Kryptokokkose

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Klassifikation nach ICD-10
B45 Kryptokokkose
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Kryptokokkose der Lunge

Die Kryptokokkose (auch Busse-Buschke-Krankheit nach den Erstbeschreibern Otto Busse und Abraham Buschke) ist eine Pilzinfektion, die in erster Linie durch Cryptococcus neoformans verursacht wird. Die Infektion verläuft primär meist ohne Krankheitserscheinungen. Eine Erkrankung kommt beim Menschen vor allem bei Abwehrschwäche vor, besonders im Endstadium der HIV-Erkrankung (AIDS). Zunehmende Bedeutung erfährt eine weitere Cryptococcus Art, Cryptococcus gattii, die bis vor kurzem als Varietät von C. neoformans galt. C. gattii ist mit einer Mortalitätsrate von 25 Prozent gefährlicher als C. neoformans und tritt neuerdings in einer Variante auf, die noch virulenter ist und auch gesunde Menschen sowie domestizierte Tiere, wie Hunde, Katzen und Schafe, zu befallen vermag.[1] Infektionen durch andere Cryptococcus-Arten sind eine Rarität.

Klinik[Bearbeiten]

C. neoformans befällt beim Menschen vor allem die Lungen durch Inhalation sporenhaltiger Stäube, dann werden über die Blutbahn (hämatogen) auch andere Organe mit Kryptokokken besiedelt. Der Befall der Hirnhäute (Meningen) und eventuell des Hirnparenchyms (Kryptokokkenmeningitis bzw. -meningoenzephalitis) verursacht selten Granulome im Gehirn. Andere Organe werden meist nur asymptomatisch befallen. Nach aktuellen Schätzungen werden jährlich weltweit allein bei Personen mit einer HIV-Infektion rund eine Million Fälle von Kryptokokkenmeningoenzephalitis diagnostiziert, mehr als 600.000 Menschen sterben pro Jahr an der Erkrankung.[2] Eine Kryptokokkose durch C. neoformans ist für immunsupprimierte Menschen immer lebensbedrohlich: Unbehandelt verläuft sie meist letal und selbst bei einer adäquaten Behandlung beträgt die Mortalität bei HIV-Patienten fast 20 %.[3] Die Behandlung der Kryptokokkenmeningitis kann mittels einer Kombinationstherapie aus Amphotericin B und Flucytosin erfolgen.[4]

Bei Katzen befällt C. neoformans vor allem die oberen Atemwege und ruft anhaltenden Nasen- und Augenausfluss, Bildung von Granulationsgewebe in Nasen- und Nasennebenhöhlen, Einschmelzungen der Gesichtsschädelknochen und tumorartige Schwellungen im Gesicht hervor. Seltener ist der Befall der Haut, des Gehirns oder der Lunge.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gefährlicher Hefepilz. Bild der Wissenschaft. Abgerufen am 27. April 2010.
  2. Park, B. J. et al.: Estimation of the current global burden of cryptococcal meningitis among persons living with HIV/AIDS. In: AIDS. 23, Nr. 4, 2009, S. 525-530. PMID 19182676.
  3. Desnos-Ollivier, M. et al.: Mixed Infections and In Vivo Evolution in the Human Fungal Pathogen Cryptococcus neoformans. In: MBio. 18, Nr. 1, 2010, S. e00091-10. PMID 20689742.
  4. Day JN, Chau TT, Wolbers M, Mai PP, Dung NT, Mai NH, Phu NH, Nghia HD, Phong ND, Thai CQ, Thai le H, Chuong LV, Sinh DX, Duong VA, Hoang TN, Diep PT, Campbell JI, Sieu TP, Baker SG, Chau NV, Hien TT, Lalloo DG, Farrar JJ. Combination antifungal therapy for cryptococcal meningitis. N Engl J Med. 2013;368(14):1291-302. doi: 10.1056/NEJMoa1110404. PMID 23550668
  5. Albert Weber et al.: Fallbericht: Kryptokokkose bei einer Katze. In: Kleintierpraxis 37 (1992), S. 255–258.

Literatur[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!