Krikor Bedros XV. Agagianian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Patriarch Grégoire-Pierre XV. Kardinal Agagianian (Mitte) in Rom (1958)

Seine Seligkeit Grégoire-Pierre XV. Kardinal Agagianian (Krikor Bedros Aghajanian) (* 18. September 1895 in Achalziche, heute in Georgien; † 16. Mai 1971 in Rom) war der fünfzehnte Patriarch von Kilikien der armenisch-katholischen Kirche und Kurienkardinal der römischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Seine Studien absolvierte er im Seminar zu Tiflis und an der Päpstlichen Universität Urbaniana „De Propaganda Fide“ zu Rom.

Am 23. Dezember 1917 wurde er zum Priester geweiht. In den Jahren 1918 bis 1921 war er als Seelsorger in Tiflis tätig, bevor er 1921 bis 1932 Mitglied und Vize-Rektor des Päpstlichen Armenischen Kollegs in Rom wurde. Ebendort war er zwischen 1932 und 1937 Rektor. Am 5. August 1932 wurde er Geheimer Kammerherr Seiner Heiligkeit Papst Pius’ XI. 1935 war er Apostolischer Visitator des armenisch-katholischen „Patriarchalen Instituts in Bzommar“ bei Beirut (Libanon).

Am 11. Juli 1935 ernannte Papst Pius XI. ihn zum Titularbischof von Comana Armeniae, die Bischofsweihe erfolgte am 21. Juli durch Erzbischof Sergios Der Abrahamian, den armenischen Weihbischof in Rom. Am 30. November 1937 wurde Agagianian durch die Heilige Synode der Armenisch-katholischen Kirche zum Armenischen Patriarchen von Kilikien gewählt. Diese Wahl wurde am 13. Dezember durch den Heiligen Stuhl bestätigt.

Am 18. Februar 1946 nahm Papst Pius XII. Agagianian als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Bartolomeo all’Isola in das Kardinalskollegium auf.

Am 2. Juli 1955 ernannte ihn der Papst zum Präsidenten der Kommission zur Revision des Kodex für die Orientalischen Kirchen (Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium). Er wurde am 18. Juni 1958 zum Pro-Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker ernannt, zu deren Präfekten Agagianian am 18. Juli 1960 durch Papst Johannes XXIII. erhoben wurde. Im Konklave des Jahres 1958 wurde er als „papabile“ gehandelt. Er galt als Kandidat der konservativen Fraktion des Kardinalskollegiums und unterlag, wie es heißt, knapp dem schließlich gewählten Johannes XXIII.

Agagianian war unter anderem Päpstlicher Legat für den Marianischen Kongress in Saigon am 31. Januar 1959 und für den Kongress zu Ehren des 1500. Todestags des Heiligen Patrick, Schutzpatron von Irland, vom 15. bis 23. Juni 1961 in Dublin, Irland. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) wirkte er als einer der vier Konzils-Moderatoren und hatte beim Missionsschema einen beachtlichen Anteil. Er nahm am Konklave 1963 teil und trat am 25. August 1962 von seinem Amt als armenisch-katholischer Patriarch von Kilikien zurück. 1967 und 1969 nahm er an den Bischofssynoden im Vatikan teil. Sein Amt als Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker legte er am 19. Oktober 1970 nieder. Papst Paul VI. erhob ihn am 22. Oktober 1970 zum Kardinalbischof von Albano.

Grégoire-Pierre XV. Kardinal Agagianian starb am 16. Mai 1971 in Rom und wurde dort in der Armenischen Kirche San Nicola da Tolentino[1]bestattet.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gregor Petrus XV. Kardinal Agagianian, in: Internationales Biographisches Archiv 24/1971 vom 7. Juni 1971, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chiesa di San Nicola da Tolentino (Roma) Chiesa di San Nicola da Tolentino (Roma)
Vorgänger Amt Nachfolger
Giuseppe Kardinal Pizzardo Kardinalbischof von Albano
1970–1971
Luigi Kardinal Traglia
Samuel Kardinal Stritch Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker
1960–1970
Agnelo Kardinal Rossi
Avedis Bedros XIV. Arpiarian Patriarch der Armenisch-Katholischen Kirche
1937–1962
Iknadios Bedros XVI. Batanian