Kudirkos Naumiestis

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Katholische Kirche
Grenzbrücke über die Širvinta nach Kutusowo (2011)

Kudirkos Naumiestis ist eine kleine Stadt in Litauen. Sie ist Amtssitz der Rajongemeinde Šakiai in der Region Suvalkija.

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Šešupė und Širvinta, 25 Kilometer südwestlich von Šakiai. Über 400 Jahre war sie eine Grenzstadt zum Herzogtum Preußen, zum Königreich Preußen und zum Freistaat Preußen. Seit 1946 grenzt sie an die Oblast Kaliningrad. Sie war das katholisch-jüdische Gegenstück zum protestantischen Schirwindt.

Die Siedlung wurde 1561 als Duoliebaičiai erstmals erwähnt. Von 1639 bis 1917 hieß der Ort Vladislavovas (poln. Władysławów) nach Władysław IV. Wasa, der ihm 1643 das Magdeburger Stadtrecht verlieh. Der deutsche Name Neustadt-Schirwindt kommt vom Fluss Širvinta (Schirwindt). Ab 1900 wurde statt Vladislavovas mehr und mehr das litauische Naumiestis (Neustadt) verwendet. 1934 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen im Gedenken an den Dichter und Publizisten Vincas Kudirka, dem Verfasser der litauischen Nationalhymne, der hier von 1895 bis zu seinem Tod 1899 lebte. Das 1998 eröffnete Vincas-Kudirka-Museum ist seinem Leben und Werk gewidmet. Es werden Manuskripte, Dokumente und Publikationen von ihm gezeigt. Auch die Geschichte von Burg und Stadt sowie Persönlichkeiten der Region sind Gegenstand der Ausstellung.

Ab 1740 beherbergte Vladislavovas eine gut organisierte jüdische Gemeinde. Viele bekannte Rabbis und Schriftgelehrte kamen aus der Stadt. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten etwa 3.000 Juden in Kudirkos Naumiestis.

Weblinks[Bearbeiten]

Russischer Soldatenfriedhof
 Commons: Kudirkos Naumiestis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.76666222.866682Koordinaten: 54° 46′ 0″ N, 22° 52′ 0″ O