Landräte:[6]

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

  • 1946–1959 Josef Clarenz
  • 1959–1969 Paul Kieras (CDU), (ab 1. August 1969 des Rhein-Sieg-Kreises)

Infrastruktur[Bearbeiten]

Von 1832 bis 1852 verlief durch den Siegkreis der preußische Optische Telegraf von Köln nach Koblenz mit Stationen in Troisdorf und Söven.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SU zugewiesen. Es wird im Rhein-Sieg-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler des Siegkreises. Im Auftrage des Provinzialverbandes der Rheinprovinz bearbeitet von Edmund Renard. Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1907.
  • Quellen zur Geschichte des Rhein-Sieg-Kreises, Bd. 14: Die medizinische Topographie von Dr. Anton Lohmann (Der Siegkreis um 1825), Rheinlandia Verlag, Siegburg 1997
  • Karl Künster, S. Schneider: Der Siegkreis. Bonn 1959 (Die deutschen Landkreise. Die Landkreise in Nordrhein-Westfalen, Reihe A Nordrhein, Band 4).
  • Die Aktenüberlieferung des ehemaligen Siegkreises befindet sich im Archiv des Rhein-Sieg-Kreises und im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siegkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Luhmer: Von der Bürgermeisterei Menden zur Gemeinde Sankt Augustin In: Beiträge zur Stadtgeschichte, herausgegeben vom Stadtarchiv Sankt Augustin. Heft 20, 1994, ISSN 0936-3483. Seite 7.
  2. a b Wilhelm Butte: Provinzial-Blätter für die Preussischen Länder am Rhein und in Westphalen, Erster Band, 1817, Seite 70 (Digitale Ausgabe)
  3. a b c d e Statistische Rundschau für den Rhein-Sieg-Kreis, herausgegeben vom Statistischen Landesamt NRW 1972
  4. Theodor Rutt: Land an Sieg und Rhein – Geschichte-Kultur-Wirtschaft, Wissenschaftliches Archiv, Urkunde-Bild-Chronic GmbH, Bonn 1960
  5. Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene. Die Zahlen von 1948 liegen nicht vor.
  6. Landesarchiv NRW Rheinland, Landratsamt Siegkreis