Kru (Volk)

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Kru-Frau 1906

Die Kru sind ein westafrikanisches Volk, das hauptsächlich in Liberia, zudem auch in Ghana,[1] Sierra Leone und Guinea ansässig ist.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Kru sprechen eine eigene Sprache, die zur Gruppe der Kru-Sprachen in der Sprachfamilie der Niger-Kongo-Sprachen gehört. Die Kru-Sprachen sind nach dem Volk der Kru benannt. In Liberia leben zirka 244.000, in Ghana etwa 21.000, in Sierra Leone etwa 11.000 und in Guinea etwa 3.800 Kru. Sie sind Küstenbewohner; ihren Lebensunterhalt verdienen viele Kru durch Fischfang und Verarbeitung sowie durch Bootsbau und Holzverarbeitung.

Die Kru wurden schon im 16. Jahrhundert von europäischen Schiffen als Seeleute angeheuert. Sie waren deshalb auch schon früh europäischen Einflüssen ausgesetzt. Das englische Wort crew soll von der Bezeichnung für das Volk der Kru zum Synonym für die Besatzung eines Schiffes geworden sein.[2]

Bekannte Kru[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Siegmund Brauner et al: Verkehrs- und Nationalsprachen in Afrika. Akademie-Verlag, Berlin 1985, Liberia, S. 120–122.
  •  Jan M. Hankonsen: Artisomal Fisheries and Fihermen's Migration in Liberia. In: Centre for maritime research (Hrsg.): MAST. 5/2, Amsterdam 1992, ISSN 0922-1476, S. 75-87 (Die traditionelle Fischerei der Kru (Digitalisat, englisch 0,6 MB; PDF)).
  • Cynthia Schmidt: Kru Mariners and Migrants of the West African Coast. In: Virginia Danielson, Dwight Reynolds, Scott Marcus (Hrsg.): The Garland Encyclopedia of World Music. Band 1: Africa. Routledge, London 1997, S. 370–382

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. ethnologue.com: Klao Abgerufen am 9. Juni 2011.
  2. Seeleute: - Aus einer Reisebeschreibung von Magarethe von Eckenbrecher „Was Afrika mir nahm und gab...“ (um 1900): Soviel ich weiß, sind die Kruneger die Ureinwohner Liberias, zurückgedrängt und unterjocht von den amerikanischen Negern. Da sie seit Generationen an der Küste leben, so sind sie, ich möchte fast sagen, geborene Seeleute. Ihre Kanoes sollen weitaus die besten der ganzen Westküste sein, ihr Geschick beim Fischfang ist unerreichbar, und einzig stehen sie da, wenn es heißt, ein Boot sicher durch die Brandung zu bringen. ... Da auch in Swakopmund die Landung sehr gefährlich ist, so werden von jedem Dampfer, der nach dort bestimmt ist, hier in Monrovia je nach Bedarf die Kruboys vom Kapitän angeworben. Ist das Löschen und Ausbooten der Ladung geschehen und fährt der Dampfer wieder zurück, so nimmt er alle von ihm angemusterten Leute an Bord und setzt sie auf der Heimreise wieder in Monrovia ab. Die Leute erhalten bis zu einer Mark für den Tag, der Headman, eine Art Oberaufseher, das Doppelte ... Unser Kapitän brauchte an die Hundert dieser Leute. ... Die meisten trugen eine Art Hose aus riesengroß karrierter Seide, Baumwolle oder Wolle. Großblumiger Kattun war auch sehr beliebt. ... Auf dem Dampfer sind sie äußerst brauchbar. Jeden Morgen weckt uns ein wahrer Höllenlärm: Die Krus schruppen das Deck mit großen viereckigen Steinen. Sie sind sehr anstellig, ölen die Maschinen, helfen in der Küche, waschen mit ab, putzen Gemüse und putzen die blanken Messingteile am ganzen Schiff. Es gibt sogar einen schwarzen Wäscher. (als Digitalisat).