Krokusse

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Krokusse
Krokus-Arten: Links: Crocus sativus, Rechts: Crocus vernusIllustration aus Thomé:  Flora von Deutschland,Oesterreich und der Schweiz (1885)

Krokus-Arten:
Links: Crocus sativus, Rechts: Crocus vernus
Illustration aus Thomé:
Flora von Deutschland,Oesterreich und der Schweiz (1885)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Gattung: Krokusse
Wissenschaftlicher Name
Crocus
L.
Holländische Krokusse in verschiedenen Farben
violette Krokusse mit verschlossenen Blüten
Ein weißer Krokus
Krokus mit offener Blüte

Die Krokusse (Crocus; in der Schweiz "das Krokus"; Mehrzahl Krokusse) sind eine Gattung der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Ihre Arten stammen aus dem Orient, Europa und Nordafrika. Es gibt sehr viele Züchtungen, die unter dem Begriff Krokus-Hybriden zusammengefasst werden können. Sie sind in den Parks und Gärten der gemäßigten Breiten auf der ganzen Welt anzutreffen. In Mitteleuropa werden sie vor allem als Frühblüher in Ziergärten und Rasen gepflanzt. Crocus vernus, Crocus flavus, Crocus candidus sind Wildarten, die in Gärten nur sehr selten vorkommen. Eine wirtschaftlich bedeutsame Krokus-Art ist der Safran (C. sativus). Bei der biblischen Rose von Scharon könnte es sich um einen Krokus handeln.

Beschreibung[Bearbeiten]

Krokusse sind ausdauernde krautige, halbwinterharte bis winterharte Geophyten, die Knollen als Überdauerungsorgane ausbilden. Die wenigen (meist etwa fünf) grundständigen Laubblätter sind einfach und parallelnervig; sie weisen fast immer einen weißlichen Mittelnerv auf. Der Blattrand ist glatt.

Die im Frühjahr oder im Herbst erscheinenden Blüten variieren stark in der Farbe, aber lila, hellviolett, gelb und weiß sind vorherrschend. Sie stehen einzeln oder zu vielen in einem stängellosen Blütenstand mit Hochblättern. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind dreizählig. Die röhrig verwachsenen Blütenhüllblätter stehen in zwei Kreisen; entweder sind alle gleichgestaltig oder die des inneren Kreises sind kleiner. Es ist nur ein Kreis mit drei Staubblättern vorhanden. Die kurzen Staubfäden sind mit der Blütenröhre verwachsen. Die Staubbeutel sind gelb, weiß oder fast schwarz. Drei Fruchtblätter bilden einen im Boden befindlichen Fruchtknoten. Der Griffel besteht aus drei oder mehr Griffelästen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Erst nach der Befruchtung schiebt sich die Frucht aus dem Boden. Es werden dreifächerige Kapselfrüchte gebildet, die viele Samen enthalten.

Herbstblühende Krokusarten, deren Samenkapseln erst im folgenden Frühjahr erscheinen, können mit Herbstzeitlosen verwechselt werden, die allerdings sechs Staubblätter aufweisen.

Systematik[Bearbeiten]

Systematik nach Mathew[Bearbeiten]

Brian Frederick Mathew unterteilte die Gattung 1982 anhand von morphologischen Merkmalen in 2 Untergattungen sowie mehrere Sektionen und Serien. Die folgende Aufstellung enthält die damals bekannten 80 Arten sowie die 11 seitdem neubeschriebenen Arten (mit * gekennzeichnet):[1]

Phylogenetische Systematik[Bearbeiten]

Eine 2008 veröffentlichte phylogenetische Analyse der Gattung ergab folgendes Kladogramm:[1]

Untersucht wurden 5 Regionen der Plastiden-DNA: die drei Proteine codierenden Gene ndhF, accD und rpoC1 und die beiden nichtcodierenden Abschnitte trnH-psbA und rpl36-rps8. In die Analyse einbezogen wurden 86 der 88 Crocus-Arten sowie 50 Unterarten, zusätzlich noch Babiana stricta, Tigrida pavonia, Syringodea bifucata, Romulea tempskyana und Romulea ramiflora als Außengruppe.[1]

Belege[Bearbeiten]

  • S. I. Ali, Brian Mathew: Crocus. In: Flora of Pakistan, Volume 202 (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Gitte Petersen, Ole Seberg, Sarah Thorsøe, Tina Jørgensen & Brian Mathew: A phylogeny of the genus Crocus (Iridaceae) based on sequence data from five plastid regions. Taxon Volume 57, Number 2, May 2008, Seiten 487–499.
  2. Lorenzo Peruzzi, Angelino Carta, Crocus ilvensis sp. nov. (sect. Crocus, Iridaceae), endemic to Elba Island (Tuscan Archipelago, Italy), Nordic Journal of Botany, 29: pp. 6-13, 2011.
  3. Osman Erol, Levent Can, Levent Şık: Crocus demirizianus sp. nov. from northwestern Turkey. In: Nordic Journal of Botany. Volume 30, Issue 6, Seiten 665–667, Dezember 2012 doi:10.1111/j.1756-1051.2012.01684.x

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Krokus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Krokus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien