Kriton

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kriton (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kriton, Titel der norwegischen Ausgabe von 1883

Der Dialog Kriton wurde von dem griechischen Philosophen Platon verfasst, und lässt sich in dessen frühe Schaffensperiode zwischen den Jahren 399 und 385 v. Chr. einordnen. Des Weiteren bildet er zusammen mit den Dialogen Euthyphron, Apologia Sokratous und dem Phaidon die erste Tetralogie der platonischen Werke.

Er schließt inhaltlich an die Apologie des Sokrates an und dokumentiert das Gespräch zwischen dem zum Tode verurteilten Philosophen Sokrates und dessen wohlhabendem Freund und Schüler Kriton, welcher ihn in seiner Zelle aufsucht. Sein Ziel ist es, Sokrates' Leben zu retten, indem er ihm zur Flucht aus dem Gefängnis verhilft, um die in naher Zukunft zu erwartende Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern. Dieses kann aber nur erreicht werden, wenn Sokrates von der Richtigkeit der Flucht überzeugt werden kann, denn dieser scheint keinerlei Furcht vor dem Tode zu haben, so dass der Überlebenstrieb bei Sokrates als Fluchtmotiv nicht ins Gewicht fällt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kritons Argumentation

Um Sokrates zu überzeugen, bringt Kriton die folgenden Gründe vor

1. Grund: Sokrates muss fliehen, da andernfalls die Menge alle Anhänger Sokrates', damit auch Kriton, beschuldigen würde, sich nicht ausreichend für ihren Freund eingesetzt zu haben.

2. Grund: Die Möglichkeit der Flucht besteht, die Wachen könnten ohne zu großen finanziellen Aufwand für die Anhänger des Philosophen bestochen werden, Sokrates selbst böte sich in Thessalien eine sichere neue Heimat.

3. Grund: Sokrates darf als Vater und Lehrer seinen Tod nicht ohne Widerstand geschehen lassen, da er sonst seiner Verantwortung für die Kinder und Schüler nicht gerecht würde, die ihn doch als Vorbild benötigten.

4. Grund: Die Ungerechtigkeit der Anklage.

[Bearbeiten] Widerspruch des Sokrates

Sokrates lädt Kriton nach dessen Rede dazu ein, die Frage seiner Flucht gemeinsam zu diskutieren. Hierfür bedient er sich seiner gängigen Lehrmethode, der Mäeutik, und führt eine dialektische Argumentation durch, die sich folgendermaßen darstellt:

1. Frage des Sokrates: Welche Meinung zählt? Die vernünftige oder die unvernünftige Meinung?

Antwort: Die Vernünftige, und nur diese.

2. Frage des Sokrates: Wessen Meinung zählt? Die des Sachverständigen oder die des Unverständigen?

Antwort: Die des Sachverständigen, da nur diese in der Sache hilfreich sein kann, die des Unverständigen aber wohl schaden muss. Dies gilt auch und vor allem in Fragen der Gerechtigkeit

Nach diesem Abschnitt kommt Sokrates zu dem Schluss, dass die Flucht nur dann durchgeführt werden kann, wenn diese gerechtfertigt ist.

Es schließt sich die Untersuchung des Problems an

3. Frage des Sokrates: Darf man Unrecht tun?

Antwort: Man darf kein Unrecht tun, auch dann nicht, wenn einem selbst Unrecht widerfahren ist.

4. Frage des Sokrates: Muss man ein Versprechen einhalten oder darf man es brechen?

Antwort: Man muss es halten.

In diesem Falle ist das Versprechen das des Sokrates an seine Heimatstadt Athen, mit der er durch seine lebenslange Treue und Verbundenheit einen durch Taten geschriebenen Vertrag unterzeichnet hat, ihre Gesetze und Regeln zu achten und gut zu heißen.

Conclusio: Jetzt zu fliehen wäre unrecht, da Sokrates diesen Vertrag mit Athen bräche und all seine Ideale und Lehren verraten würde. Dies brächte ihm die Verachtung aller guten und gerechten Menschen ein, so dass der Philosoph nicht mehr in einer guten und gerechten Stadt leben könnte. Allein ein Leben bei schlechten Menschen wäre noch möglich. Selbst im Totenreich, dem Hades, müsste er noch für solch eine schmähliche Tat verachtet werden.

Somit kann Sokrates, unter Bezugnahme auf sein einziges Entscheidungskriterium, die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit der Flucht, nicht gehen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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