Kulm (Skiflugschanze)

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Kulm
Kulm

Die Skiflugschanze Kulm am Kulmkogel,
im Hintergrund das Massiv des Grimming

Kulm (Skiflugschanze) (Österreich)
Red pog.svg
Standort
Stadt Tauplitz/Bad Mitterndorf
Land OsterreichÖsterreich Österreich
Verein WSV Tauplitz/Klachau
Zuschauerplätze bis zu 90.000 möglich
Baujahr 1950
Umgebaut 2004
Erweitert 1953, 1986
Schanzenrekord 215,5 m
OsterreichÖsterreich Gregor Schlierenzauer (2009)
Daten
Aufsprung
Hillsize HS 200
Konstruktionspunkt 185 m

47.54631666666713.995461111111Koordinaten: 47° 32′ 46,7″ N, 13° 59′ 43,7″ O

Der Kulm im steirischen Tauplitz am Berg Kulmkogel (1123 m) ist die weltgrößte Naturschanze[1].

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelten einige Enthusiasten die Idee, am Kulm eine Skisprungschanze zu errichten. Hubert Neuper senior, der Vater des ehemaligen Skisprung-Weltcup-Siegers Hubert Neuper junior war der erste Springer, der über die Schanze ging.[2] Er erreichte dabei eine Weite von 96 Metern. Die erste Sprungkonkurrenz fand 1950 vor mehr als 10.000 begeisterten Zuschauern statt und sah den Österreicher Rudi Dietrich mit einer Weite von 103,0 Meter als Sieger. Auf der leicht umgebauten Schanze erreichte die österreichische Skisprung-Legende Sepp „Bubi“ Bradl bereits eine Weite von 115,0 Metern.

Nachdem schon 1975, 1986 und 1996 erfolgreich eine Weltmeisterschaft auf der Skiflugschanze Kulm durchgeführt wurde, war der Kulm zuletzt 2006 Schauplatz der Weltmeisterschaft. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Rücktritt von Andreas Goldberger offiziell bekannt gegeben. Mit seinem letzten Flug verabschiedete er sich am 13. Jänner 2006 endgültig von seiner aktiven Laufbahn.

Von den Österreichischen Bundesbahnen wurde anlässlich der Skiflug-Weltmeisterschaft 1996 auf der nahe dem Zielgelände vorbeiführenden Bahnstrecke der Salzkammergutbahn die Bedarfs-Haltestelle Schiflugschanze Kulm errichtet. Seitdem werden bei Skiflugveranstaltungen Zuschauer auch mit Sonderzügen zum Kulm befördert und entlasten so den Verkehr auf der Salzkammergut Straße (B 145).

Im Herbst 2004 wurde die Flugschanze neuerlich umgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Den Springern und Funktionären steht seitdem als Aufstiegshilfe ein neuer Doppel-Sessellift zur Verfügung.

Anlässlich der Skiflug-Weltmeisterschaft 2006 wurde direkt über der Anlaufspur für die Springer ein neues Starthaus mit Warteraum und Imbissstube errichtet. Im Bereich der Mittelstation des Sessellifts wurde im Kampfrichterturm ein kleines Skisprung-Museum eingerichtet. Den Schanzenrekord hält seit dem 10. Jänner 2009 der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der im zweiten Wertungsdurchgang 215,5 Meter weit flog. Er löste damit den bisherigen Rekordhalter Sven Hannawald (Deutschland) ab, der seit 2003 mit 214,0 Metern die Höchstweite hielt. Im Jahr 2003 erreichte der Österreicher Christian Nagiller eine Weite von 220,0 Metern. Er konnte jedoch den Sprung aufgrund einer aufgegangenen Bindung in der Landephase nicht stehen.

Sommer am Kulm[Bearbeiten]

Am 25. September 2011 fand zum ersten mal das RedBull 400 statt. Bei dieser Laufveranstaltung musste die gesamte Schanze inklusive Auslauf von unten nach oben laufend bewältigt werden. Der Sieger Ahmet Arslan benötigte dafür 5:04,58 min. 2012 und 2013 fand diese Veranstaltung ihre Fortsetzung und Ahmet Arslan konnte seine Zeit auf 4:57,50 min. verbessern.

Ehrentafel der Sieger[Bearbeiten]

Die Skiflugschanze am Kulm in Tauplitz war bisher viermal Schauplatz der Skiflug-Weltmeisterschaften und regelmäßiger Austragungsort von Skisprung-Weltcup-Wettbewerben. In der Geschichte konnten sich bisher Springer aus neun verschiedenen Nationen in die Siegerliste eintragen.[3]

Datum Veranstaltung Sieger Nation Weite Anmerkung
1950 Rudi Dietrich OsterreichÖsterreich AUT 103,0 m
1951 Sepp Bradl OsterreichÖsterreich AUT 115,0 m
1953 Sepp Bradl OsterreichÖsterreich AUT 120,0 m
1956 Werner Lesser Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 122,0 m
1959 Torbjørn Yggeseth NorwegenNorwegen NOR 127,0 m
1962 Helmut Recknagel Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 136,0 m
1965 Henrik Ohlmeyer DeutschlandDeutschland GER 140,0 m
1968 Zbyněk Hubač TschechienTschechien CZE 126,0 m
1971 abgesagt (heftiger Wind)
1975 3. Skiflug-WM Karel Kodejška TschechienTschechien CZE 144,0 m
1978 Peter Leitner DeutschlandDeutschland GER 145,0 m
1982 Weltcup (3-Tages-Wertung) Hubert Neuper OsterreichÖsterreich AUT 167,0 m
1986 9. Skiflug-WM Andreas Felder OsterreichÖsterreich AUT 191,0 m
1991 Weltcup / 1. Wertungstag Stephan Zünd SchweizSchweiz SUI 179,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Stefan Horngacher OsterreichÖsterreich AUT 190,0 m
1992 Weltcup / 1. Wertungstag Jaroslav Sakala TschechienTschechien CZE 184,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Jaroslav Sakala TschechienTschechien CZE 190,0 m
1996 14. Skiflug-WM Andreas Goldberger OsterreichÖsterreich AUT 198,0 m
1997 Weltcup / 1. Wertungstag Takanobu Okabe JapanJapan JPN 205,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Primož Peterka SlowenienSlowenien SLO 203,0 m
2000 Weltcup / 1. Wertungstag Sven Hannawald DeutschlandDeutschland GER 198,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Andreas Goldberger OsterreichÖsterreich AUT 209,5 m gestürzt, Abbruch
2003 Weltcup / 1. Wertungstag Florian Liegl OsterreichÖsterreich AUT 208,5 m
Weltcup / 2. Wertungstag Sven Hannawald DeutschlandDeutschland GER 196,5 m
2005 Weltcup / 1. Wertungstag Andreas Widhölzl OsterreichÖsterreich AUT 206,5 m
Weltcup / 2. Wertungstag Adam Małysz PolenPolen POL 209,5 m
2006 19. Skiflug-WM Roar Ljøkelsøy NorwegenNorwegen NOR 201,5 m
2009 Weltcup / 1. Wertungstag Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich AUT 215,5 m
Weltcup / 2. Wertungstag Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich AUT 203,5 m
2010 Weltcup / 1. Wertungstag Robert Kranjec SlowenienSlowenien SLO 200,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich AUT 205,0 m
2012 Weltcup / 1. Wertungstag - Abbruch wegen Schlechtwetter
Weltcup / 2. Wertungstag Robert Kranjec SlowenienSlowenien SLO 206,0 m
2014 Weltcup / 1. Wertungstag Noriaki Kasai JapanJapan JPN 197,0 m
Weltcup / 2. Wertungstag Peter Prevc SlowenienSlowenien SLO 198,0 m


Beim RedBull400 wird im Sommer 400 Meter von unten nach oben gelaufen
Andreas Goldberger, Sieger 1996 und 2000

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Morgenstern bei Sturz am Kulm schwer verletzt. derstandard.at, 11. Januar 2014, abgerufen am 19. Januar 2014.
  2. Austria Ski Nordic VeranstaltungsgesmbH: Geschichte des Kulm (abgerufen am 24. September 2013)
  3. Austria Ski Nordic VeranstaltungsgesmbH: Kulmsieger (abgerufen am 24. September 2013)