Kreuzau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kreuzau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kreuzau
Kreuzau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kreuzau hervorgehoben
50.7458333333336.4891666666667145Koordinaten: 50° 45′ N, 6° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 41,73 km²
Einwohner: 17.163 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52372
Vorwahlen: 02422, 02427 und 02421Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 7
52372 Kreuzau
Webpräsenz: www.kreuzau.de
Bürgermeister: Ingo Eßer (CDU)
Lage der Gemeinde Kreuzau im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
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Kreuzau liegt im Erholungsgebiet Rureifel und ist mit etwa 18.000 Einwohnern in gut 7.000 Haushalten die drittgrößte Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Beginnend im Norden im Uhrzeigersinn grenzen an Kreuzau die Kreisstadt Düren und die Gemeinden Nörvenich, Vettweiß, Nideggen sowie Hürtgenwald, allesamt im Kreis Düren gelegen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kreuzau setzt sich aus folgenden Ortsteilen zusammen:

Außerdem gab es noch den untergegangenen Ort Hemgenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Zahlreiche archäologische Funde belegen, dass Kreuzau schon in vorrömischer Zeit besiedelt war. 1319 wurde der Ort als „Auwe superior“ erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Name Kreuzau erscheint erstmals im 15. Jahrhundert. Angenommen wird, dass der Name nach der Kirche, die dem heiligen Kreuz geweiht ist, entstanden ist.

Die Lebensgeschichte des Heiligen Heribert, Erzbischof von Köln und Schutzpatron der Kirche in Kreuzau, lässt eine 1000-jährige Geschichte des Ortes erkennen. Seine Mutter ist in der Kirche zu Kreuzau begraben.

Siehe auch: Burg Kreuzau

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kreuzau wurde durch § 8 des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Kreises Düren vom 24. Juni 1969[2] (GV. NRW. S. 372) in der Form des Zusammenschlusses der bisherigen Gemeinden Bogheim, Boich-Leversbach, Drove, Kreuzau, Stockheim, Thum, Üdingen und Winden (Amt Kreuzau) mit Wirkung vom 1. Juli 1969 gebildet.[3] Durch § 14 des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen vom 14. Dezember 1971[4] (GV. NRW. S. 411) wurden die Gemeinden Obermaubach-Schlagstein und Untermaubach sowie ein Teil der Gemeinde Hürtgenwald (Langenbroich), Teile der früheren Gemeinde Lendersdorf-Krauthausen (Schneidhausen und Welk) und Teilflächen aus der früheren Gemeinde Niederau mit Wirkung vom 1. Januar 1972 in die Gemeinde Kreuzau eingegliedert.[5] Das Amt Kreuzau wurde aufgelöst. Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Kreuzau.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kreuzau ist seit 2014 Ingo Eßer (CDU).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 57,79 % (2009: 62,54 %)
 %
50
40
30
20
10
0
47,72 %
33,52 %
12,76 %
4,39 %
1,62 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,38 %p
+3,09 %p
+1,88 %p
-4,61 %p
+0,03 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Einzelbewerber Becker

Die 34 Sitze (–4) des Gemeinderates verteilen sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

  • CDU: 16 Sitze (–1)
  • SPD: 12 Sitze (+2)
  • GRÜNE: 4 Sitze (=)
  • FDP: 2 Sitze (-1)

Außerdem hat Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) einen Sitz im Gemeinderat.

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Der Gemeinde Kreuzau ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 20. April 1964 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge und eines Dienstsiegels verliehen worden. Diese werden in § 2 der Hauptsatzung[7] der Gemeinde beschrieben. Das Wappen oder die Wappensymbole dürfen von Dritten nur nach Genehmigung durch den Rat verwendet werden. Die Genehmigung gilt als widerruflich erteilt.

Wappenbeschreibung

„Das Wappen zeigt unter einem mit einem durchgehenden goldenen (gelben) Kreuz belegten schwarzen Schildhaupt einen schwarzen mit einer roten Zunge bewehrten Löwen in Gold (Gelb).“[7]

Bedeutung

Das Kreuz weist auf den Gemeindenamen hin, der in einer Urkunde von 1319 mit „Auwe superior“ angegeben wird. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde dem „Auwe“ noch der Name der dem Heiligen Kreuz geweihten Kirche vorangestellt. Daraus entstand dann schließlich „Kreuzau“. Hauptbestandteil des Wappens ist der Löwe, der einem alten Schöffensiegel vom 23. Januar 1356 nachgebildet worden ist und bei dem es sich zweifellos um den Jülicher Löwen handelt.

Mit Gebietsänderungsvertrag vom 12. September 1968 haben sich die bisherigen Gemeinde Bogheim, Boich-Leversbach, Drove, Kreuzau, Stockheim, Thum, Üdingen und Winden zu der neuen Gemeinde Kreuzau zusammengeschlossen und auf das Wappen der früheren Gemeinde Kreuzau geeinigt.[8]

Flagge

Die Flagge zeigt auf einer von Schwarz und Gelb längsgeteilten Bahn das Wappen der Gemeinde.[7]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „Gemeinde Kreuzau – Kreis Düren“.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kreuzau unterhält zu folgenden Gemeinden / Städten Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Für die Freizeitgestaltung steht dem Bürger der Gemeinde das Freizeitbad monte mare zur Verfügung, welches mit zahlreichen Attraktionen wie Wellenbad und Wasserrutsche aufwartet. Seit dem Ausbau 2005/2006 steht inzwischen ein umfangreicher Saunabereich zur Verfügung. Das Freizeitbad verfügt nach einem weiteren Anbau auch über eine Textilsauna. Anfang Februar 2009 erhielt die monte mare Unternehmensgruppe den Zuschlag, das Freizeitbad im Auftrag des Kreises Düren zu betreiben. Vor der Übernahme hieß das Bad „Rurwelle“.

Kreuzau verfügt über vielfältige Einkaufsmöglichkeiten. Ausflüge in umliegende Ortschaften, wie das zur Gemeinde Kreuzau gehörende Obermaubach mit seinem Stausee und der Rur bieten Abwechslung und Erholung.

In Kreuzau gibt es ein reges Vereinsleben, sei es im kulturellen oder sportlichem Bereich.

Über seine Grenzen hinaus ist der Ort Kreuzau unter anderem durch seinen Rosenmontagsumzug bekannt. Er wird von der Karnevalsgesellschaft Ahle Schlupp durchgeführt und lockt jährlich über 30.000 Besucher auf die Straßen.

Die Stadt Kreuzau ist an eine Reihe von Radwanderwegen angeschlossen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kreuzau war und ist eines der Zentren der Papierindustrie. Zu nennen sind

  • die Firma Metsä Tissue (ehemals Strepp) im Ortsteil Untermaubach
  • die Niederauer Mühle (ehemals Gebr. Hoesch) im Ortsteil Kreuzau sowie
  • die Firma Smurfit Kappa Germany (ehemals Rheinische Wellpappe), die Wellpappen-Kartonagen fertigen.

Das größte Gewerbegebiet der Gemeinde befindet sich im Ortsteil Stockheim, in der Nähe der Stadt Düren.

Ein weiterer in Kreuzau ansässiger Industriebetrieb ist die Badewannenfabrik Hoesch Design GmbH im Ortsteil Schneidhausen, die aus dem familieneigenen Hüttenbetrieb in Haus Schneidhausen hervorgegangen ist und heute zu den größten Badewannenherstellern Europas zählt. Der Betrieb ist Anfang der 2000er-Jahre von einem polnischen Unternehmen übernommen worden.

Seit 1974 hat die Firma Valder Kunststoffverarbeitungs-GmbH ihren Sitz in Kreuzau. Neben Produkten für Medizin- und Elektrotechnik werden individuelle Kunststoffprodukte bei der Firma Valder gefertigt.

Verkehr[Bearbeiten]

Rurtalbahnhof Kreuzau

Durch den Osten der Gemeinde verläuft die B 56 (Geilenkirchen – Bonn). Quer durch das Gemeindegebiet führt die Bahnstrecke Düren–Heimbach, welche von der Rurtalbahn betrieben wird. Kreuzau selbst hat an dieser Strecke neben dem Bahnhof Kreuzau noch den Haltepunkt Eifelstraße. Des Weiteren befinden sich im Gemeindegebiet die Haltepunkte Üdingen und Obermaubach sowie der Bahnhof Untermaubach-Schlagstein.

Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Dürener Kreisbahn mit Buslinien nach Düren, Winden, Nideggen, Berg, Stockheim und Obermaubach ergänzt.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kreuzau verfügt über vier Grundschulen an fünf Standorten, eine Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache in dem Ortsteil Boich und ein großes Schulzentrum mit Hauptschule, Realschule, Sekundarschule und Gymnasium.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder wirken[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Düren vom 24. Juni 1969
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  4. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) vom 14. Dezember 1971
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  6. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2014/aktuell/c358028kw1400.html
  7. a b c d Hauptsatzung der Gemeinde Kreuzau vom 22. Oktober 1999 (PDF; 82 kB) in der Fassung der 5. Änderungssatzung vom 14. Dezember 2005
  8. Gemeinde Kreuzau: Wappen der Gemeinde und der Ortsteile

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuzau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kreuzau – Reiseführer