Krien

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Krien (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Krien führt kein Wappen
Krien
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krien hervorgehoben
53.8313.4469219Koordinaten: 53° 50′ N, 13° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 21,83 km²
Einwohner: 712 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17391
Vorwahlen: 039723, 039727
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 068
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Burkhard Wank
Lage der Gemeinde Krien im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Krien ist eine Gemeinde in der Nähe von Anklam südlich der Peene. Sie wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in Spantekow verwaltet. Bis zum 1. Januar 2005 war die Gemeinde Amtssitz des Amtes Krien.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Krien liegt an der Bundesstraße 199. Die Bundesautobahn 20 ist über den Anschluss Jarmen (etwa elf Kilometer) bzw. den Anschluss Anklam (rund 16 km) erreichbar. Die Stadt Anklam liegt etwa 20 km östlich und Jarmen etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Gemeinde.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Albinshof
  • Krien
  • Krien-Horst
  • Neu-Krien
  • Stammersfelde
  • Wegezin

Geschichte[Bearbeiten]

Albinshof

Albinshof wurde als Vorwerk zu Wegezin vor 1865 (Berghaus) angelegt. Der Name stammt vom Besitzer Regierungsrat Albinus. Der Ort hatte 1865 2 Wohn- und 5 Wirtschaftsgebäude, es wohnten dort 1 Pächter mit Familie und Gesinde, sowie 4 Tagelöhnerfamilien. Insgesamt hatte der Ort 40 Einwohner. Laut „Niekammerschem Güteradressbuch“ aus dem Jahre 1939 gehörte das Gut Albinshof damals Richard Brandes. Die Flächengröße betrug 1282 ha.

Krien

1253 als Krina urkundlich erwähnt. Das bedeutet als slawische Gründung "Brunnen, Quelle". 1450 wurde es "Krüne" und 1533 "Kryne" genannt. Im 13. Jahrhundert war ein Teil des Dorfes zur Klosterstiftung des Stolper Klosters gehörig. Es hatte zu der Zeit 10 Ganz- und 6 Halbbauern. Nach der Säkularisierung wurde der Klosterbesitz in eine herzogliche Domäne zum Domänenamt Stolpe gewandelt. Der zweite Dorfteil gehörte seit dem 15. Jahrhundert zum Lehnbesitz der Schwerine auf Spantekow. Dazu gehörten 6 Bauernhöfe und 1 Mühle, sowie einige Büdner. Hierzu gab es 1769 einen Tausch, der Lehnanteil Krien kam auch zum Domänenamt Stolpe, dafür wurden die Schwerin auf Spantekow mit anderen Besitzungen z.B. Dennin entschädigt.

Die Domäne Krien bestand 1865 aus 15 größeren und 54 kleineren Bauernwirtschaften. Diese waren als Erbpacht gestaltet.

Der Wohnplatz Krien war einer der größten im Kreis. Er hatte: 1 Kirche, 3 Kirchenhäuser, darunter das Küsterhaus als Schulhaus; 106 Wohn- und 92 Wirtschaftsgebäude; 1 Wind-, 1 Roß- und 2 Ölmühlen, sowie 2 Schmieden. Im Ort lebten 1021 Einwohner in 221 Familien.

Krien-Horst

Der Ort wurde gleichzeitig wie Neu-Krien 1767 als Domänenvorwerk angelegt. Es war eine größere Wirtschaft im Gegensatz zu den Bauernwirtschaften in Krien. Deshalb hieß der Ort lange "Krien-Gut". 1865 hatte der Ort 4 Wohn- und 9 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Windmühle. Es lebten dort 96 Einwohner in 17 Familien. Der Pächter war zu dieser Zeit Röhl.

Erst 1957 wurde der Ort als "Krien-Horst" genannt. Der Name wurde wohl gewählt, weil zwischen Dorf Krien und dieser Ansiedlung, sowie nördlich des Ortes einige Waldflächen lagen (Horst = Wald).

Neu-Krien

Dieser Ort wurde 1767 mit 10 eingewanderten Familien, die als Kossäten angesiedelt wurden, als Kolonie gegründet. Diese Kleinbauern hatte nur 3-4 Morgen als Nutzfläche. 1779 wurde der Ort als "Neucrien" erwähnt. 1865 hatte der Ort 4 Wohnhäuser mit 82 Einwohnern.

Stammersfelde

Stammersfelde wurde im Ortsverzeichnis erst 1906 genannt. Bereits 1835 ist im Preußischen Urmeßtischblatt ein einzelnes Gehöft verzeichnet, 1880 im MTB (Meßtischblatt) ist es schon ein Dorf mit dem Namen verzeichnet.

Wegezin

1241 wurde das Dorf unter dem Namen Wigusin mit Genehmigung von Barnim I. (Pommern) an das Kloster Stolpe verkauft (? - in der Regel wurde es geschenkt). 1267 wurde der Ort urkundlich als "Wugusin" zum Kloster Stolpe gehörig genannt (lt. Berghaus).

1865 wurde der Ort in zwei Teilen ausgewiesen: Das Dorf, dort waren 10 größere und 18 kleinere Bauernwirtschaften, sowie 14 Einlieger etabliert. Dieser Dorfteil hatte 27 Wohn- und 30 Wirtschaftsgebäude, 2 Windmühlen, 1 Ölmühle, 1 Schmiede und 1 Krug. Auch eine Postexpedition war vorhanden. Die Kirche war ein Filial zu Krien.

Das Gut, ursprünglich bis 1833 ein Dominal - bis zur Säkularisierung dem Kloster Stolpe gehörig - wurde 1833 mit königlicher Genehmigung an die Witwe des Regierungsrates Albinus verkauft. Von diesem erhielt auch das später gegründete Vorwerk "Albinshof" seinen Namen. Der Gutsteil hatte 4 Wohn- und 7 Wirtschaftsgebäude. Es wohnten dort 1 Besitzerin, 1 Verwalter und 5 Tagelöhner, sowie deren Familien. Insgesamt wohnten im Gutsteil 51 Personen.

Im gesamten Dorf lebten 1865 - 315 Einwohner.

1925 wurden im Rahmen einer Volkszählung in Deutschland 292 Einwohner gezählt.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Krien

  • Dorfkirche in Krien. Die Dorfkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Dorfkirche vergraben wurde 1936 ein behauener Stein gefunden, der seit 1966 als Taufstein genutzt wird. In der wissenschaftlichen Literatur wird die Ansicht vertreten, dass es sich bei dem Stein um einen heidnischen Kultstein gehandelt haben dürfte, der zunächst um 1200 mit christlichen Symbolen versehen, dann aber um 1300 wegen seiner doch lebendig gebliebenen heidnischen Bedeutung vergraben wurde.[3]
  • Mehrere bronzezeitliche Schälchensteine (Kultsteine)
  • Burgwall "Villa Camp" Krien (Fpl. 6), Bodendenkmal aus der älteren Slawenzeit
  • Gutsanlagen Krien-Horst und Albinshof
  • Feldsteinkirche Wegezin

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Karl Gustav von Keffenbrink (*17. November 1791 Krien, †16. September 1809 Wesel),preußischer Leutnant, gehörte zu den 11 Schill’schen Offizieren, die in Wesel erschossen wurden
  • Hermann Ahlwardt (1846–1914), Reichstagsabgeordneter und antisemitischer Agitator

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 75, 126
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865 (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Provinz Pommern. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Oktober 1932. Berlin: Preußisches Statistisches Landesamt, 1932., S. 3
  3. Walter Kusch: Ein merkwürdiger Taufstein. In: Baltische Studien. Band 68 N.F., 1982, ISSN 0067-3099, S. 45–50.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien