Kreis Znin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verwaltungsgliederung der Provinz Posen.

Der Kreis Znin war ein von 1887 bis 1919 bestehender preußischer Kreis im Regierungsbezirk Bromberg der Provinz Posen. Er lag im nordöstlichen Teil der Provinz, Kreisstadt war Znin.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

1772 bis 1807[Bearbeiten]

Das Gebiet um die westpolnische Stadt Żnin gehörte nach der Ersten Teilung Polens von 1772 bis 1807 vorübergehend zum Netzedistrikt in der preußischen Provinz Westpreußen, während der Westen des Kreisgebietes nach der Zweiten Teilung Polens von 1793 bis 1807 vorübergehend zur preußischen Provinz Südpreußen gehörte. Nach dem Frieden von Tilsit wurde das Gebiet 1807 an Polen zurückgegeben.

1815 bis 1887[Bearbeiten]

Das Gebiet fiel nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 erneut an das Königreich Preußen. Bis zum 1. Oktober 1887 gehörte es zum Kreis Schubin in der Provinz Posen.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1887 wurde aus dem Südteil des Kreises Schubin ein eigener Kreis Znin gebildet.

Zum neuen Kreis Znin kam zusätzlich:

Sitz des Landratsamtes wurde die Kreisstadt Znin.

Am 27. Dezember 1918 begann in der Provinz Posen der Großpolnische Aufstand der polnischen Bevölkerungsmehrheit gegen die deutsche Herrschaft, und bereits am 18. Januar 1919 war die Kreisstadt Znin unter polnischer Kontrolle.

Am 16. Februar 1919 beendete ein Waffenstillstand die polnisch-deutschen Kämpfe, und am 28. Juni 1919 trat die deutsche Regierung mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags den Kreis Znin auch offiziell an das neu gegründete Polen ab.

Landräte[Bearbeiten]

1887–1896: Karl von Davier (1853–1936)
1896–1909: Carl von Peistel (1862–1930)
1909–1917: Eugen Naumann (1874–1939)
1917–1920: Franz Erich Schüler

Kommunale Gliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Znin gliederte sich in 4 Stadtgemeinden, die restlichen Ortschaften waren in Polizeidistrikten zusammengefasst.

Der Kreis Znin bestand am 1. Januar 1908 aus:

  • 4 Stadtgemeinden (Znin, Gonsawa, Janowitz und Rogowo),
  • 93 Landgemeinden und
  • 41 Gutsbezirken.

Größe[Bearbeiten]

Der Kreis Znin hatte eine Fläche von 740 km².

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Kreis Znin hatte im Jahre 1890 31.568 Einwohner. Davon waren 82 % Polen, 15 % Deutsche und 3 % Juden. Ein Teil der deutschen Einwohner verließ nach 1919 das Gebiet.

Ortschaften[Bearbeiten]

Liste der Ortschaften im Kreis Znin mit mehr als 500 Einwohnern (1910):

polnischer Name deutscher Name (1815–1919) deutscher Name (1939–1945)
Brzyskorzystew Brzyskorzystew
1907–1919 Birkenfelde
Birkenfelde
Dochanowo Dochanowo Dolgen
Dziewierzewo Dziewierzewo
1907–1919 Lindenbrück
Lindenbrück
Gąsawa Gonsawa Gerlingen
Góra Gora Bergen
Janowiec Wielkopolski Janowitz Jannowitz
Jaroszewo Jaroszewo
1907–1919 Jaroschewo
1939–1943 Jarau
1943–1945 Garau
Juncewo Juncewo Junkers
Mięcierzyn Mittelwalde Mittelwalde
Murczyn Murczyn
1907–1919 Murtschin
Spindlersfelde
Rogowo Rogowo 1939–1943 Seebrück
1943–1945 Roggenau
Szelejewo Szelejewo
1907–1919 Schelejewo
Borkendorf
Znin Znin Dietfurt

(Bis auf wenige Ausnahmen galten nach 1815 die polnischen Ortsnamen weiter, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden mehrere Ortsnamen eingedeutscht. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg erhielten sämtliche Ortschaften deutsche Bezeichnungen.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]