Kreis Tropoja

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Über dieses Bild
Kreis: Tropoja
Hauptort: Bajram Curr
Qark: Qark Kukës
Fläche: 1043 km²
Einwohner: 20517  Stand: 2011
Bevölkerungs-
dichte:
19,67 Einwohner/km²
ISO-3166-2-Code AL-TP
Kfz-Kennzeichen: BC

Der Kreis Tropoja (albanisch: Rrethi i Tropojës) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens. Der Kreis hat eine Fläche von 1043 km². Er liegt im Nordosten Albaniens an der Grenze zu Kosovo und Montenegro. Er gehört zum Qark Kukës. Der Kreis zählt rund 20.517 Einwohner (2011).[1] Fast drei Viertel der Bevölkerung zählt sich zum Islam; der Rest ist mehrheitlich katholisch. Hauptort ist Bajram Curr. Der Name des Kreises stammt vom kleinen Ort Tropoja, dem historischen Zentrum der gleichnamigen Region.

Bajram Curr am Fuße des Massivs der Maja e Hekurave (2559 m ü. A.)
Valbona-Schlucht vom Südende der Ebene gesehen

Tropoja ist Bergland am östlichen Rand der Albanischen Alpen. Der zweithöchste Berg Albaniens, die 2693 m hohe Jezerca, liegt auf der westlichen Grenze des Kreises. Mehr als ein Dutzend weitere Zweitausender liegen auf dem Gebiet des Kreises. Im Zentrum des Kreises liegt zwischen den Orten Bajram Curr und Tropoja eine kleine Ebene. Die Südgrenze wird vom Drin gebildet, der im östlichen Bereich zum Fierza-See (Liqeni i Fierzës) und im Westen zum Koman-See (Liqeni i Komanit) gestaut ist. Zum größten Teil wird der Kreis Tropoja vom Fluss Valbona entwässert. Valbona ist auch der Name des Tals, das sich von Bajram Curr nach Nordwesten zieht, sowie eines Ortes in diesem Tal. Ein Gebiet von 8000 Hektar im Valbonatal ist als Nationalpark Valbonatal geschützt.

Das Gebiet des Kreises Tropoja wird auch Malësi e Gjakovës genannt, das Bergland von Gjakova. Historisch war Tropoja immer nach Gjakova ausgerichtet, einer Stadt in Kosovo, die rund 25 km entfernt vom Dorf Tropoja ist. Als auf der Londoner Botschafterkonferenz 1913 Albaniens Grenzen festgelegt wurden, wurde Tropoja von seinem wichtigsten Handelsort und viele Bewohner von ihren Familien getrennt. Erst seit dem Ende des Kosovo-Kriegs 1999 ist die Grenze am Qafa Morinës, dem 568 m hohen Pass zwischen Tropoja und Kosovo, wieder geöffnet. Entlang der Grenze liegen als bedrohliches Überbleibsel des Krieges noch viele Landminen.

Mit dem Rest von Albanien ist Tropoja nur sehr schlecht verbunden. Nach Westen und Norden riegeln hohe Berge das Gebiet ab. Die Straße nach Südosten über Has nach Kukës ist sehr schlecht, und auch eine Fahrt über die wichtigste Straße nach Süden über das Bergland von Puka und Mirdita ist sehr langwierig. Tropoja war lange am bequemsten auf der Fähre über den Koman-Stausee zu erreichen, die ein Mal täglich pro Richtung verkehrte. Seit Mai 2006 ist die Straße nach Gjakova erneuert, von der man sich ein Wachstum der Wirtschaft in der Region verspricht.

Wie das ganze nordalbanische Bergland hat auch der Kreis Tropoja unter einer starken Entvölkerung gelitten, nachdem der Kommunismus in Albanien zusammengebrochen ist. Die Bergwerke, in denen Chrom, Bauxit und Kupfer gewonnen wurden, und die meisten anderen Arbeitgeber wurden geschlossen. Da die Grundstücke der Bergbauern meist sehr klein waren und der Lebenskomfort in der Region eher bescheiden ist, suchten viele in Tirana und Shkodra Arbeit, wo ganze Slums mit Bewohnern aus den Bergen entstanden sind. Die Regierung unternahm in den 90er Jahren nichts gegen die illegalen Siedlungen an Tiranas Stadträndern – viele glaubten, dass dies auch damit zusammenhing, dass Sali Berisha, der damals Staatspräsident war, selber aus Tropoja stammte.

Die Bewohner sind fast mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig. Von allen vorhanden Bodenerzen soll zur Zeit nur noch Kaolin abgebaut werden.

Gemeinden[Bearbeiten]

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Bajram Curr 000000000005340.00000000005.340 Bashkia
Bujan 000000000002550.00000000002.550 Komuna
Bytyç 000000000001563.00000000001.563 Komuna
Fierza 000000000001607.00000000001.607 Komuna
Lekbibaj 000000000001207.00000000001.207 Komuna
Llugaj 000000000001787.00000000001.787 Komuna
Margegaj 000000000002346.00000000002.346 Komuna
Tropoja 000000000004117.00000000004.117 Komuna

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Kukës 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).