Kuhlen-Wendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Kuhlen-Wendorf führt kein Wappen
Kuhlen-Wendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kuhlen-Wendorf hervorgehoben
53.68333333333311.63333333333350Koordinaten: 53° 41′ N, 11° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Sternberger Seenlandschaft
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 49,6 km²
Einwohner: 821 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19412
Vorwahlen: 038483, 038486
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 078
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19406 Sternberg
Webpräsenz: www.amt-sternberger-seenlandschaft.de
Bürgermeister: Ralf Toparkus
Lage der Gemeinde Kuhlen-Wendorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Kuhlen-Wendorf ist eine kleine Gemeinde im Norden des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Erst seit 2004 existiert die Gemeinde. Sie ist am 13. Juni 2004 aus den Orten Kuhlen und Wendorf entstanden.[2] Sie wird vom Amt Sternberger Seenlandschaft mit Sitz in der Stadt Sternberg verwaltet (Außenstelle in Brüel).

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Warnow-Wehr bei Nutteln

Kuhlen-Wendorf liegt zwischen Brüel und Crivitz im nördlichen Bereich der Sternberger Seenlandschaft. Die Entfernung zur Hansestadt Wismar beträgt etwa 32 Kilometer, zur Landeshauptstadt Schwerin etwa 20 Kilometer. Die Gemeinde erstreckt sich in einem Bereich mehrerer Hügelketten im Norden, dem flacheren Bereich des Warnowtales in der Mitte und einer hügeligen Endmoränenlandschaft im Süden. Im Süden erreichen die Höhen mit dem Kahlen Berg 82,8 m ü. NHN und im Norden mit einer namenlosen Anhöhe 84 m ü. NHN, während der Mickowsee nur 15,3 m ü. NHN hoch liegt. Der Mickowsee ist der größte See im Gemeindegebiet und mit seinen Uferbereichen eine der vier Teilflächen des Naturschutzgebiets Warnowseen. Ganz im Norden gibt es mit dem Kanzelbruch noch einen weiteren erwähnenswerten See. Das Gemeindegebiet wird von der Göwe von Süden nach Norden und der Warnow von West nach Ost durchflossen. Kurz vor Einmündung der Göwe in die Warnow liegt der fast vollständig verlandete Holzendorfer See. Über den Anschluss Jesendorf ist Kuhlen-Wendorf an die Bundesautobahn 14 angebunden.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Gustävel
  • Holdorf
  • Holzendorf
  • Kuhlen
  • Müsselmow
  • Nutteln
  • Tessin
  • Weberin
  • Wendorf
  • Zaschendorf[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Zahlreiche Funde aus der Steinzeit, der Bronzezeit und der Slawenzeit zeugen von einer sehr frühen Besiedlung dieses Gebietes. Im 13. Jahrhundert wurde Kuhlen, 1321 Wendorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Familie von Bülow besaß von 1792 bis 1909 das Gut in Kuhlen. Das Rittergut in Wendorf gehörte bis 1643 der Familie von Plessen und dann der Familie von Schack. Ab 1845 lebte und arbeitete der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben immer wieder einige Zeit auf dem Gut Rudolf Müllers in Holdorf, nachdem er ein Jahr zuvor aus Preußen ausgewiesen wurde. Das Gebiet gehörte bis 1918 zum Großherzogtum Mecklenburg und dann bis 1952 zum Land Mecklenburg. Von 1952 bis 1990 war es dem Bezirk Schwerin zugeordnet.

Müsselmow[Bearbeiten]

Müsselmow wurde 1333 urkundlich erstmals als Mucelmow erwähnt und ein Johann von Plesse als mecklenburgischer Lehnsmann genannt.[4] Der Legende nach soll die Kirche von Helmold von Plesse im 12. Jahrhundert gegründet und dotiert worden sein. Die Familien von Plessen blieben bis 1799 Besitzer des Gutshofes und Kirchdorfes Müsselmow im Amt Crivitz.[5]

1516 schloss Helmodt von Plessen mit Jaspar von Oertzen einen Vertrag über den Verkauf einer Geldrente von 550 Mark aus dem Dorf Russow.[6] Ab 1534 ist von einer Klage des Herzogs Albrecht VII. von Mecklenburg gegen Dietrich von Plessen auf Neuhof, Claus von Plessen als Stadtherr von Brüel und Johann von Plessen zu hören. Die drei Beklagten sollten durch die Ermordung des Raven von Barnekow auf Golchen im Amt Schwerin auf offener Landstraße, durch Angriffe auf Amtsleute und die gewalttätige Inbesitznahme einer Mühle bei den Streitigkeiten um die Grenzen des Guts Müsselmow diese Verbrechen begangen haben. Die von Plessen stritten alles ab, sie wollten die Güter rechtmäßig von den Familien von Bülow auf Zibühl im Amt Crivitz geerbt haben.[7] 1574 saß Berend von Plessen auf Müsselmow. Um die Grenzziehung und deren Waldstücke zwischen Müsselmow und Kritzow kam es öfter zum Streit. 1602 stritten die Söhne Samuel, Salomon und Daniel des Erbherrn Bernhard von Plessen auf Müsselmow. Rechtsbelehrungen erhielten sie von den Juristischen Fakultäten der Universität in Greifswald und Marburg.[8]

1652 gab Müsselmow sein Kirchenpatronat auf und wurde mit Holzendorf zusammengelegt. 1707 wieder getrennt, waren sie bis 1739 mit Kladow verbunden. Danach kam die Müsselmower Pfarre wieder zu Holzendorf. 1790 war der Hofjägermeister Gideon Hellmuth Ernst von Hopffgarten neben Gustävel und Holzendorf Besitzer von Müsselmow. 1796 waren dann wieder die von Plessen da, doch schon 1799 wurde der Kammerjunker Friedrich Ludwig Graf von Oeynhausen Rechtsnachfolger. 1810 kaufte der Königlich Preußische Rittmeister im Husaren-Regiment von Wolky, Ferdinand von Raven Müsselmow mit Holzendorf. Von 1818 bis 1830 war er Klosterhauptmann im Kloster Dobbertin.[9] Ab 1842 übernahm Friedrich von Bülow das Gut und das Kirchdorf Müsselmow, schon 1884 besaß es Adolph Alexander. 1911 kaufte der Berliner Rittmeister im „1. Garde-Regiment“ Albert von Schlick das Gut und blieb dort bis 1945 der Besitzer. Er wurde 1945 von den Russen verhaftet, das Gut enteignet und das Gutshaus nach der Wende - trotz insgesamt positiver Dorfentwicklung - abgerissen.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Göwehof (ca. 1860) bei Wendorf Wasser- und Fischkundemuseum
  • Müsselmower Dorfkirche, ein gotischer Backsteinbau
  • Holzendorfer Kirche, ein Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert gegenüber eine Linde mit einem Umfang von 7,5 Metern.
  • zugehöriges Pfarrhaus aus dem Jahr 1779
  • Dorfkirche Zaschendorf, eine Fachwerkkirche aus dem 17. Jahrhundert
  • Tessiner Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, mittlerweile restauriert
  • Herrenhaus Nutteln, historistisches Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert am Mickowsee
  • Herrenhaus Wendorfer Jagdschloss von 1904 bis 1906, im Jugendstil (auch Historismus) mit recht wechselvoller Geschichte, heute Schlosshotel Wendorf
  • Herrenhaus Zaschendorf (Gutshaus), ehemals repräsentativer Bau mit spätklassizistischen Gliederungen, erbaut um 1820. Umgeben von einem Park, liegt es erhöht. Seit 1989 zur Ruine verfallen, heute teilweise wiederaufgebaut und bewohnt.
  • Spielzeugmuseum

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Theodor Hoffmann (* 27. Februar 1935 in Gustävel), Minister für Nationale Verteidigung der DDR und Chef der NVA

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  3. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 273 kB) der Gemeinde
  4. Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) Band VIII. Schwerin (1873) Nr. 5387.
  5. (MUB) Band XIV. (1886) Nr. 8534, 8581, 8587.
  6. LHAS 9.1-1 Reichskammergericht, Prozeßakten Nr. 156.
  7. LHAS 9.1-1 Reichskammergericht, Prozeßakten Nr. 169.
  8. LHAS 9.1-1 Reichskammergericht, Prozeßakten Nr. 470.
  9. LHAS 3.2-3/1 Kloster Dobbertin, Nr. 865 Amtsprotokolle
  10. Patenschaft Müsselmower Kirche e.V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kuhlen-Wendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien