Kreuzfahrt
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Als Kreuzfahrt bezeichnet man eine Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der entlang einer bestimmten Route verschiedene touristische Ziele angelaufen werden.
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[Bearbeiten] Allgemeines
Man unterscheidet Kreuzfahrten nach ihrem Fahrtgebiet in Hochsee- oder Flusskreuzfahrten. Die Routen können also auf Weltmeeren verlaufen, aber auch auf Binnenwasserstraßen wie z. B. dem Mississippi, der Wolga, dem Rhein, der Mosel, der Rhône, der Donau oder auf dem Jangtse. Je nach dem, ob es sich um eine Hochsee- oder Flusskreuzfahrt handelt, werden Passagierschiffe unterschiedlicher Größen eingesetzt. Des weiteren unterscheiden sich die beiden Kreuzfahrttypen beispielsweise in ihren Fahrtzeiten und Zeiten für die Landgänge, dem Freizeitprogramm an Bord und dadurch auch in ihren Zielgruppen. Die Informationen auf dieser Seite beziehen sich hauptsächlich auf Hochseekreuzfahrten.
Meist wird ein umfangreiches Freizeitprogramm angeboten. Die Fahrt zu den Zielhäfen findet häufig nachts statt, damit tagsüber entsprechend Zeit für Landgänge am Besichtigungsort und seiner Umgebung bleibt. Dazu bieten die Veranstalter oft Tagesausflüge in geführten Gruppen an, welche meist an Bord buchbar sind.
Hauptzweck einer Kreuzfahrt ist neben der Nutzung des breit gefächerten Angebots auf den Schiffen das Kennenlernen fremder Länder und deren Kultur. Dazu dienen Landausflüge, wenn das Kreuzfahrtschiff im Zielgebiet vor Anker bzw. im Hafen liegt.
Es gibt weltweit inzwischen Hunderte von Kreuzfahrtschiffen, die bis zu 4370 Passagiere aufnehmen können. Da Kreuzfahrten heute in jeder Preislage angeboten werden, trifft man an Bord auf ein recht gemischtes Publikum.
Die Herkunft der Passagiere kann die Reisegestaltung beeinflussen. Gäste aus dem deutschsprachigen Raum bevorzugen Kreuzfahrten mit vielen interessanten Häfen. Bei vielen Engländern steht die Seereise im Vordergrund. Amerikaner lieben relativ kurze Kreuzfahrten mit einem reichhaltigen Unterhaltungsangebot an Bord. In den letzten Jahren verstärkt sich der Trend nach ausgeprägtem Luxus einerseits und legerer Clubatmosphäre andererseits. Die Altersstruktur der Reisenden hat sich entsprechend verändert. Früher waren Kreuzfahrten ein Eldorado für ältere, betuchte Damen, die eine bequeme Reisemöglichkeit suchten, bei der sie ohne häufigen Hotelwechsel die Welt in angenehmer Atmosphäre kennenlernen konnten. Zudem war gesellschaftlicher Anschluss leicht möglich. Da Herren oft in der Minderzahl waren, haben aufmerksame Reedereien ihr Personal um elegante Tänzer und Unterhalter erweitert.
Kreuzfahrten wurden in Fernsehserien wie „Das Traumschiff“ thematisiert; aber auch diverse Literatur, wie „Mit dem Traumschiff um die Welt“ (W.Grab; R.Brockhaus-Verlag), hat den Kreuzfahrten wieder einen Boom beschert.
[Bearbeiten] Daten
Im Jahr 2008 hatte das Kreuzfahrtgeschäft in Deutschland folgende Größenordnungen (Quelle: fvw[1]; Zahlen für Flusskreuzfahrten in Klammern): 907.000 (384.000) Passagiere, Umsatz 1693 (443) Mio. Euro, mittl. Reisepreis 1868 (1154) Euro pro Person, mittl. Reisedauer 9,37 (7,64) Tage. Weltweit unternahmen 2008 ca. 13,2 Millionen Passagiere eine Hochseekreuzfahrt. Deutschland ist hinter den USA (mit Kanada) und Großbritannien drittgrößter Markt für Kreuzfahrten.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Direktor und Geschäftsmann Albert Ballin stellte 1891 fest, dass die großen Passagierschiffe in den Wintermonaten im Hafen lagen und der Reederei Hapag nur Verluste brachten. Ein fahrplanmäßiger Einsatz im Nordatlantik lohnte nicht. Er kam auf die Idee, Vergnügungsreisen auf Schiffen in wärmere Gebiete anzubieten. Als erstes Schiff für diesen Zweck wurde von ihm die Augusta Victoria eingesetzt. 241 Passagiere unternahmen aus reinem Vergnügen eine zweimonatige Seefahrt voller Luxus in den Orient.
[Bearbeiten] Kreuzfahrtarten (Hochseekreuzfahrt)
Innerhalb der Hochseekreuzfahrt verfolgen die Anbieter von Kreuzfahrten verschiedene Geschäftsmodelle und bieten unterschiedliche Kreuzfahrtarten an:
- Die klassische Kreuzfahrt hat bis heute eine treue Anhängerschaft in der Luxus- und Mittelklasse. Neben Neubauten werden immer noch einige klassische Ozeandampfer in der Tradition der Transatlantikliner eingesetzt. In der Regel bieten sie viel Komfort in Form von großen Kabinen und Suiten und sehr guten Service Dies verleiht klassischen Kreuzfahrten ein Luxusimage und hinterlässt bei den Reisenden ein Gefühl von Exklusivität, welches sehr geschätzt wird. Dazu tragen auch Rituale wie der Kapitäns-Empfang und Gala-Abende bei. Das Kennenlernen fremder Länder und Kulturen wird im Rahmen von Landausflügen ermöglicht. Ruhe und Erholung an Bord sind ebenfalls wichtig. Das angebotene Unterhaltungsprogramm umfasst beispielsweise klassische Musik, Theater und Lesungen, traditionelle Bordspiele, Yoga- und Gymnastik- aber auch Fotographie- und Computerkurse. Wichtig auf amerikanischen Schiffen ist zudem ein Kasino. Solche klassischen Kreuzfahrten dauern häufig 14 Tage, es werden jedoch auch kürzere Reisen angeboten und Weltreisen, die zwischen 90 und 150 Tagen dauern können. Klassischen Kreuzfahrten werden in Deutschland z. B. von der Peter Deilmann Reederei (MS Deutschland), von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten sowie vom Bremer Veranstalter Transocean Tours angeboten.
- Auf klassischen Schiffen werden noch weitere Kreuzfahrtarten, wie zum Beispiel Themenkreuzfahrten, angeboten. Dabei wird die gesamte Reise unter ein Motto gestellt, nach dem sich die Route orientiert. Beliebte Themen sind zum Beispiel Golf, Musik, Literatur, Essen und Trinken.
- Auch bei Studienkreuzfahrten richtet sich die Route nach dem Thema der Reise, also beispielsweise nach historischen, kunstgeschichtlichen oder geographischen Sehenswürdigkeiten. Landausflüge unter qualifizierter Leitung und Vor- und Nachbereitung an Bord durch Lektoren ersetzen das Entertainment.
- Eine weitere Form von Kreuzfahrten sind zeitgemäße Kreuzfahrten auf Megaschiffen mit meist mehr als 2000 Passagieren. Dieses Kreuzfahrtmodell macht Kreuzfahrten erstmals für den Massenmarkt interessant, da aufgrund der Größenvorteile der Schiffe geringere Kosten und somit günstigere Preise ermöglicht werden. Außerdem bieten diese modernen Schiffe viele Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen wie Resorts und Clubanlagen auf dem Festland. Die Reedereien wetteifern darum, der größte zu sein oder als erster gewisse Einrichtungen zu bieten. Es gibt zum Beispiel Hochzeitskapellen, Eisbahnen und Kletterwände auf den großen, neuen Kreuzfahrtschiffen. Einkaufszentren, Gesundheits-, Sport- und Wellnesseinrichtungen, Bars, Discos, Kasinos und einen kommerzielles Unterhaltungsprogramm sind bereits Standard. In Amerika ist dieses Kreuzfahrtmodell schon seit den 1970er Jahren beliebt, in Deutschland wird es seit den 90er Jahren in ähnlicher Form von AIDA Kreuzfahrten angeboten, die das Konzept des Cluburlaubs vom Land auf das Schiff übertragen haben. Im Unterschied zu den amerikanischen Schiffen oder zu den Schiffen von Costa Kreuzfahrten und MSC Kreuzfahrten ist auf den AIDA-Schiffen die Bordsprache Deutsch.
Die Vielfalt auf dem Kreuzfahrtmarkt ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen und Anbieter haben Marktnischen entdeckt:
- Kreuzfahrten auf Großseglern: Eingesetzt werden noch eine kleine Zahl von Schiffen, die bereits aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg stammen und modernisiert wurden, wie zum Beispiel die Sea Cloud, aber auch Nachbauten früherer Segelschiffe und komplette Neubauten. Die relativ kleinen Schiffe sind so modern und luxuriös eingerichtet wie moderne Kreuzfahrtschiffe. Sie bieten daher eine Mischung aus traditioneller Kreuzfahrt und dem Abenteuer des Segelns.
- Expeditionskreuzfahrten ähneln Studienkreuzfahrten, erfordern aber spezielle Schiffstypen wie z. B. Eisbrecher um eisführende Gewässer in den Polarregionen oder flachere Gewässer in Küstennähe befahren zu können.
- Billigkreuzfahrten: Einziges Schiff mit diesem Geschäftsmodell ist derzeit die easyCruise Life von EasyCruise. Die niedrigen Preise werden durch Einsparungen und Kostensenkungen unter anderem in den Bereichen Service, Verpflegung und Unterkunft erreicht werden. Weiterhin zur Strategie gehört, dass das Schiff meist gegen Mittag einen Hafen erreicht und ihn immer erst in den frühen Morgenstunden verlässt, um den Reisenden die Möglichkeit zu geben, an Land das Nachtleben zu genießen.
[Bearbeiten] Personal an Bord
Den Mitarbeitern an Bord eines Hochseekreuzfahrtschiffes kommt wie bei jedem Dienstleistungsunternehmen eine ganz besondere Bedeutung zu. Das Verhalten des Personals beeinflusst in hohem Maße die Zufriedenheit und das Qualitätsempfinden der Gäste. Während den direkten Kontakten zwischen Mitarbeiter und Gast, den sogenannten “moments of truth“, kommt die gesamte Kompetenz, Kundenorientierung und Leistungskultur der Kreuzfahrtgesellschaft zum Ausdruck. Aufgrund dieser großen Verantwortung muss jedes Besatzungsmitglied bestimmte Voraussetzungen erfüllen um seinen genau definierten Aufgaben gerecht zu werden. Auf den meisten Schiffen lässt sich die Besatzung in folgende drei Kategorien unterteilen: Offiziere, Mannschaft und Personal. Offiziere sind Angestellte mit besonderer Verantwortung und Entscheidungsbefugnis, die in einem der drei Ressorts an Bord, Nautik, Technik und Hotelbereich arbeiten. Die Mannschaft macht den größten Teil der Besatzung aus und ist gleichermaßen auf die drei verschieden Ressorts verteilt. Zum Personal zählen alle Mitarbeiter, die entweder über Konzessionäre, also externe Unternehmen, an Bord arbeiten oder in Geschäften, Schönheits- /Haarsalons und Casinos beschäftigt sind. Das Service-Personal wird Steward oder Stewardess genannt.
[Bearbeiten] Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen auf einem Kreuzfahrtschiff verbessern sich mit steigender Position. Die Mitarbeiter haben hauptsächlich befristete Arbeitsverträge zwischen drei und zwölf Monaten. Es wird oft in 12-14 Stunden Schichten gearbeitet und das sieben Tage die Woche. Die Freizeitmöglichkeiten an Bord sind für viele Mitarbeiter auf den Personalraum beschränkt. Lediglich höhere Angestellte, z. B. Offiziere, dürfen die öffentlichen Passagierbereiche nutzen. Außerdem sind die meisten Kreuzfahrtschiffe militärähnlich organisiert und erfordern ein hohes Maß an Disziplin bei der Ausführung der Aufgaben an Bord. Des Weiteren fahren viele Kreuzfahrtschiffe nicht unter der Flagge ihres Heimatlandes, sondern unter der eines sogenannten Gefälligkeitslandes, wie beispielsweise Panama, den Bahamas oder Liberia. Da diese Länder schwache Arbeitsschutzgesetze haben, hat die Besatzung oft kaum oder keine Rechte an Bord.
[Bearbeiten] Personalauswahl
Für die Besetzung der verschiedenen Stellen an Bord werden häufig bestimmte Nationalitäten, aufgrund der ihnen zugeschriebenen Fähigkeiten, bevorzugt. So kann es dazu kommen, dass große Kreuzfahrtschiffe Mitarbeiter aus bis zu 90 verschiedenen Nationen an Bord beschäftigen. Es gibt unterschiedliche Kriterien, nach denen die verschiedenen Positionen auf einem Kreuzfahrtschiff besetzt werden. Die Stellen der Kellner, Hilfskellner und Kabinenstewards werden gerne mit Personal aus Ländern wie Indonesien und Thailand besetzt, da diese für ihre Serviceorientierung und ihr freundliches und zuvorkommendes Auftreten bekannt sind. Auch die Motivation der Arbeiter aus wirtschaftlich unterentwickelten Ländern ist weitaus höher, da sie aus Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit kommen und somit dankbar für ihre Arbeit sind. Dadurch können die Kreuzfahrtgesellschaften den Passagieren nicht nur einen optimalen Service während der gesamten Reise liefern, sondern durch geringere Löhne auch Kosten reduzieren und die Reisen somit zu günstigeren Preisen anbieten. Großbritannien, Italien, Norwegen und Griechenland sind bekannt für ihre nautischen Kompetenzen und ihre guten Ausbildungsstandards. Nahezu alle großen Kreuzfahrtgesellschaften beschäftigen Kapitäne und Offiziere aus einem oder mehrerer dieser Länder. Die weltweit besten Küchen und Restaurants werden oft von Franzosen, Deutschen und Österreichern geführt, so werden Köche und Restaurantleiter gerne aus einem dieser Länder gewählt. Eine internationale Mischung der Besatzung ist also häufig die beste Wahl, um den Passagieren das bestmögliche Urlaubsvergnügen zu gewährleisten.
[Bearbeiten] Auswirkungen der Kreuzfahrt
- Ökonomische Auswirkungen:
Die Kreuzfahrtindustrie generiert sowohl Milliardenumsätze als auch viele Arbeitsplätze und trägt somit insgesamt zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Wirtschaftliche Einnahmen und Arbeitsplätze erzielt nicht nur die engere Tourismuswirtschaft der Kreuzfahrtindustrie (z. B. Werften, Reedereien, Reiseveranstalter), sondern auch der ergänzende touristische Bereich (z. B. Einzelhandel, Souvenirindustrie, Banken, Reiseversicherungen, Verlage von Reiseliteratur). Des Weiteren erhöht sich die induzierte Nachfrage durch die gestiegene Kaufkraft in den bereisten Regionen und bei Arbeitnehmern der Kreuzfahrtindustrie. Die Einnahmen der von Kreuzfahrtschiffen angelaufenen Destinationen beziehen sich auf Passagierausgaben (Ausflüge, Einkäufe, etc.), Ausgaben der Crew (Einkäufe, etc.), Schiffsausgaben (Hafengebühr, Abfallentsorgung, Wasserversorgung, etc.), Steuereinnahmen und sonstigen Ausgaben wie Marketing und Personal. Insgesamt sind die Einnahmen vor allem im Vergleich zum landseitigen Tourismus geringer, da die Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff übernachten und in der Regel dort auch Gastronomie und Unterhaltungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Wirtschaftlich negativ wirkt sich der Kreuzfahrttourismus auf die angelaufenen Urlaubsgebiete dann aus, wenn sich dadurch das Preisniveau erhöht, die Kreuzfahrtindustrie Gäste aus den Hotels der Zielgebiete abwirbt, oder den Gästewunsch nach Privatinseln befriedigt, und somit ursprüngliche Destinationen nicht mehr angefahren werden.
- Soziokulturelle Auswirkungen:
Insgesamt wird der Tourismus oft als Werkzeug zur Völkerverständigung und des Friedens angesehen. Der Kreuzfahrttourismus kann auch zum Erhalt der Kultur und Traditionen in den Zielgebieten beisteuern, häufiger ist dort aber ein kultureller Werteverfall, Akkulturation, ein Aufbau von Vorurteilen und ein Anstieg der Kleinkriminalität zu beobachten sowie die Ausbeutung von Arbeitskräften auf den Kreuzfahrtschiffen.
- Ökologische Auswirkungen:
Wie die meisten Formen des Tourismus geht auch der Kreuzfahrttourismus mit Umweltbelastungen einher. Während Kreuzfahrtschiffe vor allem zur Wasser- und Luftverschmutzung beitragen, schneiden sie hinsichtlich Landschaftszersiedlung und –zerstörung besser als der landseitige Tourismus ab.
[Bearbeiten] Umweltschutzmaßnahmen in der Kreuzfahrtindustrie
Umweltschutzmaßnahmen können seitens der Staaten, der Kreuzfahrtverbände, den einzelnen Kreuzfahrtunternehmen und von Umweltschutzverbänden ergriffen werden. Kreuzfahrtschiffe müssen internationale, nationale und regionale Gesetze und Regelungen beachten, da sie auch die jeweiligen Gewässer befahren. Die International Maritime Organization (IMO) ist als maritime Abteilung der UN für gesetzliche Regelungen im weltweiten Schiffsverkehr zuständig und somit ebenfalls für Umweltregelungen auf Kreuzfahrtschiffen. Die IMO erließ das weltweite Übereinkommen zum Gewässerschutz die „International Convention for the Prevention of Pollution from Ships” (auch MARPOL genannt). MARPOL regelt das Einleiten von Abwässern, die Ölentsorgung, den Emissionsausstoß und die Abfallentsorgung auf Schiffen. Kreuzfahrtverbände, wie die Cruise Lines International Association (CLIA) setzen sich ebenfalls für den Umweltschutz ein und veröffentlichten eigene freiwillige Umweltrichtlinien, die von ihren Mitgliedern umgesetzt werden. Auch um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, investieren Kreuzfahrtunternehmen in emissionsärmere und ressourcenschonende Antriebsmaschinen, effektive Wasseraufbereitungsanlagen, Ölfilteranlagen, Verbrennungsanlagen und Recyclingsysteme. Gegen die Invasion fremder Spezies über das Ballastwaster befinden sich die Technologien noch in der Testphase, eine effektive Lösung ist hier hinsichtlich der hohen Kosten zum Schutz des heimischen Tier- und Pflanzenbestandes wichtig. Des Weiteren installieren viele Kreuzfahrtunternehmen Programme zur Vermeidung gefährlicher Chemikalien und Abfälle und zum Schutz von Korallenriffen.
[Bearbeiten] Die größten Kreuzfahrtschiffe
Seit den mittleren 1990er Jahren ist ein stetiges stärkeres Wachstum des Kreuzfahrtsegments zu beobachten, es hat einen regelrechten Bauboom bei großen (über 50.000 BRZ) und vor allem sehr großen Passagierschiffen (über 100.000 BRZ) ausgelöst. Die Liste ist also nur eine unvollständige Momentaufnahme von 2008:
- Freedom of the Seas, Liberty of the Seas und Independence of the Seas (alle baugleich, Royal Caribbean Cruise Line)
- Queen Mary II (Cunard Line)
- Voyager of the Seas (Royal Caribbean Cruise Line)
- Diamond Princess (Princess Cruises)
[Bearbeiten] Große Kreuzfahrt-Reedereien
Siehe auch Liste von Reedereien von Kreuzfahrtschiffen.
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[Bearbeiten] Vertriebskanäle
Kreuzfahrten werden hauptsächlich über Reisebüros und Reiseveranstalter gebucht. Aufgrund des hohen Beratungsaufwandes des Produktes Kreuzfahrt hat der direkte Vertriebsweg bei den Kreuzfahrtenanbietern nur einen geringen Anteil. Besonders erfolgreich sind so genannte Cruise-only-Agenturen, diese haben sich auf den Vertrieb von Kreuzfahrten spezialisiert und können somit eine qualifizierte Beratung anbieten. 2008 wurden 77,7% der Hochseekreuzfahrten über Reisebüros, 11% über Reiseveranstalter, 6,8% direkt bei der Reederei und 4,5% über die Neuen Medien gebucht.
[Bearbeiten] E-Commerce
In Zeiten des E-Commerce nutzen auch die Anbieter von Kreuzfahrten verstärkt den elektronischen Vertriebsweg für ihre Produkte. Bislang konnte sich der Trend des E-Commerce in der Kreuzfahrtenbranche noch nicht durchsetzen. 2008 wurden 4,5% der Hochseekreuzfahrten und 4,3% der Flusskreuzfahrten durch die Neuen Medien gebucht. Gründe für die mangelnde Durchsetzung des Online-Vertriebs liegen möglicherweise in der Zielgruppe von Kreuzfahrten und deren Internet-Nutzerverhalten. Man vermutet, dass die Zielgruppe nicht ideal für den E-Commerce im Kreuzfahrtenmarkt geeignet ist. Zudem gelten Kreuzfahrten als High-Involvement Produkte, da sie einen hohen Beratungsaufwand verlangen. Eine persönliche Beratung ist für die Buchung oftmals entscheidend. Viele Kunden informieren sich zwar gerne im Internet über Kreuzfahrten, buchen ihr Reise dann aber häufig doch auf herkömmliche Weise und nicht über das Internet. Der Aufbau und die Struktur der Internetseiten sind von großer Bedeutung und ausschlaggebend für die Buchungsentscheidung der Kunden.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Zeitschrift fvw Heft 6/2009 S.108, ISSN 1864-340X
[Bearbeiten] Literatur
- Uwe Bahn, Johannes Bohmann: KREUZFAHRT Guide 2009. Für den perfekten Urlaub auf dem Wasser, BELLEVUE AND MORE Verlag verlag 2008, ISBN 978-3-9810991-5-7
- Sandra Bow, Arbeiten auf Kreuzfahrtschiffen, Oxford, 2006, ISBN 978-3-86040-076-0
- C. W. Allers: Backschisch. Skizzen zu einer Orient-Kreuzfahrt im Jahre 1891. Neuausgabe Berlin 2008, ISBN 978-3-86805-159-9 (historischer Bericht über die erste deutsche Kreuzfahrt)
- Bob Dickinson, Selling the sea, New Jersey, 2008, ISBN 978-0471749189
- Seatrade Europe 2005, Hamburg. In: Hansa - International Maritime Journal, 2005 Heft 10 S. 29-37, ISSN 0017-7504 (über Kreuzfahrtschiffe)
- Günter Full: Cruise industry 2009 - still booming?, In: Hansa - International Maritime Journal, 2009 Heft 3 S. 28-38, ISSN 0017-7504 (in Englisch)
- Peer Schmidt-Walther: ERLEBNIS KREUZFAHRTEN. Geschichten aus sechs Kontinenten. Ein Lesebuch, nordlicht verlag 2006, ISBN 3-9809640-1-9
- Otto Schüßler, Der Kreuzfahrtenmarkt Deutschland 2008. Die Branchenanalyse des Deutschen ReiseVerbands (DRV), Berlin 2009
- Otto Schüßler, Passagier-Schifffahrt, 2. Auflage, Frankfurt/Main 2005
- Axel Schulz, Verkehrsträger im Tourismus. Luftverkehr – Bahnverkehr – Straßenverkehr – Schiffsverkehr, München 2009, ISBN 978-3486588767

