Kropfgazelle

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Kropfgazelle
Kuhertajagaselli Korkeasaari.jpg

Kropfgazelle (Gazella subgutturosa)

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Gazellenartige (Antilopinae)
Gattung: Gazella
Art: Kropfgazelle
Wissenschaftlicher Name
Gazella subgutturosa
Güldenstädt, 1780
Weibchen
Männchen
Arabische Kropfgazelle Gazella subgutturosa marica im Dubai Desert Conservation Reserve, Vereinigte Arabische Emirate


Die Kropfgazelle (Gazella subgutturosa) ist eine asiatische Gazellenart und gehört zur Untergattung Trachelocele. Sie verdankt ihren Namen einem knorpelartig verdickten Kehlkopf der Männchen zur Erhöhung der Lautstärke der Brunftrufe.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Von allen Arten der Gattung Gazella dringt die Kropfgazelle am weitesten nach Norden vor. Sie bewohnt die Steppen und Halbwüsten von Transkaukasien, Palästina und Arabien über Iran und Turkestan bis in die Wüste Gobi und Nordchina.

Aussehen[Bearbeiten]

Die arabische Unterart ist fast weiß und wird in ihrer Heimat Rhim genannt. Die anderen Unterarten sind hellbraun bis sandfarben. Die Unterseite ist stets heller. Eine Gesichtsmaske ist nur bei jüngeren Tieren deutlich zu erkennen. Kropfgazellen sind etwas robuster als andere Gazellen und erreichen eine Schulterhöhe von 50 – 65 cm und ein Gewicht von 30– 40 kg. In der Regel besitzen nur die Böcke die leierförmig nach hinten gebogenen Hörner. Die Weibchen sind normalerweise hornlos. Die Kropfgazellen gehören zu den weltweit schnellsten Landsäugetieren. Sie laufen erreichen an die 70 km/h.


The goitered gazelle inhabits sands and gravel plains and limestone plateau. It runs at high speed, without the leaping, bounding gait seen in other gazelle species. Throughout much of their range, goitered gazelles migrate seasonally. Herds cover 10–30 km per day in the winter, with these distances being reduced to about 1–3 km in summer.

Bestand[Bearbeiten]

Es gibt Hinweise darauf, dass bereits im Neolithikum Kropfgazellen mit Hilfe sogenannter Wüstendrachen stark bejagt wurden. Damit geriet die Art an sich unter Druck. In manchen Regionen, wie dem fruchtbaren Halbmond, brachen bereits in dieser Zeit die Bestände vollständig zusammen.[2] Um 1900 bewohnten schätzungsweise noch eine Million Kropfgazellen die Steppenlandschaften in Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan. Durch den vermehrten Einsatz von Feuerwaffen seit den 1940er-Jahren nahmen die Bestände in dieser Region bis heute auf weniger als 50.000 Tiere ab. Die meisten dieser verstreuten Populationen sind kleine, isolierte Herden. Darüber hinaus leben in der Mongolei noch etwa 100.000 Kropfgazellen. Auch in Nordwest-China, Teilen des Iran und des Kaukasus gibt es ebenfalls noch größere Bestände. Die Herden, die man auf einigen Inseln im Kaspischen Meer und dem Persischen Golf findet, gehen wahrscheinlich auf eingeführte Tiere zurück. Nach IUCN-Angaben wurde der Gesamtbestand 2001 auf 120.000 bis 140.000 Tiere geschätzt, hat aber seitdem stark abgenommen. Die Kropfgazelle wird daher als "gefährdet" eingestuft.

Lebensweise[Bearbeiten]

Da die Kropfgazelle weiter im Norden lebt als andere Gazellen ist sie stärker von Jahreszeiten abhängig, und kennt im Gegensatz zu ihren südlicheren Verwandten eine feste Brunftperiode. Ab September sammeln die starken Böcke jeweils einige Weibchen um sich und verteidigen diese gegen Nebenbuhler. Wenige Wochen später schließen sich die Weibchen wieder zu größeren Herden zusammen und die Männchen verlassen deren Gesellschaft. Anfang Winter verlassen sie in den nördlichen Regionen des Verbreitungsgebietes die verschneiten Zonen und sammeln sich in wärmeren Tälern mit geringeren Niederschlägen. Während des Winters bilden sie zeitweise große Herden. Die Populationen aus Syrien wanderten einst jeden Herbst Richtung Süden nach Saudi-Arabien und kehrten im Frühling in die Nähe des Euphrat zurück um ihre Kitze zu gebären. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gazellenarten sind Zwillingsgeburten nicht selten. Kropfgazellen ernähren sich vielseitig von Gräsern, Kräutern, Blättern und Trieben.

Unterarten[Bearbeiten]

Folgende Unterarten wurden beschrieben:

  • Arabische Kropfgazelle (Gazella subguttorosa marica): Arabische Halbinsel; gefährdet
  • Persische Kropfgazelle (Gazelle subgutturosa subgutturosa): Transkaukasien, Persien, Mesopotamien, Russisch-Turkestan; In Persien und Mesopotamien weitgehend ausgerottet, in Russisch-Turkestan noch gesichert
  • Seistan-Kropfgazelle (Gazella subgutturosa seistanica): Seistan in Ostpersien, Belutschistan, Afghanistan; weitgehend ausgerottet
  • Jarkand-Kropfgazelle oder Saikik-Gazelle (Gazella subgutturosa yarkandensis): Ebenen in Yarkant, Xinjiang; gesichert
  • Tibetische Kropfgazelle (Gazella subgutturosa reginae): Nordtibet, Nordwest-Tsaidam; gesichert
  • Mongolische Kropfgazelle (Gazella subgutturosa hilleriana): Mongolei; gefährdet
  • Dsungarische Kropfgazelle (Gazella subgutturosa sairensis): Dsungarei und Ost-Balkasch, nordwärts bis Tarbagataigebirge; gefährdet

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kropfgazellen Jungtier im Kölner Zoo. Alexander Sliwa, 27. Juni 2013, abgerufen am 19. Oktober 2013 (html, deutsch).
  2. Wüstendrachen: Gazellen-Jagd endete in Massenschlachtung

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker´s Mammals of the World. 6. Aufl. The Johns Hopkins University Press, Baltimore/London 1999. ISBN 0-8018-3970-X
  • H. Lingen: Großes Lexikon der Tiere. Lingen, Köln 1975, 1989, Grünwald, Greil 1989. ISBN 3-89430-152-X
  • D. Macdonald: Die Große Enzyklopädie der Säugetiere. Könemann, Königswinter 2004. ISBN 3-8331-1006-6
  • J. R. Ellerman, T. C. Stuart Morrison-Scott: Paläarctic and Indian Mammals 1758 to 1946. Trustees of the British Museum, London 1951, 1966.
  • Bernhard Grzimek: Enzyklopädie der Säugetiere. Kindler, Zürich 1988. ISBN 3-463-42002-3
  • Theodor Halthenorth, W. Trense: Das Großwild der Erde und seine Trophäen. Bayerischer Landwirtschaftsverlag, Bonn/München/Wien 1956.

Weblinks[Bearbeiten]