Kuka (Ort)

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Kuka (Kukaua, Kukawa) ist ein ehemaliger Hauptort von Bornu im mittleren Sudan, unweit westlich des Tschadsees im heutigen Nigeria. Gegründet wurde der Ort um 1814 n.Chr. als Residenzort einer neuen Herrscherdynastie unter Scheich Mohammed el Kanemi. Der Sage nach ist Kukaua benannt nach dem Affenbrotbaum (Adansonia digitata L.; in der Hausa-Sprache: "Kuka").

Kuka bestand aus zwei unterschiedlichen, etwa einen Kilometer voneinander entfernten Städten. In der westlichen Stadt (Fläche etwa 4 km²) wohnten die meisten Menschen und hier wurde auch der meiste Handel getrieben. Die östliche Stadt umfasste im Wesentlichen die Paläste des Scheich. Die Bevölkerung schätzte man auf etwa 50.000 bis 60.000, mit den Vorstädten auf 100.000 Einwohner. An den wöchentlich stattfindenden Markttagen vermehrte sie sich um mehr als 10.000, die meist am Sklavenhandel beteiligt waren.

Während einer englischen Expedition zur Eröffnung von Handelsbeziehungen zu den wichtigeren Königreichen Mittelafrikas machte der deutsche Afrikaforscher Heinrich Barth im April und August 1851 zweimal längere Station Kukaua. Seine zeitgenössischen Beobachtungen geben Auskunft über die reiche Geschichte Bornus mit seiner Hauptstadt Kukaua, den Ethnien und seinen wichtigsten Handelsgütern. 1870 und 1872 unternahm der deutsche Afrikareisende Gustav Nachtigal zwei Reisen nach Kuka, die er in seinen Briefen an seine Familie in Deutschland beschreibt.

1894 wurde die Stadt von Rabeh, dem Beherrscher von Bornu, erobert und zerstört.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Barth (1859): Reisen und Entdeckungen in Nord- und Cenral-Africa in den Jahren 1849 bis 1855. Verlag Justus Perthes, Gotha (hier v.a. Zehntes Kapitel: Empfang und erster Aufenthalt in Kukaua. Kurzer Abriss der Geschichte von Bornu).