Kreis Zeulenroda
| Basisdaten[1] | |
|---|---|
| Bezirk der DDR | Gera |
| Kreisstadt | Zeulenroda |
| Fläche | 263 km² (1989) |
| Einwohner | 38.594 (1989) |
| Bevölkerungsdichte | 147 Einwohner/km² (1989) |
| Kfz-Kennzeichen | N (1952–1990) ZR (1991–1994) |
| Der Kreis Zeulenroda im Bezirk Gera | |
Der Kreis Zeulenroda bestand bis zur Thüringer Kreisgebietsreform 1994 auf dem Gebiet des DDR-Bezirks Gera bzw. nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Südosten des Freistaats Thüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte und Territorialstruktur [Bearbeiten]
Durch das Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Länder in der Deutschen Demokratischen Republik vom 23. Juli 1952 kam es in den noch bestehenden fünf Ländern der DDR zu einer umfangreichen Kreisreform.[2] So wurden am 25. Juli 1952 die Länder aufgelöst und 14 Bezirke eingerichtet. Hierbei wurden traditionelle Kreise aufgelöst oder in kleinere Kreise gegliedert, wobei es auch über die Grenzen der ehemaligen fünf Länder hinweg zu Gebietsänderungen kam. Der Kreis Zeulenroda wurde hauptsächlich aus dem Landkreis Greiz (Thüringen) gebildet. Der Kreis wurde dem neugebildeten Bezirk Gera zugeordnet, Kreisstadt und Sitz der Verwaltung (Rat des Kreises bis 1990; danach Landratsamt) wurde Zeulenroda.[3]
Folgende 49 Gemeinden bildeten den neuen Kreis Zeulenroda:
- 3 Gemeinden aus dem Landkreis Gera:
- Auma, Forstwolfersdorf und Wiebelsdorf,
- 38 Gemeinden aus dem Landkreis Greiz:
- Arnsgrün, Bernsgrün, Brückla, Dobia, Dörtendorf, Erbengrün, Fröbersgrün, Göhren-Döhlen, Göttendorf-Neuärgerniß, Hain, Hainsberg, Hohenleuben, Kleinwolschendorf, Krölpa, Langenwetzendorf, Langenwolschendorf, Leiningen, Leitlitz, Lunzig, Mehla, Merkendorf, Muntscha, Naitschau, Niederböhmersdorf, Pahren, Pöllwitz, Schönbrunn, Silberfeld, Staitz, Stelzendorf, Triebes, Weckersdorf, Weißendorf, Wellsdorf, Wenigenauma, Wolfshain, Zadelsdorf und Zeulenroda,
- 7 Gemeinden aus dem Landkreis Plauen (Sachsen):
- Ebersgrün, Linda, Oberreichenau, Pausa, Ranspach, Unterreichenau und Wallengrün,
- der Gemeinde Läwitz aus dem Landkreis Schleiz.
Durch Umgliederungen über Kreisgrenzen und Gemeindegebietsveränderungen sank die Zahl der Gemeinden bis auf 19 bei Auflösung des Kreises Ende Juni 1994:[3]
- 4. Dezember 1952 Umgliederung von Erbengrün, Leinigen, Lunzig, Naitschau und Wellsdorf aus dem Kreis Zeulenroda in den Kreis Greiz
- 4. Dezember 1952 Umgliederung von Forstwolfersdorf aus dem Kreis Zeulenroda in den Kreis Gera-Land
- 4. Dezember 1952 Umgliederung von Förthen aus dem Kreis Schleiz in den Kreis Zeulenroda
- 4. Dezember 1952 Umgliederung von Fröbersgrün aus dem Kreis Zeulenroda in den Kreis Plauen-Land
- 4. Dezember 1952 Umgliederung von Tischendorf aus dem Kreis Pößneck in den Kreis Zeulenroda
- 1. Januar 1956 Umgliederung von Braunsdorf aus dem Kreis Pößneck in den Kreis Zeulenroda
- 1. Januar 1957 Eingliederung von Brückla in die Stadt Hohenleuben
- 1. Juli 1961 Eingliederung von Oberreichenau in die Stadt Pausa/Vogtl.
- 1. Januar 1970 Eingliederung von Schönbrunn in Bernsgrün
- 1. Januar 1970 Eingliederung von Wolfshain in Ebersgrün
- 22. März 1970 Eingliederung von Wallengrün in Unterreichenau
- 1. Januar 1974 Eingliederung von Krölpa in Muntscha
- 1. Januar 1974 Eingliederung von Stelzendorf in Pahren
- 1. Januar 1974 Eingliederung von (Bad) Linda in die Stadt Pausa/Vogtl.
- 1. Januar 1979 Eingliederung von Hainsberg in Langenwetzendorf
- 1. Januar 1979 Eingliederung von Tischendorf in Braunsdorf
- 1. Januar 1992 Ausgliederung des Ortsteiles Wolfshain aus der Gemeinde Erbersgrün und Eingliederung in Pöllwitz
- 1. April 1992 Eingliederung von Dobia in Pöllwitz
- 1. April 1992 Eingliederung von Kleinwolschendorf in die Stadt Zeulenroda
- 1. Juli 1992 Eingliederung von Göttendorf-Neuärgerniß zu Langenwetzendorf
- 1. Juli 1992 Eingliederung von Niederböhmersdorf in die Stadt Zeulenroda
- 14. Juli 1993 Eingliederung von Leitlitz in die Stadt Zeulenroda
- 1. April 1992 Umgliederung von Ebersgrün, Ranspach, Unterreichenau und der Stadt Pausa/Vogtl. in den Landkreis Plauen (Sachsen)
- 25. März 1994 Eingliederung von Muntscha und Wenigenauma in die Stadt Auma
- 6. April 1994 Eingliederung von Mehla in die Stadt Triebes
- 1. Mai 1994 Eingliederung von Förthen, Läwitz, Pahren und Weckersdorf in die Stadt Zeulenroda
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Zeulenroda umbenannt.[4] Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis Zeulenroda durch das Ländereinführungsgesetz im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Thüringen zugesprochen. Bei der Kreisreform in Thüringen ging er am 1. Juli 1994 vollständig im Landkreis Greiz auf.[3]
Geographie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Der Kreis lag im Südosten des Bezirkes Gera und hatte folgende Nachbarkreise: Schleiz im Südwesten, Pößneck im Nordwesten, Gera-Land im Norden und Greiz im Osten. Im Süden berührte der Kreis Zeulenroda den Kreis Plauen-Land im Bezirk Karl-Marx-Stadt.
Naturraum [Bearbeiten]
Das Kreisgebiet war Teil der Ostthüringisch-Vogtländischen Hochfläche. Die höchste Erhebung im Landkreis war in der Nähe von Pausa im Süden (509 m). Von hier aus senkte sich die aus Schiefergestein aufgebaute Hochfläche nach Norden (465 m bei Auma) und Nordosten (412 m bei Staitz). Der Landkreis wurde von zahlreichen kleinen Flüssen durchzogen, die entweder in die Weiße Elster im Kreis Greiz mündeten oder den Stausee Zeulenroda bzw. den Weidastausee speisten. Zu ihnen gehören z. B. die Leuba, Triebes, Weida und Auma.
Im Kreis lag das fünf ha umfassende Naturschutzgebiet Gütterlitz beim Ort Gütterlitz. An der Talsperre Zeulenroda befand sich ein FDGB-Ferienheim.[5]
Industrie [Bearbeiten]
Die traditionelle Textilindustrie bestimmte die Wirtschaftsstruktur des Kreises. In Pausa hatten die Betriebe VEB Wäscheunion und VEB Spitze und Bekleidung ihren Standort. Aber auch in Hohenleuben und Zeulenroda wurden Textilien hergestellt, in Triebes textile Verpackungsmittel. Ein Stammbetrieb des Kombinats Lederverarbeitung in Hohenleuben stellte Sportschuhe her. Ferner hatten die Porzellanindustrie, Maschinenbau und Gummiverarbeitung im Kreis Bedeutung. Elektrische Sicherungen aus Hartporzellan werden in Pausa und Auma hergestellt.[5]
Verkehr [Bearbeiten]
Nur eine größere Eisenbahnlinie verlief von Norden nach Süden durch den Kreis. Sie führte über Weida (Kreis Gera), Triebes, Zeulenroda, Pausa in den Kreis Plauen. Auma lag an der Eisenbahnstrecke Triptis-Lobenstein, die im Westen nur einen Teil des Kreises durchquerte. Zwei Fernverkehrsstraßen durchkreuzten das Kreisgebiet, die F 2 und die F 94, die beide aus Südwesten (Schleiz) kamen.
Vorsitzende des Rates des Kreises/Landrat [Bearbeiten]
Während der DDR-Zeit wurde der Kreis von einem Rat des Kreises geführt. Er bestand aus dem Vorsitzenden, den Stellvertretern, dem Sekretär und den Abteilungsleitern. Die einzige frei gewählte Landrätin war Martina Schweinsburg (CDU).
- 1952–1954 J. Rabitzsch
- 1954–1955 H. Cyranek
- 1955–1959 H. Krahnert
- 1959–1963 W. Reichl
- 1963–1964 R. Knorr
- 1964–1965 G. Grau
- 1965–1978 W. Götz
- 1979–1990 H. Hentschel
- 1990–1994 Martina Schweinsburg
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
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Bevölkerungsdaten der Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Bevölkerungsübersicht aller 35 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Thüringen kamen.[6]
| AGS | Gemeinde | Einwohner | Fläche (ha) | |
| 03.10.1990 | 31.12.1990 | |||
| 16045010 | Arnsgrün | 373 | 366 | 879 |
| 16045020 | Auma, Stadt | 3.313 | 3.294 | 2.013 |
| 16045030 | Bernsgrün | 544 | 540 | 1.151 |
| 16045040 | Braunsdorf | 281 | 276 | 618 |
| 16045050 | Dobia | 124 | 121 | 411 |
| 16045060 | Dörtendorf | 211 | 209 | 452 |
| 16045070 | Ebersgrün | 445 | 446 | 791 |
| 16045080 | Förthen | 88 | 87 | 301 |
| 16045090 | Göhren-Döhlen | 121 | 115 | 458 |
| 16045100 | Göttendorf-Neuärgerniß | 336 | 339 | 617 |
| 16045110 | Hain | 59 | 59 | 272 |
| 16045130 | Hohenleuben, Stadt | 1.963 | 1.958 | 952 |
| 16045140 | Kleinwolschendorf | 136 | 136 | 392 |
| 16045160 | Läwitz | 143 | 142 | 263 |
| 16045170 | Langenwetzendorf | 1.970 | 1.954 | 1.226 |
| 16045180 | Langenwolschendorf | 963 | 967 | 679 |
| 16045190 | Leitlitz | 203 | 204 | 1.012 |
| 16045210 | Mehla | 308 | 309 | 395 |
| 16045220 | Merkendorf | 332 | 331 | 953 |
| 16045230 | Muntscha | 330 | 331 | 691 |
| 16045240 | Niederböhmersdorf | 363 | 360 | 300 |
| 16045250 | Pahren | 475 | 476 | 632 |
| 16045260 | Pausa/Vogtl., Stadt | 3.324 | 3.266 | 882 |
| 16045270 | Pöllwitz | 801 | 808 | 2.360 |
| 16045280 | Ranspach | 338 | 331 | 402 |
| 16045300 | Silberfeld | 126 | 121 | 213 |
| 16045310 | Staitz | 293 | 292 | 674 |
| 16045340 | Triebes, Stadt | 4.022 | 3.974 | 1.076 |
| 16045350 | Unterreichenau | 252 | 247 | 1.147 |
| 16045370 | Weckersdorf | 244 | 245 | 494 |
| 16045380 | Weißendorf | 399 | 390 | 360 |
| 16045390 | Wenigenauma | 200 | 199 | 394 |
| 16045400 | Wiebelsdorf | 287 | 288 | 726 |
| 16045420 | Zadelsdorf | 180 | 177 | 577 |
| 16045430 | Zeulenroda, Stadt | 14.055 | 13.852 | 1.489 |
| 16045 | Zeulenroda | 37.602 | 37.210 | 26.252 |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
- ↑ Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Länder in der DDR vom 23. Juli 1952. Online auf www.verfassungen.de.
- ↑ a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
- ↑ Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
- ↑ a b versch. (Hrsg.): Diercke Lexikon Deutschland - Deutsche Demokratische Republik und Berlin (Ost), S. 297. Georg Westermann Verlag GmbH, Braunschweig 1986, ISBN 3-07-508861-7.
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik - Auskunftsdienst
Eisenberg | Gera-Land | Gera (Stadtkreis) | Greiz | Jena | Jena (Stadtkreis) | Lobenstein | Pößneck | Rudolstadt | Saalfeld | Schleiz | Stadtroda | Zeulenroda
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1952 bis 1994: Altenburg | Apolda | Arnstadt | Artern | Bad Salzungen | Eisenach | Eisenberg | Erfurt | Erfurt (Stadt) | Gera | Gera (Stadt) | Gotha | Greiz | Heiligenstadt | Hildburghausen | Ilmenau | Jena | Jena (Stadt) | Langensalza | Lobenstein | Meiningen | Mühlhausen | Neuhaus | Nordhausen | Pößneck | Rudolstadt | Saalfeld | Schleiz | Schmalkalden | Schmölln | Sömmerda | Sondershausen | Sonneberg | Stadtroda | Suhl | Suhl (Stadt) | Weimar | Weimar (Stadt) | Worbis | Zeulenroda