Kriebitzsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die thüringische Gemeinde Kriebitzsch. Für den gleichnamigen deutschen Glasmaler siehe Johannes Kriebitzsch
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kriebitzsch
Kriebitzsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kriebitzsch hervorgehoben
51.02416666666712.339722222222200Koordinaten: 51° 1′ N, 12° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Rositz
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 13,3 km²
Einwohner: 1059 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04617
Vorwahlen: 03448, 034498 (Zechau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 022
Gemeindegliederung: Kerngemeinde; 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 26
04617 Kriebitzsch
Webpräsenz: www.vg-rositz.de
Bürgermeister: Bernd Burkhardt (Die Linke)
Lage der Gemeinde Kriebitzsch im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
Über dieses Bild

Kriebitzsch ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Rositz.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung
Restloch Zechau
Erinnerungsstein in Zechau an die devastierten Orte Petsa und Leesen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird dem Altenburg-Zeitzer Lösshügelland zugeordnet und ist stark durch die frühere Braunkohlenförderung geprägt. Der ehemalige Tagebau „Restloch Zechau“ – gelegen zwischen Monstab, Großröda und den drei Ortsteilen Kriebitzschs – ist heute ein Naturschutzgebiet mit großer ökologischer Bedeutung in der Bergbaulandschaft südlich von Leipzig.[2][3] Der Hauptort Kriebitzsch liegt nur zwei Kilometer von der nächstgelegenen Stadt Meuselwitz entfernt. Die Kreisstadt Altenburg liegt fünf Kilometer südöstlich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) die Stadt Meuselwitz, Rositz, Monstab und Starkenberg im Landkreis Altenburger Land sowie Elsteraue im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Kriebitzsch gehören die Ortsteile Altpoderschau und Zechau. Die ehemaligen Orte Leesen und Petsa fielen dem Braunkohleabbau zum Opfer und wurden abgesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

In der damaligen Sandgrube wurde im Jahr 1905 ein bronzezeitlicher Hortfund geborgen. In zwei Tongefäßen befanden sich zwölf Ösenhalsringe, zwei offene Armringe und eine Randaxt. Es könnte eine kultische Deponierung gewesen sein.[4]

Die urkundliche Ersterwähnung von Kriebitzsch erfolgte 1216. Die Braunkohlengewinnung erfolgte zunächst im Tiefbau, während später Tagebaue aufgeschlossen wurden.

Kirche[Bearbeiten]

St. Veit-Kirche

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zur Zeit des Nationalsozialismus unterhielt die Deutsche Erdoel-Actiengesellschaft (DEA) in Zechau ein Lager mit 96 Zwangsarbeitern, in Kriebitzsch waren 12 untergebracht, die in der Bruderzeche H. Solf arbeiten mussten.[5]

1953 wurde eine LPG gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Altpoderschau wurde am 1. Januar 1973 eingemeindet, nachdem es mit Neupoderschau seit 1957 zur Gemeinde Poderschau zusammengefasst worden war. Am 1. August 1977 wurde Zechau eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Statistik nennt für Kriebitzsch ohne die später eingemeindeten Orte 1910 1686, 1925 1900, 1933 1827 und 1939 noch 1734 Einwohner.

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 1511
  • 1995: 1462
  • 1996: 1427
  • 1997: 1405
  • 1998: 1385
  • 1999: 1346
  • 2000: 1318
  • 2001: 1312
  • 2002: 1268
  • 2003: 1233
  • 2004: 1256
  • 2005: 1249
  • 2006: 1208
  • 2007: 1187
  • 2008: 1166
  • 2009: 1133
  • 2010: 1132
  • 2011: 1102
  • 2012: 1078
  • 2013: 1059
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • DIE LINKE - 7 Sitze (57,7 %)
  • Freie Wählergemeinschaft (FWG) - 3 Sitze (25,0 %)
  • Sozialdemokratische Wählervereinigung Kriebitzch (SWV) - 2 Sitze (17,3 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,6 %.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl von 1994 gewann der zur Wählergemeinschaft gehörende Lutz Kipping mit 66,9 % der Stimmen im ersten Wahlgang. 1999 setzte sich Bernd Burkhardt von der PDS mit 58,3 % im ersten Wahlgang durch. Die Wiederwahl erfolgte jeweils im ersten Wahlgang 2004 (96,2 %) und 2010 (70,3 %).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kirche in Kriebitzsch
Denkmal für die 17 Toten des Grubenunglücks von 1921

Verkehr[Bearbeiten]

Über Kriebitzsch verläuft die Bundesstraße 180 von Altenburg nach Zeitz. Die Landesstraße 2174 führt nach Wintersdorf, Kreis- und Gemeindestraßen erschließen die beiden südlichen Ortsteile Altpoderschau und Zechau. Die Gemeinde liegt im Mitteldeutschen Verkehrsverbund und ist über mehrere täglich verkehrende Buslinien der THÜSAC Personennahverkehrsgesellschaft direkt mit Altenburg, Meuselwitz und Lucka verbunden. Die Linie 412 verkehrt bis nach Leipzig. Kriebitzsch besaß einen Haltepunkt an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Zeitz–Altenburg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Zechau befand sich eine Brikettfabrik. Sie wurde 1898/1899 erbaut und blieb bis 1991 in Betrieb. Die Fabrik wurde teilweise ab Mitte 1993 als technisches Museum weiter genutzt.[6] Das Museum musste jedoch geschlossen werden und schließlich wurde die Fabrik 2003 vollständig abgerissen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lore-Christine Jaschke: Familienbuch Kriebitzsch (Landkreis Altenburger Land) 1809-1875. Leipzig: AMF 2010 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 54)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kriebitzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Naturschutzrelevante Gebiete der Bergbaufolgelandschaft (Version vom 6. Oktober 2007 im Internet Archive)
  3. Natur- und Landschaftsschutzgebiete im Altenburger Land
  4.  Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 192.
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 20, ISBN 3-88864-343-0
  6. Technisches Museum Zechau. In: Straße der Braunkohle. Abgerufen am 14. Oktober 2012.