Kreuzknoten

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Kreuzknoten
Kreuzknoten
Typ Verbindung
Anwendung zwei gleichdicke Enden verbinden
Ashley-Nr 1204, 1402
Festigkeit ca. 45 %[1]
Synonyme Flachknoten, Reffknoten, Herkules- oder Heraklesknoten,[2] Weberflachknoten, Samariterknoten (Schweiz), doppelter Überhandknoten, Reffstich, Pfadfinderknoten, Doppelstich, Doppelknoten, Weberknoten, rechter Knoten (österreichische Feuerwehr)
Englisch Reef knot, Square knot

Der Kreuzknoten – auch Doppelknoten, Reffknoten, Samariterknoten oder Weberknoten  – ist ein Knoten zum Verbinden von zwei Seil- oder Fadenenden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.) behauptete vom Kreuzknoten (damals Herkulesknoten): „Wunden, die mit dem Herkulesknoten geschlossen werden, heilen schneller“.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Dieser Knoten eignet sich zum Verbinden gleich starker Schnüre. Zum Verbinden von Seilen, vor allem wenn davon Leben, Gesundheit oder Werte abhängen, ist der Reffknoten eine schlechte Wahl. Er ist schnell falsch geknüpft (Diebesknoten oder Altweiberknoten), aber auch korrekt gebunden ist er nicht sicher. Cliffword W. Ashley sieht in ihm einen der gefährlichsten Knoten.[4]

  • Beim Segeln wird beim Reffen des Segels das überschüssige Tuch mit einem Kreuzknoten zusammengebunden. Er wird daher auch als „Reffknoten“ bezeichnet.
  • Bei Verbänden wird das Dreiecktuch mit dem Kreuzknoten zusammengebunden. Er wird daher auch als „Samariterknoten“ bezeichnet.
  • Ebenso ist er ein allseits üblicher Knoten an Kopftüchern.
  • Oft wird er auch zum Bündeln von Zeitungspapier oder zum Verschnüren von Paketen („Finger drauf“) verwendet.
  • Bei Geschenkpaketen wird oft eine doppelte Schlaufe gebunden, oder die Enden der Papierschnur werden gekräuselt.
Wird der Kreuzknoten einseitig belastet, kippt er um.
  • Der Kreuzknoten kann bei fehlerhafter Anwendung leicht überkippen („Kentern“), beispielsweise wenn er durch einen Ring oder eine Öse gezogen wird. Dabei entsteht auf der zugabgewendeten Seite ein Ankerstich, der sich bei Belastung sofort löst bzw. herausrutscht.
  • Was einerseits gefährlich ist, wird beim Lösen eines festgezogenen Kreuzknotens nützlich. Öffnen lässt er sich meistens, indem man die zwei benachbarten Enden auseinanderzieht; dann kippt er zum Ankerstich um und lässt sich so leicht abziehen.
  • Der gleiche Effekt kann auch zum „Würgen“ verwendet werden. Der gerade Tampen wird gehalten, und der Knoten bis zum Anschlag geschoben. Der Knoten wird unter Zug zurückgekippt. Bei starker Seilreibung gelingt das Zurückkippen nicht. Dann sichert ein einfacher Knoten im geraden Tampen.
  • Wenn der Kreuzknoten auf Slip gelegt wird, ist er auch unter Belastung zu öffnen.
  • Doppelt auf Slip gelegt ergibt sich die Schuhschleife.
  • Zur sicheren Verbindung von gleich starken Seilen sollte der Flämische Achtknoten, der Zeppelinstek oder die Varianten des Fischerknoten verwendet werden. Für Seile unterschiedlicher Dicke eignen sich ein Schotstek oder Zeisingstek besser.
  • Der Kreuzknoten setzt die Belastbarkeit des Seils um etwa 55 % herab.
  • Der Kreuzknoten ist der allerdünnste Knoten, weshalb er vom Weber zum Verbinden der Fäden bevorzugt wird. Er geht damit glatt durch das Weber- bzw. Litzenauge der Litzen des Webschaftes.[5]

Knüpfen[Bearbeiten]

Kreuzknoten (Links über rechts, dann rechts über links gelegt)
Kreuzknoten (Rechts über links, dann links über rechts gelegt)

Der Kreuzknoten wird gebunden, indem man zwei Überhandknoten übereinander setzt. Dabei ist zu beachten, dass die beiden Überhandknoten verschiedene Orientierung haben – also links über rechts und dann rechts über links (oder beide umgekehrt). Beim Kreuzknoten liegen die Enden parallel, und der Knoten ist flach.

Der Kreuzknoten eignet sich auch zum Verbinden von Zugdrähten (z. B. Zaun, Knotengitter). Die beiden Enden werden umgebogen, die Halbkreise um 45° gekröpft. Beide freie Enden liegen auf der gleichen Seite, die Kröpfungen zeigen in entgegengesetzte Richtungen. In Bild 1 zeigt die blaue Köpfung zum Betrachter, die rote zum Boden (Schatten).

Der rote Langdraht wird in die blaue Öse gelegt, die dann zugebogen wird. (Bild 2).

Der blaue Langdraht wird in die rote Öse gelegt, die ebenfalls zugebogen wird. (Bild 3).

Beide freie Enden werden in die jeweils andersfarbige Öse geschoben (Bild 4).

Falsch geknüpft entsteht ein Altweiberknoten, auch „Hausfrauenknoten“, österreichisch: „Knopf“ Oudewijvenknoop.svg. Er ist unzuverlässig und sehr schwer zu öffnen. Beim Altweiberknoten kommen die Enden schräg heraus. Ebenfalls kann der unsichere Diebesknoten entstehen. Unbedingt beachten, dass beide langen Seilenden bei Zug nicht durchrauschen!

Zur Sicherung der beiden Enden gegen Kippen und Herausrauschen kann ein halber Schlag, ein Zweistrang-Bändselknoten oder ein Doppelter Spierenstich angebracht werden.

Alternativen[Bearbeiten]

  • Beste Alternative ist der Flämische Achtknoten. Einfach zu knüpfen und sicher, hat er sich als Standardverbindungsknoten im Klettersport und auch bei der Feuerwehr etabliert.
  • Schwieriger zu knüpfen, aber sehr sicher bei geringer Schwächung der Reissfestigkeit ist der Zeppelinstek. Auch nach extremer Belastung lässt er sich noch lösen.
  • Zum sicheren Verbinden zweier ungleich dicker Seile ist der Schotstek besser geeignet.
  • Zum Verbinden von nassen, rutschigen Seilen eignet sich der Fischerknoten.
  • Für schweres und dickeres Tauwerk bietet sich der Trossenstek an.

Optisch ähnliche Knoten[Bearbeiten]

Ähnliches Aussehen besitzt der Altweiberknoten, auch „Hausfrauenknoten“, und der Diebesknoten, der auch falscher Kreuzknoten genannt wird. Beide sind unsichere Knoten und nicht für den Gebrauch geeignet. Die Gründe sind in den Artikeln Knotenfestigkeit und Schuhschleife beschrieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuzknoten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Altweiberknoten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geoffrey Budworth, „Knoten“ (Originaltitel "The Hamlyn Book Of Knots"), Deutsche Ausgabe 1989, Verlag Könenmann, S. 134
  2. Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Gleditsch-Verlag, 1829 H–N PDF, S.147 Google Books
  3. Knoten Welt
  4. Cliffword W. Ashley, „Das Ashley-Buch der Knoten“, Sonderausgabe 2005, S. 28, Nummer 74/75: „Einer der besten, aber am häufigsten missbrauchten Knoten ist der Kreuzknoten oder Reffknoten. Als Bändselknoten zum Reffen oder Bergen von Segeln oder um Pakete zu verschnüren ist er von unschätzbarem Wert. Aber als Verbindungsknoten (um zwei Enden zusammenzubinden) hat der Kreuzknoten wahrscheinlich mehr Tote und Verletzte auf dem Gewissen als alle anderen Knoten zusammen.
  5. Hugo Glafey (Hrsg.): Textil-Lexikon – Handwörterbuch der gesamten Textilkunde. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Berlin 1937, S. 895