Kuivastu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kuivastu
Staat: Estland Estland
Kreis: Saaremaa lipp.svg Saare
Koordinaten: 58° 35′ N, 23° 23′ O58.58333333333323.383333333333Koordinaten: 58° 35′ N, 23° 23′ O
Zeitzone: EET (UTC+2)
Kuivastu (Estland)
Kuivastu
Kuivastu
Hafen von Kuivastu (Moonsund), Estland.

Kuivastu (auch: Kuiwast; deutsch: Moonsund) ist ein Hafenort an der Ostküste der zu Estland gehörenden Insel Muhu (deutsch: Moon) am Moon-Sund. Im Jahre 2000 zählte der Ort 73 Einwohner.[1]

Von Kuivastu aus gibt es eine Fährverbindung zum Festland nach Virtsu (deutsch: Werder). Im Winter, wenn der Moon-Sund hier tief genug gefroren ist, kann man die Insel Moon über eine auf dem Eis markierte Trasse mit Landfahrzeugen erreichen.

Es werden verkehrspolitische Überlegungen angestellt, die Insel Moon bei Kuivastu durch den Bau einer Straßenbrücke mit dem Festland zu verbinden.

Geschichte[Bearbeiten]

An der engsten Stelle des Moon-Sundes dürfte schon von jeher eine Fährverbindung zwischen der Insel Moon und dem Festland bestanden haben. Die erste urkundliche Erwähnung eines Hafens geht auf die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als aufgrund der Postverordnung des schwedischen Königs Karls XI. vom 7. Januar 1677 die Einrichtung einer regelmäßigen Fährverbindung für den Passagier- und Warenverkehr eingerichtet wurde.

Die Russen bauten den Hafen im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert aus und befestigten ihn. Die örtliche Postbehörde, der auch die Verwaltung des Fährverkehrs oblag, war lange Zeit in einer Gastwirtschaft untergebracht, ehe 1835 ein neues Postgebäude errichtet wurde. 1888 wurde das Dampfschiff Sirius für den Fährdienst in Betrieb genommen, der die bisherigen Segelschiffe ablöste. Ab 1902 kam dann der dampfbetriebene Eisbrecher General Surowzew zum Einsatz, weswegen die Hafenanlagen stark erweitert wurden. Im Ersten Weltkrieg diente Moonsund der russischen Flotte als Stützpunkt zur Sicherung der Verbindung zwischen dem Finnischen Meerbusen und der Rigaer Bucht. Von hier aus wurden 1914–1917 ständig Arbeiten zur Vertiefung der Fahrrinne im Moon-Sund durchgeführt. Im Zuge der Schlacht im Moon-Sund vom 17. Oktober 1917 besetzte die deutsche Marine Moonsund und die gesamten Moonsund-Inseln.

Als im Zuge des Estnischen Unabhängigkeitskrieges Anfang 1919 eine allgemeine Mobilisation zum Kampf gegen die Rote Armee durchgeführt wurde, kam es in Moonsund am 16. Februar 1919 zu einer Meuterei rekrutierter Esten. Dabei ermordeten die Meuterer einen Offizier, der die Mobilisierung durchführte, und zwei Beamte, darunter den Verwalter der Ländereien der Familie Buxthoeven auf Moon und Ösel Oskar Rahr (1876–1919). Die Meuterei wurde am 18. Februar 1919 von regierungstreuen Truppen niedergeschlagen.

In den 1920er Jahren wurde der Fährverkehr von der estnischen Gesellschaft Balti Päästeselts betrieben, später von Sergo & Co.

Am 29. September 1944 landeten in Moonsund sowjetische Amphibienfahrzeuge und errichteten hier den ersten Brückenkopf zur Rückeroberung der Moonsund-Inseln von den Deutschen.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg behielt Moonsund seine strategische Bedeutung.

Nach der erneuten Unabhängigkeit Estlands 1991 wurde 1993 ein neues Hafengebäude fertiggestellt. 1997 wurde das Hafenbecken vertieft und die Anlegestellen vergrößert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kuivastu küla (Estnisch) eestigiid.ee. Abgerufen am 7. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

Geschichte des Hafens von Moonsund (engl.)

Kurzfilm über den Fährhafen von Moonsund