Krokodilschluss

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Krokodilschluss ist ein klassisches dialektisches Paradoxon des Altertums, das sich auf eine fiktive Unterredung zwischen einem Krokodil und einer Mutter bezieht. Das Krokodil hat der Mutter das Kind geraubt. Nach der Aufforderung der Mutter, ihr das Kind zurückzugeben, verspricht ihr das Krokodil, ihr dann und nur dann das Kind wiederzugeben, wenn die Mutter richtig errät, was es mit dem Kind tun wird.

Die Mutter soll auf diese Weise einem Fangschluss unterliegen.

Antwortet sie nämlich, das Krokodil werde ihr das Kind zurückgeben, so wird sie gemäß der Logik des ihr gemachten Vorschlags mit größter Sicherheit ihr Kind verlieren, da das Krokodil ja als Räuber des Kindes ein Interesse daran hat, das Kind zu behalten.

Antwortet sie aber, dass das Krokodil entsprechend diesem ihm unterstellten Interesse ihr das Kind nicht zurückgibt, so bringt sie damit das Krokodil in Argumentationszwang. Wenn das Krokodil das Kind für sich behält, so verstößt es gegen sein eigenes Wort. Das Krokodil kann also nur noch antworten, dass es sich nicht an sein Wort gebunden fühlt, da die Mutter durch ihre Antwort ja selbst die logische Möglichkeit der Rückgabe ausgeschlossen hat. Die Mutter kann ihr Kind also nur vertragsgemäß weiter zurückfordern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Schischkoff, Georgi (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. Alfred Kröner-Verlag, Stuttgart 14. Auflage 1982, ISBN 3-520-01321-5, Stichwort Krokodilschluss, Seite 381

Weblinks[Bearbeiten]

Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1904)