Krypta

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Spätromanische Krypta der Klosterruine von Memleben
Krypta des Freisinger Doms
Braunschweiger Dom: Krypta Heinrichs des Löwen. Links: Sarkophag Heinrichs des Löwen, rechts: Sarkophag seiner zweiten Ehefrau Mathilde Plantagenet. Im Hintergrund ein Sarkophag, in dem sich die sterblichen Überreste mehrerer Brunonen befinden, nämlich: Markgräfin Gertruds der Älteren von Braunschweig, die um 1030 die erste Domkirche gegründet hatte, Markgraf Ekberts II. von Meißen, und Gertruds der Jüngeren von Braunschweig, Schwester Ekberts II. und Urgroßmutter Heinrichs des Löwen.

Eine Krypta (gr. ‚die Verborgene‘; das Wort ergab auch Gruft) ist ein unter dem Chor (Apsis) oder unterhalb des Altares christlicher Kirchen befindlicher Raum, der in der Regel für Heiligengräber (auch Reliquienschreine) und Altäre diente. In der Krypta befanden sich anfänglich nach frühchristlichem Brauch die Reliquien eines Märtyrers.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Vorläufer der Krypta (gr. κρυπτός: ‚verborgen‘, ‚geheim‘) gelten die frühchristlichen, unterirdischen Grabanlagen vor den Mauern des antiken Roms. Über einigen dieser Gräber wurden später Kirchen errichtet, wie z. B. Alt-St. Peter in Rom, das auf dem Grab des Jüngers Petrus erbaut worden sein soll. Das Grab befindet sich in den meisten Fällen unter der Apsis, in der Romanik manchmal unter dem Westchor. Das eigentliche Heiligengrab unter dem Altar kann als kleine, nicht begehbare Kammer ausgebildet sein, die man als Confessio bezeichnet.

Die ersten Krypten wurden in Stollen angelegt, weshalb sie „Stollenkrypta“ genannt werden. Um Nähe zum Grab zu erzeugen, ließ man den Stollen der Apsis folgen, wodurch ein Umgang um das Grab entstand. Diese Form wird „Ringkrypta“ genannt. Die erste Ringkrypta findet man in Alt-St. Peter um 590. Als Anbau zur Ringkrypta entstand die Außenkrypta, in der sich vor allem geistliche Würdenträger bestatten ließen, was Altäre für Gedenkgottesdienste nötig machte. Die erste Außenkrypta findet man in Brixworth, England, sie wurde im frühen 8. Jahrhundert errichtet. Die Blütezeit der Krypta als Bauform war die Romanik, in der Form der Hallenkrypta, die sich aus der Ringkrypta mit Außenkrypta entwickelte.

Die Hallenkrypta ist mehrschiffig und erstreckt sich oft bis unter das Querschiff der Kirche. Ihre Höhe machte es nötig, den Chor anzuheben. Die Hallenkrypta des Speyerer Doms ist z. B. sieben Meter hoch und besitzt sieben Altarnischen, wodurch eine „Unterkirche“ entstand. In Hallenkrypten wurden auch weltliche Würdenträger begraben. Mit dem Aufkommen der Gotik verschwand die Krypta, da nun Märtyrer und deren Reliquien in Schreinen verwahrt und oberirdisch in Umgangschören offen zur Schau gestellt wurden. Neu erbaute Kirchen der Zisterzienser und später gegründeter Orden verfügen in der Regel nicht über Krypten, da sie nicht über Heiligengräbern errichtet wurden.

Bedeutende Krypten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Rosner: Die ottonische Krypta. Köln 1991.
  • Uwe Lobbedey: Ottonische Krypten. Bemerkungen zum Forschungsstand an Hand ausgewählter Beispiele. In: Althoff, Gerd; Schubert, Ernst (Hrsg.): Herrschaftsrepräsentation im ottonischen Sachsen. [Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für Mittelalterliche Geschichte vom 22. - 25. März 1994]. Sigmaringen 1998, S. 77–102.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Crypts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien