Ksar-el-Kebir

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Ksar-el-Kebir
Wappen fehlt
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Ksar-el-Kebir (Marokko)
Ksar-el-Kebir
Ksar-el-Kebir
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Tanger-Tétouan
Provinz: Larache (Provinz)
Koordinaten 35° 0′ N, 5° 54′ W34.998888888889-5.902777777777825Koordinaten: 35° 0′ N, 5° 54′ W
Einwohner: 107.380 (2004[1])
Höhe: 25 m
Ksar-el-Kebir

Ksar-el-Kebir (arabisch ‏القصر الكبير‎, DMG al-Qaṣr al-Kabīr, Spanisch: Alcazarquivir, portugiesisch: Alcácer-Quibir) ist eine Stadt mit ewa 110.000 Einwohnern in der Provinz Larache in der Region Tanger-Tétouan im Norden von Marokko.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Tal des Flusses Loukkos etwa auf halbem Weg zwischen Larache (ca. 33 km Fahrtstrecke nordwerstöich) an der Atlantikküste und Ouezzane (ca. 54 km südöstlich). Sie liegt in einem der ertragreichsten landwirtschaftlichen Gebiete Marokkos, und ist umgeben von Hügeln.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Einwohner sind größtenteils berberischer Abstammung, doch spielt das im Norden Marokkos kaum eine Rolle. Man spricht hauptsächlich Marokkanisch-Arabisch; Berberdialekte hört man eher selten. Durch den Zuzug von Landbevölkerung ist die Stadt seit der Unabhängigkeit Marokkos (1956) enorm gewachsen; ihre Infrastruktur ist jedoch für dieses Wachstum nicht ausgelegt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt ist das handwerkliche und merkantile Zentrum einer Vielzahl von Dörfern in der Umgebung: auch Banken, Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser finden sich hier.

Geschichte[Bearbeiten]

Im ersten Jahrtausend vor Christus wurde die Stadt als Kolonie Karthagos gegründet. Im römischen Reich gehörte die Stadt als Hort Oppidum Novum, zur Provinz Mauretania Tingitana. In den frühen Jahren des Christentums war sie Bischofssitz. 720 wird der Ort als Karawanserei, Ketama Souk an den Handelsstraßen nach Al-Andalus und Fès erwähnt. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt unter der Herrschaft der Almohaden mit Stadtmauern befestigt. Ksar-el-Kebir bedeutete „große Festung“. Im Jahr 1492 flohen Muslime und Juden vor der Reconquista der Spanier aus Al-Andalus und siedelten sich teilweise im damaligen Alcazarquivir an und brachten ihre Kulturen mit.

Im Jahr 1578 versuchten der noch junge portugiesischer König Sebastian I. in der Nachfolge des Kreuzzugsgedankens und der Reconquista Marokko zu christianisieren. Die Mission scheiterte an Truppen unter Abu Marwan Abd al-Malik in der Schlacht der drei Könige von Alcazarquivir.

Postkarte von Alcazarquivir von 1900

Mulai Ismail ließ um 1700 die Stadtmauern abtragen, nachdem ihn der örtliche Fürst verärgert hatte. Über Alcazarquivir herrschte die Familie Samia Rachidi.

Von 1911 bis 1956 gehörte Ksar-el-Kebir zum Protektorat Spanisch-Marokko. Ksar-el-Kebir war Garnisonsstadt des spanischen Besatzungsheers. Seit dem Abzug der spanischen und französischen Besatzer hat sich die Stadt als regionaler Marktplatz der landwirtschaftlich genutzten Umgebung des Loukkos-Gharb-Tales mit Markt am Sonntag entwickelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ksar-el-Kebir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko