Kristie Marano

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Kristie Marano (* 24. Januar 1979 in Albany, New York) ist eine US-amerikanische Ringerin und zweifache Weltmeisterin.

Werdegang[Bearbeiten]

Kristie Marano stammt aus einer Ringerfamilie. Ihr Vater Conrad Stenglein und ihre Brüder Matt und Joshua waren ebenfalls Ringer. Mit dem Ringen begann sie 1995 an der Colonie Central High School in Albany, nachdem sie vorher schon im Alter von 5 Jahren mit Judo begonnen hatte und diesen Sport bis zu ihrem 16. Lebensjahr betrieb. Nach der High School besuchte sie das Hudson Valley Community College und das Piles Peak Community College. Sie studierte Physik.

Beim Ringen waren bzw. sind ihre wichtigsten Trainer Andi Momm, Archie Randall, Terry Steiner und Link Davis. Sie wurde auch Mitglied des New York Athletic Club und trainierte lange Zeit im Trainingscenter des US-amerikanischen Ringerverbandes in Colorado Springs. Zu Beginn ihrer Laufbahn startete sie unter ihrem Geburtsnamen Kristie Stenglein. 1999 heiratete sie Chad Marano und nahm den Familiennamen Marano an. Unter diesem Namen hatte sie dann auch fast zehn Jahre lang ihre größten sportlichen Erfolge. Bereits vorher, 1998, hatte sie ihre erste Tochter Kayla geboren. Sie bemerkte dabei ihre Schwangerschaft so spät, dass sie bis wenige Wochen vor der Geburt noch voll im Training stand und sich auch an Wettkämpfen beteiligte. Auch nach der Geburt stand sie bereits 10 Tage später wieder auf der Ringermatte. Später trennte sich Kristie Marano von Chad Marano wieder und heiratete Link Davis. In diesem Jahr gebar sie auch ihre zweite Tochter Lilly. Sie startete seit 2009 unter dem Namen Kristie Davis.

Wie bereits erwähnt, betrieb Kristie Marano als sie noch Kristie Stenglein hieß, zunächst Judo. Sie war dabei so erfolgreich, dass sie sich 1996 an der US-amerikanischen Olympia-Ausscheidung (Trials) für die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta beteiligen konnte. Die Qualifikation gelang ihr dabei allerdings nicht. Mit diesem sportlichen Hintergrund wurde sie 1996 US-amerikanische Vize-Meisterin bei den Frauen und startete in diesem Jahr auch bereits bei den Weltmeisterschaften in Sofia in der Gewichtsklasse bis 75 kg und wurde dort auf Anhieb (als Kristie Stenglein) hinter der Chinesin Liu Dong Feng und vor Sha Ling-Li aus Taiwan, Anna Schamowa aus Russland und Monika Kowalski aus Polen Vize-Weltmeisterin.

1997 wurde Kristie Marano in San Juan (Puerto Rico) Siegerin bei den Pan Amerikanischen Meisterschaften, wieder in der Gewichtsklasse bis 75 kg. Bei der Weltmeisterschaft der Frauen in Clermont-Ferrand gewann sie in der Gewichtsklasse bis 75 kg nach Siegen über Vanessa Civit aus Frankreich, Saida Riabi aus Tunesien und Anna Schamowa nach einer Niederlage im Finale gegen Kyoko Hamaguchi aus Japan wiederum die Silbermedaille. 1998 nahm sie in Fredrikstad/Norwegen erstmals an einer Junioren-Weltmeisterschaft teil und gewann dort den Titel vor May Bente Eriksen aus Norwegen und Edyta Witkowska aus Polen. Im gleichen Jahr wurde sie dann in Poznan zum dritten Mal in Folge Vize-Weltmeisterin bei den Frauen in der Gewichtsklasse bis 75 kg. Auf dem Weg dazu besiegte sie Vera Bazantowa aus Tschechien und Nina Englich aus Deutschland. Lediglich im Endkampf unterlag sie wieder gegen Kyoko Hamaguchi. Dem zweiten Platz blieb Kristie Marano auch bei der Weltmeisterschaft 1999 in schwedischen Boden treu. Auch dort kam sie nach Siegen über May Bente Eriksen, Jelena Jirnowa sus Russland, Jana Panowa aus Kirgisistan und Elvira Barriga aus Österreich und einer Niederlage im Finale gegen Kyoko Hamaguchi auf diesen Platz.

Im Jahre 2000 wechselte Kristie Marano in die Gewichtsklasse bis 68 kg. Der Wechsel in diese Gewichtsklasse brachte ihr sofort Erfolg, denn sie wurde in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Sofia in dieser Gewichtsklasse nach Siegen über Anna Schamowa, Tomeo Miyamoto aus Japan, Xiomara Guevara aus Venezuela und Lise Golliot-Legrand aus Frankreich erstmals Weltmeisterin bei den Frauen. Ein Titel, denn sie nach vier Vize-Weltmeistertiteln in Folge wahrlich verdient hatte.

In den folgenden Jahren waren auch für Kristie Marano die Erfolge nicht mehr leicht zu erringen. Das Frauenringen hatte sich immer mehr etabliert und die Konkurrenz wurde immer größer. 2001 wurde sie in Santo Domingo wieder Pan Amerikanische Meisterin in der Gewichtsklasse bis 68 kg, konnte sich aber in den Vereinigten Staaten nicht für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft dieses Jahres qualifizieren. Im Jahre 2002 war sie aber bei der Weltmeisterschaft in Chalkida/Griechenland wieder am Start und kam dort nach Siegen über Stanka Slatewa aus Bulgarien u. Shannon Samler aus Kanada, einer Niederlage gegen Kateryna Burmistrowa aus der Ukraine und einem Sieg über Ewelina Pruszko aus Polen auf dem 3. Platz, der den Gewinn einer Bronzemedaille bedeutete.

2003 gelang es Kristie Marano in New York zum zweitenmale Weltmeisterin zu werden. In der Gewichtsklasse bis 67 kg schlug sie dabei nacheinander Jodeen Marie MacGregor aus Neuseeland, Martina Zyklova aus Tschechien, Norie Saito aus Japan, Shannon Samler und Ewelina Pruszko. Sie gewann damit, die Junioren-Weltmeisterschafts-Medaille von 1998 mit eingerechnet, bereits ihre achte Weltmeisterschafts-Medaille. Im Jahre 2004 stand bei den Olympischen Spielen in Athen in vier Gewichtsklassen erstmals das Frauenringen auf dem Programm. Die Gewichtsklasse bis 67 kg, in der Kristie Marano startete, war nicht dabei. Sie trainierte deshalb bei der USA-Meisterschaft in die Gewichtsklasse bis 63 kg ab und gewann hier auch den Meistertitel. Offenbar hatte ihr dieses Abtrainieren aber soviel Kraft gekostete, dass sie sich entschloss, bei der US-amerikanischen Olympia-Ausscheidung (Trials) in der Gewichtsklasse bis 72 kg zu starten. In dieser Gewichtsklasse verlor sie aber in den zwei entscheidenden Kämpfen gegen Toccara Montgomery und verpasste dadurch die Teilnahme in Athen.

In den folgenden Jahren startete sie dann zunächst immer in der Gewichtsklasse bis 72 kg KG. An der nächsten Weltmeisterschaft nahm sie erst wieder im Jahre 2006 teil und kam dabei in Guangzhou/China nach einem Sieg über Darja Karpenko, Kasachstan, einer Niederlage gegen Kyoko Hamaguchi und Siegen über Nasanburmaa Ochirbat, Mongolei, Swetlana Sajenko aus der Ukraine und Ohenewa Akuffo aus Kanada zum Gewinn ihrer nächsten Medaille, einer bronzenen. 2007 siegte sie auch erstmals bei Pan Amerikanischen Spielen. In Rio de Janeiro blieb sie vor Ohenewa Akuffo und Rosangela Conceicao aus Brasilien. Ihre vorläufig letzte Weltmeisterschaftsmedaille, ihre zehnte, gewann Kristie Marano dann bei der Weltmeisterschaft 2007 in Baku. Dort besiegte sie Agnieszka Wieszczek aus Polen, Maider Unda Gonzales de Audicana aus Spanien und Güzäl Mänürowa aus Russland, ehe sie im Finale gegen Stanka Slatewa unterlegen war.

Im Jahre 2008 kam Kristie Marano bei der US-amerikanischen Meisterschaft hinter Ali Bernard, Catherine Downing und Iris Smith nur auf den 4. Platz und schaffte es auch bei den Olympia-Trials nicht, sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren.

Nach einer Pause im Jahre 2009, die aus den oben geschilderten Umständen zustande kam (Geburt ihres zweiten Kindes), machte Kristie Marano, nunmehr als Kristie Davis ein Comeback. Es gelang ihr, sich für die Weltmeisterschaft 2010 in Moskau zu qualifizieren. In Moskau scheiterte sie in der Gewichtsklasse bis 67 kg allerdings schon in der 1. Runde an Alla Tscherkassowa aus der Ukraine. Sie belegte deshalb dort nur den 12. Platz. 2011 trainierte sie sogar wieder in die Gewichtsklasse bis 63 kg ab und wurde in Rionegro Pan Amerikanische Meisterin vor Justine Bouchard aus Kanada und Sandra Roa aus Kolumbien.

Es ist davon auszugehen, dass Kristie Davis im Jahre 2012 versuchen wird, sich doch noch für die Teilnahme an Olympischen Spielen zu qualifizieren.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis
1996 2. WM in Sofia bis 75 kg hinter Liu Dong Feng, China, vor Sha Ling-Li, Taiwan, Anna Schamowa, Russland und Monika Kowalska, Polen
1997 4. Klippan-Lady-Open bis 75 kg hinter Monika Kowalska und Ewelina Pruszko, beide Polen und Anna Schamowa
1997 1. Pan Amerikanische Meisterschaften in San Juan (Puerto Rico) bis 75 kg vor Mayra Alessandra Ocampo Aparicio, Venezuela
1997 2. WM in Clermont-Ferrand bis 75 kg nach Siegen über Vanessa Civit, Frankreich, Saida Riabi, Tunesien und Anna Schamowa und einer Niederlage gegen Kyoko Hamaguchi, Japan
1998 1. Klippan-Lady-Open bis 75 kg vor Helene Karlsson, Schweden und Nicole Hettich, Deutschland
1998 1. Junioren-WM in Fredrikstad/Norwegen bis 75 kg vor May Bente Eriksen, Norwegen und Edyta Witkowska, Polen
1998 2. WM in Poznan bis 75 kg nach Siegen über Vera Bazantova, Tschechien und Nina Englich, Deutschland und einer Niederlage gegen Kyoko Hamaguchi
1999 2. WM in Boden/Hildursborg bis 75 kg nach Siegen über May Bente Eriksen, Jelena Jirnowa, Russland, Jana Panowa, Kirgisistan u. Elvira Barriga, Österreich und einer Niederlage gegen Kyoko Hamaguchi
2000 2. Klippan-Lady-Open bis 68 kg hinter Anita Schätzle, Deutschland, vor Lene Aanes, Norwegen
2000 1. WM in Sofia bis 68 kg nach Siegen über Anna Schamowa, Tomoe Miyamoto, Japan, Xiomara Guevara, Venezuela und Lise Golliot-Legrand, Frankreich
2001 1. Pan Amerikanische Spiele in Santo Domingo bis 68 kg vor Xiomara Guevara und Daniele Leanos Luna, Mexiko
2002 3. WM in Chalkida/Griechenland bis 67 kg nach Siegen über Stanka Slatewa, Bulgarien und Shannon Samler, Kanada, einer Niederlage gegen Kateryna Burmistrowa, Ukraine und einem Sieg über Ewelina Pruszko, Polen
2002 2. New-York-Athletic-Club-International-Open bis 72 kg hinter Toccara Montgomery, vor Monika Kowalski und Ohenewa Akuffo, Kanada
2003 2. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs bis 63 kg hinter Sara McMann, USA, vor Nikola Hartmann-Dünser, Österreich
2003 2. Fila-Manitoba-Open bis 67 kg hinter Lene Aanes, vor Megan Buydens, Kanada
2003 1. WM in New York bis 67 kg nach Siegen über Jodeen Marie MacGregor, Neuseeland, Martina Zyklova, Tschechien, Norie Saito, Japan, Shannon Samler und Ewelina Pruszko
2003 1. Welt-Cup in Tokio bis 67 kg vor Swetlana Martinenko, Russland, Norie Saito und Martine Dugrenier, Kanada
2003 1. Sunkist-Kids-International-Open in Tempe (Arizona) bis 67 kg vor Kelly Branham und Randi Miller, beide USA
2003 1. New-York-Athletic-Club-International-Open bis 72 kg vor Toccara Montgomery, Iris Smith, USA und Marina Gastl, Österreich
2004 1. Fila-Manitoba-Open bis 63 kg hinter Sara McMann, USA, vor Lene Aanes, Norwegen
2004 1. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs bis 63 kg vor Lene Aanes, Sara McMann und Viola Yanik, Kanada
2004 2. Klippan-Lady-Open bis 63 kg hinter Alena Kartaschowa, Russland, vor Helena Allandi, Schweden
2005 1. Welt-Cup in Clermont-Ferrand bis 67 kg vor Lise Golliot-Legrand u. Kateryna Burmistrowa
2005 2. New-York-Athletic-Club-International-Open bis 67 kg hinter Catherine Downing, USA, vor Stefanie Howorun, Kanada
2006 1. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs bis 67 kg vor Megan Buydens, Kanada, Catherine Downing und Randi Miller, beide USA
2006 1. Klippan-Lady-Open bis 67 kg vor Natalja Kuksina, Russland und Michala Krizkova-Spoutsova, Tschechien
2006 3. Welt-Cup in Nagoya bis 72 kg hinter Ohenewa Akuffo und Kyoko Hamaguchi, vor Swetlana Sajenko und Alena Starodubzewa, Russland
2006 3. WM in Guangzhou bis 72 kg nach einem Sieg über Darja Karpenko, Kasachstan, einer Niederlage gegen Kyoko Hamaguchi und Siegen über Nasanburmaa Ochirbat, Mongolei, Swetlana Sajenko und Ohenewa Akuffo
2007 1. Pan Amerikanische Spiele in Rio de Janeiro bis 72 kg vor Ohenewa Akuffo und Rosangela Conceicao, Brasilien
2007 2. WM in Baku bis 72 kg nach Siegen über Agnieszka Wieszczek, Polen, Maider Unda Gonzales de Audicana, Spanien und Güzäl Mänürowa, Russland und einer Niederlage gegen Stanka Slatewa
2007 2. Warschau-Cup bis 72 kg nach Siegen über Maider Unda Gonzales de Audicana u. Agnieszka Wieszczek und einer Niederlage gegen Stanka Slatewa
2008 3. Alexander-Medwed-Turnier in Minsk bis 72 kg hinter Jekaterina Bukina, Russland und Irina Zyrkewitsch, Weißrussland
2010 8. Grosser Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg Siegerin: Jekaterina Bukina, Russland vor Marina Gastl, Österreich und Cynthia Vanessa Vescan, Frankreich
2010 12. WM in Moskau bis 67 kg nach einer Niederlage gegen Alla Tscherkassowa, Ukraine
2010 1. Sunksit-Kids-International-Open in Tempe (Arizona) bis 67 kg vor Erin Glodgo und Brittany Göbel, beide USA
2010 1. New-York-Athletic-Club-International-Open bis 63 kg vor Elena Piroschkowa und Alli Rogan, beide USA
2011 2. Welt-Cup in Lievin bis 67 kg hinter Hong Yan, China, vor Yoshiko Inoue, Japan und Nasanburmaa Ochirbat und Elena Schalygina, Kasachstan
2011 1. Pan Amerikanische Spiele in Rionegro bis 63 kg vor Justine Bouchard, Kanada und Sandra Roa, Kolumbien

US-amerikanische Meisterschaften[Bearbeiten]

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis
1996 2. bis 75 kg
1997 1. bis 75 kg
1998 1. bis 75 kg
1999 1. bis 75 kg
2000 1. bis 68 kg
2001 2. bis 68 kg hinter Toccara Montgomery, vor Catherine Downing
2002 2. bis 63 kg hinter Sara McMann, vor Tori Adams
2003 2. bis 63 kg hinter Sara McMann, vor Lauren Lamb
2004 1. bis 63 kg vor Sara McMann und Sally Roberts
2005 1. bis 67 kg hinter Catherina Downing und Heather Martin
2006 1. bis 72 kg vor Stephany Lee und Ali Bernard
2007 1. bis 72 kg vor Iris Smith und Stephany Lee
2008 4. bis 72 kg hinter Ali Bernard, Catherina Downing und Iris Smith
2011 2. bis 63 kg hinter Elena Piroschkowa, vor Alli Ragan

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • alle Wettbewerbe im freien Stil
  • WM = Weltmeisterschaft

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig
  • Fachzeitschrift Der Ringer
  • Website des US-amerikanischen Ringerverbandes

Weblinks[Bearbeiten]