Krombacher Brauerei

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Krombacher Brauerei GmbH & Co. KG
Logo der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 4. Februar 1803
Sitz Kreuztal, Nordrhein-Westfalen
Leitung Friedrich Schadeberg, Bernhard Schadeberg, Helmut Schaller, Uwe Riehs, Andreas Holtze
Mitarbeiter 866[1]
Umsatz 649,8 Mio. €[1]
Branche Getränkeproduktion
Website www.krombacher.de
Brauerei im nordrhein-westfälischen Krombach (Kreuztal)

Die Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG ist eine Brauerei aus der Stadt Kreuztal (Nordrhein-Westfalen) und liegt im Stadtteil Krombach. Mit einem Gesamtausstoß von 6,429 Mio. hl[1] ist sie eine der größten deutschen Privatbrauereien. Die Sorte Krombacher Pils ist mit 4,4 Mio. hl die meistgekaufte Marke Pilsner Bier Deutschlands; das alkoholfreie Bier ist Marktführer in dieser Sparte.[1] Krombacher besitzt mit der Schweppes Deutschland GmbH seit 2006 die Marken- und Vertriebsrechte für Schweppes, Orangina und Dr Pepper in Deutschland und Österreich.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Brauerei wurde am 4. Februar 1803 von Johannes Haas gegründet. Dessen Vater Johann Eberhard Haas unterhielt in Krombach eine Gastwirtschaft. Da nach einer Verordnung vom 25. Juli 1618 der Ausschank von Bier nur dann erlaubt war, wenn die Gastwirtschaft auch über ein eigenes Brauhaus und eine Malzdarre verfügte, richtete Johannes Haas die Brauerei in dem elterlichen Betrieb ein.

Das Wasser für die Hausbrauerei („Hasbrauerei“) holte man zunächst fassweise von einer Quelle am Fuße des Grumbergs im Westen des Dorfes mit dem Ochsenkarren zur Braustätte. 1854 musste Brauereibesitzer Haas der Kirche jährlich 17 Gulden (Florin) Pacht dafür zahlen, dass die Quellwasserleitung über kirchliche Grundstücke ins Dorf geführt wurde.

Die Umsiedlung auf das jetzige Gelände dürfte sich zwischen 1858 und 1879/82 vollzogen haben. In dieser Zeit wurden auch zwei Felsenkeller angelegt, die als Bierlager dienten.

Im Jahr 1896 verkaufte Hermann Haas die Brauerei für 360.000 Mark an den Dortmunder Otto Eberhardt († 17. August 1924). Eberhardt führte diese als Kommanditgesellschaft mit der Bezeichnung „Hasbrauerei Eberhardt und Cie.“ weiter und wandelte sie 1905 in eine Aktiengesellschaft um.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das „Crombacher Pilsener“ eingeführt – was zu einem raschen Aufschwung führte. Im Oktober 1922 übernahm Friedrich Schadeberg (der Großvater des heutigen Geschäftsführers Bernhard Schadeberg) die Leitung des Unternehmens, das bis heute als Familienunternehmen geführt wird.[2] Die Eigentümer sind derzeit Friedrich Schadeberg und seine Schwester Barbara Lambrecht-Schadeberg, sein Sohn Bernhard Schadeberg und seine Tochter Petra Schadeberg-Hermann.

Die Krombacher Felsenquelle, die zusammen mit der Breitenbachtalsperre bei Hilchenbach das Wasser für die Brauerei liefert, wurde 1722 vom Berginspektor Fresenius entdeckt. Das weiche, mineralarme Wasser bietet die Grundlage für das gebraute Bier. Die Brauerei zählt zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Im Emblem der Brauerei ist das Wahrzeichen von Kreuztal, der Kindelsbergturm, zu sehen. Darunter der Littfe-Bach, welcher durch Krombach fließt.

Am 12. Mai 2006 gab die Krombacher Brauerei bekannt, dass sie die Rechte von „Schweppes“ für Deutschland und Österreich übernommen habe sowie die Vertriebsrechte für Orangina. In den meisten anderen Ländern liegen die Markenrechte an Schweppes bei der Dr Pepper Snapple Group. Anfang Januar 2007 wurde mitgeteilt, dass das Unternehmen die Privatbrauerei A. Rolinck aus Steinfurt erworben hat. Der Markenname Rolinck sowie die einzelnen Produkte sollen erhalten bleiben. Im Juli 2008 tauchten Spekulationen auf, dass Heineken die Brauerei übernehmen wolle. Die Verkaufsgerüchte wurden jedoch von der Inhaberfamilie zurückgewiesen.[3]

Im Januar 2014 verhängte das Bundeskartellamt gegen die Krombacher-Brauerei und drei weitere Brauereien wegen Preisabsprachen für Fass- und Flaschenbiere in einem Bierkartell von 2006 bis 2008 eine Strafzahlung von 106,5 Millionen Euro.[4]

Produktpalette[Bearbeiten]

Krombacher[Bearbeiten]

Krombacher Pils
Krombacher Weizen im Kaufhallenregal
  • Krombacher Alkoholfrei
  • Krombacher Dark (nur Export)
  • Krombacher Dunkel
  • Krombacher Hell
  • Krombacher Pils
  • Krombacher Radler
  • Krombacher Radler Alkoholfrei
  • Krombacher Weizen
  • Krombacher Weizen Alkoholfrei
  • Krombacher Weizen dunkel
  • Krombacher Weizen-Radler
  • Krombacher Weizen-Radler Alkoholfrei

Eichener[Bearbeiten]

Rhenania[Bearbeiten]

Rolinck[Bearbeiten]

  • Alex Rolinck – Feines Lagerbier
  • Bastard – Bier & Cola
  • Rolinck Alkoholfrei
  • Rolinck Pilsener Premium
  • Rolinck Radler
  • Rolinck Westfälisch-Alt

Cab[Bearbeiten]

  • Cab Banana & Beer – Biermischgetränk aus Krombacher Weizen und Banane
  • Cab Cola & Beer – Biermischgetränk aus Cola und Bier mit Drachenfruchtaroma (ursprünglich Cola and beer)

Dr Pepper[Bearbeiten]

  • Dr Pepper

Schweppes[Bearbeiten]

  • Schweppes American Ginger Ale
  • Schweppes Fruity Citrus (bis April 2013: Schweppes Californian Citrus Summer)
  • Schweppes Fruity Lemon
  • Schweppes Ginger B.
  • Schweppes Indian Tonic Water
  • Schweppes Original Bitter Lemon
  • Schweppes Original Bitter Orange
  • Schweppes Russian Wild Berry

Orangina[Bearbeiten]

  • Orangina Orange
  • Orangina Blood Orange

Krombacher's Fassbrause[Bearbeiten]

  • Zitrone[5]
  • Holunder
  • Apfel
  • Rhabarber

Frühere Produkte[Bearbeiten]

  • Krombacher Fairlight, Leichtbier mit 2,9 % Alkoholgehalt
  • Krombacher Extra Mild
  • Cab Cherry, Biermischgetränk aus Krombacher Weizen und Kirsche
  • Cab Energy, Biermixgetränk aus Krombacher Pils und Erfrischungsgetränk mit Guaraná und erhöhtem Koffeingehalt sowie mit Drachenfruchtaroma
  • Cab Blood Orange, Biermixgetränk mit Blutorange und Vodka-Flavour. Eines der wenigen Biermixgetränke mit 4,8 % vol. Alkohol.
  • Cab Lemon, Biermixgetränk aus Bier und Limone mit Drachenfruchtaroma
  • Rolinck Diät Pilsener
  • Rolinck Bernstein
  • Schweppes Soda Water
  • Schweppes Citrus Summer
  • Schweppes Sparkling Tea Black Tea Peach & Jasmine Geschmack
  • Schweppes Sparkling Tea Green Tea Citrus & Ginger Geschmack
  • Schweppes Sparkling Tea Rooibos Orange & Lemongrass Geschmack

Werbung und Sponsoring[Bearbeiten]

Die Krombacher Brauerei ist einer der Haupt-Sponsoren in mehreren sportlichen Bereichen. Gesponsert werden insbesondere die Übertragungen der Formel 1, der UEFA Champions League sowie die Fußballvereine Eintracht Frankfurt, VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld, Sportfreunde Siegen und KSV Hessen Kassel. Außerdem unterstützt sie die Handballvereine HSG Nordhorn-Lingen, HSG Wetzlar und TuS Ferndorf, die Basketballvereine FC Bayern München[6], BG 74 Göttingen und Phoenix Hagen[7], sowie den Eishockeyclub Iserlohn Roosters.[8]

Seit der Bundesliga-Saison 2007/08 ist die Krombacher Brauerei darüber hinaus Programmsponsor der ARD-Sportschau. Seit Beginn der Rückrunde 2008/09 der Fußball-Bundesliga ist die Brauerei aus dem Siegerland offizieller Partner der Bundesliga.[9] Bis Sommer 2011 war man Namenssponsor der Fußball-Talkshow „Doppelpass“, die jeden Sonntag auf Sport1 gesendet wird.

Seit März 1995 wurden die im Ersten ausgestrahlten Folgen der TV-Krimireihe Tatort durch einen Krombacher-Werbespot eingeläutet. Aufgrund einer Änderung des Rundfunkstaatsvertrages werden die bisher als erlaubtes Sponsoring eingestuften Spots ab 2013 wie Werbung behandelt, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach 20.00 Uhr verboten ist, und wurden eingestellt.[10]

Das Bildmotiv der Krombacher-Werbung ist eine Insel in einer Vorsperre der Wiehltalsperre, gelegen in einem Trinkwasser-Schutzgebiet beim Dorf Nespen. 2011 richtete die ansässige Gemeinde Reichshof gemeinsam mit dem Aggerverband, dem Eigentümer der Wiehltalsperre, einen Wanderweg zur „Krombacher Insel“ mit Aussichtsplattform ein.[11]

Die Melodie aus den Werbespots ist ein Ausschnitt aus dem Song Belfast Child von den Simple Minds, der auf dem Traditional She Moved Through the Fair beruht. Seit September 2010 wird als Melodie ein Ausschnitt aus dem Song Stars will lead the way ebenfalls von den Simple Minds verwendet.[12]

Krombacher Regenwaldprojekt:

Beim Krombacher Regenwaldprojekt handelte es sich um eine Initiative der Brauerei mit Günther Jauch als Paten. Als Werbeaussage galt: „Für jeden Kasten Bier wird ein Quadratmeter Regenwald unter Schutz gestellt.“ Das Regenwaldprojekt wird im Nationalpark Dzanga Sangha Reserve in der Wirtschaftspräfektur Sangha-Mbaéré im Süden der Zentralafrikanischen Republik mit einer Fläche von ca. 4000 km² tätig.[13] Praktisch gesehen wurde ein Teil der Einnahmen jedoch nur an eine Regenwaldstiftung des WWF weitergereicht, die unmittelbar auch nur Zugriff auf bereits ausgewiesene Naturschutzgebiete in Afrika hat. Ein Erwerb von Bäumen, wie es die Werbung suggerierte, fand somit nie statt.[14]

Das OLG Hamm stufte die Initiative 2003 als wettbewerbswidrig ein, da die Werbeaussagen gegen die guten Sitten im Wettbewerb im Sinne des § 1 UWG verstoßen, soweit sie pauschal einen Kasten Bier mit dem Schutz eines Quadratmeter Regenwaldes in Afrika gleichsetzen.[15]

Das Urteil wurde durch den BGH aufgehoben, der eine Irreführung des Verbrauchers verneinte.[16]

Seit dem Jahr 2002 konnte durch das Krombacher Regenwaldprojekt eine Fläche von ca. 9700 Hektar geschützt werden.[17]

Im Jahr 2011 gab die Brauerei bekannt, dass sie im Rahmen des Krombacher Klimaschutzprojekts rund 176.000 ha Moor in Borneo wiedervernässen will. Das Regenwaldprojekt wird unterdessen weitergeführt.

Weitere Brauereien im Stadtgebiet Kreuztal[Bearbeiten]

Eine weitere Kreuztaler Brauerei, die Eichener Brauerei, lag im Stadtteil Eichen, war erheblich kleiner und gehörte seit 2002 ebenfalls zur Krombacher Brauerei. Sie wurde 2014 geschlossen. Eine dritte Brauerei liegt im Kreuztaler Stadtteil Littfeld. Es handelt sich um eine kleine Hausbrauerei. Das dort gebraute Ilsen-Bräu ist nicht im allgemeinen Handel erhältlich, sondern kann nur direkt bei der Brauerei bezogen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krombacher Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Geschäftsbericht 2011, abgerufen am 18. Februar 2012
  2. Buch Krombach – Geschichte eines Siegerländer Dorfes, Verlag die Wielandschmide Kreuztal 2001, ISBN 3-925498-68-0
  3. Der Westen.de, gesichtet 27. August 2008
  4. http://www.welt.de/wirtschaft/article123805182/Kartellamt-verhaengt-hohe-Bussgelder-gegen-Brauereien.html
  5. Produktinfo
  6. Presseportal vom 31. August 2011
  7. Internetportal expressi.de, gesichtet 16. Mai 2012
  8. derwesten.de vom 19. Juli 2013
  9. dfl.de: „DFL gewinnt Krombacher Brauerei als ‚Partner der Bundesliga‘“
  10. Krombacher-Spot am Abend bei ARD und ZDF verboten derwesten.de, Westfälische Rundschau vom 5. Dezember 2012
  11. reisen-mag.de: „Die ‚Krombacher Insel‘ kann man jetzt live erleben. Aussichtspunkt an der Wiehltalsperre ist das neue Ausflugsziel“
  12. One to one: „Krombacher: Neuer TV-Spot mit neuem Simple-Minds-Sound“
  13. krombacher.de - Bonjour Dzanga Sangha!
  14. Kritisch zum Krombacher Regenwaldprojekt auch Thilo Bode: Die Essensfälscher. Frankfurt am Main 2010. S. 109 ff.
  15. Urteil vom 18. November 2003, AZ: 4 U 105/03
  16. Urteile vom 26. Oktober 2006, Az.: I ZR 33/04 und I ZR 97/04
  17. Bierspot: „Krombacher veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht“

50.9905555555567.9561111111111Koordinaten: 50° 59′ 26″ N, 7° 57′ 22″ O