Kreis Unna

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Unna, wie er seit der kommunalen Neugliederung mit Wirkung ab dem 1. Januar 1975 besteht. Zum früheren Kreis/Landkreis Unna siehe Kreis Unna (1930–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Unna Deutschlandkarte, Position des Kreises Unna hervorgehoben51.5783333333337.6366666666667Koordinaten: 51° 35′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Unna
Fläche: 542,71 km²
Einwohner: 391.622 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 722 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: UN, LÜN
Kreisschlüssel: 05 9 78
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedrich-Ebert-Straße 17
59425 Unna
Webpräsenz: www.kreis-unna.de
Landrat: Michael Makiolla (SPD)
Lage des Kreises Unna in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Unna liegt im Zentrum des Landes Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg. Er existiert dem Namen nach seit dem 17. Oktober 1930 (durch Umbenennung des Landkreises Hamm) und im jetzigen Zuschnitt seit dem 1. Januar 1975. Er ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Seine Kreisstadt ist Unna.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Kreis Unna lässt sich drei Landschaftszonen und Regionen zuordnen. Er bildet zusammen mit Hamm das östliche Ruhrgebiet. Der Süden des Kreises gehört zum Sauerland, und die nördlichen Gemeinden des Kreises sind dem Münsterland zugehörig. Im Kreis Unna erheben sich der Haarstrang und das Ardeygebirge.

Sowohl die Ruhr als auch die Lippe fließen durch den Kreis. Im Kreisgebiet entspringt die Emscher.

Gemeinden[Bearbeiten]

Der Kreis Unna, mit ca. 390.000 Einwohnern (Dezember 2013), gliedert sich in zehn kreisangehörige Gemeinden, darunter eine kreisangehörige Stadt, fünf Mittlere kreisangehörige Städte und zwei Große kreisangehörige Städte. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind die Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneMunicipalities in UN 2011.svg
Über dieses Bild

Städte

  • Bergkamen, Mittlere kreisangehörige Stadt (48.209)
  • Fröndenberg/Ruhr, Kreisangehörige Stadt (20.705)
  • Kamen, Mittlere kreisangehörige Stadt (43.177)
  • Lünen, Große kreisangehörige Stadt (84.775)
  • Schwerte, Mittlere kreisangehörige Stadt (46.198)
  • Selm, Mittlere kreisangehörige Stadt (25.553)
  • Unna, Große kreisangehörige Stadt (58.856)
  • Werne, Mittlere kreisangehörige Stadt (29.448)

Gemeinden

  • Bönen, Kreisangehörige Gemeinde (17.980)
  • Holzwickede, Kreisangehörige Gemeinde (16.721)

In Klammern die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2013[2]

Die Einwohnerzahl des Kreises Unna ist seit 2000 von rund 430.000 bis 2013 auf rund 390.000, also um fast 10 %, gesunken.

Nachbarkreise und -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Unna grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Coesfeld, an die kreisfreie Stadt Hamm, an den Kreis Soest, an den Märkischen Kreis, an die kreisfreien Städte Hagen und Dortmund sowie an den Kreis Recklinghausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Kreishaus Unna

Das Gebiet des Kreises Unna gehörte mit Ausnahme der Lüner Stadtteile Altlünen und Brambauer, des Schwerter Stadtteils Ergste und der Städte Selm und Werne zur Grafschaft Mark und nach ihrem Ende zu Preußen. 1753 wurde dessen Aufteilung reformiert. Der erste Kreis Hamm wurde gegründet. Während der napoleonischen Zeit war er Teil des Ruhrdistrikts, später wurde der Kreis mit einigen Veränderungen neu gegründet. Am 1. April 1901 verließ die Stadt Hamm den Kreis und wurde kreisfrei. Trotzdem blieb die Verwaltung des Kreises vorerst in Hamm. Die Gemeinden Holzwickede (einschließlich eines Teils der Gemeinde Sölde), Hengsen und Opherdicke wurden am 1. Oktober 1929 aus dem aufgelösten Landkreis Hörde in den Landkreis Hamm eingegliedert. Dessen Kreisverwaltung wurde nach Unna verlegt und der Kreis mit Wirkung vom 17. Oktober 1930 in Kreis Unna umbenannt. Spätere Neuordnungen veränderten die Grenzen des Kreises weiter. So verlor er unter anderem am 1. Januar 1968 die Gemeinde Niederaden an die damals noch kreisfreie Stadt Lünen und am 1. Juli 1969 die Gemeinde Sönnern an die Stadt Werl, Landkreis Soest. Bei der Kreisgebietsreform, die am 1. Januar 1975 wirksam wurde, verlor der Kreis Unna die Gemeinden Pelkum, Rhynern (ohne Hilbeck, das in den Kreis Soest und dort zur Stadt Werl kam) und Uentrop an die Stadt Hamm. Die Städte Lünen, Schwerte und Werne sowie die Gemeinde Selm – die am 27. September 1977 die Stadtrechte erhielt – wurden in den Kreis Unna eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Unnaer Kreistags 2014
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40
30
20
10
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41,9 %
29,4 %
11,2 %
5,0 %
3,4 %
3,0 %
2,7 %
2,5 %
1,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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+0,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
h Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen
Sitzverteilung im
Unnaer Kreistag 2014
         
Von 70 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand September 2014):

SPD CDU GRÜNE DIE LINKE GFL/UWG Fraktionslos Gesamt
29 21 8 3 3 6 70
GFL 2
UWG 1
FDP 2
PIRATEN 2
FW 2

Landräte und Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • Friedrich Böckmann, * 18. Februar 1923, † 3. Juli 1999, Amtszeit: 14. Dezember 1970 bis 18. Februar 1988
  • Rolf Tewes, * 24. September 1935, Amtszeit: 18. Februar 1988 bis 30. September 1999
  • Gerd Achenbach, * 20. September 1941, Amtszeit: 1. Oktober 1999 bis 13. Oktober 2004
  • Michael Makiolla, * 15. Januar 1956, Amtszeit: seit dem 13. Oktober 2004

Michael Makiolla (SPD) gewann die Stichwahl am 10. Oktober 2004 mit 62,93 % der Stimmen. 2009 wurde er mit 53,7 % im Amt bestätigt.

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

  • Lothar Voit, * 15. August 1911, † 10. Juni 1977 , Amtszeit: 1. August 1956 bis 31. August 1976
  • Karl-Heinrich Landwehr, * 14. August 1935, Amtszeit: 1. September 1976 bis 30. September 1999

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Kreises Unna ist eine Kombination der beiden Wappenzeichen der Grafen von der Mark.

Den unteren Teil bildet der rot-silberne (rot-weiße) märkische Schachbalken auf goldenem Grund aus dem Wappen der Grafschaft Mark, welcher vom Grafen Adolf I. von der Mark um 1220 eingeführt wurde und heute noch von der Stadt Hamm im Wappen geführt wird. Nachgewiesen ist der Schachbalken in einem Reitersiegel Adolfs in einer Urkunde desselben Jahres.

Darüber im ranghöheren Feld ist auf goldenem (gelbem) Grund ein roter, unbekrönter, einschwänziger steigender Löwe dargestellt, welcher vermutlich eine Anspielung auf das ältere altenaische Wappen der Grafen Friedrich von Berg-Altena(-Mark), Adolf I. von der Mark und Otto von Altena ist. Diese hatten umfangreichen Allodial- und Lehnsbesitz im Gebiet des heutigen Kreises Unna, das zusammen mit Hamm (Burg Mark) einen ihrer Besitzschwerpunkte bildete. Allerdings führten diese Grafen von Altena einen schwarzen Löwen mit roten Waffen und goldener Krone. Adolf und Otto führten ihn schon in der auch in diesem Wappen gezeigten Kombination mit dem Schachbalken. Der rote steigende, aber doppelschwänzige Löwe findet sich im Wappen der Grafen von Berg aus dem Hause Limburg und zeigt blaue Waffen und Krone. Beide Häuser, Altena und Berg, waren über Irmgard von Berg verwandt; jedoch heiratete diese erst 1218 Heinrich IV. von Limburg. Zu diesem Zeitpunkt führten die Häuser Altena-Isenberg und Altena-Mark bereits die Rose auf silbernem Grund bzw. den schwarzen Löwen auf goldenem Grund.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

Der Kreis Unna unterhält seit 1967 eine Kreispartnerschaft mit dem Kirklees Metropolitan Council in England.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Partnerschaft zum brandenburgischen Landkreis Templin aufgebaut, die – nach kommunaler Neuordnung – von dessen Nachfolgekreis Uckermark fortgeführt wird.

Des Weiteren besteht seit 1997 eine Partnerschaft mit dem polnischen Powiat Nowosądecki.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

An das europäische Flugnetz ist der Kreis Unna über die Flughäfen Dortmund bei Holzwickede sowie den in etwa einer Stunde per Auto oder Zug erreichbaren Flughafen Düsseldorf sehr gut angeschlossen. Der Flughafen Dortmund kann mit einem Shuttle-Bus vom Bahnhof Holzwickede/Dortmund-Flughafen sowie mit der Linie C 41 der VKU vom Bahnhof Unna erreicht werden. Auch die in ca. einer Stunde erreichbaren Flughäfen Münster/Osnabrück und Paderborn werden häufig von den Kreisbewohnern genutzt.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis Unna ist an den Schienenpersonenfernverkehr über die Bahnhöfe Dortmund Hbf, Hagen Hbf und Hamm (Westf) angebunden.

Im Schienenpersonennahverkehr wird er von zehn Eisenbahnstrecken erschlossen, auf denen 13 Regionalverkehrslinien verkehren:

Außerdem verkehrt auf der Strecke Unna – Unna-Königsborn – Dortmund Stadthaus – Dortmund-DorstfeldDortmund-Lütgendortmund (KBS 450.4) die S-Bahn-Linie S4.

Der Straßenpersonennahverkehr im Kreis Unna wird größtenteils von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH (VKU) durchgeführt. Vier Schnellbuslinien verbinden die einzelnen Städte und Gemeinden des Kreises miteinander, hinzu kommen Stadt-, Regio- und Taxibusse.

Bergkamen, das über keinen eigenen Bahnhof verfügt, ist mit dem Schnellbus S 30 der VKU an den Dortmunder Hauptbahnhof und die Innenstadt Dortmunds angebunden.

Der westliche Lüner Stadtteil Brambauer ist mit der DSW21-Stadtbahnlinie U 41 an den Hauptbahnhof und die Innenstadt Dortmunds angeschlossen.

Straßen[Bearbeiten]

Der Kreis Unna ist über vier Autobahnen (von denen zwei den östlichen Teil des Dortmunder Autobahnringes bilden) sowie fünf Bundesstraßen an das deutsche Fernstraßennetz angebunden:

  • A 1 Puttgarden–Hamburg–Bremen–Osnabrück–Kamen–Dortmund–Wuppertal–Köln–Saarbrücken (Hansalinie)
  • A 2 Oberhausen–Dortmund–Kamen–Bielefeld–Hannover–Braunschweig–Magdeburg–Berlin
  • A 44 Aachen–Düsseldorf–Bochum–Dortmund–Unna–Soest–Kassel–Eisenach
  • A 45 Dortmund–Schwerte–Hagen–Siegen–Gießen–Hanau–Seligenstadt (Sauerlandlinie)
  • B 1 Aachen–Unna–Küstrin-Kietz
  • B 54 Gronau–Werne–Lünen–Wiesbaden
  • B 61 Bassum–Bergkamen–Kamen–Lünen
  • B 233 Iserlohn–Unna und Kamen–Bergkamen–Werne
  • B 236 Olfen–Lünen–Schwerte–Münchhausen

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Unna bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen UN zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Städten Lünen, Selm und Werne Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren LA bis RZ und den Zahlen von 100 bis 999, später auch mit den Zahlen von 1 bis 99. Nach ein paar Jahren wurden auch die Kennzeichen mit den Buchstaben von L bis R mit den Zahlen von 1 bis 999 ausgegeben.

Seit dem 24. November 2012 ist auch das Unterscheidungszeichen LÜN (Lünen) erhältlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 336f.
  4. Kreis Unna – Partner- und Patenschaften

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Voit: Der Landkreis Unna. Stalling, 1966.
  • Harald Polenz: Das Zweistromland Westfalens – Kreis Unna an Lippe und Ruhr. Klartext, 2002, ISBN 978-3-89861-035-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Unna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien