Krottenbachstraße (Wien)

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Krottenbachstraße
Die neu errichtete Haltestelle war 1987 bei der Neueröffnung der Vorortelinie noch nicht fertiggestellt.
Hugo Wolf Park, um 1920

Die Krottenbachstraße ist eine Straße im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling. Sie stellt die Hauptverbindung von Oberdöbling zu den Heurigenorten Salmannsdorf und Neustift am Walde her. Sie hieß daher bis 1894 Neustiftgasse. Der heutige Name bezieht sich auf den seit 1908 eingewölbten Krottenbach, dessen Tal die Straße folgt.

Straßengeschichte[Bearbeiten]

Die Straße hatte anfänglich wenig Bedeutung, da sie vor dem Ortseingang von Neustift am Walde endete und die anschließende Rathstraße für den Verkehr nicht ausgebaut war. Es gab kaum Besiedlung, die im Krottenbachtal gelegenen Siedlungen Chlaitzing und Rohrigenwiesen existierten schon seit dem Mittelalter nicht mehr. Salmannsdorf und Neustift wurden von Pötzleinsdorf aus erschlossen.

Von wenigen biedermeierlichen Häusern abgesehen setzte die Bebauung der Krottenbachstraße daher erst Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts ein. Aus dieser Zeit stammen auch etliche Fabriksgebäude an der Straße, zum Beispiel der Danubia AG für Gaswerks-, Beleuchtungs- und Meßapparate, die vor einigen Jahren für eine Wohnhausanlage abgerissen wurde. Hauptsächlich ist sie aber durch Wohnbauten aus der Nachkriegszeit gekennzeichnet. Teilweise gibt es aber heute noch Schrebergärten und Weingärten.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Krottenbach kanalisiert, da es immer wieder schwere Überschwemmungen gab und der Bach selbst zu einem Unratkanal verkommen war. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte auch deshalb die Rathstraße ausgebaut werden, wodurch die Bedeutung der Krottenbachstraße rapide zunahm und die steigungsreiche Straße von Pötzleinsdorf als Hauptverkehrsader nach Neustift und Salmannsdorf ablöste. Dies führte letztendlich auch dazu, dass diese beiden Orte 1938 von Währing abgetrennt und zu einem Teil Döblings wurden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Parkanlagen[Bearbeiten]

  • Fellingerpark: Diese Grünanlage am Hirschenbergl wurde 1986 angelegt und 2001 nach dem Arzt Karl Fellinger benannt.
  • Hugo-Wolf-Park: Der Park wurde 1924 auf dem Steilhang einer ehemaligen Sandgrube errichtet, wobei auch ein Kinderfreibad angelegt wurde. Bis 1953 hieß er Hartäckerpark, dann wurde er nach dem Komponisten Hugo Wolf benannt. 1930 wurde hier von Franz Waldmüller die Bronzeplastik Brüderlein und Schwesterlein geschaffen.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Straßenverkehr dient die Krottenbachstraße neben ihrer Erschließungsfunktion auch als wichtige Zufahrt zur Wiener Höhenstraße.

Schon 1899 wurde hier eine Straßenbahnlinie konzessioniert, doch wurde diese aus finanziellen Gründen niemals errichtet, obwohl es im Gemeinderat mehrfach eindringliche Forderungen danach gab. Bei Ausfällen der Gleislosen Bahn Pötzleinsdorf–Salmannsdorf gab es hier aber öfters Autobus-Ersatzverkehre. Am 30. Januar 1928 nahm die Gemeinde Wien aber endgültig eine Autobuslinie durch die Krottenbachstraße in Betrieb. Diese Linie war die erste periphere Autobuslinie der Gemeinde (nach kurzlebigen Versuchen zu Anfang des Jahrhunderts) und wurde vorläufig ohne Liniensignal betrieben. Am 17. Oktober 1935 erhielt sie das Signal 20. Im Zweiten Weltkrieg kam es zu Einschränkungen. Da aber wegen der kriegswichtigen Betriebe der Verkehr aufrechterhalten werden musste, entschloss man sich zum Bau einer Obuslinie, die allerdings erst nach dem Krieg am 9. Oktober 1946 mit der Linienbezeichnung 22 den Betrieb aufnehmen konnte. Es war dies die einzige moderne Obuslinie Wiens. Dieser Sonderfall führte auch zur Einstellung am 3. Dezember 1958. Die Ersatzautobuslinie wurde ab 27. März 1961 mit 39A bezeichnet und ab 29. April 1972 in die Autobuslinie 35A einbezogen, die noch heute dort verkehrt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Weihsmann, Helmut: Das Rote Wien. Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919–1934. Wien 2002, ISBN 3-85371-181-2.
  • Dehio-Handbuch Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Verlag Anton Schroll, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X.
  • Kretschmer, Helmut: Wiener Bezirkskulturführer XIX Döbling. Verlag Jugend & Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6235-6.
  • Czeike Felix (Hrsg): Historisches Lexikon Wien, Band 3. Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00744-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krottenbachstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.24027777777816.340833333333Koordinaten: 48° 14′ 25″ N, 16° 20′ 27″ O