Kufstein

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Kufstein
Wappen von Kufstein
Kufstein (Österreich)
Kufstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 39,37 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 12° 10′ O47.58333333333312.166666666667499Koordinaten: 47° 35′ 0″ N, 12° 10′ 0″ O
Höhe: 499 m ü. A.
Einwohner: 18.215 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 6330–6333
Vorwahl: 05372
Gemeindekennziffer: 7 05 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterer Stadtplatz 22
6330 Kufstein
Website: www.kufstein.at
Politik
Bürgermeister: Martin Krumschnabel (Die Parteifreien)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
7 ÖVP

5 Die Parteifreien
3 BHS
3 FPÖ/GKL
2 SPÖ
1 Die Grünen

Lage der Stadt Kufstein im Bezirk Kufstein
Alpbach Angath Angerberg Bad Häring Brandenberg Breitenbach am Inn Brixlegg Ebbs Ellmau Erl Kirchbichl Kramsach Kufstein Kundl Langkampfen Mariastein Münster Niederndorf Niederndorferberg Radfeld Rattenberg Reith im Alpbachtal Rettenschöss Scheffau am Wilden Kaiser Schwoich Söll Thiersee Walchsee Wildschönau Wörgl Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Kufstein im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wahrzeichen der Stadt: Festung Kufstein
Wahrzeichen der Stadt: Festung Kufstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kufstein (mundartlich Kufschtåa [ˈkxʊfʃtɔ̃ɐ̯̃]) ist eine Stadtgemeinde in Tirol an der Grenze zum Freistaat Bayern, und der Verwaltungssitz des Bezirks Kufstein. Die Stadt liegt im Tiroler Unterland und Unterinntal und ist mit 18.215 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) nach Innsbruck die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt beiderseits des Inns, zwischen dem Hausberg Pendling und dem Maistaller Berg im Westen, dem Thierberg im Norden, dem Kaisergebirge und Stadtberg im Osten und dem Kufsteiner Wald im Süden. Die Stadt befindet sich auf rund 500 Meter Meereshöhe am Ausgang des alpinen Inntales und nur wenige Kilometer vom bayerischen Alpenvorland entfernt. Im Gemeindegebiet liegt auch das Kaisertal, das bis vor Kurzem letzte Tal Österreichs ohne Straßenanbindung (2006 wurde nach langem politischen Diskurs der Anna-Tunnel zwischen Kufstein und Ebbs gebaut).

Im Stadtgebiet münden zahlreiche Bäche in den Inn, die beiden größten Zuflüsse sind rechts des Inns die Weißache im Süden und der Kaiserbach, der die Stadtgrenze im Norden bildet. Weitere rechte Innzuflüsse sind der Mitterndorfer-, der Kien- und der Kreuzbach, linke Zuflüsse der Rochen- und der Morsbach. Vier Hügel bzw. kleinere Berge befinden sich mitten in der Stadt: Zellerberg, Festungsberg, Kalvarienberg (Heldenhügel) und Lausbichl. Auf der linken Talseite liegen der Stimmersee, der Thiersee, Pfrillsee, der Längsee, der Hechtsee und der Egelsee, wobei Stimmersee und Thiersee zu den Nachbargemeinden gehören. Im Südwesten gab es bis ins vergangene Jahrhundert einige Seen und Teiche, die bis auf die kleine Maistaller Lacke verlandet sind. Diese steht, wie auch der Egelsee, seit einigen Jahren unter Naturschutz.

Der Talboden verläuft in der ganzen Stadt zum Inn hin leicht abfallend, was zum Beispiel am Unteren Stadtplatz gut ersichtlich ist.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteile[Bearbeiten]

Kufstein besteht von jeher aus einer Handvoll Stadtteilen, die sich aus ehemaligen Weilern und kleinen Ansiedlungen entwickelten. Durch die starke Bautätigkeit im 20. Jahrhundert vergrößerten sie sich immer mehr, trotzdem sind die Abgrenzungen der Stadtbezirke teilweise noch erkennbar. Der dörfliche Charakter ist nur noch im westlichsten Stadtteil Morsbach zu erkennen, in dem es in den letzten Jahrzehnten keine große Bautätigkeit gab.

Die Stadtteile lassen sich wie folgt unterteilen:
Die Lage der Stadtteile

Das Stadtzentrum besteht hauptsächlich aus Gebäuden mit drei bis sechs Stockwerken, es gibt nur wenige Hochhäuser am Stadtrand. Die 1809 nicht abgebrannte Altstadt ist der älteste Teil Kufsteins. Seit den 1990er Jahren wird wieder verstärkt gebaut, weshalb sich zwischen 1991 und 2001 die Einwohnerzahl um 2500 erhöhte. Mit dem Bau von Einkaufszentren, eines Kongressgebäudes und dem Ausbau der Fachhochschule wird die Bevölkerungszahl weiter ansteigen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kiefersfelden
(Lkr. Rosenheim, By., DE)
Ebbs
Thiersee Nachbargemeinden Kirchdorf in Tirol (Bez. Kitzbühel)
Langkampfen


Schwoich
Söll  



am Wilden
Kaiser

Großraum Kufstein[Bearbeiten]

Der Großraum Kufstein besteht grenzüberschreitend aus der Stadt Kufstein und den angrenzenden Gemeinden Kiefersfelden, Ebbs, Niederndorf, Schwoich und Langkampfen. In diesem relativ kleinen Gebiet lebten 2003 circa 45.000 Menschen, die Bevölkerungszahl ist stark ansteigend. Der Großraum liegt im Ballungsraum Unterinntal, in dem über 380.000 Menschen wohnen.

Blick auf Kufstein vom Thierberg

Geschichte[Bearbeiten]

Tischofer Höhle[Bearbeiten]

Das Gebiet um Kufstein ist schon seit rund 30.000 Jahren besiedelt, wie Funde von knöchernen Pfeilspitzen eiszeitlicher Jäger in der Tischofer Höhle im Kaisertal beweisen. Viele dieser Funde sind im Heimatmuseum auf der Festung Kufstein ausgestellt. Somit ist Kufstein vermutlich das älteste besiedelte Gebiet Tirols.

Von der Antike bis zum Mittelalter[Bearbeiten]

Kufstein wurde im römischen Feldzug gegen die Rätier und Vindeliker 15 vor Christus eingenommen und den römischen Provinzen Rätien (Stadtteil Zell) und Noricum (restliche Stadt) zugeteilt, als diese in der ersten Hälfte des folgenden Jahrhunderts gebildet wurden. Von dieser Zeit zeugen noch Spuren der alten römischen Militärstraße im Inntal. 500 Jahre lang stand das Gebiet unter römischer Herrschaft und wurde danach wiederholt von den Bayern besetzt. Der Caofstein (Kufstein) wurde erstmals in einem Güterverzeichnis des Bischofs Arn von Salzburg um 788 mit einer eigenen Kirche nachgewiesen. Zu dieser Zeit war der Raum Kufstein Teil des Gaus Unterinntal und unterstand dem Herzogtum Bayern. Die Festung Kufstein (Burg) wurde erstmals 1205 als Besitzung des Bischofs von Regensburg und des Herzogs von Bayern erwähnt. Bis 1213 gelang es den Bayern, die alleinige Herrschaft zu erlangen. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage wurde der Ort von den jeweiligen Herrschern gefördert und befestigt, bis ihm 1393 das Stadtrecht verliehen wurde.

Bayern und Tirol[Bearbeiten]

Belagerung von Kufstein
Inschrift am Denkmal für Hans von Pienzenau an der Kufsteiner Straße in Langkampfen

Kufstein war immer wieder Gegenstand von Grenzstreitigkeiten zwischen Bayern, Tirol und dem Habsburger-Reich Österreich, was der Stadt aber auch viel Nutzen als Grenz- und Zollposten brachte. Kufstein war lange Zeit Teil des bayerischen Herzogtums und kam erstmals 1342 als Brautgeschenk an Tirol, als Gräfin Margarete von Tirol den bayerischen Herzogsohn Ludwig den Brandenburger ehelichte, musste aber bereits 1369 im Frieden von Schärding an Bayern zurückgegeben werden. Durch die bayerischen Landesteilungen gehörte es nach 50-jähriger Zugehörigkeit zu Bayern-Ingolstadt schließlich bis zu deren Aussterben im Mannesstamm zum Herrschaftsbereich der Reichen Herzöge von Landshut.

Kaiser Ludwig der Bayer, der von 1314–47 regierte, verlieh der Stadt selbständige Gerichtsbarkeit. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts erhielt Kufstein vom bayrischen Herzog Stefan dem Jüngeren das Stadtrecht. Herzog Ludwig dem Gebarteten sind die starken Befestigungsanlagen zu verdanken, mit denen er die Burg 1415 ausstatten ließ.

Auf dem Reichstag zu Köln 1505 entschied der Habsburger Maximilian I. durch einen Schiedsspruch den Landshuter Erbfolgekrieg und sicherte sich dabei selbst formell das Gebiet um Kufstein.

Vorangegangen war, dass der bayrische Kommandant der Burg Kufstein, Hans von Pienzenau, zunächst einen Eid auf Maximilian geschworen hatte, dann aber gegen 30.000 Gulden auf die Seite der Pfälzer wechselte. Er ließ sich nicht überzeugen, die Stadt zu übergeben. Es folgte ein heftiger Kampf um die Burg. Maximilian ließ die Burg von den Riesenkanonen Purlepaus und Weckauf, die extra aus Innsbruck herangeschafft wurden, mit 100-kg-Kugeln beschießen. Burg und Stadt wurden daraufhin von Maximilian eingenommen und von Pienzenau entgegen den üblichen Sitten hingerichtet (geköpft). Aus einer Urkunde geht hervor, dass die formelle Übergabe von Herrschaft, Schloss und Stadt Kufstein mitsamt dem Landgericht am 8. Februar 1506 geschah.

Maximilian ließ die Schäden, die durch die Belagerung und den Beschuss mit den Kanonen entstanden waren, beseitigen und die Burg durch seinen Baumeister Martin Zeller zu einer Festung ausbauen. Die Stadt und die umliegenden Gebiete gehörten fortan zu Tirol und damit zu Österreich. Es galt aber in Kufstein bis in das 19. Jahrhundert hinein weiterhin das oberbayerische Landrecht Ludwigs des Bayern.

Im 16. Jahrhundert erhielt die Burg in Erinnerung an Gerold, den sagenumwobenen Schwager Karls des Großen, den Namen Geroldseck.

Kaiser Maximilian ließ 1522 für 7000 Gulden den großen runden Kaiserturm errichten, der zum Wahrzeichen Kufsteins wurde und mit 5 bis 7 m starken Mauern und Zwischengewölben den Besucher beeindruckt. Hinter diesen dicken Mauern verbirgt sich sogar der Festsaal.

Im 16. und 17. Jahrhundert war Kufstein dank eines lebhaften Fuhrwerksverkehrs und der Innschifffahrt eine wichtige Transit- und Mautstelle. Auch der Handel und das Gewerbe blühten in dieser politisch relativ ruhigen Zeit.

Das änderte sich mit dem Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges, als 1703 Kurfürst Max Emanuel von Bayern als Bundesgenosse Frankreichs in Tirol eindrang und erfolgreich die Stadt belagerte, die dabei durch einen verheerenden Brand zu großen Teilen zerstört wurde. Es ist unklar, ob das Feuer von den Verteidigern der Burg selbst gelegt wurde, um den Belagerern durch das Prinzip der verbrannten Erde die Versorgung zu erschweren. Während Kufstein brannte, gelang es einem bayerischen Trupp, durch ein offenes Fenster in die Burg einzudringen und die dortige Besatzung zu überrumpeln. Bereits 1704 mussten die Bayern allerdings wieder abziehen, da Kufstein durch den Ilbesheimer Vertrag Österreich zuerkannt wurde.

1740 wurden die letzten Befestigungsanlagen unter dem Hofbaumeister Johann Gumpp d. J. errichtet. Hierzu gehört die Josefsburg mit ihrem 150 m langen Kasemattenring.

1805 wurde Kufstein im Zuge des Dritten Koalitionskrieges gegen Napoleon erneut von den Bayern eingenommen und zusammen mit ganz Tirol im Frieden von Pressburg auch formal dem Königreich Bayern zugesprochen. Es konnte auch im Tiroler Volksaufstand 1809 nach wochenlanger Belagerung nicht zurückgewonnen werden, da die bayerische Garnison sich auf die Festung stützte, die für die Aufständischen uneinnehmbar war. Der Aufstand wurde 1813 endgültig brutal niedergeschlagen. Als Bayern das Bündnis mit Napoleon verließ und auf die Seite der Alliierten wechselte, vereinbarten Bayern und Österreich im Rieder Vertrag die Rückgabe Tirols (und damit auch Kufsteins) an Österreich. Österreich sicherte im Gegenzug Bayern seinen Besitzstand und entsprechende Entschädigung für den Verlust Tirols durch Besitzerweiterungen am Untermain und links des Rheins zu. Das Abkommen wurde 1814 vollzogen, wodurch Kufstein dauerhaft österreichisch wurde und Bayern das Großherzogtum Würzburg und die Rheinpfalz gewann.

Die Festung Kufstein verlor somit ihre militärische Bedeutung und wurde bis ins späte 19. Jahrhundert als Staatsgefängnis für politische Gefangene österreichischer, polnischer, italienischer und ungarischer Herkunft genutzt. Auch Kriminelle saßen hier ein, so der 13-fache Mörder und zum Tode verurteilte Rózsa Sándor, der allerdings später begnadigt wurde.

Zeit der industriellen Revolution[Bearbeiten]

1842 siedelte sich mit dem Kinkschen Zementwerk in Endach die erste Industrie an. 1858 öffnete sich mit der Eisenbahnlinie Kufstein–Innsbruck Kufsteins Zugang zum Tourismus. 1894 wurde die erste Wasserleitung aus dem Kaisertal errichtet. 1898 leuchtete in Kufstein das erste elektrische Licht. Anfang des 20. Jahrhunderts standen mehrere Eisenbahnprojekte schon kurz vor ihrer Verwirklichung: Die Strecken Kufstein — Kössen — Reit im Winkl — Traunstein, Kufstein — Thiersee — Bayrischzell und zwei Projekte im Kaisergebirge. Zur Umsetzung kam es aber nie (in vollem Umfang), da es an den Kosten bzw. dem Ersten Weltkrieg scheiterte.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

1938 wurde Kufstein durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich Kreisstadt im Gau Tirol-Vorarlberg. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt bombardiert und mit Artillerie unter Beschuss genommen, wodurch viele historische Gebäude zerstört wurden. Nach dem Ende des Krieges wurde Kufstein von Amerikanern und Franzosen nacheinander besetzt.

Heute[Bearbeiten]

Kufstein ist heute die größte Stadt im Bezirk Kufstein und nach Innsbruck die zweitgrößte Stadt im Bundesland Tirol. 2014 lag Kufstein österreichweit an 27. Stelle.

2013 wurde Kufstein von der Entente Florale Europe mit der Silbermedaille in der Kategorie Stadt für den Blumenschmuck und weitere nachhaltige Projekte gekürt.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

In Kufstein leben derzeit rund 17.500 Menschen. Zwischen 1991 und 2001 stieg die Einwohnerzahl um rund 14 % an, 2002 und 2003 jeweils um etwa 1 %. Im Großraum Kufstein (Kufstein, Schwoich, Langkampfen, Thiersee, Kiefersfelden, Ebbs und Niederndorf) leben etwa 45.000 Menschen.

Bei der Volkszählung 2001 waren 69,9 % der Kufsteiner römisch-katholisch, 9,8 % islamisch, 8,9 % ohne Bekenntnis und rund 4,6 % evangelischen Glaubens. 47,2 % sind Männer, 52,8 % Frauen. 82,6 % hatten die österreichische Staatsbürgerschaft, 13,7 % Ausländer (ohne EU-Staatsbürgerschaft) und 3,7 % waren sonstige EU-Bürger. 17,7 % waren unter 15 Jahre, 19,6 % über 60 Jahre alt.

2001 pendelten 3.058 Bürger aus der Stadt aus, währenddessen 5.414 aus dem Inland nach Kufstein einpendelten. Den größten Teil unter den Einpendlern machen 683 Ebbser, 442 Wörgler, 419 Thierseeer und 403 Langkampfner aus. 556 Kufsteiner pendelten nach Wörgl, 212 nach Langkampfen, 211 nach Innsbruck und 180 nach Ebbs. Wie viele Pendler zwischen Kufstein und dem angrenzenden Bayern verkehren, ist nicht bekannt, doch dürfte es sich um Zahlen in vergleichbarer Höhe handeln.

Nur 18 % bzw. 7,1 Quadratkilometer des Gemeindegebiets sind Dauersiedlungsraum. Somit beträgt die reale Bevölkerungsdichte in Kufstein rund 2.370 Menschen pro Quadratkilometer.

In Kufstein wird ein westmittelbairischer Dialekt gesprochen, der nur geringe südbairische Merkmale wie das affrikatisierte „k“ teilt.

Das Kufsteinerische unterscheidet sich – wie alle Tiroler Dialekte östlich des Zillertals – stark vom Innsbrucker Dialekt. Aber auch zu den umliegenden Gemeinden bestehen Unterschiede, vor allem zu denen im bayerischen Inntal. Manche Wörter weisen ostbairische Dialektspuren auf, z. B. „du kust“ statt „du kånnst“ (du kannst) oder „is des vüü“ statt „is des fui“ (ist das viel).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Coat of arms Kufstein.svg

Das Wappen der Stadt zeigt:

Ein silbernes Salzfass mit goldenen Beschlägen, welches auf drei Bergen steht. Der Hintergrund ist rot.

Durch das Salzfass (mittelhochdeutsch Kufe) im Wappen wird auf die enorme Bedeutung der Stadt als Zollposten, bis ins 19. Jahrhundert, hingewiesen, als jahrhundertelang vor allem Salz über den Inn verschifft wurde. Die drei Berge (Steine) repräsentieren die drei kleinen Berge im Gemeindegebiet: Festungsberg, Zeller Berg und Kalvarienberg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadt Kufstein stellte in der Zwischenkriegszeit und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Gebietsansprüche an die Tiroler Landesregierung, von denen auch einigen stattgegeben wurde (1937 Thierberg, 1956 Zellerberg, Morsbach, Kleinholz). Die Stadt forderte zudem die nördliche Talseite des Kaisertals und Eichelwang von Ebbs sowie Maistall und das Stimmersee-Gebiet von Langkampfen. Statt der Abtretung der genannten Gebiete beteiligte sich die Dorfgemeinde Langkampfen finanziell am Neubau einer Volksschule, welche auch von Langkampfner Kindern besucht wurde. Mit der Gemeindeverwaltung Ebbs wurde keine Gegenleistung vereinbart, allerdings ist Eichelwang mit Kufstein längst zusammengewachsen und genießt Kufsteiner Infrastruktur wie Kabel-TV, Internet, Stadtbusse, Wasser und Strom. Selbst die Telefonvorwahl und Postleitzahl sind dieselben wie jene von Kufstein.

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Die Stadt ist Mitglied im Städtebund LAROSA (Landshut, Rosenheim, Salzburg, Kufstein, Freilassing) sowie in der Euregio Inntal und der INTERREG IIIa-Region Net IT[2] (Nachfolger der IT-Region Salzburg, Rosenheim, Kufstein, Traunstein, Berchtesgadener Land bis August 2006)[3] im Rahmen des Programmes INTERREG Bayern–Österreich 2007–2013 zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im bayerisch-österreichischen Grenzraum.[4]

Die Stadt ist auch Mitglied im österreichischen Verband Kleine historische Städte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Frauenfeld-coat of arms.png
Frauenfeld/Schweiz: Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Raum Wörgl bis Kufstein schwer gezeichnet. Bombenabwürfe insbesondere auf die Bahnhöfe zerstörten Teile dieser beiden Städte. Beim Wiederaufbau Kufsteins half die Stadt Frauenfeld dadurch, dass viele Kufsteiner Kinder ihre Sommerferien in der Schweiz verbringen durften. Seit damals besteht eine feste Partnerschaft zwischen diesen zwei Städten, der beide mit immer neuen Ideen und Projekten Ausdruck verleihen.
Rovereto/Italien: Kufstein bildete die nördlichste, Rovereto die südlichste Stadt des Landes Tirol. (Seit 1918 gehören Südtirol und das Trentino politisch zu Italien.) Zum Gedenken an diesen Umstand wurden Kufstein und Rovereto Partnerstädte.
AUT Langenlois COA.png
Langenlois/Österreich: Als die niederösterreichische Stadt Langenlois 2002 von einem Hochwasser schwer getroffen wurde, half Kufstein mit Feuerwehrmännern, Maschinen und Geldeinsatz. Zum Gedenken an diese Hilfe wurde 2012 die Städtepartnerschaft begründet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Handel besteht vor allem im Zentrum zu einem großen Teil aus kleineren Geschäften und Boutiquen. Dort befinden sich ebenfalls die Einkaufszentren Inntalcenter und Kufstein Galerien. In unmittelbarer Nähe wird derzeit ein neues Einkaufszentrum namens KISS - Kufsteiner Innenstadt Shops errichtet.

Die Arkade und die Hans Reisch-Straße - Marktgasse liegen auch unmittelbar im Zentrum der Stadt. Die Stadtgemeinde ist zudem ein kleines Bankenzentrum mit dem Sitz der sechstgrößten österreichischen Volksbank (nach eigener Angabe, 2003). An den Stadträndern entstehen laufend neue Gewerbe- und Handelsgebiete wie die Gewerbeparks Weissach, Kufstein Süd, Kufstein Nord', Münchner Straße, „Innpark Kufstein“ und Grissemann. Der Firmensitz von Voere ist in Kufstein.

Kufstein ist aber auch Sitz zahlreicher großer Firmen. Die Festungsstadt ist zwar nicht mehr der Sitz des größten österreichischen Privatunternehmens SPAR Österreich, jedoch dessen Gründungsstadt. Das Unternehmen wurde 1954 von Hans Reisch mit einer ersten Filiale am Unteren Stadtplatz gegründet, die immer noch existiert.

In den Nachbargemeinden finden sich Unternehmen wie Viking, Sandoz, Coveris Flexibles Austria GmbH (frühere Britton Unterland GmbH), SPZ Zementwerke, Moguntia, die zum Teil wegen der hohen Grundstückskosten der baulandarmen Stadt in das Umland abgewandert sind.

Der Wirtschaftsraum Kufstein–RosenheimSalzburg ist eng miteinander verknüpft und voneinander abhängig. Zahlreiche Pendler arbeiten, studieren oder kaufen grenzüberschreitend in Tirol, Bayern und Salzburg ein, was durch Projekte (Innschifffahrt, 'Grenzenlos'-Rad- und Wanderwege, Kulturführer, etc.) gezielt gefördert wird.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Blick über den Inn
Fahrgastschiff „St. Nikolaus“ an der Anlegestelle (2010)

Straße[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Inntalautobahn A12 mit zwei Abfahrten (Kufstein Nord/Zentrum und Kufstein Süd/Felbertauern). Die A12 führt von Rosenheim über Kufstein (bis hier als deutsche A 93) ins Tiroler Oberinntal.

Die B 171 führt von Kirchbichl durch die Stadt bis zur Staatsgrenze nach Kiefersfelden, die B 173 kommt von Schwoich und mündet in die B 171, die B 175 führt von der B 171 aus der Stadt nach Ebbs und weiter über Niederndorf zur Staatsgrenze am Niederndorferberg.

ÖPNV[Bearbeiten]

Der Stadtbus Kufstein wird von den Stadtwerken Kufstein und der Firma Achhorner betrieben. Es verkehren drei Linien im 20-Minuten-Takt.

Weiters ist Kufstein Ausgangspunkt vieler Regionalbuslinien nach Rosenheim, Kössen, Erl, Söll, Wörgl, Thiersee und saisonal nach Tegernsee und Reit im Winkl. Die Busse bedienen auch mehrere Haltestellen im Stadtgebiet.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kufstein bildet den Abschluss bzw. Beginn der Bahnstrecken Rosenheim–Kufstein sowie Kufstein–Innsbruck (Unterinntalbahn). Das Fahrgastaufkommen beträgt etwa 5000 Reisende pro Tag.

Im Fernverkehr bestehen mehrmals täglich Direktverbindungen nach Innsbruck (teilweise weiter nach Bregenz), Wien (über Salzburg und Linz), München und Verona (teilweise weiter nach Venedig bzw. Bologna). Daneben halten in Kufstein einzelne Direktzüge nach Berlin, Münster, Flensburg sowie Schwarzach-St. Veit. Über Nachtzüge bestehen Verbindungen nach Rom bzw. Mailand.

Kufstein ist End- und Ausgangspunkt der stündlich verkehrenden Linie S1 der S-Bahn Tirol über Wörgl und Innsbruck nach Telfs-Pfaffenhofen (teilweise weiter bis zum Bahnhof Landeck-Zams). Daneben verkehren einzelne Regional-Express-Züge in Richtung Innsbruck (teilweise verlängert bis Brenner). Nach München bestehen stündlich Direktverbindungen über Rosenheim.

Schifffahrt[Bearbeiten]

In der Sommersaison fand bis 2011 auf dem Inn grenzüberschreitende Fahrgastschifffahrt zwischen Kufstein und Oberaudorf (Bayern) statt. Inzwischen wurde die Schifffahrt aus Rentabilitätsgründen wieder eingestellt, das Schiff „St. Nikolaus“ 2013 nach Hamburg verkauft.[5]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Wenig außerhalb der Stadtgrenzen liegt der Flugplatz Kufstein-Langkampfen (LOIK), von dem aus hauptsächlich Segelflieger starten. Die großen internationalen Flughäfen Innsbruck, München und Salzburg sind jeweils eine gute Autostunde entfernt.

Brücken[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet befinden sich folgende Brücken über den Inn (mit Nutzung):

  • Autobahnzubringer Süd (A 12)
  • Bahnhofsbrücke (Münchner Straße)
  • Endacher Steg (Fußgänger und Radfahrer)
  • Fischergries-Steg (Fußgänger und Radfahrer)
  • Wendlinger Brücke (B 171)
  • Wildbichler Brücke (A 12 und B 175)

Im Bereich des Fischergries ist eine weitere befahrbare Brücke vorgesehen um die südlichen und nördlichen Einfallsstraßen in das Zentrum zu entlasten und gemeinsam mit einer Umfahrung Zell auch diesem Stadtteil Verkehr zu ersparen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kufstein

Bauwerke[Bearbeiten]

Blick über Kufstein aus dem Panoramalift auf die Festung
Innenraum der Stadtpfarrkirche St. Vitus
Der Untere Stadtplatz

Das wichtigste Wahrzeichen ist ohne Zweifel die Festung Kufstein auf dem 90 m hohen Festungsberg im Zentrum der Stadt, welche erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Weithin sichtbar ist der repräsentative Kaiserturm, der 1518-22 errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert und während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Festung als Gefängnis.

Auf der Festung Kufstein befinden sich mit der stadtweit hörbaren Heldenorgel die größte Freiluftorgel der Welt und ein Heimatmuseum. Auf dem Burghügel ist auch das Veranstaltungsareal Josefsburg, wo Veranstaltungen für bis zu 5000 Personen durchgeführt werden können. 2006 wurde die Josefsburg aufwändig mit einem ausklappbaren Dach ausgestattet, um die Wettersicherheit für Veranstaltungen gewährleisten zu können.

Auch die Burgruine Thierberg und das Schloss Hohenstaffing befinden sich auf dem Kufsteiner Thierberg. Früher gab es auch noch die Schlangenburg am Thierberg, welche allerdings wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung wieder abgerissen wurde.

Teile der Altstadt (Römerhofgasse, Kirchgasse, Unterer Stadtplatz, Innpromenade) sind als touristisches Ziel mit dem Weinhaus Batzenhäusl und vor allem dem Geburtshaus des Kufsteinliedes, das ehemalige Wirtshaus und heutige Weinhaus & Hotel Auracher Löchl, in welchem Karl Ganzer als Hausmusikant tätig war, beliebt. Das Rathaus zeigt seit 1925 die Wappen der Tiroler Städte Innsbruck, Sterzing, Imst, Vils, Lienz, Rattenberg, Brixen, Bruneck, Schwaz, Klausen, Kitzbühel, Glurns, Bozen, Landeck, Meran, Hall und unter der Giebelspitze Kufstein. Den typischen Inn-Salzach-Stil hat Kufstein bei einem großen Brand im Mittelalter, dem fast die gesamte damalige Stadt zum Opfer fiel, zum Großteil verloren. Am Unteren Stadtplatz weisen aber dennoch einige Gebäude Merkmale wie Stirnmauern, Laubengänge (allerdings verbaut) und große Erker auf. Zwischen Oberen Stadtplatz und Madersperger Straße befinden sich einige imposante Jugendstilbauten, etwa das Sparkassen-Gebäude, das ehemalige Hotel Egger, die heutige Volksschule Stadt sowie das Bundesrealgymnasium.

Überragt wird die Altstadt von dem barocken Turm der St. Vitus-Kirche. Sie wurde 1390-1420 erbaut und 1660-61 barockisiert. Am nördlichen Rand der Altstadt ist die am Inn gelegene Wasserbastei sehenswert, ein Rest der mittelalterlichen Stadtmauer.

In der ganzen Stadt verteilt gibt es viele Denkmäler, so jenes von Friedrich List. In der Kinkstraße befindet sich ein kleines Madersperger-Museum.

Die 1998 wieder eingeführte Innschifffahrt (Mai–Oktober) führte vom Fischergries über Kiefersfelden, Ebbs, Niederndorf bis nach Oberaudorf in Bayern. Es wurde angedacht, die Schifffahrt bis 2009 bis nach Rosenheim auszudehnen. Hindernisse waren das dazwischenliegende Kraftwerk, Ausfälle durch Hochwässer sowie die mäßigen Passagierzahlen. Im Sommer 2010 wurde daher über die Einstellung der Schifffahrt diskutiert, die dann 2011 offiziell beschlossen wurde.

Einen historischen Blick auf Kufstein wirft der Schwarz-Weiß-Spielfilm Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner. Dieser Spielfilm wurde 1953 vollständig in Kufstein gedreht. Der alte Sportplatz, Oberer und Unterer Stadtplatz und vieles mehr ist zu sehen.

Musik[Bearbeiten]

Durch das Kufsteinlied – Text und Melodie aus dem Jahre 1947, von Karl Ganzer (1920–1988) – wird die Festungsstadt auf der ganzen Welt besungen. Dieses Lied gilt als eines der meist gesungenen und als das meistverkaufte (100 Mio. Mal) volkstümliche Lied der Welt. Das Lied verlieh der Stadt auch den Spruch Die Perle Tirols und dem Fluss den Beinamen Der grüne Inn.

Parks[Bearbeiten]

  • Innpark (am Fischergries)
  • Innpromenade (beiderseits des Inns im gesamten Stadtgebiet)
  • Kalvarienberg (am Kienbichl, Andreas-Hofer-Denkmal)
  • Kinkpark (in Endach)
  • Stadtpark (im Stadtzentrum)
  • Zellerberg (in Zell, Forstmeile, Naturlehrpfad)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich findet am 30. Dezember der Kufsteiner Vorsilvester statt. Bis 2003 gab es keine Besuchergrenzen, weshalb damals Schätzungen zufolge über 30.000 Menschen in der Innenstadt feierten. 2004 fand das Spektakel im Zentrum und auf der Josefsburg statt, die Besucherzahlen wurden jedoch auf 12.500 Menschen begrenzt, 2005 konnten sie durch Erweiterung des Party-Areals wieder auf 15.000 gesteigert werden.

  • Almabtrieb
  • Herbstmarkt
  • Kaiserfest
  • Kufstein unlimited (Festival seit 2011)
  • Kufsteiner OperettenSommer (seit 2007 auf der Festung Kufstein)
  • Landleben in Kufstein (Bauern- und Handwerkermarkt)
  • Nightshopping
  • Ostermarkt
  • Ritter-Fest (seit 2009 auf der Festung Kufstein)
  • Tag der 1000 Lichter
  • Tanzsommer
  • Vorsilvester (Feuerwerk am 30. Dezember)
  • Weihnachtszauber auf der Festung
  • Weinfest
  • WoasstEh!-Wunderliche Kulturtage in Kufstein

Sport[Bearbeiten]

Der FC Kufstein spielt in der Regionalliga West. Die Sport-Union Kufstein Vikings wurden 2002 und 2004 Staatsmeister in der Austrian Baseball League. Die HC-Kufstein Dragons spielen in der Nationalen Amateur Hockey Liga.

Jährlich findet in der Kufstein Arena der Generali Bambini Cup statt, bei dem viele Nachwuchs-Tennisstars aus der ganzen Welt nach Kufstein kommen.

2005 und 2007 war Kufstein auch Etappenziel der Deutschland Radrundfahrt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Viele Lokale gibt es vom Bahnhof über den Unteren und Oberen Stadtplatz bis zum Franz-Josefs-Platz und zur Georg-Pirmoser-Straße. Am nördlichen Stadtende in Sparchen und Eichelwang befinden sich weitere Lokale.

Innpromenade und Festung bei Nacht

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Kufsteiner Persönlichkeiten sind unter anderem:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kufstein – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kufstein – Reiseführer
 Wiktionary: Kufstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.blumenbuero.or.at/
  2. Net IT, www.netit-region.eu
  3. IT-Region Salzburg, Rosenheim, Kufstein, Traunstein, Berchtesgadener Land, rosenheim.de
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formateuregio inntal kulturführer. IMT – Institut für Management und Technologie, abgerufen am 2. Mai 2009.
  5. http://www.tirol-schiffahrt.at/innschiffahrt/die-innschiffahrt.html