Kreuzberg (Rhön)

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Kreuzberg
Ansicht von Südwesten, nahe der Kissinger Hütte

Ansicht von Südwesten, nahe der Kissinger Hütte

Höhe 927,8 m ü. NHN
Lage Landkreis Rhön-Grabfeld, Regierungsbezirk Unterfranken, Bayern, Deutschland
Gebirge Rhön (Hohe Rhön)
Dominanz 8,9 km → Dammersfeldkuppe
Schartenhöhe 273 m ↓ SW Oberweißenbrunn[1]
Koordinaten 50° 22′ 12″ N, 9° 58′ 48″ O50.37019.9801927.8Koordinaten: 50° 22′ 12″ N, 9° 58′ 48″ O
Kreuzberg (Rhön) (Bayern)
Kreuzberg (Rhön)
Erschließung Straße bis zur Bergkuppe
Normalweg über die Treppen vom Kloster Kreuzberg aus in ca. 10 Min. oder auf dem Franz-Zierof-Weg in ca. 30 Min. zum Gipfelplateau
Besonderheiten dritthöchster Berg der Rhön;
z. B. Ursprung der Sinn;
Standort z. B. von:
- Kloster Kreuzberg,
- Kreuzbergschanze,
- Sender Kreuzberg
Das neue Gipfelkreuz 2014
Vorderansicht der drei Golgota-Kreuze

Der Kreuzberg (früher Aschberg genannt) ist ein Berg in Bayern und mit 927,8 m ü. NHN[2] nach der Wasserkuppe (950,2 m; Hessen) und der Dammersfeldkuppe (927,9 m; Bayern) der dritthöchste Berg der Rhön.

Er ist Standort des Klosters Kreuzberg, der Kreuzbergschanze und des Senders Kreuzberg. An seinem Nordwesthang entspringt die Sinn.

Mit seiner Berghöhe und jährlich 500.000 bis 600.000 Besuchern ist der Kreuzberg das höchstgelegene und meistbesuchte Ausflugsziel im bayerischen Teil der Rhön.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Kreuzberg erhebt sich in der Hohen Rhön im Naturpark Bayerische Rhön im Regierungsbezirk Unterfranken und gehört zum Biosphärenreservat Rhön. Er befindet sich zwischen der Stadt Bischofsheim an der Rhön im Nord-Nordosten, der Gemeinde Sandberg im Südosten im Landkreis Rhön-Grabfeld und dem Markt Wildflecken im benachbarten Landkreis Bad Kissingen im Westen. Im Bereich der Kreuzberg-Bergkuppe liegt der Weiler Kreuzberg, ein Ortsteil von Bischofsheim.

Der nördliche Nachbarberg des Kreuzbergs ist der Arnsberg (843 m), der Ostausläufer ist der Käulingberg (auch Käuling genannt; 754 m). Der Arnsberg wird nördlich beim Bischofsheimer Ortsteil Oberweißenbrunn etwa in West-Ost-Richtung verlaufend vom Oberlauf der Brend passiert, einem Zufluss der Fränkischen Saale, deren Wasser über Main und Rhein in die Nordsee fließt. In die Brend münden die Bäche, die am Kreuzberg (Vorderer Haselbach) und Käulingberg (Hinterer Haselbach) entspringen und nach Nordosten fließen. An der Südflanke des Käulingbergs entspringen mit Dürrgraben und Dreikahrbach beide Quellbäche des nach Süd-Südosten fließenden Schmalwasserbachs, der über die Premich ebenfalls in die Fränkische Saale mündet. An der West-Südwestflanke des Kreuzbergs entspringt nahe dem Guckaspass (662 m; an der bayerischen Staatsstraße St 2267) mit dem Kellersbach der linksseitige Quellbach der Premich. In der waldlosen Talsenke zwischen Kreuzberg und Arnsberg liegt nahe dem Weihersbrunnen die Quelle der nach Südwesten fließenden Sinn, die erst in Gemünden kurz vor deren Mündung in den Main in die Fränkische Saale fließt.

Flora[Bearbeiten]

Die Flanken des Kreuzbergs sind bewaldet, auf seinem Gipfelplateau stehen Baumgruppen.

Gipfelkreuz[Bearbeiten]

In der Nähe der drei Kreuze des Kreuzwegs steht seit Jahrhunderten das mächtige hölzerne Gipfelkreuz des Kreuzbergs. Es muss von Zeit zu Zeit erneuert werden, weil es dem Wetter stark ausgesetzt ist. Ein solches Kreuz wurde zum Beispiel im Jahr 1997 aufgestellt und musste 2012 aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Der Entwurf dieses Kreuzes stammt vom Architekten Uwe Kröckel, aus Bad Neustadt an der Saale. Am 12. April 2014 wurde ein neues Kreuz aufgestellt, das aus einem Lärchenstamm gefertigt und am 3. Mai 2014 geweiht wurde.[3][4]

Aussichtspunkt[Bearbeiten]

Vom Nordhang des Kreuzbergs aus besteht Sicht zu den Schwarzen Bergen, zur Dammersfeldkuppe (zweithöchster Berg der Rhön, im Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes Wildflecken), ins obere Sinntal, zur Wasserkuppe, zur Langen Rhön, zum Thüringer Wald und ins Brendtal. Bei sehr guten Sichtverhältnissen ist im Westen der Taunus mit dem Großen Feldberg zu sehen.

Der Südhang des Kreuzbergs ist dicht bewaldet. Direkt unterhalb des Gipfelplateaus befindet sich ein sehenswertes Blockmeer. Bei guter Sicht bietet sich von dort aus ein eindrucksvoller Blick auf das südliche Vorland der Hohen Rhön bis nach Schweinfurt.

Religiöse Bedeutung[Bearbeiten]

Früherer Bergname und Heiliger Berg der Franken[Bearbeiten]

Der frühere Name Aschberg oder Asenberg deutet auf kultische und religiöse Handlungen auf dem Berg zur Keltenzeit hin. Seit der Missionierung der Franken durch St. Kilian und seine Gefährten im Jahre 686 gilt der Kreuzberg als Heiliger Berg der Franken.

Kloster Kreuzberg, Kreuzweg und Wallfahrten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kloster Kreuzberg

Nordwestlich unterhalb des Gipfelplateaus befindet sich das 1644 gegründete Franziskaner-Kloster Kreuzberg mit Klosterbrauerei, der einzigen Brauerei, die der Franziskanerorden in Deutschland betreibt.[5]

Vom Kloster Kreuzberg führt ein Kreuzweg mit Bildkapellen (dem Weg Jesu in Jerusalem zu seiner Hinrichtung auf Golgatha nachempfunden) zu den drei Golgota-Kreuzen (beliebter Aussichtspunkt und 12. Station des Kreuzwegs). Die Kreuze sind auch direkt vom Kloster über eine Treppenanlage zu erreichen. Dort befinden sich auch die 13. und 14. Station des Kreuzwegs (Heiliges Grab).

Jährlich finden vor allem im Spätsommer und Frühherbst 70 bis 80 Wallfahrten zum Kreuzberg statt.

Sport/Wandern[Bearbeiten]

Hauptartikel: Skigebiet Kreuzberg

Der Kreuzberg ist in das 70 km lange Loipennetz durch die Rhön eingebunden. Es gibt vier Skilifte: den Dreitannenlift, den Blicklift, den Rothanglift und den Fischzuchtlift. Auf der Klosterwiese gibt es eine Rodelbahn, eine weitere befindet sich unterhalb des Gasthofs Roth. Am Nordhang des Bergs steht westlich von Haselbach die Kreuzbergschanze.

Das ganze Jahr über ist der Kreuzberg bei Wanderern als Ziel- oder Durchgangsstation beliebt.

Am 28. Juni 2008 wanderte Bundespräsident Horst Köhler im Rahmen des Deutschen Wandertags von Oberweißenbrunn zum Kreuzberg. Dort trug er sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Bischofsheim ein.

Stahlrohrmast des Senders Kreuzberg, daneben das Kreuzberg-Gipfelkreuz

Sender Kreuzberg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Kreuzberg

Auf dem Kreuzberg steht seit 1951 eine Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks. Ihr 208 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast wurde 1985 errichtet. Ausgestrahlt werden UKW-Rundfunk und verschiedene Fernsehprogramme; zudem wird der Mast von zahlreichen Funknetzbetreibern genutzt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Bergkuppe des Kreuzbergs ist auf dem Straßenweg entweder von Bischofsheim auf der Kreisstraße NES 10' oder von Wildflecken über die Landesstraße St 2289, die Kreisstraßen KG 22, NES 25 und NES 10 zu erreichen.

Bildgalerie Kreuzberg[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Pampuch: Der Kreuzberg und sein Umkreis, Landratsamt Bad Neustadt/Saale 1970.
  • Rhönklub (Hrsg.): Schneiders Rhönführer. Offizieller Führer des Rhönklubs, 2005, Verlag Parzeller, Fulda, ISBN 3-7900-0365-4, S. 265.
  • Heribert Kramm: Der Kreuzberg. Verlag Parzeller, Fulda 1997, ISBN 3-7900-0201-1
  • Kloster Kreuzberg/Reinhold Albert: Soli Deo Gloria Kreuzberg Wallfahrt und Kloster.
  • Heimatjahrbuch Rhön-Grabfeld 2007: Beitrag von Christa Enders: Der Kreuzberg – Geburtsstätte des alpinen Wintersports in der Rhön.
  • Heimatjahrbuch Rhön-Grabfeld 2008: Beitrag von Reinhold Albert: Einer der ältesten Kreuzwege in Deutschland steht auf dem Kreuzberg. ISBN 3-9811225-2-6

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dominanzen und Prominenzen nach Highrisepages.de
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Flexen für das Gipfelkreuz – Neues Kreuz für den Kreuzberg, auf mainpost.de, abgerufen am 1. April 2014
  4. Weihe des neuen Gipfelkreuzes, auf br.de
  5. Franziskanerkloster Kreuzberg, auf franziskaner.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuzberg (Rhön) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kreuzberg (Rhön) – Reiseführer