Kreis Wesel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Wesel Deutschlandkarte, Position des Kreises Wesel hervorgehoben51.6656.6083333333333Koordinaten: 51° 40′ N, 6° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Wesel
Fläche: 1.042,8 km²
Einwohner: 457.033 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 438 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Kreisschlüssel: 05 1 70
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Reeser Landstraße 31
46483 Wesel
Webpräsenz: www.kreis-wesel.de
Landrat: Ansgar Müller (SPD)
Lage des Kreises Wesel in Nordrhein-Westfalen
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Der Kreis Wesel liegt in Nordrhein-Westfalen am unteren Niederrhein und am Nordwestrand des Ruhrgebiets. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland, im Regionalverband Ruhr und in der Euregio Rhein-Waal. Sitz des Kreises ist die Stadt Wesel.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel mit seiner Gesamtfläche von 1042,4 km² bei einem Durchmesser zwischen 45 und 48 km ist ein Landkreis des Niederrheins und gleichzeitig Bindeglied zwischen der Metropolregion Rhein-Ruhr und den Niederlanden. 45 Prozent des Kreisgebiets (die Städte Dinslaken, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Voerde und Wesel) gehören zur Ballungsrandzone, in welcher rund 80 Prozent der Einwohner des Kreises leben. In besonderem Maße wird die Entwicklung des Kreises jedoch durch seine Lage beiderseits des Rheins bestimmt. Die koordinierte Nutzung der Rheinschiene war das wesentliche Argument für die Bildung rheinüberschreitender Kreise 1975. Der Kreis Wesel hat mit 44 km links- und 30 km rechtsrheinischem Ufer den größten Anteil am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Lippe und Wesel-Datteln-Kanal (Länge im Kreisgebiet je 23 km) münden in Wesel in den Rhein.

Kreisangehörige Gemeinden[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel gliedert sich in 13 kreisangehörige Gemeinden, von denen sechs Mittlere kreisangehörige Städte und drei Große kreisangehörige Städte sind.

(In Klammern die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2013[2])

Städte

  1. Dinslaken, Große kreisangehörige Stadt (67.190)
  2. Hamminkeln, Mittlere kreisangehörige Stadt (26.369)
  3. Kamp-Lintfort, Mittlere kreisangehörige Stadt (36.973)
  4. Moers, Große kreisangehörige Stadt (103.108)
  5. Neukirchen-Vluyn, Mittlere kreisangehörige Stadt (26.846)
  6. Rheinberg, Mittlere kreisangehörige Stadt (30.610)
  7. Voerde (Niederrhein), Mittlere kreisangehörige Stadt (36.514)
  8. Wesel, Große kreisangehörige Stadt (60.070)
  9. Xanten, Mittlere kreisangehörige Stadt (21.186)

Gemeinden

  1. Alpen (12.614)
  2. Hünxe (13.512)
  3. Schermbeck (13.431)
  4. Sonsbeck (8610)
Bottrop Duisburg Essen Krefeld Kreis Borken Kreis Kleve Kreis Recklinghausen Kreis Viersen Mülheim an der Ruhr Oberhausen Alpen (Gemeinde) Dinslaken Hamminkeln Hünxe Kamp-Lintfort Moers Neukirchen-Vluyn Rheinberg Schermbeck Sonsbeck Voerde (Niederrhein) Wesel XantenMunicipalities in WES.svg
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Landschaft und Natur[Bearbeiten]

Während des Tertiärs wurde das Kreisgebiet bis in die Kölner Bucht hinein vom Meer überspült, so dass sich bis zu 300 m mächtige Ton- und Sand-Sedimente ablagerten, die im östlichen Kreisgebiet zum Teil noch heute abgebaut werden. Einige der nicht wiederbefüllten Tongruben haben sich zu wertvollen Lebensräumen entwickelt, wie beispielsweise das heutige Naturschutzgebiet Lichtenhagen bei Schermbeck.

Im Verlauf des Quartärs bildeten sich im weit verzweigten Flusssystem des Rheins Kies- und Sandablagerungen, die heute noch als Terrassen erkennbar sind. Während der ersten Kaltzeit entstand eine erste Hauptterrasse, die bis an die östliche Kreisgrenze heranreichte und sich im Westen bis zur Maas erstreckte. Die folgenden Kaltzeiten formten die überwiegend aus Kies und Sand entstandene Niederterrasse, die heute weite Teile des niederrheinischen Tieflands einnimmt und insbesondere zur Kiesförderung genutzt wird. Weiterhin entstanden Endmoränen wie die „Sonsbecker Schweiz“ bei Sonsbeck, die „Hees“ bei Xanten und die Binnendünen im „Diersfordter Wald“ bei Wesel.

Die als Kendel und Leyen bezeichneten einstigen Rheinverläufe und Bäche sind ebenso wie die als Donken bezeichneten Erhebungen typische Landschaftsbilder im Kreisgebiet. Während des 18. Jahrhunderts wurde der Rhein nach und nach begradigt und im gesamten Kreisgebiet Deiche angelegt, wodurch weite Teile der zuvor zwischen 4 und 6 km breiten Rheinaue vom Rhein und dessen Überflutungen abgeschnitten wurden und vertrockneten. Auch einige der damaligen Rheinschlingen wurden hierdurch vom Flusslauf getrennt und sind teils bis heute erhalten geblieben, ebenso wie wenige als „Meere“ bezeichnete Altwässer des Rheins, die wie das „Bislicher Meer“ überwiegend als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Eine der nur zwei noch weitgehend intakten Auenlandschaften im Kreisgebiet bildet das Naturschutzgebiet Bislicher Insel mit dem Xantener Altrhein, die zweite Auenlandschaft findet sich im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ bei Schermbeck. Der Großteil der einstigen Rheinauen wird heute durch Deichvorland eingenommen, die überwiegend als Grünflächen landwirtschaftlich genutzt werden.

Im Kreisgebiet existieren 73 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 131 km². Die verbliebenen Auen und die Deichvorlande dienen heute als bedeutendes Überwinterungsgebiet für über 60.000 arktische Wildgänse und -enten. Rund 40 in der Roten Liste geführte Vogelarten nisten in diesen Gebieten. Aufgrund dieser großen Bedeutung als Lebensraum sind weite Teile der einstigen Rheinaue in den Kreisen Wesel und Kleve sowie der Stadt Duisburg als Feuchtgebiet „Unterer Niederrhein“ und als gleichnamiges Vogelschutzgebiet geschützt, um insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung und die Förderung von Kies, Sand, und Salzen in diesen Gebieten zu reduzieren. Auch in anderen Teilen des Kreisgebietes waren früher ausgedehnte Feucht- und Wiesengebiete vorhanden, von denen aufgrund intensiver landwirtschaftlicher Nutzung nur noch wenige, wie beispielsweise das Naturschutzgebiet „Dingdener Heide“, erhalten blieben.

Weitere Naturschutzgebiete wurden in den im Kreisgebiet äußerst selten gewordenen Heidelandschaften eingerichtet, wie die „Loosenberge“ bei Schermbeck und die Kaninchenberge bei Hünxe. Weiterhin steht eine Vielzahl an Heidemooren unter Naturschutz, so zum Beispiel die Gebiete Schwarzes Wasser, „Schnepfenberg“, Großes Veen und die „Aaper Vennekes“. Um den Schutz von Natur und Landschaft weiterhin sicherzustellen, wurden zunächst Landschaftspläne für die Bereiche Hünxe/Schermbeck, Hamminkeln und Sonsbeck/Xanten, bald darauf auch für die Bereiche Alpen/Rheinberg, Dinslaken/Voerde und Wesel festgesetzt.

Nachbarkreise bzw. -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Borken und Recklinghausen, an die kreisfreien Städte Bottrop, Oberhausen, Duisburg und Krefeld sowie an die Kreise Viersen und Kleve.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel ist wie fast alle Kreise in Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975 im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms entstanden. Mit dem Niederrhein-Gesetz vom 9. Juli 1974 wurden wesentliche Teile der ehemaligen Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit Teilgebieten der Kreise Borken und Recklinghausen zum neuen Kreis Wesel zusammengefügt. Vorher war bereits zum 1. Juli 1969 in der 1. Phase der Neugliederung die Gebietsreform auf der Gemeindeebene teilweise vorweggenommen worden. Für die Gebietsreform der Kreise wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten abzielte. Als Mindestgröße galten 150.000, in Verdichtungsgebieten sogar 200.000 Einwohner. Ansonsten waren die Grundsätze des Landesentwicklungsplans zu berücksichtigen, wonach die Kreise wirtschaftsräumliche Einheiten darstellen und in ihren Grenzen eine ausgewogene Vielfalt von Unterzentren und Mittelzentren haben sollten. Entwicklungsachsen durften nicht Grenzen sein, sondern sollten wegen der Interdependenz der beiderseitigen Nutzung quergeschnitten werden.

Auf diesen Grundsätzen basierend ist am 1. Januar 1975 der neue Kreis Wesel durch den zusammenschluss von Gemeinden der Kreise Dinslaken, Moers und Rees mit einer Gesamtfläche von 1.042 km² und einer Einwohnerzahl von damals 387.000 gebildet worden.[3] Nach der Einwohnerzahl war er damit der fünftgrößte der 31 Kreise Nordrhein-Westfalens. Der Fläche nach liegt der Kreis Wesel oberhalb der damaligen nordrhein-westfälischen Durchschnittsgröße von 973 km². Die Stadt Wesel wurde Sitz des neuen Kreises, obgleich Moers die Stadt mit der größten Einwohnerzahl im Kreis war, denn Wesel weist eine zentralere Lage auf und ist für die Einwohner der mit weniger Kompetenzen ausgestatteten Unterzentren leichter zu erreichen.

Zum Beginn des Jahres 2005 stellte die CDU-Fraktion im Kreistag den Antrag auf Umbenennung des Kreises Wesel in „Niederrhein-Kreis Wesel“ zwecks Identifikations- und Tourismus-Maßnahme entsprechend dem Vorbild des Rhein-Kreises Neuss. In einer informellen Internet-Umfrage bis zum Ende des Jahres sprachen sich aber 1.579 von 2.884 Abstimmenden gegen die Umbenennung aus. Der Antrag wurde daraufhin zurückgezogen.

Nachdem sich der Kreis Wesel durch den Verkauf seiner Aktienanteile an der RWE AG entschuldet hatte, forderten im April 2007 die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und UWW im Rat der Stadt Wesel die Auflösung des Kreises Wesel und die Verteilung der Aufgaben auf die einzelnen Kommunen, wodurch die Kreisumlage eingespart und somit nach Auffassung der Fraktionen Kosten gesenkt werden könnten. Zur Auflösung des Kreises wäre allerdings die Änderung der Landesverfassung nötig, die den Kreisen Bestandsgarantien einräumt.

Zum Herbst 2007 bekräftigten die Fraktionen der CDU, der FDP und der Grünen im Kreistag sowie die Bürgermeister einiger kreisangehörigen Gemeinden ihr Vorhaben, zum nächstmöglichen Termin, dem 20. Oktober 2009, aus dem Regionalverband Ruhr (RVR) auszutreten. Begründet wurde dies mit Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit der Mitgliedschaft im RVR sowie der Befürchtung, als Teil des Ruhrverbandes eine untergeordnete, fremdbestimmte Rolle zu spielen. Die für den Austritt nötige Zweidrittelmehrheit von 45 Stimmen des Kreistags wurde jedoch durch Gegenstimmen der SPD um drei Stimmen verfehlt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im gesamten Kreisgebiet ist seit Ende der 1990er Jahre ein leichter Bevölkerungsrückgang festzustellen. Binnen sechs Monaten von Dezember 2005 bis Juni 2006 fiel so die Einwohnerzahl des Kreises von 476.428 auf 475.993. Einzige Ausnahmen im Kreisgebiet waren dabei Hamminkeln, das nach einem kleinen Bevölkerungsrückgang von 2004 nach 2005 einen erneuten Anstieg verzeichnete, und Xanten, das als einzige Stadt im Kreisgebiet seit über einem Jahrzehnt kontinuierlichen Zuwachs verzeichnet.

Amtliche Einwohnerzahlen am 31. Dezember:

Jahr   Einwohnerzahl
1995 465.454
1996 467.948
1997 469.980
1998 471.838
1999 473.367
2000 474.390
Jahr   Einwohnerzahl
2001 476.240
2002 477.906
2003 477.481
2004 477.164
2005 476.428
2006 475.433

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

(Stand: 31. Dezember 2003)

Alter   Einwohner
< 7 5,32 %
7–15 11,55 %
16–24 9,81 %
25–45 28,43 %
46–65 26,79 %
> 65 18,09 %
 Ausländeranteil
Männlich 3,66 %
Weiblich 3,31 %
 Konfessionen
katholisch 39,64 %
evangelisch 34,70 %
sonstige 25,66 %

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Der Landrat ist der oberste politische Repräsentant des Kreises und die unterste staatliche Behörde.[4]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009
Wahlbeteiligung: 54,5 % (2004: 56,0 %)
 %
40
30
20
10
0
37,6
35,7
11,0
7,8
5,1
2,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,7
-2,4
+0,7
+0,6
+5,1
-0,3

Die 66 Sitze im Kreistag verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei Sitze
2009
Sitze
heute
CDU 25 25
SPD 24 24
GRÜNE 7 7
FDP 5 5
LINKE 3 1
VWG 2 3
parteilos 1

Bereits nach der ersten Kreistagssitzung verließ ein Mitglied die Linke und wechselte zu den Vereinigten Wähler-Gemeinschaften (VWG). Damit veränderte sich die Verteilung der Mandate auf zwei für die Linke und drei für die VWG.[5] Im Dezember 2010 verließ ein weiteres Mitglied die Linke und arbeitet jetzt als fraktionslose Abgeordnete, dadurch verringert sich die Anzahl der Mandate für die Linke auf eines.[6]

SPD, Grüne und VWG bilden eine Koalition.

Kreiswappen des Kreises Wesel

Kreiswappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Kreises Wesel zeigt eine in Silber (Weiß) dargestellte niederrheinische Kopfweide in grünem Feld. Die drei Wurzelansätze verweisen auf die drei Altkreise Dinslaken, Moers und Rees, während die 13 Zweige symbolisch die Verbundenheit mit den kreisangehörigen Gemeinden darstellen. Gleichzeitig soll das Wappen auf die vielen naturbelassenen Gebiete hindeuten und der Wille zum Ausdruck gebracht werden, dieses Landschaftsbild zu erhalten. Die Kopfweide prägt in weiten Teilen das Bild der Kulturlandschaft Niederrhein. Das Wappen wurde am 14. Juli 1978 genehmigt.

Kreispartnerschaft[Bearbeiten]

Die Grafschaft Durham im Nordosten Englands ist seit 1953 Partnerkreis des damaligen Kreises Moers und seit dessen Auflösung 1974 Partnerkreis des Kreises Wesel.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel wird von drei Eisenbahnstrecken erschlossen:

der Rhein-Express (RE 5) EmmerichWeselOberhausenDuisburgDüsseldorf FlughafenDüsseldorfKölnBonnKoblenz
die RegionalBahn „Der Weseler“ (RB 35) Wesel–Oberhausen–Duisburg, in der Hauptverkehrszeit von Emmerich nach Düsseldorf über Düsseldorf Flughafen durchgebunden und
die Rhein-Niers-Bahn (RB 33) Wesel–Oberhausen–Duisburg–KrefeldMönchengladbach verkehren
die RegionalBahn „Der Bocholter“ (RB 32) Wesel–Bocholt verkehrt, und
die Regionalbahn „Der Niederrheiner“ (RB 31) Xanten–Moers–Duisburg verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio NRW bzw. seit 2009 der NordWestBahn.

Im Straßenpersonennahverkehr erschließen folgende sechs Städteschnellbus-Linien das Kreisgebiet:

der SB 3 Wesel–Hünxe–Dinslaken,
der SB 6 Wesel–Xanten,
der SB 10 Neukirchen-Vluyn–Duisburg,
der SB 21 Wesel–Hünxe–SchermbeckDorsten,
der SB 28 SchermbeckDorstenGelsenkirchen und
der SB 30 GeldernKamp-Lintfort–Moers–Duisburg.

Die zwischen Dinslaken und Duisburg verkehrende Straßenbahn-Linie 903 und weitere Buslinien ergänzen das örtliche und überörtliche Angebot.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif

Straßen[Bearbeiten]

Der Kreis Wesel wird von je sechs Bundesautobahnen und Bundesstraßen erschlossen:

Rheinüberschreitend existieren im Kreis Wesel

die Autofähre von Duisburg-Walsum nach Rheinberg-Orsoy bei Rheinstrom-km 793 und
von Ostern bis Oktober die Personenfähre „Keer Tröch II“ von Wesel-Bislich nach Xanten bei Rheinstrom-km 823.

Zur Überquerung der Lippe kann ebenfalls von Ostern bis Oktober die Gierseil-Personenfähre, der „Quertreiber“, in Höhe des Umspannwerks der RWE Rhein-Ruhr AG benutzt werden.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten]

Der Rhein und der Wesel-Datteln-Kanal bilden die Grundlage für vier im Kreisgebiet betriebene Häfen:

Medien[Bearbeiten]

Das Lokalradio Radio K.W. (Radio Kreis Wesel) sendet sein Programm aus den Funkstudios im Berliner Tor-Center in Wesel. Es ist über den Sender Wesel und den Moerser Fernmeldeturm im gesamten Kreisgebiet zu empfangen. Darüber hinaus betreibt Radio K.W. in Kooperation mit den Volkshochschulen und dem Förderverein Radio K.W. e. V. sechs Radiowerkstätten, in denen die Sendungen des Bürgerfunks produziert werden.

Sport[Bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Sportvereinen im Kreisgebiet zählen der TV Voerde, dessen Damenmannschaft im Faustball neben einer Vielzahl nationaler und internationaler Titel den Weltpokal 2001 gewann, und der Moerser SC, dessen Männermannschaft in der Volleyball-Bundesliga spielt und 1992 Deutscher Meister wurde. Der SV Schermbeck spielt als höchstklassige Fußballmannschaft im Kreisgebiet in der fünftklassigen NRW-Liga. Der TuS Xanten als Ausrichter des Nibelungen-Triathlons kann Erfolge in Leichtathletik- und Triathlon-Wettbewerben vorweisen.

Kultur[Bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Für den Kreis Wesel sind 14 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Alpen (1), in Dinslaken (2), in Hünxe (1), in Kamp-Lintfort (1), in Moers (1), in Rheinberg (2), in Schermbeck (1), in Sonsbeck (2), in Wesel (2) und in Xanten (1).[7]. Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Rees bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WES (für die Kreisstadt Wesel) zugewiesen. Es wird im Kreis Wesel durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 3. Dezember 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen DIN (Dinslaken) und MO (Moers) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinhard Pohl (Hrsg.): Raumordnung am Niederrhein, Kreisreformen seit 1816. Selbstverlag des Kreisarchivs Wesel, Wesel 1985.
  • Hans Schleuning, Gabriele Süsskind, Walter Szuka: Der Kreis Wesel. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1983. ISBN 3-8062-0288-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 299.
  4. Site des Landrates von Wesel, Abruf am 24. Mai 2012.
  5. http://www.derwesten.de/staedte/wesel/Wechsel-von-der-Linken-zur-VWG-id64698.html
  6. http://www.dielinke-kreiswesel.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell-16/artikel/die-linke-fordert-kreistagsmandat-zurueck/
  7. KREIS WESEL. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl.; Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein - Liste nach der heutigen Verwaltungsgliederung - Regierungsbezirk Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Wesel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien