Kremnica

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Kremnica
Wappen Karte
Wappen von Kremnica
Kremnica (Slowakei)
Kremnica
Kremnica
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Banskobystrický kraj
Okres: Žiar nad Hronom
Region: Pohronie
Fläche: 43,136 km²
Einwohner: 5.528 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 128,15 Einwohner je km²
Höhe: 550 m n.m.
Postleitzahl: 967 01
Telefonvorwahl: 0 45
Geographische Lage: 48° 42′ N, 18° 55′ O48.70444444444418.918333333333550Koordinaten: 48° 42′ 16″ N, 18° 55′ 6″ O
Kfz-Kennzeichen: ZH
Kód obce: 516970
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Verwaltung (Stand: Januar 2011)
Bürgermeisterin: Zuzana Balážová
Adresse: Mestský úrad Kremnica
Štefánikovo nám. 1/1
96701 Kremnica
Webpräsenz: www.kremnica.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Kremnica (deutsch: Kremnitz, ungarisch: Körmöcbánya) ist eine Stadt und ehemalige Bergstadt in der Mittelslowakei. Sie hat 5528 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013) und eine Fläche von 43,136 km². Die Geschichte der Stadt Kremnica ist eng mit der Goldförderung verbunden. Im Mittelalter und in der Neuzeit zählte sie zu den wichtigsten Bergbaustädten der Welt („Goldenes Kremnitz“).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Kremnica liegt in einer Höhe von 564 m n.m. und die Gemeindefläche umfasst 43.136 km².[1] Die Stadt befindet sich in den Kremnitzer Bergen (slow. Kremnické vrchy) am Kremnický potok (dt. Kremnitzer Bach), welcher ein Zufluss zur Gran (slow. Hron) ist. Der Ort liegt etwa 20 km westlich von Banská Bystrica (Neusohl), 45 km südlich von Martin und 175 km östlich von Bratislava.

Blick auf die Stadt im Winter

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den Gemarkungen Grobňa, Mláky, Peklo, Revolta, Srnia lúka, Šachta Ludovika (Ludwigschacht), Šachta Michal (Michaelsschacht), Šibeničný vrch (Galgenberg), Šturc (Sturz) und Veterník (Legendel, 1808-1888 und seit 1924 eingemeindet). Die Gemeinde Horná Ves (deutsch Windischdorf) war Teil von Kremnica 1808-1888, 1952-1957 und 1980-1997, die Gemeinden Krahule (deutsch Blaufuß), Kremnické Bane (deutsch Johannesberg) und Lúčky (deutsch Honneshau) 1980-1992.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Kremnitz mit den zugehörigen sieben Dörfern zusammen noch 8.906 deutsche, slowakische und magyarische Einwohner.

Ethnische Zusammensetzung (2001)

Religiöse Zugehörigkeit

Geschichte[Bearbeiten]

Pestsäule
Blick auf die Stadt und Schloss (1729)

Obwohl direkte Besiedlungsnachweise nur spärlich vorhanden sind, geht man davon aus, dass die ältesten Stollen und Schächte aus dem 8. und 9. Jahrhundert stammen. Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen Cremnychbana stammt aus dem Jahr 1328. In dieser Urkunde verleiht der ungarische König Karl I. Robert dem Ort Cremnychbana die Rechte und Pflichte einer königlichen Freistadt. Unter anderem erhält die neue Stadt das Recht, einen Richter sowie den Stadtrat zu wählen, die Bergbauunternehmung frei auszuüben und erhielt alles Land und Wälder in einem Umkreis von 2 Meilen. Zugleich wurde die Münzprägeanstalt (siehe unten) gegründet, die schon 1329 ihren Betrieb aufnahm. Neben der schon ansässigen slawischen und deutschen Bevölkerung kamen auch weitere Siedler, teilweise aus den umliegenden Bergstädten, teilweise aus dem Ausland (Italien, Bayern, Österreich, Schlesien, Böhmen und Flandern). Die ersten Münzprager wurden aus dem böhmischen Kuttenberg eingeladen. In kurzer Zeit wurde die Stadt zum Sitz der königlichen Bergbau- und Münzkammer sowie des Kammergrafs (bis zum 16. Jahrhundert), der Bergbau und Münzprägeanstalten in 12 Gespanschaften verwaltete.[2]

Neben dem Bergbau und der Münzprägeanstalt waren jedoch auch andere Wirtschaftsbereiche bedeutend: Nach einem Steuerverzeichnis aus den Jahren 1442–3 waren 135 Handwerker in der Stadt tätig, die sich später in Zünfte (erste Erwähnung 1465) zusammenschlossen. Zu dieser Zeit lebten etwa 3.500 Einwohner in der Stadt. Zusammen mit anderen Bergstädten Schemnitz, Neusohl, Königsberg, Pukanz, Dilln und Libethen gehörte Kremnitz zu den sieben niederungarischen Bergstädten.

Im 16. und 17. Jahrhundert kam es zu einem Niedergang der Goldförderung, zum Teil durch technische Schwierigkeiten (tiefer Bergbau, überflutete Schächte), zum anderen durch politische Ereignisse (Türkenkriege, antihabsburgische Aufstände) bedingt. Zugleich verlor die Bergbau- und Münzkammer an Bedeutung und wurde seit dem 17. Jahrhundert der habsburgischen Hofkammer in Wien unterstellt, während der Kammergraf seinen Sitz nach Schemnitz verlegte. Dank der raschen Entwicklung der Bergwerktechnik kam es im 18. Jahrhundert zu einem Aufschwung, Kremnitz konnte aber die führende Rolle nicht mehr erreichen und nach dem Ende des 18. Jahrhunderts kam es zum erneuten Niedergang. Dennoch wurde der Tiefenbergbau erst 1970 eingestellt.

Noch im 19. Jahrhundert lebten 6.100 meist deutsche Einwohner in der Bergstadt, welche durch die Gold- und Silberbergwerke weltbekannt war. Im Jahr 1876 erhielt die Freistadt Kremnitz im ungarischen Komitat Bars einen Magistrat.

Münzprägeanstalt[Bearbeiten]

Aus dem Jahr 1328 stammt auch das Recht einer Münze. In dieser Prägeanstalt, der Mincovňa Kremnica wurden vorerst nach dem Muster der Münzen der Stadt Florenz sogenannte Floren geprägt. Sie wurden jedoch bald in Dukaten umbenannt. Die Münze entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer der größten Münzstätten in Österreich-Ungarn und zählt heute zu einem der ältesten noch arbeitenden Unternehmen dieser Art weltweit (Münzzeichen: MK im Kreis).

Neben den Münzen für die Tschechoslowakei wurden ebenso die slowakischen Kronen geprägt, wie auch die Euromünzen. Für die Euro-Umstellung wurden im Jahre 2008 500 Millionen Münzen ausgegeben. Daneben werden für annähernd 60 andere Länder Münzen geprägt. Diese Münzen sind in einem Gebäude aus dem Jahr 1430, in dem ein Museum eingerichtet wurde, ausgestellt.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der befestigten Innenstadt befinden sich ein Schloss und eine gotische Schlosskirche St. Anna aus dem 13. Jahrhundert, die St. Elisabethkirche (14. Jahrhundert) und das Haus der Königin Maria. Weiterhin gibt es ein 1634 erbautes Franziskanerkloster.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kremnica

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Hauptstraße 65 von Žiar nad Hronom nach Martin führt durch den Ort. Der Bahnhof Kremnica liegt an der Bahnstrecke (Salgótarján–)Zvolen–Vrútky (Hatvan-Rutka).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Neben der staatlichen Münze (Mincovňa Kremnica) gibt es die Betriebe Elba und Elka sowie die Kremnitzer Bergwerke.

Bildung[Bearbeiten]

In der Stadt befinden sich 1 Gymnasium, 2 Grundschulen, die Kunstschule J.L. Bel und ein Kindergarten.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Martin Chladni, (1669-1725), lutherischer Theologe
  • Oľga Adamčíková, (1903-1992), slowakische Schauspielerin
  • Ladislav Chudík, (*1924), Schauspieler
  • Jozef Pribilinec, (*1960), slowakischer Geher

Partnerstädte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Municipal Statistics. Statistisches Amt der Slowakischen Republik. Abgerufen am 19. Januar 2008.
  2. O Kremnici, slowakisch, abgerufen am 26. Januar 2012
  3. die Stadt Kremnica und ihre historische Münzstätte auf Radio Slovakia International vom 8. Februar 2010 abgerufen am 15. April 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Windakiewicz: Gold- und Silber-Bergbau zu Kremnitz in Ungarn. in: Jahrbuch der k.k. Geologischen Reichsanstalt, Jg. 16, Wien 1866, S. 217-268 (Digitalisat; PDF; 3,6 MB)

Weblinks[Bearbeiten]