Kreis Steinfurt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Steinfurt Deutschlandkarte, Position des Kreises Steinfurt hervorgehoben52.217.58Koordinaten: 52° 13′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Steinfurt
Fläche: 1.792,98 km²
Einwohner:

442.298 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: ST
Kreisschlüssel: 05 5 66
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Tecklenburger Straße 10
48565 Steinfurt
Webpräsenz: www.kreis-steinfurt.de
Landrat: Thomas Kubendorff (CDU)
Lage des Kreises Steinfurt in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Steinfurt ist ein Kreis im Norden von Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Er entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz aus dem alten oft als Kreis Burgsteinfurt bezeichneten Kreis Steinfurt, dem Kreis Tecklenburg und Teilen des Kreises Münster. Die größte Stadt im Kreis Steinfurt ist Rheine.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Das westliche Kreisgebiet befindet sich im Münsterland, das östliche im Tecklenburger Land. Der Westerbecker Berg, die höchste Erhebung des Kreises, liegt in der Gemeinde Lienen (Bauerschaft Westerbeck). Er hat eine Höhe von 236 Meter über Normalhöhennull (NHN).

Der Kreis Steinfurt ist flächenmäßig der zweitgrößte Kreis in Nordrhein-Westfalen.[2] Durch die geographische Lage der Kreisstadt Steinfurt unterhält die Kreisverwaltung eine Nebenstelle in Tecklenburg, um eine ortsnahen Bürgerservice im gesamten Kreisgebiet zu gewährleisten.

Nachbarkreise bzw. -städte [Bearbeiten]

Der Kreis Steinfurt grenzt im Norden an die niedersächsischen Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland, im Osten an die kreisfreie Stadt Osnabrück und den Landkreis Osnabrück, im Süden an den Kreis Warendorf, die kreisfreie Stadt Münster (Westfalen) und den Kreis Coesfeld sowie im Westen an den Kreis Borken.

Kreisgliederung [Bearbeiten]

Der Kreis Steinfurt gliedert sich in 24 kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte und eine Große kreisangehörige Stadt sind.

Städte

  1. Emsdetten, Mittlere kreisangehörige Stadt (35.376)
  2. Greven, Mittlere kreisangehörige Stadt (36.115)
  3. Hörstel (19.806)
  4. Horstmar (6426)
  5. Ibbenbüren, Mittlere kreisangehörige Stadt (51.487)
  6. Lengerich (22.174)
  7. Ochtrup (19.443)
  8. Rheine, Große kreisangehörige Stadt (76.563)
  9. Steinfurt, Mittlere kreisangehörige Stadt (33.722)
  10. Tecklenburg (9082)

Gemeinden

  1. Altenberge (10.238)
  2. Hopsten (7522)
  3. Ladbergen (6392)
  4. Laer (6292)
  5. Lienen (8541)
  6. Lotte (13.972)
  7. Metelen (6332)
  8. Mettingen (12.053)
  9. Neuenkirchen (13.703)
  10. Nordwalde (9305)
  11. Recke (11.438)
  12. Saerbeck (7242)
  13. Westerkappeln (11.139)
  14. Wettringen (7935)
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenMunicipalities in ST.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2011[3], jeweils nur Hauptwohnsitz)

Geschichte [Bearbeiten]

Kreisgründung 1975 [Bearbeiten]

Ab dem Jahr 1971 begannen die Planungen zu einer großen Kreisreform, bei der diverse Gliederungskonzepte kontrovers diskutiert wurden. Am 8. Mai 1974 wurde das Gesetz verabschiedet, das eine Kreisreform mit Wirkung vom 1. Januar 1975 beinhaltete:

Der bisherige Kreis Steinfurt (oft durch die damalige Kreisstadt bezeichnet als Kreis Burgsteinfurt) wurde ebenso wie der Kreis Tecklenburg aufgelöst. Zu letzterem gehörten die beiden größeren Städte Ibbenbüren und Lengerich sowie zwei weitere Städte und 16 Gemeinden. Beide Kreise wurden unter dem Namen Kreis Steinfurt vereinigt. Zusätzlich wurden die Stadt Greven sowie die Gemeinde Saerbeck aus dem ehemaligen Kreis Münster in den neu gegründeten Kreis Steinfurt eingebracht. Historisch hatten diese Kreise in der Vergangenheit kaum gemeinsame Beziehungen. Die Grenzziehung des Kreises Steinfurt kann deshalb durchaus als nicht historisch angesehen werden. Der alte Kreis Steinfurt wurde nach der Eingliederung des südlichen Westfalens als Provinz Westfalen in Preußen gebildet. Der größte Teil dieses früheren Kreises gehörte bis 1803 zum Hochstift Münster, war also katholisch geprägt, die Grafschaft Steinfurt gehörte dem calvinistischen Glauben an, und der Kreis Tecklenburg war evangelisch geprägt.

Zum Kreissitz wurde die am 1. Januar 1975 gegründete Stadt Steinfurt, die aus dem Zusammenschluss von Burgsteinfurt und Borghorst entstand, bestimmt.

Politik [Bearbeiten]

Kreistag [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 58,0 % (2004: 59,4 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,3 %
29,1 %
10,9 %
10,1 %
3,5 %
0,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,5 %p
-1,2 %p
+0,9 %p
+1,3 %p
+3,5 %p
+0,1 %p

Die Kreistagswahl am 30. August 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU 46,3 % – 29 Sitze (–3)
  • SPD 29,1 % – 18 Sitze (–1)
  • GRÜNE 10,9 % – 7 Sitze (+1)
  • FDP 10,1 % – 6 Sitze (+1)
  • LINKE 3,5 % – 2 Sitze (+2)
  • ZENTRUM 0,1 % – 0 Sitze (±0)

Landräte [Bearbeiten]

  • 1975–1994: Martin Stroot (CDU)
  • 1994–1999: Christina Riesenbeck (SPD)
  • seit 1999: Thomas Kubendorff (CDU)

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein breiter roter Balken, darauf ein goldemer, mit einem roten Schwan belegter Schild, oben in Gold zwei rote Seerosenblätter, unten in Gold ein rotes Seerosenblatt.“ Das Kreiswappen verbindet Teile der früheren Wappen der Kreise Steinfurt, Tecklenburg und Münster. Der rote Balken in Gold war das bekannte Zeichen des Hochstiftes Münster und stand in allen Wappen des früheren Kreises Münster. Der Schwan war das Wappentier der Grafschaft Steinfurt und stand deshalb im Wappen des Altkreises Steinfurt. Die roten Seerosenblätter waren das Spiegelbild der Grafen von Tecklenburg und stammen aus dem Wappen des früheren Kreises Tecklenburg.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Radio [Bearbeiten]

Radio RST (Lokalsender für den Kreis Steinfurt) mit Sitz in Rheine

Verkehr [Bearbeiten]

Zur Entwicklung des Postwesens in und um Burgsteinfurt und Borghorst siehe Postgeschichte von Steinfurt
Eisenbahnstrecke im Kreis Steinfurt

Eisenbahnstrecken:

Es befinden sich im Kreis Steinfurt die folgenden Eisenbahnstrecken:

  1. (Kbs. 375) Amsterd. - Bad Bentheim - Rheine - Ibbenbüren - Osnabrück Altstadt - Osnabrück-Hbf - Bünde - Bielefeld / Hannover;
  2. (Kbs. 385) (Köln -) Münster - Lengerich - Osnabrück-Hbf - Diepholz - Bremen;
  3. (Kbs. 392) Osnabrück-Hbf - Osnabrück Altstadt - Halen - Bramsche - Oldenburg - Wilhelmshaven;
  4. (Kbs. 394) Osnabrück-Hbf - Osnabrück Altstadt - Halen - Bramsche - Vechta - Bremen;
  5. (Kbs. 395) (Münster -) Rheine - Lingen - Leer - N.-Norddeich;
  6. (Kbs. 407) Münster - St.-Borghorst - St.-Burgsteinfurt - Gronau - Enschede;
  7. (Kbs. 410) Hamm - Münster - Greven - Rheine (- N.-Norddeich).

Der Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe sieht vor, dass als moderne Regionalbahn die Strecke der "Tecklenburger Nordbahn" Osnabrück - L.-Wersen - Westerkappeln - Mettingen - Recke wieder eröffnet werden soll.

Des Weiteren gab es die folgenden weiteren Strecken (zur Zeit ohne SPNV)

  1. Osnabrück - Wersen - Westerkappeln - Mettingen - Recke - Rheine („Tecklenburger Nordbahn“);
  2. Ibbenbüren - Tecklenburg - Lengerich - Bad Iburg - Gütersloh („Teutoburger Wald-Eisenbahn“);
  3. Coesfeld - St.-Burgsteinfurt - Rheine - Fürstenau - Quakenbrück; ab Spelle stillgelegt
  4. Rheine - Gronau. stillgelegt und demontiert
Flughafen Münster-Osnabrück in Greven

Kfz-Kennzeichen:

Aufgrund der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung 2012 und einer Entscheidung des Kreistages 2013 können Fahrzeughalter im Kreis Steinfurt voraussichtlich ab Mitte 2013 unabhängig von ihrem Wohnort ein ST-, TE- oder BF-Kennzeichen auswählen.[5]

Literatur [Bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Steinfurt erscheint jährlich das Kreisheimatjahrbuch Unser Kreis. In diesen Büchern befinden sich aktuelle, heimatgeschichtliche und plattdeutsche Beiträge.

Die Bände 1–18 und weitere Literatur sind im Kreishaus in Burgsteinfurt oder Online erhältlich.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kreis Steinfurt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
  2. http://www.bezreg-muenster.de/startseite/themen/Regionen_Kreise_Staedte_Gemeinden/Kurzinformation/Kreis_Steinfurt/index.html
  3. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a566000kw0900.html
  5. "Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen TE und BF", Kreis Steinfurt