Kuito

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Seengruppe in Karelien siehe Kuito (Seen).
Kuito
Kuito (Angola)
Kuito
Kuito
Koordinaten 12° 23′ S, 16° 56′ O-12.38055555555616.938888888889Koordinaten: 12° 23′ S, 16° 56′ O
Basisdaten
Staat Angola

Provinz

Bié
Município Kuito
Comuna Kuito
Fläche 4814 km²
Einwohner 176.296 (2008)
Dichte 36,6 Ew./km²
Politik
Bürgermeister Moisés Américo Capapelo Cachipaco

Kuito (auch Cuito) ist eine Stadt im Zentrum Angolas. Bis 1975 trug sie den Namen Silva Porto. Kuito ist zudem Sitz des katholischen Bistums Kwito-Bié.

Statue des portugiesischen Afrikareisenden Silva Porto in Kuito

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet gehörte zum Reich des Ovimbundu-Königs Viyé, der zum Namensgeber der Provinz Bié wurde. Im 18. Jahrhundert drang die Portugiesische Kolonialmacht bis hierher vor, im Verlauf ihrer phasenweisen Expansion ins Landesinnere ihrer Kolonie Angola. 1768 trafen sich am Rande von Embala zwei portugiesische Expeditionstruppen.[1]

Der bis dahin Embala Belmonte genannte Ort erhielt später den Namen Silva Porto, nach dem 1890 hier gestorbenen portugiesischen Afrikareisenden António Francisco da Silva Porto (1817-1890). Im frühen 20. Jahrhundert erreichte die Benguelabahn das Gebiet. Silva Porto wurde 1925 zur Stadt (Cidade) erhoben.[2] In den folgenden Dekaden nahm die Stadt weiter Aufschwung. In den Jahren nach 1935 entstanden eine Vielzahl Bauten, darunter das Rathaus[3] und die Filiale der Zentralbank der Kolonie (Banco de Angola), dem Vorläufer der heutigen Angolanischen Nationalbank.[4]

Nach der Unabhängigkeit Angolas von Portugal 1975 wurde der Ort in Kuito umbenannt. Der zeitgleich ausgebrochene Angolanische Bürgerkrieg wütete hier besonders stark. So war Kuito 1993–94 sowie 1998–99 mehrmals Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen den Rebellen der UNITA und Regierungstruppen. Die Stadt, die vor dem Bürgerkrieg mehr als 100.000 Einwohner zählte, wurde dabei weitgehend zerstört.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs 2002 setzte ein Wiederaufbau ein, der insbesondere seit 2007 eine stete Verbesserung der Infrastruktur brachte. Kuito zählt heute wieder 176.296 Einwohner (Stand 2008).

Improvisierter Schulunterricht im kriegszerstörten Kuito (2007), vor den umfangreichen Wiederaufbauten

Kultur[Bearbeiten]

Seit den späten 1960er Jahren existierte im Ort das angolanische Schallplattenpresswerk Fadiang (Fábrica de discos de Angola). Das Unternehmen betrieb in ihrem Gebäude zudem den Schallplattenladen Discoteca do Bié und einen Schallplattengroßhandel. Das Gebäude funktionierte nach der Unabhängigkeit 1975 bis 1990 als Druckerei. Seither beherbergt es die Bücherei der Provinzregierung, die hier zudem seit einigen Jahren verschiedene Kulturinitiativen beherbergt und fördert.[5]

Verwaltung[Bearbeiten]

Kuito ist Hauptstadt der Provinz Bié und zudem Sitz eines gleichnamigen Landkreises (Município). Der Kreis hat 176.296 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 4.814 km².

Folgende Gemeinden liegen im Kreis Kuito:

Verkehr[Bearbeiten]

Kuito liegt an der Benguelabahn, mit seinem nördlich außerhalb der Stadt gelegenen Bahnhof (Bié).

Der Flughafen (Aeroporto de Kuito, IATA-Code SVP) wird vor allem von der TAAG Angola Airlines für Inlandsflüge genutzt, insbesondere in die Hauptstadt Luanda.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kuito – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sammlung von Artikeln zu Kuito auf www.angolabelazebelo.com, abgerufen am 15. März 2014
  2. Artikel zum Stadtjubiläum vom 31. August 2011 der staatlichen Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 15. März 2014
  3. Eintrag des Rathauses in der portugiesischen Denkmal-Datenbank SIPA, abgerufen am 15. März 2014
  4. Eintrag des Bankgebäudes in der portugiesischen Denkmal-Datenbank SIPA, abgerufen am 15. März 2014
  5. Artikel vom 18. Dezember 2011 auf www.angolabelezabelo.com, abgerufen am 15. März 2014