Kronleuchter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Kronleuchter im Muayede Salonu des Dolmabahçe-Serails ist mit seinen 4,5 Tonnen Gewicht und 750 Lampen der größte Bleikristall-Baccarat-Kronleuchter der Welt. Er war ein Geschenk Königin Victorias für den Erbauer des Serails Sultan Abdülmecid I.

Ein Kronleuchter (altertümlich: Lüster; in Österreich: Luster) ist ein Beleuchtungselement, das zumeist an der Decke hängt und durch die Verwendung von mehreren Lichtquellen und Elementen zur Lichtbrechung (meist aus Edelstein, Glas oder Kunststoff) einen gleißenden, edlen Eindruck mit einem ungewöhnlichen Lichterspiel produziert.

Kronleuchter werden oft in hervorgehobenen Sälen, aber auch in anspruchsvollen Privathaushalten zu Repräsentationszwecken verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Reifenkrone

Reifenkrone im Hildesheimer Dom, 12. Jh. nach Christus
Koptischer Reifenleuchter

Einer der ersten bekannten Kronleuchter ist eine 16-flammige Öllampe aus Bronze aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, die in Camucia bei Cortona gefunden wurde. Diese "Hängeampel" erinnert jedoch noch mehr an ein verziertes Becken, das mit einem Schaft an die Decke montiert wird. Um den Beckenrand sind Öllampen kreisrund angeordnet.

Diese Beckenform dürfte im Laufe der Zeit ihre Füllung in der Mitte verloren haben, sodass sie zu einem Reifen an Ketten wurde. Koptische Ampelkronen aus dem 5. Jh. nach Christus zeigen schon die eigentliche "Kronenform" durch einen breiten Reifen, der von drei Ketten gehalten wird und von dem Kerzenarme wie die Zacken einer Krone abstehen.

Mit der Verbreitung des Christentums in Europa und nicht zuletzt die Bestrebungen von Karl dem Großen, das antike Erbe aufleben zu lassen, führte letztlich dazu, dass diese die koptische Ampelkronenform auch den Einzug in europäische romanische Kirchen und Repräsentationsräume fand. Der Kronleuchter in seiner Ringform hielt sich dann bis in das Mittelalter. Einige der riesigen Ringkronen aus dem 12. Jahrhundert sind noch immer erhalten.

[Bearbeiten] Schaftleuchter

Barocker Schaftluster

Solche Reifenkronen waren Kirchen und großen repräsentativen Hallen vorbehalten, für den privaten Bereich verwendete man eher einfache Kerzen oder Öl-Ampeln bzw. einfache Kreuzarmen aus Holz, die durch Ketten oder einen einfachen gerade geschmiedeten Schaft gehalten wurden.

Diese Schaftform wurde dann in der Gotik weiterentwickelt und es entstanden aufwändige Messingleuchter, die bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts weiter entwickelt wurden. Oft verzierte man diese hochpolierten, goldglänzenden Leuchter mit Reflektoren und behängte sie mit Kristall- oder Glaselementen.

[Bearbeiten] Kristallleuchter

Rokoko: Murano-Leuchter

Die Entwicklung in der Glasherstellung im 18. Jahrhundert ermöglichte die billigere Produktion des Bleikristalls, was dazu führte, dass die Lichtbrechung des Kristalls schnell ein beliebter Zusatz zu den Kronleuchtern wurde.

[Bearbeiten] Berühmte Leuchter

Einer der größten Kronleuchter der Welt befindet sich im Gemeinderatssitzungssaal des Wiener Rathauses. Der dortige Kronleuchter hat ein Gewicht von 3.200 kg und einen Durchmesser von über fünf Metern. Er wurde ursprünglich für die Weltausstellung 1878 in Paris gebaut und danach im Wiener Rathaus aufgehängt. Um die einzelnen Glühlampen leichter wechseln zu können, wurde nachträglich im inneren des Kronleuchter ein Wartungsgang aus Panzerglasplatten eingebaut.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hella Heintschel, Maria Dawid: Lampen, Leuchter, Laternen seit der Antike, Pinguin Verlag, Innsbruck, 1975

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Siehe auch

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen