Kronach

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Dieser Artikel erläutert die oberfränkische Kreisstadt Kronach; zu anderen Bedeutungen siehe Kronach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kronach
Kronach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kronach hervorgehoben
50.24111111111111.328055555556318Koordinaten: 50° 14′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 66,99 km²
Einwohner: 16.967 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96317
Vorwahl: 09261
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 145
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 5
96317 Kronach
Webpräsenz: kronach.de
Bürgermeister: Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler)
Lage der Stadt Kronach im Landkreis Kronach
Langenbacher Forst Birnbaum (gemeindefreies Gebiet) Landkreis Coburg Landkreis Hof Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Thüringen Ludwigsstadt Weißenbrunn Marktrodach Tettau (Oberfranken) Schneckenlohe Mitwitz Küps Nordhalben Wilhelmsthal Tschirn Teuschnitz Steinbach am Wald Reichenbach (Oberfranken) Wallenfels Stockheim (Oberfranken) Steinwiesen Pressig KronachKarte
Über dieses Bild
Dreistufiger Stadtaufbau von Kronach an der Haßlach: Direkt am Fluss die Gebäude der Vorstadt, darüber die von einer Stadtmauer umschlossene Altstadt und im Hintergrund links die oberhalb von Kronach gelegene Festung Rosenberg.

Kronach ist die Kreisstadt des oberfränkischen Landkreises Kronach und ein Mittelzentrum in Bayern. Die Stadt liegt am Fuße des Frankenwaldes, wo die Flüsse Haßlach, Kronach und Rodach zusammenfließen. Kronach ist die Geburtsstadt von Lucas Cranach d. Ä. und verfügt mit der Festung Rosenberg über eine der besterhaltenen Festungsanlagen Deutschlands. Das Stadtbild wird von der fast gänzlich erhaltenen Altstadt mit Sandstein- und Fachwerkhäusern, Stadtmauern, Toren, Türmen und Gewölbekellern geprägt. Kronach liegt an der Burgenstraße und an der Bier- und Burgenstraße.

Geografie[Bearbeiten]

Kronach liegt südwestlich des Frankenwaldes, weshalb die Stadt den Beinamen Tor zum Frankenwald trägt. Im Stadtgebiet von Kronach treffen die drei Flüsse Haßlach, Kronach und Rodach zusammen. Das Stadtzentrum mit der historischen Altstadt, die aufgrund ihrer erhöhten Lage auf einem Bergsporn auch Obere Stadt genannt wird, wird von der Haßlach im Westen, der Kronach im Südosten und dem Rosenberg im Norden in der Form eines Dreiecks eingeschlossen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Kronach besteht aus der Kernstadt und folgenden Stadtteilen, Weilern und Einödhöfen:

  • Bernsroth
  • Birkach
  • Blumau
  • Dennach
  • Dörfles
  • Fischbach
  • Friesen
  • Gehülz (mit Entmannsdorf, Breitenloh, Brand, Zollbrunn u. a.)
  • Glosberg
  • Gundelsdorf (bei Kronach)
  • Höfles
  • Kestel
  • Knellendorf
  • Kreuzberg
  • Krugsberg
  • Neuses
  • Ruppen
  • Seelabach
  • Seelach
  • Stübental
  • Vogtendorf
  • Vonz
  • Wötzelsdorf
  • Ziegelerden

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Beginnend im Norden grenzen im Uhrzeigersinn folgende Gemeinden des Landkreises Kronach an die Stadt Kronach: Wilhelmsthal, Marktrodach, Weißenbrunn, Küps, Mitwitz und Stockheim. Im Südosten grenzt zwischen Marktrodach und Weißenbrunn auch die im Landkreis Kulmbach gelegene Gemeinde Rugendorf an das Stadtgebiet von Kronach.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kronach
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 14 19 22 24 23 20 14 7 3 Ø 13,5
Min. Temperatur (°C) −4 −3 0 3 7 11 12 12 9 5 1 −2 Ø 4,3
Niederschlag (mm) 45 36 42 46 56 74 70 63 49 47 43 50 Σ 621
Sonnenstunden (h/d) 2 3 4 6 7 7 8 7 6 4 2 1 Ø 4,8
Regentage (d) 10 9 9 10 11 11 10 9 8 7 10 10 Σ 114
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Quelle: urlaubplanen.org (Temperaturen, Sonnenstunden, Regentage), climate-data.org (Niederschlagsmengen)

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen des Hochstifts Bamberg und der Stadt Kronach über dem Bamberger Tor

Geröllgeräte aus Schottern der Rodach bei Weißenbrunn (Ortsteil Hummendorf) und von der Wachtersmühle belegen die Besiedlung des Landkreises schon während des Mittelpaläolithikums.[2] Die Funde gehören damit zu den ältesten Steingeräten in der Gegend. Westlich der Stadt liegt die Heunischenburg, eine steinerne Befestigung der späten Urnenfelderzeit. Mit der Blütezeit im 9. Jahrhundert v. Chr. handelt es sich dabei um die älteste aus Stein gebaute Befestigungsanlage nördlich der Alpen, die heute bekannt und archäologisch untersucht ist.[3]

Der Ort Kronach entstand vermutlich im achten oder neunten nachchristlichen Jahrhundert[4] und wurde im Jahr 1003 in der Chronik des Thietmar von Merseburg als urbs crana erstmals urkundlich erwähnt: Markgraf Heinrich von Schweinfurt, zu dessen Besitz der Ort gehörte, ließ im Zuge einer Auseinandersetzung mit König Heinrich II. eine hier errichtete Burg niederbrennen; ob auch der Ort selbst betroffen war, ist nicht bekannt. Im Jahr 1122 schenkte Kaiser Heinrich V. Kronach und die umliegenden Gebiete, das sogenannte praedium crana, dem Bistum Bamberg. Dies geschah als Dank für die Vermittlertätigkeit des Bamberger Bischofs Otto I. beim Wormser Konkordat, mit dem der Investiturstreit zwischen dem Kaiser und Papst Calixt II. beigelegt wurde.

Der genaue Zeitpunkt der Stadterhebung Kronachs ist nicht überliefert. Jedoch werden die Bewohner im sogenannten Langenstadter Vertrag von 1260, mit dem die Rückgabe des zeitweilig an Otto II. von Schaumberg verpfändeten Ortes und seines Umlandes an das Hochstift geregelt wurde, als „Bürger“ (lat. cives) bezeichnet. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass Kronach zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz der Stadtrechte war. Da in dem Vertrag nicht erwähnt wird, dass sich der Stand der Kronacher in der jüngeren Vergangenheit verändert habe, dürfte die Verleihung der entsprechenden Rechte wohl bereits um das Jahr 1250 erfolgt sein.[5]

Bis zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg in den Jahren 1802/03 behielten die Bamberger Fürstbischöfe die Herrschaft über Kronach, das ab 1500 auch im Fränkischen Reichskreis lag. Zwischen der Reformationszeit (ab 1517) und dem Westfälischen Frieden von 1648 stellte Kronach das nördliche Bollwerk des katholischen Hochstifts zum protestantischen Kurfürstentum Sachsen dar. Infolge dieser Grenzlage wurde die oberhalb der Stadt gelegene und Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnte Burg Rosenberg zu einer frühneuzeitlichen Schlossfestung ausgebaut.

Neues Stadtwappen von 1651 an der Rückseite des Alten Rathauses

Die Geschichte der Stadt ist von mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Während der Hussitenkriege wurde im Jahr 1430 auch Kronach von den Hussiten angegriffen und belagert. Um die Angreifer zu vertreiben, steckten die Bürger der sogenannten Oberen Stadt, der heutigen Altstadt, die eigene Vorstadt um das Spital in Brand. Dies war wohl nicht mit deren Bewohnern abgesprochen und führte zu lange anhaltenden Streitigkeiten zwischen den Bewohnern beider Stadtteile, die erst durch den Bamberger Landesherrn Friedrich III. von Aufseß geschlichtet wurden.[5]

Während des Bauernkrieges befand sich Kronach 1525 einige Zeit in der Hand der aufständischen Bauern, da sich Rat und Bürger unter Führung des fürstbischöflichen Kastners Kunz Dietmann an dem Aufstand beteiligten und Stadt und Burg kampflos übergaben. Allerdings richtete sich das Aufbegehren der Kronacher vor allem gegen die Ritterschaft und nicht gegen den Bamberger Landesherrn. Nach der Niederschlagung des Aufstandes am 26. Juni 1525 ließ Fürstbischof Weigand von Redwitz vier der Anführer hinrichten; Dietmann behielt sein Leben, musste hierfür jedoch 800 Gulden an den Fürstbischof entrichten. Auch die Stadt Kronach wurde mit einer Strafzahlung in Höhe von 2000 Gulden belegt.[5][6]

Bereits wenige Jahrzehnte später musste sich die Stadt im Zweiten Markgrafenkrieg erneut eines Angreifers erwehren: Albrecht II. Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach marschierte am 10. Oktober 1553 vor Kronach auf und forderte die Übergabe der Stadt. Die Kronacher weigerten sich und ließen den Markgrafen wissen, dass sie nur ihrem Herrn, dem Fürstbischof von Bamberg gehorchen würden. Alcibiades, der lediglich mit einer relativ kleinen Truppe vor Kronach stand, musste daraufhin unverrichteter Dinge abziehen.[5][6] Ungleich schlimmer hatte der Markgraf zuvor die restlichen Gebiete des Hochstifts Bamberg heimgesucht: Er nahm die Festung Forchheim ein, besetzte Forchheim und bedrohte die Bischofsstadt Bamberg, die sich schließlich am 19. Mai 1552 geschlagen geben musste.

Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die 1630er Jahre war das Hochstift Bamberg ein Kerngebiet der Hexenverfolgung. Vor allem unter der Regentschaft der Fürstbischöfe Johann Gottfried I. von Aschhausen (1609–1622) und Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623–1633) wurden unzählige Frauen und Männer inhaftiert, gefoltert und hingerichtet. Der erste Hexereiprozess in Kronach fand 1580 statt und endete noch vergleichsweise milde mit der Landesverweisung der beiden angeklagten Männer. Viele Beschuldigte starben jedoch auch hier auf dem Scheiterhaufen. Ein Ende fanden die Verfolgungen erst während des Dreißigjährigen Krieges mit dem Einmarsch schwedischer Truppen in Bamberg im Februar 1632.

Ehemalige Synagoge in der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße

Kronach wurde während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1632 bis 1634 mehrmals von einer großen Überzahl der Schweden und ihrer deutschen Verbündeten belagert. Durch den strategisch günstigen Aufbau der Stadt und die entschiedene Gegenwehr ihrer Bewohner konnten die Angreifer jedoch erfolgreich zurückgeschlagen werden. Noch heute erinnert die seit 1633 jährlich stattfindende Schwedenprozession an diese Ereignisse. Eine Besonderheit der Prozession ist, dass die Frauen für ihre Tapferkeit bei der Verteidigung der Stadt den Männern voranschreiten. Für die erfolgreiche Abwehr der Angriffe wurde den Kronachern vom Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg im Jahr 1651 ein neues Stadtwappen verliehen, das die Grausamkeit der Kampfhandlungen bezeugt: Als Schildhalter fungieren zwei Männer, die ihre abgezogene Haut unter dem Arm tragen. Sie erinnern an vier Kronacher, die 1632 bei einem Ausfall, bei dem sie mehrere Kanonen der Belagerer unbrauchbar machten, von den Schweden gefangen genommen und geschunden wurden. Aus Dankbarkeit für das neue Wappen errichteten die Kronacher Bürger 1654 eine Ehrensäule für den Bischof.

Auf die Zeit der Belagerungen geht auch der Spitzname der Kronacher als „Kroniche Housnküh“ (Kronacher Hasenkühe) zurück. Da die Stadt nicht direkt eingenommen werden konnte, versuchten die Angreifer die Bewohner auszuhungern, indem sie sie von der Nahrungs- und Wasserversorgung aus dem Umland abschnitten. Der Legende nach ließen die Kronacher als List das letzte lebende Tier, einen weiblichen Hasen, frei auf der Stadtmauer herumlaufen, um so einen großen Nahrungsvorrat in der Stadt vorzutäuschen. Die Schweden sollen daraufhin die als sinnlos erachtete Belagerung abgebrochen haben und abgezogen sein.[7] Die „Kroniche Housnkuh“ – Feline von der Festung – ist heute das Maskottchen der Stadt.

Erneut angegriffen und belagert wurde Kronach im Siebenjährigen Krieg: Am 10. Mai 1759 näherte sich das Preußische Infanterieregiment No. 49 unter Generalmajor Karl Gottfried von Knobloch der Stadt und lagerte auf dem östlich gelegenen Kreuzberg. Nachdem ein Angriff der preußischen Truppen auf das heute nicht mehr existierende Strauer Stadttor erfolglos blieb, sollten die Stadt und die weiter nördlich gelegene Festung Rosenberg durch Kanonenbeschuss zur Aufgabe gezwungen werden. Die eingesetzte Feldartillerie war jedoch nicht stark genug, um die Festung zu erreichen und auch in der Stadt selbst richteten die Geschosse nur geringe Schäden an. Im Gegenzug waren die Geschütze der Festung Rosenberg durchaus in der Lage, die preußischen Stellungen zu erreichen, sodass von Knobloch die Belagerung abbrechen ließ und mit seinen Truppen in Richtung Süden weiter zog.[5]

April 1945: Zwei US-Soldaten des 101. Infanterie-Regiments während der Explosion eines deutschen Benzintank-Anhängers auf dem Marktplatz. Anmerkung: Die Szene wurde für die Aufnahme gestellt. Fotograf war W. J. Rothenberger.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde das Hochstift Bamberg 1803 zwangsweise aufgelöst und seine Territorien dem Kurfürstentum Bayern übertragen. Anfang Oktober 1806 dienten Stadt und Festung als Lager für das Heer des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Napoleon startete von hier aus seinen Feldzug gegen Preußen, der am 14. Oktober 1806 in die Schlacht bei Jena und Auerstedt mündete, und wollte die Festung Rosenberg im Falle eines Scheiterns seiner Angriffspläne als Deckung für den Rückzug nutzen.

Durch den Bau der Hochstadt-Stockheimer Eisenbahn erhielt Kronach 1860 Anschluss an das Eisenbahnnetz in Bayern. Der erste Personenzug erreichte die Stadt am 15. Dezember 1860, am 21. Februar 1861 führte die Strecke bis nach Gundelsdorf und am 1. März 1863 wurde die Gesamtstrecke von Hochstadt nach Stockheim eröffnet. Am 1. Oktober 1885 erfolgte mit der Fertigstellung der Loquitztalbahn von Stockheim über Ludwigsstadt nach Probstzella der Anschluss an das bereits bestehende Streckennetz in Thüringen. Die in ihrer Gesamtheit als Frankenwaldbahn bezeichnete Strecke ist heute Teil der Hauptstrecke von München nach Berlin.

Im Ersten Weltkrieg diente die Festung Rosenberg als Offiziersgefangenenlager, in dem 1917 zeitweise auch der französische Hauptmann Charles de Gaulle, der spätere General und Staatspräsident von Frankreich, untergebracht war. Nach zwei erfolglosen Fluchtversuchen wurde de Gaulle zunächst in ein Lager in der Festung Ingolstadt und später auf die Wülzburg in der Nähe von Weißenburg in Bayern verlegt.[5]

Michaelsbrunnen auf dem Marktplatz vor dem Neuen Rathaus

Den Zweiten Weltkrieg überstand Kronach relativ unbeschadet. Gegen Ende des Krieges sollten auf der Festung Rosenberg unter der Tarnbezeichnung GeKro (Gefängnis Kronach) Produktionshallen für die Herstellung von Teilen für den Düsenjäger Messerschmitt Me 163 errichtet werden. Die geplanten Anlagen wurden jedoch nur zum Teil fertiggestellt und nie in Betrieb genommen, wodurch Stadt und Festung von einer großflächigen Bombardierung durch die Alliierten verschont blieben. Am 13. September 1944 wurden beim Notabwurf der Bomben eines amerikanischen Flugzeuges Teile des Kreiskrankenhauses in der Friesener Straße zerstört. Ab März 1945 erfolgten regelmäßig Luftangriffe auf die Stadt, bei denen am 10. April 1945 auch gezielt der Bahnhof beschossen wurde. Die Bevölkerung fand bei den Angriffen Zuflucht in den zahlreichen Kellergewölben, die praktisch den gesamten Bergsporn unterhalb der Altstadt durchziehen. Am Nachmittag des 12. April 1945 marschierten amerikanische Truppen in Kronach ein und besetzten die Stadt. Dem vorausgegangen war ein mehrstündiger Artilleriebeschuss, bei dem 15 Gebäude völlig zerstört und 22 weitere schwer beschädigt wurden.[8]

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Kronach (mit Eingemeindungen) seit 1840

Die Nachkriegszeit war durch die Nähe zur Innerdeutschen Grenze sowie die Eingliederung einer großen Zahl von Heimatvertriebenen geprägt. So erhöhte sich die Einwohnerzahl der Stadt nach 1945 von ursprünglich 6500 auf über 10.000 Personen. In jüngerer Zeit ermöglichten die Vorbereitungen der Landesgartenschau 2002 die Beseitigung von Bau- und Umweltsünden in einem in den zurückliegenden Jahrzehnten als Gewerbegebiet genutzten Areal; heute dient das Gelände als stadtnahes Erholungsgebiet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Knellendorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam Ziegelerden hinzu, Vogtendorf folgte am 1. Juli 1972.[9] Höfles schloss sich am 1. Januar 1975 der Kreisstadt an. Am 1. Januar 1978 wurden Dörfles und Gundelsdorf eingemeindet. Abgeschlossen wurde die Reihe der Eingemeindungen mit der Eingliederung der bis zu diesem Zeitpunkt selbstständigen Gemeinden Fischbach, Friesen, Gehülz, Glosberg, Neuses und Seelach am 1. Mai 1978.[10]

Religion[Bearbeiten]

Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Kronach

Bedingt durch die Geschichte des Ortes, der bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zum Herrschaftsgebiet des katholischen Hochstifts Bamberg gehörte, sind 59 % der Bevölkerung katholisch, vor allem in der Kernstadt und den südlichen, nördlichen und westlichen Gemeindeteilen. Evangelischen Christen wurde erst nach der Säkularisation des Hochstifts im Jahr 1803 das Bürgerrecht in Kronach gewährt.[11] Heute sind 29 % der Einwohner evangelisch, insbesondere in den östlichen Stadtteilen. Außerdem gibt es in Kronach eine Freie Christengemeinde und eine Gemeinde der Jesus Freaks.

Mindestens seit dem 17. Jahrhundert waren jüdische Familien in der Stadt ansässig, die 1880 eine eigenständige Kultusgemeinde gründeten und 1883 eine Synagoge errichteten. Das Gebäude wurde im Februar 1938 an die Stadt Kronach verkauft, die es bis 1972 als Sanitätsdepot nutzte und im Anschluss bis 1988 als Lagerhaus verpachtete. Dadurch überstand das Bauwerk die Novemberpogrome 1938 unbeschadet, während die nach Bamberg verbrachte Ausstattung der Synagoge dort zerstört wurde. Die jüdische Kultusgemeinde in Kronach wurde 1942 aufgelöst; die ehemalige Synagoge, die im Jahr 2002 vom Aktionskreis Kronacher Synagoge restauriert wurde, dient heute als Gedenkstätte und kultureller Veranstaltungsraum.[12] Der Kronacher Stadtrat ehrte die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Juden der Stadt 1964 mit einem Gedenkstein auf dem christlichen Friedhof unter Namensnennung der ausgelöschten Familien.[13]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[14]
Wahlbeteiligung: 57,20 %
 %
40
30
20
10
0
37,64 %
26,43 %
22,87 %
7,15 %
5,90 %

Der Stadtrat hat 25 Mitglieder (den ersten Bürgermeister und 24 Stadträte). Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

2014
CSU 9
SPD 6
FW 7 (darunter der erste Bürgermeister)
Frauenliste 2
Grüne 1
Gesamt 25 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit 2008 Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler). Sein Vorgänger war Manfred Raum (SPD). Von 1970 bis 1984 amtierte Baptist Hempfling (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens der Stadt Kronach lautet: „Geteilt von Silber und Rot; oben ein grüner Lorbeerkranz, beseitet von zwei roten heraldischen Rosen; unten nebeneinander eine silberne Mauerkrone und eine goldene Lagerkrone über einer silbernen heraldischen Rose.“

Erste Siegelabdrucke sind aus dem Jahr 1320 überliefert. Sie zeigen eine Zinnenmauer, hinter der sich ein von drei Rosen umgebener Zinnenturm befindet. In einem Siegelabdruck, der auf das Jahr 1553 datiert ist, erscheint dieses Bild erstmals in einem Wappenschild. Darstellungen dieses Wappens finden sich beispielsweise über dem Eingangsportal an der Ostseite des Alten Rathauses und über einem Durchgang in der Stadtmauer hinter dem neuen Rathaus.

Das heute geführte Wappen wurde Kronach im Jahr 1651 vom Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg verliehen. Anlass hierfür war die Tapferkeit der Kronacher bei der erfolgreichen Verteidigung gegen die Schweden und deren deutsche Verbündete, die die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges mehrfach angegriffen und belagert hatten. Als Schildhalter für das Wappen dienen zwei Männer, die ihre abgezogene Haut unter dem Arm tragen. Sie erinnern an eine Begebenheit während der ersten Belagerung im Jahr 1632: Vier Kronacher Männer wurden bei einem Ausfall, bei dem sie mehrere Kanonen der Belagerer durch Vernageln der Zündlöcher unbrauchbar machten, von den Schweden gefasst und geschunden. Zwischen 1819 und 1938 waren diese beiden Schildhalter nicht in den Dienstsiegeln der Stadt enthalten.[15][16][17]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kronach unterhält Städtepartnerschaften mit drei europäischen Städten und Gemeinden. Die erste Partnerschaft wurde am 31. August 1990 mit der Stadt FrankreichFrankreich Hennebont in Frankreich geschlossen, zweite Partnerstadt wurde am 22. Oktober 1994 UngarnUngarn Kiskunhalas in Ungarn. Die dritte Partnerschaft mit der Gemeinde DeutschlandDeutschland Rhodt unter Rietburg in Deutschland wurde im Jahr 2001 offiziell beurkundet; die Beziehungen zwischen den beiden Orten bestehen jedoch bereits seit dem Jahr 1951.[18]

Am 7. August 1955 übernahm Kronach die Patenschaft für die ehemaligen Bewohner der sudetendeutschen Stadt und des Heimatkreises TschechienTschechien Podersam, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. In einer Urkunde wurde den Podersamer Vertriebenen Kronach als „zweite Heimat und Hauptort der Pflege und Wahrung heimatlicher Überlieferung und Kultur“ garantiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von der Festung Rosenberg über die Kronacher Altstadt
Melchior-Otto-Platz mit Johannes-Brunnen
Amtsgerichtsstraße

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Kronach bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Für Bildungsreisende bieten die historische Altstadt und die Festung Rosenberg alte Bausubstanz sowie Museen und Galerien. Ein Flößerei-Verein im Ortsteil Neuses veranstaltet Floßfahrten auf den Spuren eines einst für die Region bedeutenden Wirtschaftszweiges. Mit der Landesgartenschau im Jahr 2002 wurde ein großer Freizeit- und Erholungspark mit Erlebnisspielplatz eingerichtet. Das Erlebnisbad Crana Mare mit einer Riesenrutsche im Freibadbereich und einem Dampfbad im Hallenbadbereich dient auch dem Schulsport Kronacher Schüler. Für Freiluft-Aktivitäten bieten sich eine Sommer- und eine Winterrodelbahn, mehrere Tennisplätze sowie Mountainbike-Strecken an. Im Winter wird im Ortsteil Gehülz ein Skilift betrieben. Für Indoor-Sportarten gibt es ein Bogenschießzentrum, das Schützenhaus der SG Kronach für Sportschützen sowie einen Billardclub. Verschiedene sportliche Angebote hält die Turnerschaft 1861 e.V. Kronach bereit. Es gibt ein modernes Kino mit drei Sälen. Am Kreuzberg befinden sich eine Sportanlage, eine Sporthalle und ein Flugplatz.

Wanderwege[Bearbeiten]

Zu Fuß erreicht man Kronach von Osten auf dem Hubertusweg, von Südosten auf dem Burgenweg, von Westen (über Mitwitz) auf dem Döbra-Radspitz-Weg sowie von Norden auf dem Weg durch das Kremnitztal bis Gifting, dann weiter auf dem Burgenweg.

Weiterhin streift der Fernwanderweg Frankenweg die Stadt und führt zum Lucas-Cranach-Turm.

Parkanlagen[Bearbeiten]

Landesgartenschau 2002

Für die Landesgartenschau im Jahr 2002 wurde entlang der Haßlach ein etwa fünf Hektar großes Areal mit ehemaligen Gewerbeflächen saniert und ein stadtnaher Erholungsbereich geschaffen. Eine 13 Meter breite und 200 Meter lange Promenade, die von einer Lindenallee umgeben ist, führt seither vom Nordeingang zu einer stufenförmig angelegten Steinterrasse, die als Zuschauertribüne für die Seebühne am Ufer gegenüber dient. Von dort aus überblickt man das zentrale Ausstellungsgelände der Landesgartenschau mit einem Abenteuerspielplatz, einem Kletter- und Aussichtsturm, dem Kreislehrgarten und dem Überflutungsbecken, das bei Hochwasser die übers Ufer tretende Haßlach aufnimmt. Auf dem Landesgartenschau-Gelände gibt es einen Skulpturenweg, der am Plessi-Turm Water-Fire beginnt und bei den Skulpturen der Sandstein-Triennale endet. Folgt man dem Weg über das sogenannte Knie nach Süden, kommt man unter der Südbrücke hindurch über einen Steg in den Höringsgarten. Von dort aus öffnet sich das Gartenschaugebiet mit einer Hubbrücke über die Rodach. Im anschließenden Gelände befindet sich in Richtung auf den Ortsteil Neuses eine Skater-Anlage, ein Spielfeld für Ballsportarten und ein Anlegeplatz für Floßfahrten.

Von einem kleinen Park in der Jahnsallee westlich der Stadtmauern mit altem Baumbestand an der Haßlach hat man einen schönen Blick auf die Altstadt.

In der Stadtmitte am Marienplatz befindet sich der Stadtpark. Seine Verlängerung ist der Stadtgraben. Die Anlage ist zirka 500 Meter lang und enthält unter anderem einen Kinderspielplatz.

Am Kreuzberg liegt ein etwa 500 Meter langer Park in der Nähe des Sportzentrums; der Burggarten mit zahlreichen alten Bäumen bietet einen Blick über Kronach.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Der Kommandanten- und der Fürstenbau der Festung Rosenberg

Die Festung Rosenberg beherbergt mehrere Museen. Im renovierten ehemaligen Kommandantenwohnhaus befindet sich die Fränkische Galerie als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Auf zwei Geschossen präsentiert sie bedeutende Tafelgemälde des 13. bis 16. Jahrhunderts mit vier eigenhändigen Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. sowie einer großen Auswahl kostbarer Skulpturen der Gotik und der beginnenden Renaissance, fast alle in ihren originalen Farbfassungen. Sie enthält zahlreiche Werke ersten Ranges (unter anderem eigenhändige Arbeiten von Tilman Riemenschneider und Adam Kraft). Geboten wird ein Einblick in die Kunst Frankens; es sind aber auch andere Gebiete vertreten. Des Weiteren befindet sich auf der Festung ein Steinmetzmuseum. Im Fürstenbau werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt, unter anderem mit zeitgenössischer Kunst. Das Projekt Deutsches Festungsmuseum befindet sich noch im Planungsstadium und soll in Zukunft eine Lücke in der Museumslandschaft zwischen den Themen Burg und Schloss füllen. Auch die Galerie im Landratsamt, die Galerie des Kronacher Kunstvereins, die Galerie in der Kreisbibliothek und die 2002 renovierte Kronacher Synagoge zeigen wechselnde Ausstellungen.

In der Oberen Stadt informiert die Podersamer Heimatstube über die sudetendeutsche Patengemeinde Kronachs; im Ortsteil Neuses kann ein Dorfmuseum besichtigt werden.

Hexenturm mit Stadtmauer
Historisches Gasthaus zum Scharfen Eck

Bauwerke[Bearbeiten]

Da Kronach den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden hat, kann es mit einer Reihe von historischen Bauwerken aufwarten. Unterhalb der weithin sichtbaren und die Stadt überragenden Festung Rosenberg erstreckt sich die sogenannte Obere Stadt, die historische Altstadt, mit einem Ensemble von Gebäuden mit dem Historischen Rathaus und der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer. Der viergeschossige, fast quadratische Lehlauben- oder Hexenturm als Teil der Stadtmauern befindet sich unweit des neuen Rathauses. Erbaut wurde er im Jahre 1444 und war zunächst der nordöstliche Eckpfeiler der Stadtbefestigung. In seinem Untergeschoss befindet sich ein Verlies, das bis ins 17. Jahrhundert als Gefängnis diente.

Außerhalb der Stadtmauern stehen im Westen das Oblatenkloster mit Klosterkirche, im Süden die Spitalkirche mit Bürgerspital und im Osten die Kronacher Synagoge, die 2002 aufwändig renoviert wurde. Auf dem Kreuzberg befindet sich die 1644 erbaute barocke Heilig-Kreuz-Kapelle. Am Friedhof der Stadt steht eine weitere, dem heiligen Nikolaus von Myra geweihte Kapelle aus dem späten 14. Jahrhundert.

In Kronacher Ortsteilen lohnen die Wallfahrtskirche Maria Glosberg, die Kirche St. Georg in Friesen mit mittelalterlichen Wandfresken und die Heunischenburg in Gehülz eine Besichtigung.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Feste und Märkte[Bearbeiten]

Historisches Stadtspektakel

Das kulturelle Leben Kronachs wird durch eine Reihe regelmäßiger Veranstaltungen geprägt, von denen das alljährliche Schützenfest, das Kronacher Freischießen, die größte Anziehungskraft besitzt. Begründet wurde es durch die seit 1444 überlieferten Kronacher Stadtschützen, die auf der Hofwiese trainierten, um die Stadt im Ernstfall verteidigen zu können. Als Fest an sich existiert das Freischießen seit 1588. Es endet am vorletzten Sonntag im August und beginnt zehn Tage vorher am Donnerstag mit der Bierprobe und dem traditionellen Bieranstich durch den Ersten Bürgermeister.

Alljährlich im Mai wird das Fest Kronach leuchtet veranstaltet, bei dem die Kronacher Altstadt und die Festung Rosenberg in den Abend- und Nachtstunden von zahlreichen Lichtinstallationen kunstvoll beleuchtet werden. Planung und Errichtung der Installationen für die im Jahr 2006 zum ersten Mal ausgerichtete Veranstaltung erfolgen in Zusammenarbeit mit Architektur- und Lichtdesign-Studenten verschiedener deutscher und internationaler Hochschulen.

Im Andenken an die bewegte Geschichte Kronachs, das im Dreißigjährigen Krieg mehrmals von schwedischen Truppen belagert wurde, findet seit 1633 am Sonntag nach Fronleichnam die sogenannte Schwedenprozession statt. Eine Besonderheit dieser Prozession ist, dass die Frauen seit 1634 als Ehrung für ihre Tapferkeit bei der Verteidigung der Stadt den Männern voranschreiten.

Im zweijährigen Turnus – jeweils in den ungeraden Jahren – findet am letzten Juniwochenende das Historische Stadtspektakel statt, bei dem unter anderem der Schwedensturm von 1634 mit kostümierten Truppen nachgestellt wird. Im Wechsel mit dem Stadtspektakel wird in den geraden Jahren ebenfalls im Juni das Festival Crana Historica auf und um die Festung Rosenberg herum abgehalten. International bekannte Musiker und Reenactors treffen auf Marktleute.

Märkte werden beim Kronacher Altstadtfest Anfang September, beim Dreiländertreffen zum Tag der Deutschen Einheit sowie zur Kronacher Weihnacht an jedem Adventswochenende in der Oberen Stadt abgehalten. In der Faschingszeit wird die Kronicher Fousanaocht mit großen Büttenabenden gefeiert und Mitte Juli lädt die Kaiserhof-Brauerei zu einem Brauereifest ein.

Kunst, Theater, Musik[Bearbeiten]

Seit 1995 finden im Sommer auf einer Freilichtbühne auf der Festung Rosenberg die von Daniel Leistner und Ulrike Mahr ins Leben gerufenen Faust-Festspiele statt, die neben Johann Wolfgang von Goethes Faust. Eine Tragödie. Klassiker der Weltliteratur in knappen volksnahen Fassungen in historischen Kostümen aufführen. Im Winterhalbjahr bespielt das Ensemble um Daniel Leistner die Werkbühne im Historischen Rathaus.

Die Kronacher Sommerakademie führt auf dem Festungsgelände Kurse zu den Themen Mosaik, Töpferei, Bildhauerei und Aktmalerei durch. Die Fränkische Galerie in der Festung Rosenberg zeigt Malerei und Skulpturen aus dem späten Mittelalter bis hin zur Zeit Lucas Cranachs, der mit vier Werken vertreten ist. Daneben werden wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler gezeigt; Werke von Ren Rong, Elvira Bach, Dao Droste und Wilhelm Holderied waren zu sehen.

Die Sandstein-Triennale des Kronacher Kunstvereins e. V. findet seit 2002 auf dem Landesgartenschaugelände statt.

Seit 2004 probt im Herbst das Orchesterprojekt der Kronacher Klassik Akademie und beendet seine Arbeitsphase mit einem sinfonischen Abschlusskonzert im Atrium der Maximilian-von-Welsch-Realschule Kronach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft in Kronach ist vor allem mittelständisch geprägt.[19] Größter Arbeitgeber ist die Frankenwaldklinik, ein Krankenhaus der Versorgungsstufe 2 und Teil der HELIOS-Kliniken-Gruppe. Ein überregional agierendes Unternehmen mit Niederlassung in Kronach ist die Lear Corporation (Automobilelektronik, Entwicklung und Produktion).

Lange Zeit das bedeutendste Industrieunternehmen in Kronach war mit ursprünglich rund 1000 Beschäftigten der Unterhaltungselektronik-Hersteller Loewe, der hier seit März 1945 seinen Sitz hat.[20] Nachdem das Unternehmen 2013 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und einem großen Teil seiner Angestellten kündigen musste, wird die Fertigung in Kronach mit rund 430 Mitarbeitern weitergeführt.[21]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof in Kronach

Auto[Bearbeiten]

Kronach liegt an einem Kreuz der Bundesstraßen 85, 173 und 303.

Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kronach liegt an der Frankenwaldbahn (Saalfeld–Bamberg). Sie ist ein Abschnitt der ICE-Strecke München–Berlin, die ICE halten jedoch nicht in Kronach. Man hat in Kronach von 5 bis 22 Uhr stündlich Anschluss nach Süden (Bayern) und nach Norden in Richtung Thüringen.

Flugzeug[Bearbeiten]

Kronach verfügt über einen Segelflugplatz. Der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Nürnberg.

Tourismus[Bearbeiten]

Durch Kronach führen die in west-östlicher Richtung von Mannheim nach Prag verlaufende Burgenstraße und die Bier- und Burgenstraße, die Bad Frankenhausen und Passau verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

Kronach besitzt drei Grundschulen (davon zwei in Ortsteilen), eine Hauptschule, zwei Realschulen und zwei Gymnasien und ist Standort mehrerer Berufs- und Berufsfachschulen, darunter eine von elf Berufsfachschulen für Musik in Bayern.

  • Gymnasien
Kaspar-Zeuß-Gymnasium
Frankenwald-Gymnasium
  • Realschulen
Siegmund-Loewe-Realschule
Maximilian-von-Welsch-Realschule
  • Hauptschulen
Gottfried-Neukam-Mittelschule
  • Grundschulen
Lucas-Cranach-Volksschule
Volksschule Kronach-Neuses
Volksschule Gehülz-Ziegelerden
  • Förderschulen
  • Berufliche Schulen
Lorenz-Kaim-Schule
Berufliches Schulzentrum Kronach
Berufsfachschule für Kinderpflege
Berufsfachschule für Hauswirtschaft
Berufsfachschule für Sozialpflege
  • Sonstige Schulen
Berufsfachschule für Musik Oberfranken
Berufsfachschule für Krankenpflege
Pestalozzi-Schule
Private Schule für Geistbehinderte
Sing- und Musikschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Lucas Cranach der Ältere
Johann Kaspar Zeuß

Die berühmteste Persönlichkeit, die Kronach hervorgebracht hat, ist der Maler und Grafiker Lucas Cranach der Ältere (1472–1553).

Außerdem stammen aus Kronach:

Personen, die mit der Stadt verbunden sind[Bearbeiten]

  • Der Bamberger Fürstbischof Weigand von Redwitz (1476–1556) besuchte in Kronach die Schule, war dort einige Jahre Oberpfarrer und trieb als Fürstbischof den Ausbau der Burg Rosenberg zum Renaissanceschloss entscheidend voran. Seine enge Beziehung zur Stadt hat er ausdrücklich betont, in den fürstlichen Gemächern auf dem Rosenberg ist er verstorben.
  • Der Baumeister Balthasar Neumann (1687–1753) baute im Auftrag des Bamberger Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn (1655–1729) den Kommandantenbau der Festung Rosenberg um.
  • Der deutsche Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) übernachtete am 17. November 1797 auf dem Rückweg von seiner Italienreise im Gasthof zur Post, an dessen ehemaligem Standort sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Gebäude des Kronacher Amtsgerichts befindet.
  • Der französische Kaiser Napoleon Bonaparte (1769–1821) übernachtete am 7. Oktober 1806 auf seinem Vormarsch im Krieg gegen Preußen im Kronacher Pfarrhaus. Eine Woche später, am 14. Oktober, besiegte er die preußische Armee in der Schlacht bei Jena und Auerstedt.
  • Der CSU-Politiker Werner Schnappauf (* 1953) besuchte das Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasium, war von 1989 bis 1998 Landrat des Landkreises Kronach und von 2003 bis 2007 Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Sonstiges[Bearbeiten]

1000 Jahre Kronach: deutsche Briefmarke von 2003

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kronach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kronach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Lothar F. Zotz, Gisela Freund: Die mittelpaläolithische Geröllgeräteindustrie aus der Umgebung von Kronach in Oberfranken. In: Materialhefte zur Bayerischen Vorgeschichte, Band 27, 1973. Kallmünz, Verlag Lassleben
  3. Björn-Uwe Abels: Die Heunischenburg bei Kronach. Eine späturnenfelderzeitliche Befestigung. Univ.-Verl., Regensburg 2002, ISBN 3-930480-28-X
  4. Daten zur Stadtgeschichte. Verein 1000 Jahre Kronach e. V., abgerufen am 12. März 2013.
  5. a b c d e f  Bernd Wollner, Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach (Hrsg.): Die Festung Rosenberg: Ein Führer und Begleiter durch Kronachs berühmte Wehranlage. Helmut Angles Druck & Verlag, Kronach 2002, ISBN 3-00-009879-8.
  6. a b  Tilmann Breuer: Die Festung Rosenberg (= DKV-Kunstführer. Nr. 356). 5., überarbeitete Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002.
  7. Kroniche Housnkuh im Frankenwald. Bayern-Online, abgerufen am 12. März 2013.
  8. Zerstört und (wieder)aufgebaut. Bayern nach 1945. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 20. April 2013.
  9.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 500.
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689f.
  11. Christian Kreuzer: 400 Christen legen den Grundstein. Neue Presse Coburg, 21. September 2011, abgerufen am 22. März 2013.
  12. Geschichte der Kronacher Synagoge. Aktionskreis Kronacher Synagoge e. V., abgerufen am 24. Juli 2011.
  13.  Ulrike Puvogel: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Bd. 1, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 156.
  14. http://svc.landkreis-kronach.de/WahlenKronach/KW_2014/476145_000035/
  15. Wappen der Stadt Kronach. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 15. Mai 2013.
  16. Bernhard Peter: Kronach: Altes Rathaus. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  17. Bernhard Peter: Kronach: Ehrensäule auf dem Melchior-Otto-Platz. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  18. Städtepartnerschaften und Schulpatenschaften. Stadt Kronach, abgerufen am 15. Mai 2013.
  19. Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): Kronach., S. 5
  20. Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): Kronach., S. 69
  21. Loewe-Zentrale wird nach München verlegt. nordbayern.de, 17. Januar 2014, abgerufen am 15. Februar 2014.
  22. Kronach in Action: Die Briefmarke „1000 Jahre Kronach“ im Actionthriller Mission: Impossible 3. Verein 1000 Jahre Kronach e. V., 9. August 2004, abgerufen am 30. Dezember 2013.