Kreis Südtondern

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Dieser Artikel behandelt den ehemaligen Kreis Südtondern. Zum Amt Südtondern siehe Amt Südtondern.
Wappen des ehem. Kreises Südtondern

Der Kreis Südtondern (dänisch: Sydtønder kreds) war ein Kreis in Schleswig-Holstein.

Der Kreis hieß ursprünglich Kreis Tondern. Nachdem 1920 ein großer Teil des Kreisgebiets an Dänemark abgetreten wurde, wurde der Kreis umbenannt. Durch die Kreisgebietsreform von 1970 wurde der Kreis Südtondern mit den Kreisen Eiderstedt und Husum am 26. April 1970 zum neuen Kreis Nordfriesland zusammengelegt. Der Kreis Nordfriesland ist Rechtsnachfolger des Kreises Südtondern.

Das Kfz-Kennzeichen des Kreises war NIB und leitete sich von der Kreisstadt Niebüll ab.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Kreis Tondern wurde 1867 „aus der Stadt Tondern; den Flecken Hoyer und Lügumkloster; dem Amte Tondern mit den enklavirten adeligen Gütern und Köögen; den Inseln Röm, Sylt, Föhr mit dem Flecken Wyck, und Amrum; dem Amte Lügumkloster mit Ausnahme der diesem untergehörigen, in anderen Amtsbezirken enklavirten Landstellen; der Loh-Harde mit den Birken Mögeltondern und Ballum“[1] gebildet.

Bei Bildung der Amtsbezirke 1889 bestand der Kreis aus der Kreisstadt Tondern und den Flecken Hoyer, Lügumkloster und Wyk, sowie aus 181 Gemeinden und elf Gutsbezirken, die sich wie folgt auf die 32 Amtsbezirke verteilten:

Amtsbezirk Abel*

Amtsbezirk Amrum

Amtsbezirk Ballum*

Amtsbezirk Brede*

Amtsbezirk Buhrkall*

Amtsbezirk Bülderup*

Amtsbezirk Dagebüllerkoog

Amtsbezirk Döstrup*

Amtsbezirk Emmelsbüll

Amtsbezirk Emmerleff*

Amtsbezirk Enge

Amtsbezirk Fahretoft

Amtsbezirk Hostrup*

Amtsbezirk Klixbüll

Amtsbezirk Ladelund

Amtsbezirk Leck

Amtsbezirk Lindholm

Amtsbezirk Medelby

Amtsbezirk Mögeltondern*

Amtsbezirk Neukirchen

Amtsbezirk Niebüll

Amtsbezirk Norderlügum*

Amtsbezirk Osterhoist*

Amtsbezirk Osterland-Föhr

Amtsbezirk Rapstedt*

Amtsbezirk Röm*

Amtsbezirk Ruttebüllerkoog*

Amtsbezirk Süderlügum

Amtsbezirk Sylt

Amtsbezirk Tingleff*

Amtsbezirk Westerland-Föhr

Amtsbezirk Wiesby*

* 1920 an Dänemark abgetreten

Daneben gab es noch den Schloß- und Freigrund Tondern, der zum Ortspolizeibezirk der Stadt Tondern gehörte.

1920 wurden die nördlichen Gebiete des Kreises auf Grund der im Friedensvertrag von Versailles vorgesehenen Volksabstimmung in Schleswig an Dänemark abgetreten. Da in der nördlichen 1. Zone, welche das ganze heutige Nordschleswig umfasste, als Gesamtheit abgestimmt wurde, stand die künftige Staatsgrenze praktisch schon vor der Abstimmung am 10. Februar 1920 fest. So kamen grenznahe Gemeinden mit deutlichen deutschen Mehrheiten wie Tondern, Hoyer oder auch Uberg und Tingleff ebenso an Dänemark wie zahlreiche Gemeinden mit fast ausgeglichenen Ergebnissen. Südlich dieser Grenze wurde am 14. März 1920 gemeindeweise abgestimmt. Dänische Mehrheiten gab es nur in den Föhrer Landgemeinden Utersum, Hedehusum und Witsum, die jedoch ebenso wie das Umland bei Deutschland verblieben. An Dänemark wurden somit im Juni 1920 die Stadt Tondern mit dem Schloß- und Freigrund, die beiden Flecken Hoyer und Lügumkloster, die Gemeinden der 16 oben mit einem Stern markierten Amtsbezirke und die drei Gemeinden Ruttebüll, Seth und Uberg, aus dem nun verkleinerten Amtsbezirk Neukirchen, abgetreten.

Da mit Tondern auch die Kreisstadt abgetreten wurde, galt es, eine neue festzulegen. Einzige Städte waren zu diesem Zeitpunkt Westerland (seit 1900) und Wyk (seit 1910), die aber jeweils auf einer Insel lagen und so als Kreisstadt ungeeignet waren. So entschied man sich für Niebüll, das damals noch eine einfache Landgemeinde war. Zur Stadt wurde Niebüll erst 1960. Im November 1920 wurde der Kreis dann in Kreis Süd Tondern umbenannt.

Mit Auflösung der Gutsbezirke 1927/28 wurden diese in die umliegenden Gemeinden eingegliedert, bis auf die Gutsbezirke Boverstedt und Lütjenhorn, die zu eigenständigen Landgemeinden wurden. 1948 wurden die Amtsbezirke in Ämter umgewandelt. Nach der Eingemeindung von Deezbüll nach Niebüll wurde dieses Amt 1950 aufgelöst.

1966/67 wurde die Ämterstruktur im Zuge der Kreis- und Ämterreform in Schleswig-Holstein überarbeitet. 1966 wurden die Ämter Enge, Klixbüll, Leck und Medelby aufgelöst und der größte Teil der Gemeinden bildete das Amt Süderkarrharde, das sich nach der 1967 erfolgten Eingliederung der Gemeinden des Amtes Ladelund in Amt Karrharde umbenannte. Leck wurde amtsfrei und fünf weitere Gemeinden kamen in andere Ämter. 1967 wurden die Ämter Böckingharde aus den Ämtern Dagebüll, Fahretoft und Lindholm und Wiedingharde aus den Ämtern Emmelsbüll und Neukirchen gebildet.

Mit Ablauf des 25. April 1970 wurde der Kreis aufgelöst. Die Gemeinden des ehemaligen Amtes Medelby (Böxlund, Holt, Jardelund, Medelby, Osterby und Weesby) kamen zum Kreis Flensburg-Land. Die restlichen Gemeinden bildeten zusammen mit den Gemeinden der Kreise Eiderstedt und Husum den Kreis Nordfriesland.

Der festländische Teil ohne das ehemalige Amt Medelby des Kreisgebietes Südtondern bildet seit dem 1. Januar 2008 das Amt Südtondern.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Rot über blau-silbernen Wellen im Schildfuß ein goldener Leuchtturm, von dessen Fenstern nach beiden Seiten je ein silbernes Strahlenbündel ausgeht.“[2]

Das Wappen symbolisiert die Lage des ehemaligen Kreises am (und teilweise im) Meer.

[Bearbeiten] Landräte

  • 1868–1883: Matthias Bleicken
  • 1883–1901: Gustav Julius Friedrich Hansen
  • 1902–1904: Hermann Otto Wilhelm von Rumohr
  • 1904–1914: Friedrich Hermann Friedrich Rogge
  • 1914–1921: Emilio Böhme (1877–1921)
  • 1921–1925: Dr. Hans Bielenberg
  • 1925–1933: Hans Skalweit
  • 1933–1945: Dr. August Fröbe
  • 1945–1946: Johannes Oldsen, SSW
  • 1963–1970: Dr. Klaus Petersen, CDU

[Bearbeiten] Städte und Gemeinden

Stand: 25. April 1970

Amtsfreie Städte und Gemeinden

Amt Amrum

Amt Bökingharde

Amt Karrharde

Amt Landschaft Sylt

Amt Osterlandföhr

Amt Süderlügum

Amt Westerlandföhr

Amt Wiedingharde

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Verordnung betreffend die Organisation der Kreis- und Distriktsbehörden sowie die Kreisvertretung in der Provinz Schleswig-Holstein, vom 22. September 1867, Anlage A. Veröffentlicht in der Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten 1867, S. 1579ff
  2. Hans Schlothfeldt: Schleswig-Holsteinische Kreis- und Ortswappen. Wachholtz´, Neumünster 1964 (Hrsg.: Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund e. V.)
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