Kronplatz

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Kronplatz
Kronplatz: Südseite

Kronplatz: Südseite

Höhe 2275 m s.l.m.
Lage Südtirol, Italien
Koordinaten 46° 44′ 17″ N, 11° 57′ 36″ O46.73805555555611.962275Koordinaten: 46° 44′ 17″ N, 11° 57′ 36″ O
Kronplatz (Südtirol)
Kronplatz

Der Kronplatz (ladinisch und italienisch Plan de Corones) ist ein 2275 Meter hoher Berg in Südtirol (Italien), am Rande der Dolomiten. Er gilt als Hausberg von Bruneck und ist ein bekanntes Skigebiet. Auf dem Gipfelplateau treffen sich die drei Gemeinden Bruneck, Enneberg und Olang. Der höchste Punkt ist das Spitzhörnle, bekannt auch durch seine Beschreibung durch Ludwig Steub.[1]

Der Name stammt aus der Fanes-Sage: Am Kronplatz soll Dolasilla, die unverwundbare Prinzessin des Reiches der Fanes, gekrönt worden sein.

Im Sommer, wenn kein Skibetrieb stattfindet, dienen die kargen Wiesen als Viehweiden. Die wenigen noch unberührten Teile des Berges weisen die für das Pustertal typische Bewaldung auf.

Skigebiet[Bearbeiten]

Die geschichtliche Entwicklung des „Kronplatzes“[Bearbeiten]

Schon lange gab es den Wunsch, den Kronplatz den Bruneckern näher zu bringen. Erstmals konkret wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Planung einer Seilbahn betrieben. Dieses Projekt konnte jedoch wegen des Krieges und der nachfolgenden schlechten Zeiten nicht verwirklicht werden. Am 19. Jänner 1938 war es abermals so weit: Bei der Sitzung des Verwaltungsrates der „Funivia Dolomiti Monte Corona AG“ wurde über deren Gründung und Eintragung bei Gericht berichtet. Das in Auftrag gegebene Projekt für den Bau einer Seilbahn scheiterte aufgrund von Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Finanzierungskredites in Höhe von einer Million Lire. 1939 wurde bei einer Vollversammlung der Aktiengesellschaft, bei der es vor allem um die Auflösung der Gesellschaft ging, beschlossen, sie für mindestens ein Jahr weiterzuführen. Im November des gleichen Jahres wurde jedoch endgültig das Handtuch geworfen, und die Seilbahngesellschaft löste sich auf.

Als in den 1950er Jahren Willy Kofler, damaliger Präsident des Brunecker Fremdenverkehrsamtes, die treibende Kraft für die Erschließung des Kronplatzes durch eine Seilbahn war, scheiterte es wiederum an der fehlenden Unterstützung jener Kreise, die über das notwendige Kapital verfügt hätten. Erfolg war erst dem Bestreben Ernst Lüfters und einer Gruppe von Brunecker Bürgern beschieden, die Ende der 50er Jahre den Seilbahnbau erneut aufgriffen und lancierten.

1960 wurde die „Kronplatz Seilbahn Genossenschaft m. b. H.“ gegründet. Das Genossenschaftskapital betrug 550.000 Lire.

Bereits 1961 erfolgte die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft, mit der Benennung „Kronplatz Seilbahn AG Bruneck“. Das Gesellschaftskapital betrug 1 Million Lire. Als am 27. September 1961 an die Baufirma „Gebrüder Reichegger“ aus Sand in Taufers eine erste Anzahlung für den Bau einer Materialseilbahn erging, gab es mit dem eigentlichen Seilbahnprojekt noch Probleme, da es 283 Millionen Lire gekostet hätte. Zudem erhielt das Vorhaben vom römischen Verkehrsministerium aufgrund zu geringer Förderleistung kein grünes Licht. Man musste sich anderweitig umsehen. In der Folge wurden mehrere Betriebe eingeladen, Offerte einzureichen. Schließlich erhielt die Firma Ceretti & Tanfani 1962 den Zuschlag, die für den Bau der Seilbahn 137 Millionen Lire verlangte.

Am Beginn gab es große Schwierigkeiten, da vorerst lediglich 38 Prozent des gezeichneten Aktienkapitals (100 Millionen Lire) eingezahlt worden waren. Jedoch sicherte „Mediocredito“ von Trient ein Darlehen von 180 Millionen Lire zu. Zudem stellte die Sparkasse Bruneck einen Übergangskredit von 40 Millionen bereit.

Im Frühsommer 1963 begann man mit dem Bau des ersten Skiliftes „Belvedere“. Trotz verschiedener Schwierigkeiten konnten die Seilbahn und der Belvedere-Skilift in der Weihnachtszeit 1963 in Betrieb genommen werden. Somit war der wichtigste erste Schritt abgeschlossen und die Erschließung des Brunecker Hausbergs für den Wintersport konkret eingeleitet. Es erforderte aber eine stete Investitionspolitik und viel Durchhaltevermögen in wirtschaftlich kritischen Zeiten, bis der Kronplatz zu dem wurde, was er heute ist.

Im ersten Skiwinter waren die Einnahmen enttäuschend. Den Verpflichtungen konnte man nur durch die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 125 Millionen Lire nachkommen. Als 1964 der finanzielle Zusammenbruch der AG förmlich in der Luft lag, wandte man sich nach Nordtirol und erhielt ein Darlehen von 5.000.000 ÖS. Das kompromisslose Einstehen für eine Idee hatte bei den Spitzenpolitikern in Nordtirol einen derart guten Eindruck hinterlassen, dass weitere Hilfe folgte.

Das Jahr 1967 brachte die Planung des „Sonnenliftes“, und im selben Jahr wurde auch die Fertigstellung der Bergstation samt Restaurant ins Auge gefasst. Ab dem Winter 1970/71 konnte bereits die 5,4 km lange „Silvesterabfahrt“ befahren werden. Die Fertigstellungsarbeiten an der Bergstation und der Bau des Restaurants konnten erst 1974 abgeschlossen werden.

Einen regen Winterbetrieb erlebte der Kronplatz bereits in den späteren 60er Jahren. Die Skilifte „Belvedere“, „Ochsenalm“, „Korer“, „Marchner“ sowie „Furkel“ und „Alpen“ waren in Betrieb. Der Kronplatz entwickelte sich zum Senkrechtstarter unter den Skigebieten Italiens.

1973 war das Skigebiet derart bekannt, dass die Aufstiegsanlagen den Ansturm fast nicht mehr bewältigen konnten. So sollte eine neue Aufstiegsanlage von Reischach aus Entlastung bringen und so wurde 1973 der Bau des „Herrnegg-Sesselliftes“ und des „Pramstall-Schleppliftes“ beschlossen.

Mitte der 70er Jahre hatte sich die finanzielle Situation entspannt und es konnte nach 13 Jahren sogar erstmals eine Dividende ausbezahlt werden. Man ging nun zielstrebig an die Potenzierung der bestehenden Anlagen oder an die Ersetzung derselben durch modernere Anlagen. Neben den anderen Umbauten beschloss man auch die Ersetzung der Seilbahn durch eine moderne Umlaufbahn. Es handelte sich um eine Neuentwicklung, d. h. um den Bau von zwei aufeinander koppelbaren Umlaufbahnen. Es gelang, termingerecht beide Bahnen (Kronplatz I und II) zu Beginn des Winters 1986/87 in Betrieb zu nehmen. Die Anlage gehörte bei der Inbetriebnahme zu den leistungsstärksten der Welt (2.250 Personen pro Stunde). Durch die erhöhte Beförderungskapazität ergab sich zwangsläufig ein größerer Andrang an Skifahrern. Die Parkplätze bei der Talstation reichten nicht mehr aus, so musste man zusätzliche Parkflächen bereitstellen.

Im Jahr 2000 wurde die Aufstiegsanlage „Kronplatz 2000“ in Betrieb genommen, die parallel zur Umlaufbahn verläuft. Der „Herrnegg-Sessellift“ wurde abgerissen. 2003 wurde „Kronplatz I und II“ durch eine moderne 8er-Kabinenbahn ersetzt. Mit den beiden Umlaufbahnen können 3.950 Personen pro Stunde auf den Kronplatz transportiert werden.

Umfang[Bearbeiten]

Kronplatz: Blick nach Osten auf die Mittelstation des Olang-Lifts und die Bergstation des Arndt-Lifts

Das Skigebiet Kronplatz bietet insgesamt 114 Kilometer präparierte Pisten in Höhenlagen zwischen 1000 und 2275 Metern, die durch insgesamt 32 Aufstiegsanlagen mit einer Beförderungsleistung von 66.362 Personen pro Stunde bedient werden. Alle Skipisten im Skigebiet können durch insgesamt 346 Beschneiungsanlagen künstlich beschneit werden. Es gilt daher als schneesicher. (Stand: August 2011)

Der Kronplatz selbst als Hauptberg des Skigebietes besitzt zwölf moderne Gondelbahnen sowie fünf Sessellifte, die von drei Seiten bis auf die breite, im oberen Teil baumfreie Kuppe hinaufführen. Weitere acht Gondelbahnen und ein Sessellift liegen an den zwei anderen Bergen des Skigebietes, dem Piz da Peres und dem Piz de Plaies. Der Piz da Peres liegt südlich in direkter Nachbarschaft zum Kronplatz. Im Südwesten schließt sich der Piz de Plaies durch eine Verbindungsgondelbahn an, die über die Ortschaft St. Vigil hinwegführt. Im Skigebiet gibt es weiterhin sechs Skilifte an kleineren Skihängen in der näheren Umgebung des Kronplatzes, die sich auf das Pustertal, das Gsieser Tal und das Antholzer Tal verteilen und nicht direkt an das Hauptgebiet angeschlossen sind.

Der Kronplatz bietet fünf zwischen 5 und 7 Kilometer lange Talabfahrten:

  • zwei ca. 5 km lange Abfahrten nach Reischach in Richtung Bruneck (1160 m Höhendifferenz),
  • eine 6,5 km lange Abfahrt nach Gassl in Richtung Olang (1110 m Höhendifferenz),
  • eine 6 km lange Abfahrt nach St. Vigil (1070 m Höhendifferenz).
  • eine 7 km lange Abfahrt nach Percha (1355 m Höhendifferenz).
  • und eine 2 km lange schwarze Piste (500 m Höhendifferenz) vom Piz de Plaies nach Piculin im Gadertal mit Skibusanschluss nach Alta Badia.

Die Abfahrten sind aufgrund der zahlreichen Beschneiungsanlagen bis in den Frühling befahrbar.

Kronplatz Seilbahn AG[Bearbeiten]

Die Kronplatz Seilbahn AG ist eines der drei Seilbahnunternehmen, das die Aufstiegsanlagen am Kronplatz führt. Die Umsätze im Geschäftsjahr 2006/2007 beliefen sich auf etwas mehr als 12 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern auf 1 Million Euro. Während des Geschäftsjahrs 2006/2007 gab das Unternehmen 15 Fixbeschäftigten und 58 Saisonbeschäftigten Arbeit. Der Verwaltungsrat hat zehn Mitglieder, der Aufsichtsrat drei. Präsident des Verwaltungsrates ist (Stand: 2013) Werner Schönhuber.

Durch das „Projekt Ried“, das eine neue Piste und eine Seilbahn nach Percha vorsah, hatte die Kronplatz Seilbahn AG in den anliegenden Dörfern um den Kronplatz heftige Diskussionen ausgelöst. Bei einer informellen Volksbefragung im Jahr 2008 in Reischach, eine Fraktion von Bruneck, hatte sich die Bevölkerung gegen das Projekt Ried ausgesprochen. Die Beteiligung an der formellen Volksbefragung in der Gemeinde Bruneck 2010 lag unter 40% und erreichte nicht die notwendige Beteiligungsgrenze. SAS Projekt Ried wurde von der Südtiroler Landesregierung am 15. Dezember 2008 nach positiver Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt. Die Inbetriebnahme erfolgte 2011.

Concordia 2000[Bearbeiten]

Der Skipionier Erich Kastlunger aus St. Vigil kam anlässlich der Jahrhundertwende auf die Idee, auf dem Gipfelplateau des Kronplatzes eine große Glocke aufzustellen. Nach Absprache mit den verschiedenen Seilbahngesellschaften wurde dem Projekt grünes Licht erteilt. Der Künstler Paul de Doss-Moroder aus St. Ulrich wurde damit beauftragt, die Friedensglocke „Concordia 2000“ zu entwerfen. Sie sollte ein Zeichen des Dankes an alle sein, die mitgewirkt haben am beispielhaften Ausbau des Skibergs, und als Mahnmal für Eintracht und Frieden dienen. Die Glocke wurde im Sommer 2003 in der Spitze des Aussichtsturmes installiert.

Radsport[Bearbeiten]

Am 24. Mai 2006 sollte der Gipfel des Kronplatz erstmals Etappenziel beim Giro d’Italia sein. Witterungsbedingt (Schneefall) wurde das Ziel jedoch bereits fünf Kilometer vor dem Gipfel auf dem Furkelpass eingerichtet.

Die 16. Etappe des Giro d’Italia 2008 führte am 26. Mai 2008 in einem 12,9 km langen Bergzeitfahren von St. Vigil auf den Kronplatz. Auch die 93. Auflage des Giro im Jahr 2010 besuchte den Kronplatz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bergwanderung aufs Spitzhörnle

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kronplatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien